Berichte

Hier finden Sie Matchberichte zur laufenden Meisterschaft (SMM oder SGM).

Die SJMM-Berichte sind unter der Rubrik Jugend/SJMM

Berichte zu vergangenen Saisons sind auf Unterseiten zu finden.

Laufende Meisterschaft: SGM 2023

Dritte Runde, 23.01.23

Montreux 1 - Bern 1 0.5:5.5 (Petit - Dijkstra 0-1, Ulmann - Schaffner 0-1, Jaquier - Monteforte ½-½, Rose - Wasserfallen 0-1, Dupuis - Sobari 0-1, Claude - Rösler 0-1)


Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt gegen Neuchâtel spielten wir in der zweiten Runde auswärts gegen Montreux. In Ermangelung eines eigenen Spiellokals wurde die Begegnung in Lausanne ausgetragen. Verstärkt wurde unser Team entsprechend vom EPFL Studenten Béné, der in Lausanne dazu stiess. Unsere Gegner hatten bereits in den ersten zwei Runden klar schwächere Teams aufgestellt, weshalb die Devise klar war: Wir wollten gewinnen, und zwar hoch. Im Schnitt wiesen die Berner ca. 200 Elo mehr auf, und entsprechend verlief auch der Nachmittag. An den Brettern 4 und 6 setzten Linus und Béné ihre Gegner mit einem schönen Königsangriff Matt. Auch David, Hidde und Robin konnten ihre Partien siegreich gestalten, ohne dass sie dabei ernsthaft in Bedrängnis geraten wären. Lediglich Klaus musste sich an Brett 3 mit einem Remis begnügen. Doch mit einem Ergebnis von 5.5 zu 0.5 wurde der Soll natürlich dennoch mehr als erfüllt und nach 2 Begegnungen und 2 Siegen kann Bern 1 der Zukunft frohen Mutes entgegen schauen. Als nächstes wartet mit Fribourg das wohl stärkste Team der Liga auf das Fanionteam. (Robin Sobari)


Bern 2 - Trubschachen 1 3.5:1.5 (Djuro Grbesic - Angelik Lazar 0-1, Arshavir Musaelyan - Stefan Thuner ½-½, Fabian Pellicoro - Heinz Müller 1-0, Albert Schmid - Glen Haussener 1-0, Diego Avaria - Rafael Blaser 1-0)

Kämpferisch zurück auf die Siegerstrasse

Nach unserer Niederlage in Runde 2, standen wir in der 3. Runde bereits unter Druck. In einem sehr engen Feld standen wir mit 2 Mannschaftspunkten nur auf Platz 5.

Trotz abermals Ausfällen, konnten wir am Ende ein sehr starkes Team ins Heimspiel gegen Trubschachen schicken.

Die Spiele blieben lange unklar. Als erstes schien die Partie für Djuro gelaufen. Er landete schon früh in einem Turmendspiel mit Bauer weniger, welches er leider nicht mehr ins Remis drehen konnte. Ein schlechter Einstieg für uns!

Danach gewannen jedoch Albert und Fabian einen Bauern, womit sich das Momentum zu unseren Gunsten gedreht hatte. Albert konnte nach einige Zeit diesen Vorteil verwehrten. Sein Gegner gab nach einer gewinnbringenden Taktik auf. Auch Fabian konnte seinen Mehrbauern, welchen er kurz nach einem Remisangebot des Gegners erlangt hatte, verwehrten. Somit führten wir 2-1. Diego war in einem trügerischen Damenenspiel gefangen und Arshavirs Stellung schien verloren. Der Gegner hatte doch eine ganze Figur mehr. Somit scheinen die Zeichen auf Unentschieden. Also lehnte auch Diego ein Remisangebot seines Gegners ab und spielte auf Sieg. Tief in der zweiten Zweitperiode konnte Diego das Damenenspiel gewinnen und der Sieg war gesichert. Zu aller Überraschung konnte Arshavir seine über Stunden verloren geglaubte Stellung noch remisieren.

Somit schlagen wir Trubschachen I kämpferisch 3.5-1.5 und sind somit wieder auf Kurs. (Fabian Pellicoro)


Bern 3 - Mett-Madretsch 2:2 (Luca D'Arcangelo - Pierre Senn 1-0, Tobian Habegger - Matthias Gallus 0-1, Luca Marbacher - Peter Studer ½-½, Tobias Habegger 1-0, Roland Spalinger - Armin Wip f½-½ )


In der dritten Runde war Mett Madretsch bei uns zu Gast.

Am ersten Brett bewies Luca D’Arcangelo einmal mehr, was für ein sicherer Wert er ist. Er manövrierte im Mittelspiel geschickter als sein Gegner, Pierre Senn, gewann einen Bauer und konnte einen Freibauer bis tief an die gegnerische Grundlinie bringen. Nachdem sein Gegner die Qualität opfern musste, zeigte sich die Stärke des Turms gegenüber dem behäbigen Springer im Endspiel. Souveräner Punkt.

An Brett zwei musste Tobias Habegger mit den schwarzen Figuren gegen den nominell stärksten Gegner, Matthias Gallus, antreten. Nach der Eröffnung resultierte eine ausgeglichene Position. Danach forcierte es Tobias etwas zu stark auf dem Damenflügel und wie so oft war es nicht der erste Fehler, sondern drei Ungenauigkeiten in Serie, die dem Gegner zuerst den Gewinn eines Bauern und anschliessend eines zweiten ermöglichte. Darauf warf Tobias noch mal alles nach vorne und versuchte mit einem Springeropfer einen Angriff zu kreieren. Leider war zu wenig Feuerkraft auf dem Brett und Tobias musste das Handtuch werfen.

Am dritten Brett spielte Luca Marbacher gegen Jonas Studer eine ausgeglichene Partie. Nach 19 Zügen hatten beide genug und sie einigten sich auf ein friedliches Remis. Da am vierten Brett Roland Spalinger ebenfalls remisierte, trennten sich die beiden Teams 2-2 unentschieden. (Jonas Mosimann)


Bern 6 - Murten 3:1 (Gil 1-0 Hofer; Tedone-Pantillon 0-1; Braun-Schweizer 1-0; Ly-Grüter Schmid 1-0)

Ein Sprung, der die Sterne berührt

Es gibt Alles-oder-Nichts-Momente, in denen man sich in wenigen Augenblicken beweisen muss. Nicht nur für Menschen, sondern auch für Superhelden.

