01.11.2024 Anmeldung Klubmeisterschaft 2025
21.09.2024: Indian Summer Outdoor Rapidtournier im Altenberg
06.05.2024: DAS LOKAL BLEIBT AM 9.5.2024 (AUFFAHRT) GESCHLOSSEN!
07.03.2024 Trainings mit IM Adrian Gschnitzer, Oliver Sutter und Lena Georgescu
18.02. 2024 Erfolgreiches Abschneiden unserer Mitglieder am Burgdorfer Stadhaus Open
15.02. 2024 SK Bern II gewinnt die Bernische Vereinsmeisterschaft mit einem Sieg in der 6. Runde gegen SK Bern I
20.12. 2023 Bitte vormerken: Hauptversammlung am Mi, 31. Januar 2024 ab 19:00
05.12. 2023 Neu kann man über den Webshop SKB-Hoodies und - Shirts bestellen.
21.11. 2023 Der Schachklub Bern feiert seinen 150. Geburtstag
17.11.2023 Bern III steigt in der SMM am grünen Tisch in die 1. Liga auf
23.10. 2023 Ausschreibung Klubmeisterschaft 2024
20.10. 2023 Der SKB unterhält neu einen SK-Bern Whatsapp-Kanal
01.07. 2023 SKB Sommerfest/Outdoor-Rapidturnier im Altenberg
18. - 21. 5. 2023 Der SKB organisiert anlässlich seines 150-Jahr-Jubiläums das Bundesturnier
24.11.2022 Arshavir gewinnt überlegen die Klubmeisterschaft!
01.09.2022 Igor ist Fide Meister!
01.08.2022 Der SKB ist ab sofort im neuen Lokal im Altenberg
01.05.2022 Der SKB hat ein neues Logo
Auf dieser Seite findet ihr alte Einladungen, Resultate, Partien und Anekdoten aus der SK-Bern Geschichte:
2023 mit Bundesturnier
2017 mit Gambitturnier
2016 (mit kommentierten Partien und das Gambitturnier)
2015 (je Mannschaftsrunde die spannendste Partie kommentiert durch den Spieler - GambitTurnier)
2014 (Klubturnier - Blitzturniere - Fusschachturnier - TeamCup - GambitTurnier - Volksschachturnier)
2012 (der SKB disloziert in die Kramgasse)
2011 (der SKB auf dem Bundesplatz)
2010 (der SKB auf Reisen - Urwaldschach - Hans Schmalz Memorial - der SKB gewinnt mit ErJaLaNo den TeamCup - der SKB gewinnt die SJMM)
2009 (das Jahr der Freitagsblitze und grossartiger Aufstieg des SKB in der SMM in die NLA, siehe auch den Artikel in der BZ)
2008 (der SKB hat übrigens auch ein Pokerturnier durchgeführt)
2007 (reich-bebildertes Vereinsleben, Umzug von der Kramgasse ins Pfadiheim)
2006 (dramatisch kommentierte Höhenflüge des SKB)
2005 (leider nur die Ranglisten der SMM)
Bild: Tobias Anliker
Meine langjährigen Kontakte mit André Lombard lassen sich in vier Phasen unterteilen. Sie umfassen a) die Kontakte im Juniorenalter, b) meine Nachverfolgung seiner Erfolge in den Medien während des Berufslebens, c) unsere gemeinsame Zeit im Vorstand des Schachklubs Bern (2014 -2020) sowie d) meine Trainingsstunden bei André nach meiner Pensionierung.
André lernte das Schachspiel für heutige Verhältnisse erstaunlich spät, nämlich erst im Alter von zwölf Jahren. Umso bemerkenswerter ist, dass er mit fünfzehn Jahren bereits Schweizer Juniorenmeister wurde. Es folgten zwei Teilnahmen an Jugendeuropameisterschaften sowie eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft der U 20.
Von 1969 bis 1977 gewann er innerhalb von acht Jahren fünfmal den Schweizer – Meister – Titel. Für die Schweiz spielte er an fünf Schacholympiaden.
Sein schachliches Wirken beschränkte sich nicht auf Bern. Vielmehr gelang es dem Schachklub Birseck, ihn in jungen Jahren anzuwerben und mit André in seinen Reihen 1970 die Schweizer Mannschaftsmeisterschaft zu gewinnen. Der damalige rührige Präsident des Schachklubs Birseck versuchte sogar, André zu einem Studium in Basel zu bewegen und ihm dafür eine Unterkunft zu besorgen. Das Vorhaben scheiterte jedoch, und André verliess Basel nach einer kurzen Episode und kehrte nach Bern zurück.
