BVM

Die Berner Vereinsmeisterschaft schaut auf eine lange Tradition zurück. Infos und Resultate finden sich auf der Website der Berner Schachvereinigung.

Berichte zur BVM

2. Runde: Bern - SK Zollikofen

Bern - Zollikofen 3:2 ( Volker Radt - Peter Schmid 1:0, Jörg Brauchli - Daniel Pittet 1:0, Ruedi Stadler - Pierre Fiechter 0.5:0.5, Luca Marbacher - Rolf Rubin 0:1, Luca D'Arcangelo - Andreas Zhand0.5:0.5)

SK Bern - Zollikofen 3:2 - ein dramatisches Spiel mit perfektem Ende - wenn mentale Stärke gewinnt.

Als ich mit 4 anderen SKB-Mitgliedern im Tessin war, erhielt ich ein Telefon vom Mannschaftsleiter des Schachklubs Zollikofen. Er bemängelte die Spielanlage im Atlantico - dort in der Kegelbahn. Ich verstand sein Anliegen und schlug sofort vor, dass unsere Heimspiel in Zollikofen ausgetragen werden könnte. Damit war der Präsident des Schachklubs Zollikofen, Albrecht Zürcher, einverstanden, das Thema erledigt und das Spiel entsprechend fixiert.

Am Spieltag erhielt ich knapp 10 Stunden vor Beginn per Mail eine Absage. Absagen kann es immer geben, wenn diese jedoch kurzfristig sind, dann ist es besser, wenn sie per Telefon erfolgen, denn mit einem Mail gibt es keine Garantie, ob der Adressat dies auch noch zu lesen bekommt. 8 Stunden vor dem Match sah ich es und reagierte sofort, indem ich Luca Marbacher anrief und ihn fragte, ob er kurzfristig einspringen könnte. Mich freute es sehr, als er sofort einwilligte und ein Stein fiel mir vom Herzen. Weil es oft sehr schwierig ist, kurzfristig Spieler aufzubieten, Forfait-Bretter sind für mich eh ein Tabu - von Spielen schreib ich schon gar nicht.

Das Team war wieder komplett - mein 7. Sinn versprach Gutes. Dies erst recht als Volker Radt als zweiter SKB Spieler am Spielort eintraf, denn er informierte mich zuvor, dass es für ihn knapp werden würde. Jetzt war er sogar eine Viertelstunde vor Beginn da. Der Spielort im Pfarreizentrum Zollikofen war vorbildlich eingerichtet. Ruedi Stadler kam als dritter. Eine Punktlandung schafften die beiden Luca's. Genau um halb 8 kamen sie zusammen. Ganz zufrieden war ich zwar mit dem nicht, weil ich schätze, wenn Spieler vorher erscheinen. Damit kann man sich nicht nur richtig begrüssen - sondern allenfalls noch einige Inputs anbringen. In Mannschaftssportereignissen und auch sonst bin ich mit dem Alter ein Pünktlichkeit-Bünzli geworden. Grundsätzlich ist es eben auch gut, wenn es eine Akklimatisation gibt. In Mount Everest Expeditionen sind sie lebenswichtig - im Schach förderlich. Es braucht eine Zeit, um anzukommen und auf den Schachmodus zu wechseln. Die ist individuell und trotzdem gibt es sie, wenn gut gespielt werden möchte. Das wollen wir ja. Selbstverständlich sagte ich dies den beiden Jungen nicht vor dem Spiel, denn stets wichtig ist, dass good Vibes da sind. Das ist nach Training, Erfahrung und Vorbereitung das Wichtigste an einem Sportwettkampf. Das sorgt für mentale Stärke und damit gewinnt man.

Die beiden Luca’s zeigten, dass auch ohne grosse Akklimatisation hervorragend eröffnet werden konnte. Sie standen prächtig. Bei Luca Marbacher sah ich sogar eine Position, bei der ich bereits einen Punkt für uns innerlich verbucht habe. Er ging kompromisslos auf die gegnerische Stellung los. Seine Dame war so was von scharf auf den König, dass dies ein klares Zeichen war. Im Leben wäre diese gesuchte Nähe eine unverkennbare, direkte Liebesbekundung.

