Berichte

Hier finden Sie Matchberichte zur laufenden Meisterschaft (SMM oder SGM). 

Die SJMM-Berichte sind unter der Rubrik Jugend/SJMM

Berichte zu vergangenen Saisons sind auf Unterseiten zu finden.

Laufende Meisterschaft: SGM 2023/2024

Sechste Runde, 10.02.2024

SK Bern 2 - SC Kichberg 2 2.5 : 2.5

(Gade - Schüpbach ½-½, Wasserfallen - Heniche 0-1, Rossier - Weber½-½, Rösler - Grossenbacher 1-0, Tschanz - ½-½)


In der zweitletzten Runde der SGM 23/24 bekamen wir auf unserer Aufholjagd mit Kirchberg 2 nochmals einen starken Gegner. Dem entgegengestellt haben wir ein rekordjunges Team: ein Durchschnittsalter von ca. 23 Jahren sieht man schon nicht alle Tage.


Dominik gab als Stammesältester nach abgeschlossenem Studium sein Debut diese Saison; er spielte an Brett 5 mit Weiss gegen Henryk Zmyslowski. Nach der Eröffnung stand er hervorragend und hatte einen gesunden Bauern mehr. Danach liess er sich jedoch zu einem fragwürdigen Tausch beider Türme gegen die gegnerische Dame hinreissen, und plötzlich wurde sein König von den gegnerischen Figuren umzingelt. Als sein Gegner in ein Leichtfiguren-Endspiel mit Mehrbauer abwickelte, ihm aber dennoch das Remis anbot, willigte Dominik wohl oder übel ein. Kopf hoch, kann passieren!


Am vierten Brett spielte ich mit Schwarz gegen Marc Grossenbacher. Nach der Eröffnung war eine ausgeglichene Stellung auf dem Brett, jedoch verschafften mir ein paar ungenaue Züge meines Gegners einen leichten Vorteil. Als er meinen Bauern auf f5 und e5 neben seinem e4- auch noch seinen f4-Bauern entgegenstellte, fand ich in den diversen Abwicklungsmöglichkeiten einen Qualitätsgewinn. Wenig später war der Sieg im Trockenen, und somit stand es 1.5-0.5 für uns.


Gilles spielte an Brett 3 mit Weiss gegen den erfahrenen René Weber. Er probierte eine neue Eröffnung aus, und die Stellung sah grundsätzlich gut aus, war jedoch auch sehr symmetrisch und somit wohl ausgeglichen. Das Mittelspiel war also von diversen Leichtfiguren-Manövern geprägt, ehe sich die beiden Seiten auf ein dem Spielverlauf entsprechendes Remis einigten.


Niels, der an Brett 1 den krankheitsbedingt ausgefallenen Julian ersetzte, spielte mit Weiss gegen Hans Peter Schüpbach. Bis zum Mittelspiel verliessen Niels’ Läufer gemeinsam mit den gegnerischen Springern das Brett. Schwarz hatte denn mit dem Läuferpaar auch die Initiative, und konnte in ein Endspiel mit Mehrbauern abwickeln. Dabei hatte Niels noch einen Springer gegen Hans Peters Läufer. Die Stellung sah lange sehr schlecht aus, doch wie immer kämpfte Niels zäh weiter. Am Ende wären vielleicht sogar noch alle drei Resultate möglich gewesen, doch Niels entschied sich vernünftigerweise fürs Remis. Stark gemacht!