An den Juniorentreffen stand André anfangs als meist Jüngster nicht unbedingt im Mittelpunkt. Er verfügte aber über eine natürliche Autorität, war als starker Spieler anerkannt und auf Grund seiner Freundlichkeit und Bescheidenheit geschätzt.
In den folgenden Jahren konnte ich die schachlichen Aktivitäten von André der Tagespresse und Schachzeitschriften entnehmen.
Als besonders herausragend ist in diesem Zusammenhang seine Teilnahme am Interzonenturnier 1976 in Biel kurz nach seiner Ernennung zum Internationalen Meister zu erwähnen. Die Konkurrenz in diesem Feld war sehr gross. Neben den Exweltmeistern Petrosjan, Tal und Smyslow nahmen auch die Weltklassespieler Bent Larsen (Dä), Lajos Portisch (Un) und Robert Hübner (D) teil. Viel beachtet war in diesem Turnier sein Erfolg mit den schwarzen Steinen gegen Lajos Portisch.
Im folgenden Jahr gewann André sowohl die Schweizer Meisterschaft als auch (mit Biel) die Schweizer Mannschaftsmeisterschaft.
Es folgten Jahre, in denen sich André mehr seiner Familie und den beruflichen Aktivitäten widmete. Er studierte Mathematik und war Abteilungschef bei Postfinance.
Sein geliebtes Schachspiel liess ihn indessen nicht los. Von 1994 bis 1996 betreute André die Schweizer Damennationalmannschaft. Und von 2005 bis 2011 war er erster Geschäftsführer des Schweizerischen Schachbundes.
An den Spielabenden des Schachklubs Bern sass er häufig im Restaurant Atlantico und besprach mit jungen Spielern und Spielerinnen deren Partien. In dieser Zeit wurde er auch zweimal mit Reti Zürich (2011 und 2013) Schweizer Mannschaftsmeister.
Im Jahre 2014 teilte mir André mit, der Vorstand des Schachklubs Bern suche schon seit geraumer Zeit ohne Erfolg einen neuen Präsidenten. Von den bisherigen Vorstandsmitgliedern wolle niemand dieses Amt übernehmen. Ich stellte mich in der Folge während sechs Jahren für das Präsidium zur Verfügung.
Häufig tauschten wir uns vor und im Nachgang der Sitzungen aus, und er war für mich ein wertvoller Berater. Ende 2020 traten wir beide aus dem Vorstand aus und an dieser Jahresversammlung wurde André einstimmig und mit grossem Applaus zum Ehrenmitglied des Vereins gewählt.
Nach unserer Zeit im Vorstand trafen wir uns regelmässig zum Schachtraining in Thun, wohin André in sein Elternhaus zurückgekehrt war.
Für ihn war wichtig, dass man bei den Eröffnungen nicht Varianten lernte, sondern die dahinter liegenden Überlegungen erfasste. Beim Nachspielen der Partien blieb der Computer bis fast zum Schluss noch ausgeschaltet, und man musste bei der Analyse seine eigenen Überlegungen anstellen.
Mir versicherte er mehrmals, ich sei ein angenehmer Gegner. Das war aber kein Kompliment. Vielmehr wollte er zum Ausdruck bringen, dass ich viel zu anständig spiele und häufig in besseren Stellungen ohne echten Siegeswillen Remis anbiete. Es gehe doch im Gegenteil darum, den Gegner dauernd zu beschäftigen und ordentlich zu ärgern.
Häufig wies er darauf hin, dass die Spielenden ihre Bauern oder anderweitig das Material zählen und um jeden Preis Doppelbauern und Isolanis vermeiden möchten. Wichtig sei doch die Dynamik, das Momentum und Entwicklung der Figuren. Doppelbauern und Isolanis seien meist kein Problem und könnten aufgelöst werden.
Auch ausserhalb der Vermittlung von Schachwissen war André ein interessanter Gesprächspartner. Er war unter anderem sehr interessiert an Literatur, Geschichte und Politik. In den Diskussionen war immer spürbar, was für ein gebildeter, kultivierter und empfindsamer Mensch André war. Das ist auch der Grund, weshalb so viele ehrlich um André trauern und ihn vermissen.
11. 12. 2025
Albert Schmid
(Aus dem Bund vom 27.9.22. Autor: Moritz Marthaler)
Die Schachwelt ist in Aufruhr, die Rede ist von Betrug. Während sich die normale Welt fragt, wie das in einem Spiel zwischen schon fast maschinenschlauen Menschen gehen soll.
Es ist wichtig, zu verstehen, dass Menschen und Maschinen auf komplett verschiedene Art Schach spielen. Ein Mensch baut sich seine Fähigkeiten auf, er lernt dazu, merkt sich Muster und trifft auf dieser Basis und nicht zuletzt auch mit seinem Instinkt eine Entscheidung.