Für die Superhelden von Bern 6 war dieser Moment das heutige entscheidende Spiel gegen Murten. Die Mannschaft stand zusammen mit uns und Wabern an der Tabellenspitze, und wir wussten, wie wichtig dieses Ergebnis war.

Eine Niederlage hätte in jedem Fall eine gute Platzierung bedeutet, wir hätten alle Ausreden gehabt. Jung, unerfahren, mit anderen Dingen beschäftigt, nicht fit, ...

Aber das spielte für uns keine Rolle, denn wir Superhelden spielen zum Spaß. Und wenn man Spaß hat, geht man auf Hochtouren.

Am Brett 3 demonstrierte Anton diese Mentalität in Perfektion. Ganz im Sinne des Teamgeistes griff er mit seiner Lieblingseröffnung an und setzte die schwarze Stellung vom ersten Zug an unter Druck. Ich kann mir nur vorstellen, was der Gegner erlebte: eine Figur, dann zwei, dann drei, die wie Wölfe aus dem weißen Wald auftauchten und sich hungrig dem armen gegnerischen König zuwandten. Obwohl es in der Stellung keine unmittelbare Taktik gab, wurde der Mut von Robbes Gegner, sich von einem Rudel wilder Tiere umzingelt zu sehen, übermächtig, und er zog den Springer und setzte einen wichtigen Bauern mit Schach.

Zusammen mit diesem Bauern bröckelte die schwarze Stellung langsam aber sicher. Anton ließ die Figuren weiterhin meisterhaft tanzen, und sein Gegner musste Drohungen abwehren, indem er Material opferte oder seine Figuren in extrem passive Stellungen brachte.

Das Finale war eine Klasse für sich: Der Gegner, der verzweifelt versuchte, seinen König zu verteidigen, zog seinen Springer zurück und blockierte so die letzte freie Flanke des Königs.

Aber mit dem folgenden Zug demonstrierte Anton das Problem der übermäßigen Nähe besser als jede Pandemie der letzten Jahrhunderte, indem er den Springer zog und seinem Gegner ein Stickmatt gab.

Cong an Schachbrett 4 war bei seinem Debüt unerschrocken und zeigte, dass es bei einem Superhelden nicht darum geht, ein Experte zu sein, sondern Spaß zu haben und in jeder Situation sein Bestes zu geben, obwohl es seine erste Partie war.

Vor der Partie fragte er mich nach einigen theoretischen Linien, um mit Schwarz gegen einige Eröffnungen zu spielen, aber nach ein paar Zügen war mir sofort klar, dass Cong meine Erklärungen nicht brauchte, um die Partie zu gewinnen.

Der Gegner spielte tatsächlich nicht nach der Linie, die ich dem Kong gezeigt hatte, aber er war in der Lage, seine Eröffnung perfekt zu jonglieren und alle Figuren in einer natürlichen Stellung zu entwickeln.

Die Bewegungen sprechen manchmal lauter als seine Worte, und mit diesen Bewegungen konnte "the Quiet one" seine Meinung sagen, ohne den Mund zu öffnen (was für den anderen während des Kampfes nicht respektvoll gewesen wäre)

Cong gelang es dann, einen gewissen Stellungsvorteil zu erlangen, den er dann in einen materiellen Vorteil umwandelte, mit dem er seinen armen Gegner langsam überwältigte und den vollen Sieg nach Hause brachte.

Mit zwei Punkten in der Tasche schien es nun bergab zu gehen.

Auf meinem Schachbrett ging es nicht nur bergab, sondern meine Stellung war in einem ruinösen Zustand. Mein Gegner überraschte mich mit der Dunst-Eröffnung, mit der ich nicht vertraut war. Leider tappte ich in die Falle meines Gegners und schloss das Zentrum, indem ich die kritische Linie spielte, die er sicherlich besser kannte als ich.

Nach ein paar Zügen wurde mir klar, dass etwas nicht stimmte.

Alle Figuren meines Gegners zeigten in Richtung meiner Königsseite, während meine unbeholfen und unkoordiniert wirkten. Aber es war noch nichts passiert. Allerdings musste ich sehr genau sein, eine verlorene Spielzeit hätte mich teuer zu stehen kommen können.

Und es war einer verlorenen Spielzeit meinerseits zu verdanken, dass mein Gegner einen Angriff starten konnte, der meine Stellung wie ein Kartenhaus zum Einsturz brachte und einen Bauern und eine Qualität gewann.

Ich hätte sofort aufgeben können, und einen Moment lang war ich versucht, dies zu tun. Aber dann erinnerte ich mich daran, dass ich der Kapitän der Mannschaft war und dass alle noch spielten. Ob das Schiff nun schwimmt oder untergeht, ich werde der Letzte sein, der es verlässt.

"exg6, fxg6..." die Stellung ist jetzt hoffnungslos, ich weiß nicht, warum ich noch da bin und Figuren umherschiebe. Doch plötzlich lächelt mich Anton an und sagt mir, dass er gewonnen hat. Das gibt mir die Kraft, weiter zu spielen.

"....Dc6, Tf1, Tf8..." Ich suche verzweifelt die Blicke meiner Jungs.

Oscars Position spricht für sich selbst. Mit Weiß spielte er eine sehr positionelle Eröffnung und kontrollierte praktisch ungestört das Zentrum. Seine Pferde tanzen herum und drängen die gegnerischen Figuren zurück, so dass unser Weiser mit seinen Manövern immer mehr Raum und immer wichtigere Häuser gewinnen kann. Der Gegner versucht verzweifelt, Spiel am Damenflügel zu schaffen, aber Oscar lässt dies nicht zu, vereitelt seinen Angriff und setzt seinen langsamen, aber unaufhaltsamen Vormarsch fort.