Somit stand es 2.5-1.5 zu unseren Gunsten, und nur Béné an Brett 2 spielte noch. Sein Gegner war der sehr starke M‘hamed Heniche. Das Mittelspiel sah ungemütlich aus für Bénés schwarze Figuren, doch die fragwürdige Entscheidung seines Gegners, den schwarzfeldrigen Läufer gegen Bénés Springer zu tauschen, brachte Béné zurück ins Spiel. Auf den schwarzen Feldern orchestrierte er einen gekonnten Angriff und überspielte seinen Gegner. Es kam zu einer hochkomplizierten Stellung, in welcher der weisse König verwundbar auf der 4. Reihe stand, jedoch hatte Weiss auch einen weit aufgerückten Freibauern, und Bénés König war auch nicht gerade bombensicher. Ich weiss nicht, ob ich schonmal eine so komplizierte Stellung miterlebt habe, doch Béné fand lange die richtigen Züge. Laut Engine hatte er sogar einmal die Möglichkeit auf ein Matt in 10, welches jedoch einige stille Züge auf einem komplizierten Brett erfordert hätte, die meiner Meinung nach unmöglich zu sehen sind. Plötzlich war Béné selber in Zeitnot unter Beschuss, und musste wenig später leider die Segel streichen. Trotzdem war es eine beeindruckende Partie, Gratulation! Und mit dem 2.5-2.5 Unentschieden können wir durchaus zufrieden sein.


Da Bümpliz gegen Therwil 1 verloren hat, sieht die Situation vor der letzten Runde wie folgt aus: gewinnen wir gegen das noch 0 Mannschaftspunkte aufweisende Therwil 2, und verliert gleichzeitig Bümpliz gegen das übermächtige und verlustpunktlose Köniz Bubenberg 1, dann erreichen wir noch den 3. Platz. Das Ziel ist also klar! (Linus Rösler)

SK Bern 3 - Münsingen 2 1.5 : 2.5

(Marbacher - Frey 1:0, Wissler Bolliger 0:1, Habegger Glauser 0-1, J. Mosimann - Zwahlen ½-½)

Heute ging es drunter und drüber. 

Erst taucht ein Spieler unseres Teams nicht auf und ich musste spontan in die Bresche springen. Kurz darauf sah ich mich in einem manövrierenden Spanisch wieder. Rechts von mir an Brett drei stellte Toby seinen Läufer ein und wurde schliesslich, trotz grossem Kampf, vom gegnerischen Läuferpaar erstickt. Das Läuferpaar hatte auch Ivan in seinem Endspiel an Brett zwei. Die Qualität hatte aber sein Gegner. Mit Gemüseaugen sah das aus, als wär die Partie vielleicht sogar haltbar. Kurze Zeit später gab mir Ivans Daumen zu verstehen, dass es doch nicht haltbar war. Einen erfreulicheren Daumen sah ich von Luca Marbacher, unserem ersten Brett. Er zauberte eine fehlerfreie Partie auf’s Brett mit einem unwiderstehlichen Angriff, ein brillantes Räumungsopfer und zum Schluss ein Turmopfer, der das Meisterwerk vollendete.

Es stand also 2-1 für unsere Gegner aus Münsingen und auf meinem Brett wurden alle Leichtfiguren weggetauscht. Im ausgeglichenen Endspiel schlug ich zweimal ein Remisangebot aus und versuchte alles, um doch noch den nötigen Punkt für den ersten Tabellenplatz zu sicher. Um ein Haar hätte ich die Partie noch verloren und musste mich schliesslich mit einem halben Punkt begnügen.

Das Ziel mit einem Unentschieden den ersten Tabellenplatz zu sichern, verfehlten wir leider knapp. 

Die letzte Runde muss also entscheiden, ob wir die tolle Saison mit dem Aufstiegsspiel krönen können. Auch wenn  wir in der letzen Runde gegen den Tabellenletzten antreten müssen, ist die Fahrt ins Wallis nicht zu unterschätzen. Es bleibt spannend… (Jonas Mosimann)

Schwarz-Weiss Bern 3 - Bern 6 1 : 3

(Frey-Gil 1-0; Collison-Avaria 0-1; Combremont-Tedone 0-1; Spörri-C.Ly 0-1)

Solide Auswärtsleistung

Nach der unglücklichen Niederlage in der letzten Runde und dem endgültigen Abschied vom Kampf um den Titel waren wir aufgerufen, diese Saison in Belp gegen Schwarz-Weiss zu revanchieren. Wir erwarteten ein komplexes Spiel gegen gute Talente, aber wir stellten auch eine sehr starke Mannschaft auf unserer Seite, um sicherzustellen, dass wir den Sieg nach Hause holen konnten. Aufgrund des ELO-Unterschieds waren wir klarer Favorit, aber es ist richtig, niemanden zu unterschätzen, denn böse Überraschungen können immer passieren.