Gefühl und Instinkt gehen der Maschine ab.
Ja. Aber das maschinelle Gedächtnis ist nicht so begrenzt wie unseres. Der Computer ist fähig, Dutzende Züge in voller Tiefe durchzurechnen. Anhand der Informationen, die er daraus gewinnt, schätzt er die Stellung ein und berechnet den erfolgversprechendsten Zug.
Und der Mensch?
Die besten Spieler sind in der Lage, in komplizierten Stellungen vielleicht fünf Züge von beiden Seiten im Voraus zu berechnen, weil die Anzahl Möglichkeiten exponentiell zunimmt.
Noch in den 90er-Jahren besiegte der Schachcomputer Deep Blue sensationell den damaligen Weltmeister Garri Kasparow.
Heute verliert der Weltmeister gegen herkömmliche Schachcomputer auf dem Handy. Die Ausgangslage zwischen Mensch und Maschine hat sich dramatisch verändert.
Hat das den Weg für Betrug geebnet?
Wer während einer Wettkampfpartie Zugriff auf einen Computer hat, schneidet auf jeden Fall besser ab.
Und wie würde das gehen?
Es gibt zwei Varianten, um während einer Partie zu betrügen. Entweder hat man direkten Zugriff auf die Computerhilfe, etwa mittels Handy. Oder man hat einen Komplizen, der einem signalisiert, was der ideale Zug ist.
«Die Ausgangslage zwischen Mensch und Maschine hat sich dramatisch verändert.»
Eine solche Kommunikation erscheint kompliziert.
An der Schacholympiade 2010 gelang es den Franzosen, im Teamwettbewerb einander die nächsten Züge zu signalisieren. Die Trainer stellten sich je nach Situation anders in den Raum, sie bekamen die Züge per SMS von jemandem übermittelt, der am Computer sass.
Aber so ohne weiteres ist etwa Springer c3-d5 auch nicht zu signalisieren …
Auf höchstem Niveau reicht ein Nicken als Signal: Jetzt musst du überlegen. Wenn der Spieler die Information erhält, dass die aktuelle Stellung besondere Vorsicht verlangt, ist das ein riesiger Vorteil.
Solche Zeichen sind für Aussenstehende kaum zu bemerken.
Die aktuelle Debatte hat einiges in Bewegung gebracht. Viel erhofft man sich etwa davon, Partien bei wichtigen Turnieren mehrere Minuten zeitversetzt zu übertragen, damit allfällige Betrugshelfer, die via Stream dabei sind, keinen Einfluss mehr haben. Das wurde bislang nur sporadisch gemacht.
Bei Partien mit hohem Publikumsinteresse sind aber auch viele Leute im Raum.
Aber die können natürlich nicht einfach so am Handy hängen. Es gibt schon jetzt bei gewissen Turnieren Metalldetektoren, ein Handy sollte eigentlich heute entdeckt werden.
Die beste Schweizer Schachspielerin
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Rund um die Posse zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und Hans Niemann war sogar von Analkugeln die Rede, welche mittels Vibration signalisieren sollen.
Das ist ziemlich ausser Kontrolle geraten, das war nie ein ernsthafter Vorwurf.
Wie einfach wäre es für Sie, zu betrügen?
Nicht einfach. An den Turnieren, bei welchen ich mitspiele, gibt es oft Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Um auf die Toilette zu gehen, braucht es manchmal eine Erlaubnis vom Schiedsrichter. Vor allem aber käme es für mich prinzipiell nicht in Frage.
Viele Schachmeister erlangten den Status von angesehenen Intellektuellen. Wie viel Ehrenkodex gibt es denn am Brett?
Je höher das Niveau, desto grösser auch der Ruf, den es als Betrüger zu verlieren gibt. Grundsätzlich muss man zwischen Partien online und «over the board», also am Brett, unterscheiden. Online ist der Anreiz zu betrügen viel grösser. Seit der Pandemie finden heute auch grosse und wichtige Partien vermehrt online statt, so wird auch online genauer hingeschaut.
Der verdächtigte Niemann gab unumwunden zu, als Jugendlicher bei Onlinepartien betrogen zu haben.
«OTB», also am Brett zu betrügen, wiegt in der Szene erheblich schwerer, es verlangt auch mehr kriminelle Energie. Wer im Gymnasium einmal abschreibt, wird auch nicht behandelt wie der, der seine Doktorarbeit fälscht. Allerdings war es in Niemanns Fall offenbar nicht einmalig.
Zuletzt sind diverse Statistiken aufgetaucht, wonach Niemanns Züge eine unnatürlich hohe Ähnlichkeit mit dem Computer-Ideal erreichen sollen.