"...De3+, Kh8, Ld6..." sogar Cong lächelt mich an, wir liegen 2-0 vorne.

Ich bin erleichtert, das Verlieren ist jetzt nicht mehr so wichtig. Aber neben mir wird noch gekämpft, und ich kann jetzt nicht aufgeben.

"...g3, dd2..." Ich drehe mich um. Oscar hat eine Bauerngabel. Ich sehe es und lächle.

Durch den Tausch eines gegnerischen Pferdes, das sich zurückgezogen hatte, hat Oscar gerade die gegnerischen Linien durchbrochen und die Bauern in die gegnerische Stellung gebracht. Nichts kann diesen Vormarsch aufhalten. Sein Gegner ist dem Untergang geweiht, und er überlegt, wie er eine unhaltbare Bedrohung retten kann.

Wie Rocky in dem berühmten Film gegen einen unschlagbaren Ivan Drago denke ich mir "noch ein Zug, noch eine Runde!"

"Dh3+..." Oscars Gegner grübelt noch.

"Rg5..." Ich schaue meinem Gegner in die Augen und mache mich auf den Schlag gefasst.

"Dh3#" Ich halte meine Uhr an, besiegt, und in diesem Moment klopft mir Oscar auf die Schulter. Sein Gegner hat in diesen exakten Moment aufgegeben.

Wir haben gewonnen, und unser Märchen geht weiter. Wir haben einen der stärksten Klubs der Liga besiegt und ein klares Zeichen gesetzt. Die Frage ist nicht mehr, wohin wir gehen können, sondern wohin wir gehen wollen.

Es ist die traurigste Niederlage, es ist der glücklichste Sieg. (Francesco Tedone)


Bümpliz 3 - Bern 7 3:1 (Dominic Bucher - Ernst Wüst 1-0, Ivo Siegenthaler - Emil Tüscher 1 - 0, Werner Troller - Ernst Frischknecht, Arnold Egli - Ruth Engler 1-0 )


Bern 7 hatte, wie schon in der letzten Runde, für zwei Spieler Ersatz zu suchen. Unser findiger Präsident konnte Ruth und Emil von ASV Gurten für ein Gastspiel gewinnen. Beiden danke ich herzlich für ihre Bereitschaft zum Einspringen, Besonders gefreut hat mich die Teilnahme einer Schachspielerin, was in meiner Karriere als Mannschaftsleiter leider noch nie vorgekommen ist. Um auf meinen letzten Matchbericht zurückzukommen, so muss ich mich nachträglich für die verwendeten männlichen Formen entschuldigen. Es gibt natürlich auch fiktive Schachspielerinnen! Sie heissen Miss Abnether, Anna Comnena, Sienna Brooks, Margot Dennison, Mary Rainbow oder Catherine Velis.

Bei Ruth, einer erfahrenen Spielerin, die unter anderem auch an Länderkämpfen im Blindenschach teilgenommen hat, ergab sich ein Vierspringerspiel mit einer komplizierten Stellung, die lange ausgeglichen war. Ein Angriff am Königsflügel aber öffnete schliesslich die g-Linie, was den König vor unlösbare Verteidigungsprobleme stellte. Emil spielte gut und verteidigte sich tapfer, konnte aber im Endspiel nach dem Verlust der Qualität mit Turm und Springer gegen zwei Türme eine Niederlage nicht mehr vermeiden. Besser lief es mir am dritten Brett. Nachdem mir mein Gegner im 10. Zug einen Läufer geschenkt hatte, erinnerte ich mich an Partien, in bei denen ein Figurengewinn nicht zum Sieg ausgereicht hatte, und spielte entsprechend vorsichtig. Nach 50 Zügen aber ergab sich schliesslich das erwartete Resultat. Ernst Wüst stiess auf einen starken Junior, der ihn in einer langen Partie nie in Vorteil kommen liess. Nach zwei Stunden standen neben Bauern auf beiden Seiten noch zwei Türme und je ein Springer und ein Läufer auf dem Brett. Dann verabschiedeten sich auch die Türme, und ein weiterer, für Ernst unvorteilhafter Abtausch führte zu einem Endspiel mit je fünf Bauern, in dem aber der weisse Springer dem schwarzen Läufer überlegen war. (Ernst Frischknecht)

Zweite Runde, 07.01.23

Bern 1 - Neuchatel 1 1 3.5:1.5 (Arsenie - Sadeghi 1-0, Schaffner - Hauser ½-½, Dijkstra - Pinson 0-1, Musaelyan - Abbet 1-0, Rösler - Abbou-Allam 0-1, Sobari - Galerne 1-0)


Nachdem wir in der ersten Runde spielfrei hatten, begann unsere Saison in der zweiten Runde mit einem Heimspiel gegen Neuchâtel 1. Dabei waren die Gäste aus der Romandie Elo-mässig klar favorisiert, wiesen sie doch an vier von 6 Brettern zum Teil deutlich mehr Elo auf. Zu Beginn schien die Begegnung auch entsprechend diesen Verlauf zu nehmen. Sowohl Hidde (Brett 3) und Linus (Brett 5) mussten sich mit Weiss ihren etwas stärker einzustufenden Gegnern geschlagen geben. Da an den anderen Brettern die Partien noch unklar waren, war die Vorentscheidung allerdings noch lange nicht gefallen. David remisierte an Brett 2 und Arshavir konnte sich auf Brett 4 in einer sehenswerten Partie durchsetzen. Somit stand es 2.5 zu 1.5 für Neuchâtel. Am letzten Brett war der Teamleiter als einziger Berner klar favorisiert, was ihn dazu veranlasste, in einer in etwa ausgeglichnen Stellung das Remis auszuschlagen und mit einem etwas spekulativen Opfer voll auf Angriff zu spielen. Mit bestem Spiel hätte sein Gegner das Mehrmaterial konsolidieren können, griff allerdings in Zeitnot mehrmals fehl und musste schliesslich vor dem 40. Zug die Segel streichen. Somit hing der Ausgang der Begegnung von der Partie auf Brett 1 statt, wo zum ersten Mal Marc zum Zug kam. Dieser bekam es mit dem fast 200 Elo mehr aufweisenden Hassan Sadeghi zu tun. Marc liess sich allerdings keineswegs einschüchtern und spielte eine beeindruckende Partie. Er konnte einen Bauer gewinnen und baute diesen Vorteil sukzessive aus, eher nach fast 5 Stunden sein Gegner in aussichtsloser Position aufgab. Somit setzten wir uns in der ersten Runde mit 3.5 zu 2.5 durch und machten deutlich, dass wir nicht gegen den Abstieg spielen wollen, sondern uns gegen Vorne orientieren werden. (Robin Sobari)