Oscar am 1. Brett kann darüber ein Lied singen. Er kam sehr gut aus seinem Sizilianischen heraus und versuchte, eine sehr solide Position in konkrete Angriffsmöglichkeiten umzuwandeln, indem er die C-Linie öffnete und versuchte, seinen Gegner mit schweren Steinen am Damenflügel zu bombardieren. Der Plan schien aufzugehen und selbst ich als Zuschauer war mit seiner Position sehr zufrieden. Seinem Gegner gelang es jedoch, ein echtes Kaninchen aus dem Hut zu zaubern: Sobald Oscar einen Bauern schlug, der völlig harmlos schien, gelang es dem jungen Mann, Oscars Dame mit einem wirklich genialen Entdeckungsangriff zu bedrohen und im Gegenzug eine nicht verteidigte Figur einzufangen überprüfen. Oscar sah sich gezwungen, Qualität zu opfern und startete ein Endspiel mit dem Läuferpaar gegen Turm und Läufer. Wie immer verteidigte er sich mutig, doch nachdem er gezwungen war, einen Läufer auszutauschen, erwies sich der Turm als zu stark und zwang the wise man zur Kapitulation.

Diego traf auf einen lebhaften jungen Spieler, der sehr vielversprechend war. Nach ein paar Zügen waren beide aus dem von Don Diego gespielten Schachzug aus der Theorie geraten und es herrschte großes Chaos auf dem Brett. Die Stellung war sehr offen, aber der erfahrene Diego schaffte es, vor seinem Gegner zu rochieren, und nutzte seinen Entwicklungsvorteil klug aus, um die Türme in die Mitte zu bringen und zu drohen, den Kopf des gegnerischen Königs zu erobern. Der Junge seinerseits wartete etwas zu lange, um die Lage taktisch zu klären, aber die Taktik begünstigte unseren Star, der klar im Vorteil war. Diego verpasste dann eine Taktik, mit der er eine gegnerische Figur direkt erobern konnte, zur Erleichterung seines Gegners, der jedoch sah, wie sich die Verteidigung des Königs wie eine Dose Thunfisch öffnete, und einige Züge später aufgeben musste.

Cong spielte mit Weiß wie ein wahrer Meister! Sein erfahrener Gegner konnte vor der soliden Öffnung des Ruhigen nichts ausrichten, was die gegnerischen Figuren völlig blockierte und seinen Rivalen zu großen Positionszugeständnissen zwang. Während die schwarzen Figuren alle auf der ersten Reihe standen, ordnete Cong die Türme an und drang vehement in die 7. Reihe ein, wo die gegnerischen Figuren vollständig blockiert wurden. In einem Sandwich aus Türmen eingeschlossen und mit drohenden materiellen Verlusten konfrontiert, gab der Gegner seine Niederlage zu.

Für mich verlief das Spiel am 3. Brett gegen die gegnerische Kapitänin recht ruhig. Ich trat in eine Verteidigung ein, von der sie nichts wusste, und gewann im achten Zug einen Bauern. Ich habe dann viel Material abgetauscht und mein Springer an einen sehr nervigen Außenposten gestellt, von wo aus es mehr Gabeln drohte als in einer Folge von Masterchef. Dann hatte ich einen Moment der Inspiration und versuchte, eine Falle zu stellen, indem ich einen Bauern an den Königsflügel schob. Die Falle war erfolgreich und der Bauernvorteil wurde in einen Läufervorteil umgewandelt. Meine Gegnerin machte mir dann das Leben leichter, indem sie alle Figuren wechselte und mir so den Sieg in einem Endspiel bescherte, in dem sich mein materieller Vorteil bemerkbar machte.