Ich spielte gegen den klar jüngsten Spieler von Zollikofen. Einen sympathisch, hochmotivierten Spieler, der nachträglich mir anvertraute, einen Trainer zu haben. Ich dachte, dass die Zugfolge 1. e4 e6 2. f4 d5 eine Art Französisch sei. Ruedi Stadler korrigierte mich nach dem Match. Aber wie diese Eröffnung heisst, weiss ich schon nicht mehr. Ich glaubte also in einem Franzosen zu sein - und das war für mich wichtig, denn da fühl ich mich wohl. Sich in einer Stellung wohl fühlen, ist nebst der mentalen Stärke zentral. Damit fördert das Hirn positive Impulse und Gedanken und die hatte ich. Als er mir im 10. Zug ein Tempo gab, brachte er sich ins Ungemach, denn seine Stellung lag damit brach. Zu diesem Zeitpunkt war die Stellung von Ruedi Stadler, der gegen einen ihm sehr bekannten Gegner (Pierre Fiechter) antrat, ausgeglichen. Volker Radt, unser Leader am 1. Brett, spielte mit Weiss gegen den stärksten Zollikofer und befand sich in einer Vorbereitung des Gegners. Die Stellung sah ausgeglichen aus, war aber sehr tückisch.

Bei mir wurden einige Figuren getauscht und zwar so, dass ich dem Gegner einerseits eine schwache Bauernstruktur anbrachte und andererseits immer noch Entwicklungsvorsprung hatte. Bei diesem Zeitpunkt kam die Hiobsbotschaft von Luca Marbacher. Er verlor ziemlich unnötig, weil er die Zeit zu wenig nutzte und in einer Kombination sich verrannte. Den Liebesbemühungen seiner Dame wurde damit ein Riegel geschoben.

Nun wusste ich, dass ich einen Punkt liefern muss, damit das Teamgefüge wieder ok ist. Ich massierte die gegnerische Stellung und insbesondere die schwachen Bauern dermassen, dass ein Bauer gewonnen wurde und meine Figuren optimale Aktivität erhielten. Mein Druck wurde grösser. Dem war mein Gegner nicht gewachsen. Er spielte einen schwachen Zug mit seinem h Bauer, was mir noch mehr Perspektiven verlieh. Meine Figuren drangen in die weisse Stellung und mit dem g Bauer schaffte ich eine Position, die weiteren Materialgewinn versprach. Die gegnerischen Bauernverstösse auf der Damenseite kamen zu spät. Ich gewann einen weiteren Bauern und sogar eine Figur. Im 33. Zug stand der Zollikofer einzügig vor dem Matt. Mit der Hergabe des Turms hätte er es verhindern können. Er gab folgerichtig lieber auf.

Damit war vorderhand der Ausgleich geschafft. Volker war in der Zwischenzeit arg in Zeitnot. Er stand gedrängt, hatte aber einen Mehrbauern. Trotzdem übten die gegnerischen Leichtfiguren massiven Druck aus. Ruedi kam zu mir. Er erhielt ein Remisangebot.

Ich schaute zu Luca D’Arcangelo's Stellung. Sie sah vielversprechend aus. Da war von ihm ein Freibauer unterwegs, der dem Gegner arg zu schaffen machte. Das sah sehr gut für Luca aus. Ich dachte sogar, dass dieser Freibauer die Entscheidung bringen würde und gab Ruedi grünes Licht, um das Remis anzunehmen. Was postwendend erfolgte.

Fast gleichzeitig gab Luca II gar grosszügig einen Bauern her. Mir wurde es ein bisschen unwohl. Zum Glück behielt er die viel aktiveren Türme und brachte beide auf die 7. Reihe, was dem schwarzen König allwä nicht wirklich gefiel. Und jetzt kommt noch der Teil der Regelecke: Remis bietet man an, indem ein Zug ausgeführt und die Zeit gedrückt wird. Erst dann erfolgt das Remisangebot. Das war Luca nicht so geläufig. Denn er war am Zug - und brachte das Remisangebot an. Das sorgte ein bisschen für Verwirrung. Schliesslich einigten sich die beiden auf Remis. Es stand 2:2