Solothurn 2 - Bern 3 2.5:1.5 (Thomas Ackermann - Jonas Mosimann 0-1, Peter Thomi - Ivan Wissler ½-½, Fabio Canonica - Tobias Habegger 1-0, Kees Stroo - Roland Spalinger 1-0)

In der zweiten Runde reisten wir ans Auswärtsspiel ins schmucke Solothurn. Etwas knapp in der Zeit entschieden wir uns kurzfristig am Bahnhof ein Taxi zu nehmen, um keine Minute zu spät zu kommen. Diese Höflichkeit sollte uns am heutigen Tag noch zum Verhängnis werden…


Am ersten Brett spielte ich (Jonas Mosimann) mit den schwarzen Figuren gegen Thomas Ackermann. Nach anfänglichem Abtasten in der Englischen Eröffnung, versuchte ich erste Ungenauigkeiten meines Gegners auszunutzen und den isolierten Bauer zu attackieren. Schnell entstand eine taktisch komplexe Stellung mit einem Figurensalat im Zentrum des Bretts. Auf Kosten eines Bauern konnte mein Gegner meinen Springer an meine Dame fesseln und die Leichtfigur schien bereits verloren. Etwas verzweifelt mobilisierte ich alle restlichen Ressourcen am Königsflügel zum Gegenspiel. Bald war sein König entblösst, die Linien offen und meine Figuren zu schnell beim schutzlosen König, der keine freien Felder mehr fand.


Am zweiten Brett spielte Ivan Wissler mit den weissen Figuren gegen Peter Thomi. Auf dem Papier der stärkste Solothurner Spieler am heutigen Nachmittag. Ivan hatte in der Eröffnung Schwierigkeiten den geeigneten Platz für seinen Läufer zu finden. Der Tempoverlust seines Läufertanzes erwiderte sein Gegner aber freundlicherweise seinerseits mit einem Damentanz. Nachdem die Dame endlich den Weg bis vor Ivans König gefunden hatte, wurde sie sogleich abgetauscht und mit ihr ging auch der schwarze Vorteil vom Brett. Mit dem Läuferpaar konnte sich plötzlich sogar Ivan Chancen auf den Sieg ausrechnen. Eine Fesselung im Endspiel brachte seinen Gegner jedoch wieder ins Spiel und die Kontrahenten einigten sich schlussendlich auf ein friedliches Remis. Ein super Resultat für den noch ungewerteten Ivan!


Am dritten Brett spielte Tobias Habegger gegen Fabian Canonica. Tobias erspielte sich im Mittelspiel einen immer grösseren Vorteil und lancierte einen Angriff auf dem Königsflügel. Alles aufgesetzt, alles angerichtet, alles vorbereitet, verpasste er leider die entscheidende Taktik. Mit einem Turmopfer in Zug 23 hätte sich sein Gegner zwischen seiner Dame und seinem König entschieden müssen. Leider blieb der brillante Zug unentdeckt. Trotzdem resultierte ein Endspiel mit einem Mehrbauer für Tobias, das er aber leider noch verlor.


Somit stand es 1.5 - 1.5 und die Partie an Brett vier musste entscheiden. Roland Spalinger spielte für uns gegen die schwarzen Figuren von Kees Stroo. Das Spiel gestaltete sich ausgeglichen. Roland versuchte mit seiner Offensive am Königsflügel seinen Gegner in Verlegenheit zu bringen. Was tatsächlich gelang. Sein Gegner glaubte eine Fesselung übersehen zu haben und eine Figur eingestellt zu haben, worauf er die Hand zur Aufgabe ausstreckte. Roland wies ihn jedoch darauf hin, dass seine Figur doch gar nicht verloren sei und sie spielten weiter. Leider ging die Partie danach für Roland und somit das Match für den SKB verloren


Es war wiedermal ein lehrreicher Nachmittag für uns. Fesselungen aller Art und die fehlende Kaltschnäuzigkeit haben heute den Unterschied gemacht.

(Jonas Mosimann)


Thun 2 - Bern 4 2.5:1.5 (Daniel Wenger - Marcel Gyger 0-1, Heinz Ryser - Milo Alberti 1 - 0 ff, Roland Enderli - Dario Hilpertshauser 1 - 0, René Finger - Thomas Schlegel 0.5 - 0.5)

Wir starten mit einem Handicap: Milo meinte, wir spielen zu Hause - bis er das merkte, war es zu spät, um noch nach Thun zu fahren. Schade, das versuchen wir nächstes Mal zu verbessern!

An Brett 1 gibt Marcel nach jahrelanger Pause sein Comeback in der SGM. Eröffnungstheorie war noch nie seine Stärke, darum meinte sein Gegner nach zehn Zügen, Marcel sei wohl recht schwach. Dann waren beide aus der Theorie und es ging darum, einfach Schach zu spielen. Hier zeigt Marcel, dass er das nicht verlernt hat. Er nimmt dem Gegner eine Qualität ab (obschon er Gegenspiel befürchtet) und baut diesen Vorteil kontinuierlich aus, bis die Partie gewonnen ist.

Brett 2 geht forfait an Thun. Kurz vor Rundenbeginn starteten wir das Rätsel, ob wir die Aufstellung noch ändern müssen, damit das Forfait am letzten Brett ist. Niemand im Raum weiss es, niemand hat Lust, nachzulesen und Thun ist einverstanden, die Aufstellung so zu belassen.