Ein schöner Sieg, der zeigt, dass wir in der Gruppe nach Zollikofen und Gurten, die Teams der Liga 2 sind, eine sehr respektable Saison gespielt haben. Das Finale in zwei Wochen wird uns zeigen, ob wir die Bronze- oder Silbermedaille in der Gruppe verdienen! (Francesco Tedone)

Thun 2 – Bern 7 2 : 2

René Finger – Ernst Frischknecht 1:0, Heinz Ryser – Ernst Wüst remis, Ernst Linder – Martin Wälchli remis, Roland Enderli – Albert Schmid 0:1.

Die Auseinandersetzungen in der Gruppe E der dritten Liga sind nicht weniger spannend als die Fussballspiele in den obersten Ligen Europas. Ein Sieg gegen das punktgleiche, aber ELO-stärkere Thun 2 hätte wohl den Aufstieg bedeutet. Mit dem Remis ist nun die Ausgangslage für die Thuner besser, denn sie haben mehr Einzelpunkte auf ihrem Konto. Am Brett 1 spielte René Finger eine Eröffnung, die mir in meiner gefühlt 100-jährigen Schachpraxis noch nicht begegnet ist. 1. c4 e6 2. e4. Längere Überlegungen führten dazu, dass ich zunächst mithalten konnte, dann aber eine schwierige Verteidigung geriet, bei welcher die Qualität verloren ging. Mein Gegner führte die Partie fehlerlos und mit gewohnter Routine nach etwas weniger als vier Stunden erfolgreich an ihr Ende. An den Brettern 2 und 3 resultieren gegen die höher eingestuften Gegner zwei bemerkenswerte Unentschieden, während am Brett 4 der ex Klubpräsident für einen wertvollen Punkt besorgt war. Albert mit Weiss wich einem offenen Sizilianer aus und wählte den Rossolimo-Angriff. Er kam gut aus der Eröffnung und stand schon bald deutlich besser entwickelt. Koninuierlich konnte er den Druck verstärken und eine Drohung nach der anderen aufstellen. Im 18. Zug gewann er mit einer schönen Kombination einen Springer nebst Bauern und stand danach auf Gewinn. Sein Gegenspieler wehrte sich noch lange, aber Albert liess nichts mehr anbrennen und unterband geduldig jedes Gegenspiel. Nach 48 Zügen und drei Stunden war der unser Remis sichernde Punkt im Trockenen. (Ernst Frischknecht)

Fünfte Runde, 27.01.2024

Bern 1 - Echallens 2.5:3.5 

(Marc Arsenie – Nazaryi Ustayanovych 2302 remis, David Schaffner – Romain Gemelli 2056 remis, Volker Radt – Nicolas Perreard 2040 1 zu 0, Klaus Monteforte – Valentin Pallmonella 1895 0 zu 1, Arshavir Musaelyan – Grégoire Tissier 1909 0 zu 1, Adrian Lips – Visam Pheng 1974 remis)

Es war das Spiel der Saison für uns. Hätten wir es gewonnen, wäre ein Aufstieg Ende Saison möglich geblieben. Aber es sollte nicht sein. Marc spielte am ersten Brett sehr stark und erreichte ein remis. Auch David stand mit Schwarz immer gut und hätte vielleicht sogar den ganzen Punkt erringen können. Volker am dritten Brett spielte wie in letzter Zeit fast immer überzeugend und gewann seine Partie. Die Probleme gabs an Brett vier und fünf. Klaus verlor gegen seinen jungen Gegner irgendwo den Faden und konnte die Stellung nicht mehr halten. Arshavir, der Lange gutstand, schlug ein Remis Angebot seines Gegners aus (vielleicht auch weil Adrian zu dem Zeitpunkt nicht sehr überzeugend stand) und verlor letztlich unglücklich. Adrian rettete sich aber in ein Remis, so dass die knappe und unglückliche Niederlage feststand. (Gabriel Hefti, 29. Jan)

Bern SK 3 - Thun SF 2.5 : 1:5

(Luca D'Arcangelo - Seya Hansen 0-1; Matteo Mosimann - Urs Röthlisberger ½-½, Olivier Blanchet - Peter Trachsel 1-0, Luca Marbacher - Beat Wild 1-0)

In der drittletzten Runde durften wir uns mit dem ersten Verfolger Thun SF messen. Es galt zu beweisen, dass wir nicht zufällig zuoberst in der Tabelle stehen.