Volker hatte noch ca. 2 Min. sein Gegner über eine Viertelstunde. Ich gab ihm zu verstehen, dass es ok ist, wenn er remisiert. Damit versuchte ich ihm Druck zu nehmen. Unser Leader, der Tausendsassa Volker, zeigte mentale Stärke, gab den Bauern zurück, damit er seine Figuren besser positionieren und koordinieren konnte. Bei diesen Zügen war Volker ständig im Blitzmodus. Sein Gegner brauchte viel mehr Zeit und kam selbst in Zeit Schwierigkeiten. Im Raum war es wie auf einem Friedhof - totenstille. Die beiden Spieler angespannt. Wir Zuschauer waren irgendwie auch in einem speziellen Modus. Mir kam es vor, als ob ich vor einer gefährlichen Schlange stehe - ich traute mich kaum zu atmen - geredet wurde eh nichts mehr. Eine Riesenspannung schwebte über dem Brett und im Raum. Volker war in dieser Partie aber schon viel angespannter. Der Blitzkönig war in seinem Element. Dafür erhielt sein Gegner eine gefährliche Hautfärbung - als ob in einem Sonnenstudio gespielt würde. Es kam zu einem Doppelturmendspiel mit je 3 Bauern. Aber Volker hatte den beweglicheren König und seine Türme standen besser und vor allem flexibler. Und das nutzte er gekonnt aus. Auch wenn ständig der Verlust durch Zeit drohte. Diese Stellung mit diesen Bedingungen wäre nichts gewesen für mich. Volker spielte starke Züge und gewann einen wichtigen Bauern, der wiederum dafür sorgte, dass es für Volker einen Freibauern gab - das alles in höchster Zeitnot. Das ist nichts für schwache Nerven - aber für Volker! Diesen Vorteil liess er sich nicht mehr nehmen und er führte seine Züge zum sicheren Sieg. Volker war damit für uns der Held des Abends - seine Partie ein Paradebeispiel für mentale Stärke und Blitzfähigkeiten. Einfach grosses Kino!

In diesem Match war alles drin, was ein Match spannend - ja sogar kultig macht. Das war eine tolle Mannschaftsleistung mit einem Meister, der alles überragte. "Volker the only one"! Ein grosses Dankeschön allen Spielern - so macht Schach Spass! So ist Schach ein veritables Erlebnis, das nicht so schnell vergessen geht! jb

Der SKB qualifizierst sich für die Finalrunde

Der SKB hat sich mit zwei Siegen und zwei Unentschieden für die Finalrunde am 17.2.2020 der Berner Vereinsmeisterschaft qualifiziert. Dort trifft unser Team auf Schwarz – Weiss Bern und Zollikofen. Gegen das ebenfalls qualifizierten ASV Gurten I zählt das Resultat aus der Vorrunde (2,5:2,5).

Schöne Überraschung zum Abschluss der BVM

Die BVM ist mit einer schönen Überraschung zu Ende gegangen. SK Bern platziert sich auf dem hervorragenden 2. Rang hinter Schwarz-Weiss.

Dank dem Sieg gegen den Mitfavoriten Köniz-Bubenberg in der letzten entscheidenden Runde, konnten wir Gurten mit einem hauchdünnen halben Einzelpunkt auf den 3. Platz verweisen. Der sensationelle Sieg von Albert (ELO 1685) gegen Sandor Kaszas (ELO 2108),ein ELO Unterschied von 423, zeigt einmal mehr, dass im Schach alles möglich ist. Herzliche Gratulation.

Rangliste:

1. Schwarz-Weiss 4 Mannschaftspunkte/10 EinzelpunktE

2. Bern 3/6.5

3. Gurten 3/6

4. Köniz-Bubenberg 2/7.5

Zu diesem Erfolg haben beigetragen:

Albert 4 Pkt./ 5 Spiele

Benedikt 2/4

David 5/7

Nguyen 0/1

Oli 1/1

Robin 2/5

Ruedi 3,5/6

Vinzenz 1/2

Volker 1/1

Ich danke allen für das Mitmachen. Der gute Team-Geist hat mich sehr gefreut.

Ruedi Stadler

SKB qualifiziert sich mit vier Siegen und einem Unentschieden für die Finalrunde

In der abgeschlossenen Vorrunde der Bernischen Vereinsmeisterschaft hat unser Schachklub gegen Bantiger II und Köniz-Wabern mit 3:2 und gegen Zollikofen und Köniz-Bubenberg II mit 3 ½ zu 1 ½ gewonnen.

Gegen den ASV Gurten I resultierte ein 2 ½: 2 ½ Unentschieden.

Mit vier Siegen und einem Unentschieden hat sich unser Klub für die Finalrunde qualifiziert. Dabei trifft er auf Schwarz-Weiss Bern und Köniz-Bubenberg I. Das Unentschieden gegen den ASV Gurten I aus der Vorrunde wird für die Finalrunde gewertet, wodurch eine dritte Partie entfällt.

Erfolgreichster Punktelieferant war David Schaffner, der sämtliche fünf Partien der Vorrunde gewann.