Dario an Brett 3 muss gegen die Windmühlen des Londoner Systems anwirbeln. Typischerweise verschafft sich lange niemand einen Vorteil. Das Spiel wird dann entschieden, weil Dario ein Mattmotiv von Weiss übersieht. Die Partie endet sehr plötzlich - schade für die Guten Züge davor!

Thoemel an Brett 4 kriegt es mit René Finger zu tun. Dieser macht schon vor der Partie Druck, indem er verkündet, dass er vor wenigen Jahren Igor geschlagen hat. Thoemel hat schon mächtig zu tun, seine Hose rein zu halten! Schwarz eröffnet sizilianisch, Weiss will ins Smith-Morra Gambit, was Schwarz aber ablehnt. Beide Seiten sind sich nicht so sicher über die Theorie (es ist Thoemels erste Langzeit-Partie mit dieser Eröffnung). Schwarz tauscht nach elf Zügen die Damen und bietet im 17. Zug ein Remis an. Thoemel hat zwar keinen Plan, wie die Partie zu gewinnen sei, doch Remis kommt nicht infrage, weil Brett 3 zu diesem Zeitpunkt schon verloren ist. Beide Partien haben noch etwa eine halbe Stunde auf der Uhr und beide kommen mächtig in Zeitnot. In Zug 37 stösst Thoemel verfrüht am Königsflügel vor und vereinfacht die Stellung derart, dass ein Durchkommen nicht mehr möglich ist. Mit grossem Kampfgeist und kleinem Endspielwissen versucht er noch eine Stunde und zwanzig Züge weiter, die schwarze Festung zu brechen. Auf das Remis-Angebot im 61. Zug meint René, er hätte bald erwähnt, dass er das Skirennen am Sonntag dann schon anschauen möchte...

Mich persönlich freut am meisten, dass Marcel Gyger sein Comeback mit einem Vollerfolg krönen konnte! (Thomas Schlegel)

Fribourg 2 - Bern 6 0:4 (Francesc Oro - Francesco Tedone; Enes Kaya - Anton Braun 0-1; Nikolai Andrist - Simon Caduff 0-1; Côme Grandjean - Noel Rüttimann 0-1)


Erfolgreiches Auswärtsspiel

Nach einer hervorragenden Leistung in der letzten Runde waren die Six of Bern bereit für ihr erstes

richtiges Auswärtsspiel auf französischsprachigem Land in Fribourg.

Wir wussten, dass es sich bei den Gegnern um junge Schüler handeln würde, aber wir haben sie nicht im Geringsten unterschätzt. Denn wenn uns das Schachspiel etwas gelehrt hat, dann, dass das Alter nicht zählt, und dass auch ein scheinbar unerfahrener Jugendlicher voller Überraschungen und Gefahren stecken kann.

Die Robbe, am 2. Brett, war sich dessen bewusst, reagierte aber, indem sie den Einsatz steigerte und er spielte ab dem 7. Zug aggressiv und erlaubte seinem Gegner, seine Bauern zu verdoppeln, um eine offene Spalte und Initiative mit dem Läuferpaar zu gewinnen. Einige Züge später stand der Gegner mit einem isolierten Bauern. Als ich die Partie mit ihm analysierte, sagte ich ihm, dass ich einen positionellen Zug mit dem Springer spielen würde, um den positionellen Vorteil zu konsolidieren und den Gegner zu zwingen, einen Bauern zu verlieren oder ihn mit unüberlegten Zügen zu verteidigen.

Stattdessen drängte Anton den Springer in den Angriff, ohne etwas zu bedrohen, aber mit starkem Druck auf die gegnerische Stellung. Es ist schön zu sehen, wie vor denselben Problem zu lösen, finden je nach unserem Spielstil und unseren Vorstellungen unterschiedliche Spielzüge. Der Gegner von der Robbe hatte auch eine interessante Idee: die Steine zu entwickeln, um den Springer zu langweilen, aber das erwies sich als zweischneidiger Zug. Anton gewann tatsächlich Zeit, indem er die Dame mit Bauernvorstößen angriff und dann eine Diagonale ausnutzte, um den gegnerischen (noch nicht rochierten) König in Schach zu setzen. Der Gegner sah sich gezwungen, die Qualität und zwei Bauern zu opfern. Die Partie verlief dann wie gewohnt für Anton, der die gegnerische Königsstellung ausnutzte und seine Aktivität, um mit Dame und Läufer schachmatt zu setzen, nachdem er mehrere Bauern gewonnen hatte.

Noël, der neue Superheld, begann mit Rock & Roll. Sein junger Gegner verlor in der Eröffnung einen Bauern und landete mit unterentwickelten Figuren. Noël nutzte dies aus, indem er eine nahezu perfekte Partie spielte und seinem Gegner nicht die geringste Chance zum Gegenspiel ließ.

Um den 19. Zug herum zog sein Gegner jedoch einen geheimen Zug durch. Er verwandelte sich plötzlich in Bobby Fischer und schlug mit seinem Läufer einen Randbauern. Leider wusste sein Gegner nicht, dass Noël ein Superheld ist. Er verkleidete sich sofort als seine geheime Identität: Noël IT'S A TRAP Rüttiman, und spielte als Spassky, um den gegnerischen Läufer zu fangen. Im Gegensatz zu Fischer spielte der Gegner in einer völlig verlorenen Stellung weiter, und nach einigen Zügen kapitulierte er, so dass Noël bei seinem Debüt einen hervorragenden Sieg errang.

Unser Simon hat dieses Mal eine Leistung erbracht, die mehr an einen Professional als an einen Survivor erinnert! Mit Schwarz gelang es ihm, in den ersten Zügen einen Vorteil zu erlangen, einen Freibauern und einen großen positionellen Vorteil in einem Queen’s gambit declined zu erlangen.