Das Selbstvertrauen, das Punktemaximum und die Jugendlichkeit waren schon mal auf unserer Seite. 

Am ersten Brett spielte Luca d’Arcangelo gegen den Sizilianer von Hansen Seya. Komfortabel aus der Eröffnung und bemüht die Initiative zu behalten, verschenkte er etwas leichtfertig die Qualität. Sein Gegner spielte eine makellose Partie, erzwang kurz darauf einen Damentausch und liess in der Folge kein Gegenspiel mehr zu. Luca musste die hoffnungslose Stellung aufgeben. 

Am zweiten Brett duellierten sich Urs Röthlisberger und Matteo Mosimann in einer äusserst symmetrischen und ausgeglichenen Partie auf Augenhöhe. Möglicherweise akzeptierte Matteo das Remisangebot seines Gegners etwas zu früh; ausgerechnet in der Position mit seinem grössten positionellen Vorteil. Sein aktiverer Turm und besser platzierte König hätten ihm ein ungefährdetes Endspiel und Pressen der Stellung ermöglicht. 

Am dritten Brett spielte Olivier gegen die Caro Kann Verteidigung. Selbstbewusst und zügig verschaffte er sich mit frühen a4 und f4 Raumvorteile auf beiden Seiten des Bretts. Kaum landete der gegnerische Springer auf f5, tauschte Olivier seinen Läufer und liess g4 folgen. Obwohl sich die g-Linie öffnete gab es vorerst kein Durchkommen. Während aber Olivier seine Stellung stetig verbesserte, eierte der gegnerische König schutzsuchend auf der Grundlinie hin und her, bis er mitansehen musste wie Olivier seinen Springer auf f5 wunderschön opferte und so den Weg ins Königshaus aufriss. Bevor sein Gegner seine ganze Armee in einem sinnlosen Kampf opferte, kapitulierte er.

Am vierten Brett dachte Beat Wild, es sei eine gute Idee gegen Luca Marbacher h3, g4 zu spielen und kurz darauf auf der Königsseite zu rochieren. Prompt pflanzte Luca seinen Läufer auf d3 und lähmte die halbe Stellung von weiss. Anschliessend richtete er seine Kräfte Richtung König und liess sich nicht zweimal bitten seinen Springer auf g4 zu opfern. Die weissen Figuren scheinen die Einladung für diese Partie verschlafen zu haben. Die Dame auf b3, der Turm auf h1, der Läufer auf c1 und der eine Springer auf c3 waren alle zu weit vom eigenen König entfernt. Der zweite Springer dachte sich, wenn die anderen nicht verteidigen, habe ich auch keine Lust und schnappte sich einen Bauer auf c7. Luca interessierte sich schon lange nicht mehr für Bauern und setzte kurz darauf den gegnerischen König matt.

Somit dürfen wir weiterhin verlustpunktlos von der Spitze grüssen und sind unserem grossen Saisonziel einen kleinen Schritt näher. (Jonas Mosimann)

Trubschachen 2 – SK Bern 8 3 - 1

Jaasagan Sivanandan - Simon Rufener 1-0; Hans-Rudolf Locher – Joah Protner 0-1; Valery Sturm – Miriam Hösli 1-0; Martin Sturm – Bugra Ergin 1-0

Für die Begegnung mit Trubschachen 2 machten wir uns am Samstagmittag auf den Weg ins Emmental. Selbstverständlich haben wir uns vor den Partien kurz Zeit für einen Zwischenstopp im Fabrikladen von Kambly genommen. Diese kleine Stärkung konnte jedoch nicht abwenden, was in den Partien auf uns zu kam…