Bei solchen Statistiken wäre ich vorsichtig. Die Berechnungen, die via Social Media verbreitet werden, sind häufig nicht besonders seriös.
Über 90 Prozent Übereinstimmung mit dem Computer erscheinen schon sehr unwahrscheinlich, wenn die besten Spieler offenbar sonst 70 Prozent erreichen.
Grundsätzlich sind die Abweichungen zum Computer grösser, je länger die Partien dauern. Zudem kann man ein deutlich besseres Urteil fällen, wenn man möglichst viele Partien eines Spielers untersuchen kann. Ein Informatik-Professor in den USA hat diese Abweichungen in Niemanns Fall ebenso untersucht und kam zu keiner Auffälligkeit.
Kann man Betrugsfälle überhaupt je abschliessend nachweisen?
Die wenigsten Betrugsfälle am Brett werden aufgedeckt. Solange man niemanden «in the act» erwischt, gibt es auch keine Sicherheit.
Carlsen sagte in seinem Statement, Niemanns Züge seien ihm «unnatürlich» erschienen.
Er meinte damit Züge, die einen an den Computer erinnern. Es gab 2016 den Fall des blinden Spielers Stein Bjørnsen, er wurde mit einem Bluetooth-Empfänger erwischt. Wer sich das Protokoll von damals anschaut, erkennt sofort, dass das maschinelle Züge waren.
Woran?
Sie sind zu sauber. Komplizierte Züge wurden zu schnell, einfache Züge zu langsam ausgeführt. Wenn es eine simple Option gab, hatte sich Bjørnsen für die kompliziertere entschieden, er verzettelte sich in komplizierten Abwicklungen, die ein Mensch nicht abschätzen kann, nur ein Computer. Die Bauchgefühle von grossen Spielern sind also nicht komplett irrelevant.
Niemann ist ein ungewöhnlicher Typ: steiler Aufstieg, unkonventioneller Stil. Was halten Sie von ihm?
Der steile Aufstieg kann schon Verdacht wecken. Im Alter von 18, 19 Jahren hat er einen gewaltigen Sprung erlebt. Aber in dieser Zeit hat er viele Turniere gespielt, und natürlich verbessert man sich in diesem Alter immer noch. Auch sonst ist er ein spezieller Typ. Er spricht abwertend über seine Gegner, wirkt arrogant, gibt schräge Interviews. Er hat nicht wirklich mit Sympathie gepunktet. Vielleicht ist er aber deswegen auch ein einfaches Opfer.
Auch Carlsen gilt nicht als der einfachste Typ – als er sich Anfang Monat bereits negativ gegen Niemann äusserte, wurde ihm kaum Glauben geschenkt. Einige sprachen von «Hexenjagd».
Nun, es gab schon deutlich verhaltensauffälligere Weltmeister als Carlsen. Er gilt als umgänglich und ziemlich normal. Aber nur weil einer den anderen beschuldigt, kann man noch keine Sperre aussprechen, es ist schon gut, dass es eine gewisse Beweislage braucht und nicht der Weltmeister entscheidet, wer mitspielen darf und wer nicht. Es ist nach wie vor heikel. Ich bin zwiegespalten. Wenn einerseits diverse Topspieler unabhängig voneinander das Gefühl haben, die Züge seien maschinell, so sagt das schon was. Andererseits kann man niemanden nur aus einem Bauchgefühl heraus sperren.
Warum stand Carlsen denn nicht früher hin und sagte: Ich bin überzeugt, dass er in diesem Spiel betrogen hat?
Das hat wohl rechtliche Gründe. Auch im aktuellen Statement ist er noch sehr vorsichtig.
«Das ist, als würde man einem Fussballer vorwerfen, zu dopen.»
Also ist vielleicht nie abschliessend zu beurteilen, ob Niemann gegen Carlsen betrogen hat?
Das ist vorstellbar. Es gab 2019 den Fall des Letten Igors Rausis. Es kursierte schon länger, dass er betrügen soll. Aber gesperrt wurde er erst, nachdem man ihn auf der Toilette mit dem Handy erwischt hatte. Und das auch nur, weil er über die WC-Wand hinweg fotografiert wurde.
Mit der ganzen Streaming-Szene auf Twitch und Youtube ist Schach populärer und öffentlicher geworden. Kommt jetzt deshalb mehr ans Licht?
Das denke ich nicht. Es ist einfach das erste Mal seit Langem, dass es eine Anschuldigung auf diesem Niveau gab. Hans Niemann ist erweiterte Weltspitze. Seit dem WM-Kampf zwischen Wladimir Kramnik und Wesselin Topalow gab es das nie mehr. Das ist, als würde man einem bekannten Fussballer vorwerfen, zu dopen.
Publiziert: 27.09.2022