Die gespielten Züge werfen eine Frage auf: Hätte Beth Harmon das gemeinsame d4 gespielt, wenn Simon auf der anderen Seite gestanden hätte? In der Tat spielte er die Eröffnung mit völliger Natürlichkeit entwickelte die Figuren auf sinnvollen Feldern und zwang Weiß in eine nicht gerade einladende Formation. Im Mittelspiel wurde es schwieriger, da unser Professional Survivor erst eine Figur nahm und sie dann verlor, weil er eine Kombination seines Gegners nicht sah. Das Spiel wurde dann schärfer und wurde von der Engine als gleichmäßig angesehen. Aber Computer denken bekanntlich nicht wie Menschen, und als Simon seinem Gegner diese Eigenschaft anbot, stürzte er sich auf sie, ohne über die Konsequenzen

nachzudenken.

Indem er den Turm akzeptierte, besiegelte der Gegner seinen eigenen Untergang. Dadurch wurde der König einem verrückten Mattnetz ausgesetzt, das Simon ohne allzu große Probleme finden konnte.

Auf dem ersten Schachbrett war mein Spiel völlig anders. Ich fand mich in der Exchange French wieder und nutzte mein Wissen über die Eröffnung, um früh in der Partie einen kleinen positionellen Vorteil zu erlangen und meinen Gegner indirekt unter Druck zu setzen, der am Ende den isolierten d-Bauern hatte. Eine weitere Schwächung der weißen Felder des Gegners ermöglichte es mir, die konnte ich einen Angriff auf den gegnerischen König aufbauen, den ich für

unüberwindbar hielt. Mein junger Gegner fand jedoch den einzigen Zug, um die Stellung zu retten, und ich verlor daraufhin die Nerven und spielte passiver.

Dann nutzte ich die Gelegenheit und gewann einen Freibauern, indem ich eine Taktik für einen leichtsinnigen Bauernvorstoß meines Gegners ausnutzte. Einmal schien mir ein sorgfältig kalkuliertes Läuferopfer den Sieg in einer sehr komplexen Stellung zu bringen. Doch der Gegner zog seinen König, und aus Angst erlitt ich einen psychologischen Rückschlag und spielte wieder defensiv. Dies führte zu einem Endspiel mit zwei Türmen und je einer Dame, aber mit einem Mehrbauern für mich.

Aber dort, wo die Position mir einen Vorteil verschaffte, übernahmen Sorge und Angst, den Vorteil zu verlieren, die Oberhand. Ich begann "Korridormatt" zu fürchten und spielte extrem passiv, verlor meinen positionellen Vorteil und ermöglichte meinem Gegner den Ausgleich. In einem letzten Versuch, meinen Bauernvorteil auszunutzen, tauschte ich die Damen und Türme ab und bedrohte zwei Bauern mit meinem letzten verbliebenen Turm.

Es hätte nur eines Vorstoßes meines Gegners bedurft, um alle meine Illusionen über einen Sieg zu zerstören und mich zu einem Endspiel zu zwingen, in dem ich einen Bauern von Vorteil, den der Computer aber als ausgeglichen ansah. Glücklicherweise zog mein Gegner seinen König. So wie ein Königszug mir den Sieg weggenommen hat, so hat ein Königszug ihn mir zurückgegeben. Das daraus resultierende Endspiel war unspielbar und mein Gegner gab auf.

Ein hervorragender Sieg für die Mannschaft, der zeigt, dass wir noch viel lernen müssen, aber Potenzial und Lust zum Spielen haben. Eine erfreuliche Nachricht kam auch von unserem Wise Man Oscar, der in einer Achterbahnpartie voller Angriffe, Königslauf und Überraschungen einen auf dem Papier stärkeren Gegner mit den schwarzen Figuren besiegen konnte!

Später fanden wir uns in Simons Haus wieder, um mit einigen Teammitgliedern und anderen Mitgliedern seines SMM-Teams Poker zu spielen. Trotz der Tatsache, dass meine Wenigkeit alles verloren hat, kann ich bestätigen, dass die Atmosphäre (wichtig für das Team) angenehm war und wir eine gute Zeit hatten.

Liebe Freunde, ob ihr Meister seid oder gerade erst angefangen habt zu spielen, ob ihr Veteranen oder Jugendliche seid, ob ihr Berner seid oder nicht, bleibt dran: wir versprechen euch Spaß bei jedem einzelnen Zug. Wie auch immer das Ergebnis ausfällt, das Abenteuer von „Six of Bern“ hat gerade erst begonnen ;) (Francesco Tedone)


Bern 7 - Zollikofen 2 4-0 (Ernst Frischknecht – Elias Messerli 1:0, Milo Alberti – Stefan Stettler 1:0, Ernst Wüst – Dael Felipe Bata 1:0, Nguyen Ly – Hans Peter Kaufmann 1:0)

Wussten Sie, dass es viele fiktive Schachspieler gibt, erfunden von Schriftstellern? Bill Wall listet einige auf seiner sehr interessanten Website auf:

http://billwall.phpwebhosting.com/articles/fictional_chess_players.htm. Ich kam darauf, weil ich nach den Spielern Gortchakoff und Meninkin suchte, die in Raymond Chandlers The Long Good-bye erwähnt werden.

Nicht fiktiv waren die Spieler, die sich in der zweiten Runde der SGM gegenübersassen. Der Senior Hans Peter Kaufmann und die drei Schüler aus Zollikofen stiessen dabei auf ein «ersatzgeschwächtes» Bern 7, wobei sie zu ihrem Leidwesen aber erfahren mussten, dass die für die unerwartet erkrankten Benedikt und Heinz kurzfristig einsatzbereiten Spieler für ihre Verhältnisse um einiges zu stark waren. Am Brett 2 konnte ich zusehen, wie bei Milo schon nach zehn Minuten auf h8 ein Bauer zur Dame wurde, die den unglücklichen weissen König zu einer grösseren Wanderschaft zwang. In der Brettmitte gab es für ihn keinen Ausweg mehr. Auch Ernst Wüst konnte bald einen problemlos erzielten Sieg vermelden. Der andere Ernst, am Brett 1, benötigte etwas länger und erhielt, nach dem Abtausch vieler Figuren, ein vorteilhaftes Endspiel mit einem Mehrbauern, das aber erst entschieden wurde, nachdem zum dritten Mal eine weisse Dame auf dem Brett erschienen war. Nguyen sprang höchstpersönlich am Brett 4 ein und stiess dort auf einen Senior mit viel Erfahrung, der aber seit langem keine Partie mehr gespielt hatte. Nguyen liess nichts anbrennen und gewann schliesslich in einer komplizierten Stellung eine Figur. Ein herzlicher Dank geht an Milo und Nguyen, die kurzfristig eingesprungen sind und das 4:0 ermöglichten. (Ernst Frischknecht)


Erste Runde, 10.12.22

Bern 2

Köniz Bubenberg 2 - Bern 2 1:4 (Hans Vermin- Dominik Tschanz 0-1, Christopher Amoako - Nathalie Pellicoro 0.1, Theo Rimann - Fabian Pellicoro 0-1, Urs Härdi - Ruedi Stadler 1-0, Kaspar Amsler - Bénédict Wasserfallen 0-1)


Geschlossene Stellungen, ewige Mehrbauern und lange Partien

Unsere Saison startete mit einem Auswärtsspiel gegen Köniz Bubenberg 2, welches sich aufgrund der kurzen Anfahrtszeit wie ein Heimspiel anfühlte.

Die Favoritenrolle war klar verteilt. Ein Elo-Durchschnitt von 1925 Punkten auf unserer Seite stand einem von 1685 entgegen.

Somit waren wir an allen Brettern klar favorisiert und rechneten mit einem klaren Sieg.

Einer klaren Favoritenrolle gerecht zu werden ist leichter getan als gesagt. Diese Rolle mit Bravour meisterten Bene und Nathalie an den Brettern 2 und 5. Schnell errungen sie Vorteil und konnten ihre Partie ohne etwas anbrennen zu lassen gewinnen. Deutlich wackeliger standen Ruedi, Dominik und Ich (Fabian) auf den Beinen. Alle Stellungen blieben lange geschlossen. Es zeichneten sich lange Partien an.

Ruedi war der Erste, der sich aus der Umklammerung der geschlossenen Stellung lösen konnte und geriet in deutlich bessere Stellung. Seine Partie schien gewonnen. In der Hitze des Gefächts liess sich Ruedi jedoch mit Turm und Bauern Matt setzen. Das Motiv schien so unwahrscheinlich, dass Ruedi mit der Entscheidung, die Variante nicht zu berechnen, in jeder anderen Partie wohl richtig gefahren wäre. So aber verlor Ruedi die Partie ziemlich unglücklich.

Dominik und Ich gewannen früh einen Bauern. Jedoch bekundeten wir Mühe diesen Vorteil zu nutzen. Nachdem Dominiks Partie an Brett 1 lange geschlossen blieb öffneten sich die Flügel. Bauern fingen an zu laufen und Könige zu flüchten. Der Ausgang war offen. Beide Seiten hatten in dieser Phase wohl die Angst die Partie zu verlieren. Nach dem scheiden der zweiten Zeitperiode banten sich Entscheidungen an. Ich fand mich nach grossen Abtauschaktionen nach einer C4 Eröffnung in einem Turmendspiel mit Mehrbauern wieder. Dominik in einem Turm-Läufer gegen Turm- Springer Endspiel. Uns fehlte noch ein Punkt zum Sieg. Dank eines Turm Einstellers von Dominik's Gegner konnte sich Dominik diesen so wichtigen Punkt schnappen und für uns den Sieg im Auftaktspiel sichern. Den Druck von den Schultern und keine Zeit mehr auf der Uhr, spielte sich meine Stellung plötzlich von sich und auch ich konnte den Sieg im Turmenspiel einfahren.

Somit meistern wir die Aufgabe Köniz Bubenberg 2 am Ende doch klar mit 4-1. (Fabian Pellicoro


Bern 7 und Bern 6, 3. Liga

Bern 7 - Bern 6 ½ : 3½ (Heinz Hofer- Oscar Gil 0-1,Albert Schmid - FrancescoTedone ½-½, Thomas Schlegel - Simon Caduff 0-1, Ernst Frischknecht - Anton Braun 0-1)

Sechs neue Superhelden in der Stadt

Als ich den Spielplan sah und erfuhr, dass das erste Spiel ein Derby sein würde, war ich etwas beunruhigt!

Die Elozahl des Gegners war viel höher als unsere, und auch die Erfahrung sah uns im Nachteil! Außerdem hatten sie besonders solide und starke Spieler in ihren Reihen, was sicherlich eine große Herausforderung war.

Ein normales Team von Spielern hätte das nicht geschafft... das war ein Job für Superhelden... das war ein Job für "The six of Bern"

Um sie zu rufen, projizierte ich nicht das Bat-Signal, sondern ein Matt-Signal in den Himmel der Hauptstadt, und sie folgten dem Ruf, bereit für den Derby-Einsatz!

Ich begann das Spiel mit der Idee, das Beste aus den weißen Figuren herauszuholen, aber an diesem verschneiten Berner Nachmittag ging wahrscheinlich eine Heizung unter Schachbrett 2 kaputt, denn die Stellung war von Anfang an völlig eingefroren.

Iceman Albert, ehemaliger Präsident und ausgezeichneter Spieler, spielte den soliden Caro-Kann. Aus Respekt vor der Stärke und dem Können meines Gegners spielte ich nicht die aggressivste Variante, die ich kannte, sondern eine ausgewogenere. Auf diese Weise konnte Albert verhindern, dass ich eine offene Partie spielte, indem er mich zwang, meine Bauernstruktur zu blockieren, und jede Möglichkeit der Initiative meinerseits verhinderte.

Der Preis, den er dafür zahlen musste, war jedoch, dass er auch seine eigenen Stücke zur Passivität verdammte.

Die einzige Erschütterung trat ein, als ein Bauernbruch mich zwang, mit einem isolierten d-Bauern zu bleiben, aber angesichts der Sterilität der Stellung und Alberts Unfähigkeit, den Bauern entscheidend anzugreifen, einigten wir uns nach einer Handvoll Zügen auf ein Remis.

Wo das Aufwärmen hingegen hervorragend funktionierte, war an Schachbrett 3, wo statt der Hitze der "professional survivor" Simon direkt in die Hölle geschickt wurde, nachdem Thömel die beste Eröffnung aller Zeiten, das Evans-Gambit, gespielt hatte.

Nachdem er den Bauern angenommen hatte, konnte Simon die theoretische Fortsetzung nicht finden, und in den ersten Zügen musste er den Druck eines Thomas in Thomorphy-Version!

Aber es gibt ein Problem... es wird immer darüber diskutiert, wie Morphy heute spielen würde und ob er die modernen Meister schlagen würde, aber die eigentliche Frage ist: "Könnte er einen "professional survivor" schlagen?

Der Druck auf die Stellung nahm zwar zu, aber Simon tanzte wie ein Tänzer, wich jedes Mal dem K.o.-Schlag aus und wehrte den Angriff des Gegners ab.

Schließlich beschloss er, von der Seite des Survivor auf die des Professional zu wechseln, und stürzte sich mit einem chirurgischen Angriff auf den König von Thomas, der völlig ungeschützt war.

Am Ende musste dieser kapitulieren, und die Mannschaft holte mit Schwarz ihren 1. Sieg!

Am letzten Schachbrett spielte Anton die Robbe zu seinem Debüt gegen meinen ehemaligen Kapitän Ernst! Lassen Sie sich nicht von seinem unschuldigen Aussehen täuschen, dieser Spieler wird Sie mit seinen plötzlichen Spielzügen und Angriffen überraschen. Und Ernst musste dies bald erkennen!

Die Robbe entschied sich sofort, seinen Schwarzfeldläufer mit einem soliden Zug in der Eröffnung zu halten, und begann, mehr und mehr Druck auf die gegnerische Stellung zu erzeugen und Figuren auf den gegnerischen Damenflügel zu schieben, um mehr und mehr an Boden zu gewinnen und eine offensive Stellung zu erreichen, die Ernsts Figuren dazu zwang, in den letzten beiden Reihen stecken zu bleiben!

Dann ist es passiert! Die Robbe hat zugeschlagen! Anton zog seine Dame mit einem großartigen Manöver am Königsflügel! Dann war der Schwarzfeldläufer dankbar, dass er in den ersten Zügen verschont wurde, und übte unerträglichen Druck auf die Bauern um den schwarzen König aus!

Aber es war noch nicht vorbei! Ernst versuchte sich zu verteidigen, indem er den Läufer angriff, um zu verhindern, dass die Türme in die 7. Reihe eindringen, aber Anton opferte ihn, um den Angriff zu forcieren. Doch damit nicht genug, er opferte auch noch die Dame im Austausch gegen den Kopf des Königs! Ernst gratulierte seinem Gegner und musste sich geschlagen geben!

Und damit war das Spiel schon gelaufen, aber das interessierte unseren Wise Man Oscar nicht!

Nach einem sehr engen Mittelspiel und sogar 4 Stunden Kampf und fast 70 Zügen fanden er und Heinz Hofer sich in einem sehr engen Endspiel wieder, in dem Oscar einen Bauern mehr hatte, aber die Schwerfiguren beider Spieler noch auf dem Brett waren.

Oscar hätte jederzeit ein Remis feststellen oder anbieten können, aber er entschied sich, den Geist des Teams voll und ganz zu verkörpern: Es ist fast Weihnachten, aber wir verschenken hier nichts!

Der Weise schaffte es, seine Schwerfiguren so zu manövrieren, dass sie Druck auf die schwache Bauernstruktur seines Gegners ausübten.

Oscar spielte weiter, ohne sich um Müdigkeit (er gestand mir, dass er nicht gut geschlafen hatte), die Zeit, die Kälte und die scharfe Stellung zu kümmern, und brachte seinen Gegner nach 60 Züge in die Seile. Am Ende war sogar der letzte Punkt unser!

Oscar hat seine gute Form sowohl bei der Klubmeisterschaft als auch beim BVM erneut bestätigt und bewiesen, dass er auf jedem Niveau spielen kann.

Ich denke, es ist auch fair, Cong zu erwähnen, der heute ein grossartiges Spiel spielte und den Bern 3 zum Sieg verhalf, und Noël, der mit Tischtennis beschäftigt war, sich aber für die nächsten Spiele aufgerafft hat!

Heute haben wir gezeigt, dass uns zwar die Erfahrung fehlt, aber der Mut und die Ideen auf unserer Seite sind! Wir sind eine solide Mannschaft und bereit, in jedem Spiel ein Wörtchen mitzureden, und vor allem sind wir hungrig nach Siegen!

Wir sind "The Six of Bern" und wir sind bereit, die Welt zu schocken... in diesem Fall, die Welt zu schachen ;)! (Francesco Tedone)



Aus der Perspektive von Ernst Frischknecht (Bern 7)


Angesichts der Niedergeschlagenheit, in der sich x Millionen Menschen wegen Niederlagen ihrer Mannschaften an der Fussball-WM in Katar befinden, hielten sich die Emotionen über unsere Niederlage gegen die talentierten Spieler von Bern 6 in Grenzen. Wir vergossen keine Tränen, und Zuschauer kamen selten vorbei. Im übrigen scheiden wir auch nicht definitiv aus dem Wettbewerb aus, sondern haben in weiteren Spielen die Möglichkeit, noch auf einen grünen Zweig zu kommen. Ein Lichtblick war das erfolgreiche Comeback unseres alt Klubpräsidenten. Albert konnte mit fehlerlosem Spiel ein Remis erzielen. Nach einem Figurenverlust war für Thomas die Niederlage nicht zu vermeiden. Am vierten Brett stand ich mit Schwarz ständig unter Druck. Der König geriet schliesslich auf h8 arg in Bedrängnis; die Mattkombination, der er zum Opfer fiel, war sehenswert. Und zuletzt musste auch Heinz aufgeben, nach einem schwierigen, langen Kampf, in dem sich am Ende Bauern und Schwerfiguren gegenüberstanden und ein Mehrbauer seines Gegners den Ausschlag gab. Ersnt Frischknecht)