Ich wurde bereits in der Eröffnung von meinem Gegner überspielt, konnte mich aber im Mittelspiel wieder zurückkämpfen. In einem ausgeglichenen sowie für mich sogar etwas leichter zu spielenden Endspiel habe ich einen Läufer eingestellt und musste die Partie aufgeben. Dies läutete die «Läufer-Trauerspiele» dieses Nachmittags in Trubschachen ein. Simon hatte einen guten Start in die Partie und konnte sich an Brett 1 gegen einen taktisch starken Spieler eine ausgeglichene Stellung erarbeitete. Leider hat aber auch Simon seinen Läufer eingestellt, was zu unserer zweiten Niederlage führte. An Brett 4 erspielte sich Bugra eine gute, wenn nicht sogar leicht bessere Position, und hatte gegenüber seinem Gegner einen grossen Zeitvorteil. Doch wie sollte es an diesem Nachmittag auch anders sein… auch er blunderte einen Läufer. Nun lag es an Joah, noch einen Sieg für uns zu holen. An Brett zwei konnte er in einer soliden Stellung eine Qualität und somit die Partie gewinnen. Nach vier eigentlich gar nicht so schlechten Partien und drei dummen Fehlern haben wir die Begegnung mit 3:1 verloren und sind jetzt als Team auf der Suche nach Eröffnungen, bei welchen man die Läufer so schnell wie möglich abtauscht. (Miriam Hösli)

Vierte Runde, 13.01.2024

CERCLE VALAISAN – SCHACHKLUB BERN 1 3-3

Jan Steenhuis 2053 – Fabian Pellicoro 2042 1-0; Shkelzen Murati 2096 – Volker Radt 1983 0 zu 1 ff., Edi Beney 1922 – Miralem Novalic 2001 0-1, Max Chappaz 1871 – Gabriel Hefti 1876 1- 0, Milan Bijelic 1961 – Robin Sobari 1914 1- 0, Beat Binder 1851– Adrian Lips 1959 0 -1

Das Spiel gegen Cercle Valaisan begann damit, dass das zweite Brett unseres Gegners leer blieb. Weder der Mannschaftsleiter noch die anderen Spieler kümmerten sich darum, sondern spielten seelenruhig und konzentriert ihre Partien. Unseren Eindruck, dass sie von Anfang an gewusst haben, dass der Spieler nicht kommen wird und ihn deswegen ans erste Schwarzbrett gesetzt haben, wies der Präsident des Cercle aber erbost zurück und bezeichnete ihn als schwere Beleidigung. Meine Niederlage nach fünf Stunden besiegelte unsere Hoffnungen, das Match zu gewinnen.

Das Diagramm links zeigt eine Stellung aus der Partie zwischen Edi Beney und Miralem Novalic. Verblüffenderweise hätte Miralems Gegner mit dem erstaunlichen Läufer c2 einen gewissen Vorteil bewahren können, während das von ihm gespielte Läufer e2 verliert. Das Diagramm in der Mitte zeigt eine Stellung nach kaum abgeschlossener Eröffnung in meiner Partie gegen meinen jungen Gegner. Ich habe zwei Bauern geopfert aber nach zum Beispiel Läufer schlägt Bauer a3 mehr als genügend Kompensation. Vermutlich sogar exzellente Aussichten. Nicht aber nach dem von mir gespielten oberpatzerhaften Dame b3. Nach dem entgegneten Dame b4 ist jeder Vorteil weg und es verbleibt mir nur noch klitzekleine Kompensation für den Minusbauern. Noch viel schlimmer wäre es aber gewesen, wenn mein Gegner nach Dame b3 den Zug Bauer a3 schlägt Läufer b2 gefunden hätte. Für die geopferte Dame hätte er so viel Holz bekommen, dass ich die Partie nach wenigen Zügen bereits hätte aufgeben können. Das gleiche Ergebnis erwartete mich dann nach abwechslungsreichem Kampf nach fünf Stunden. Das Diagramm rechts zeigt eine Stellung aus der Partie von Robin. Er entschliesst sich zum interessanten, aber nicht ganz korrekten Opfer Springer schlägt f2 und verlor die Partie schliesslich. (Gabriel Hefti, 14.1.24)

Bern 2 - Basel 2 4-1

(Julian Sutter - Jürg Geschwiler 1-0, Niels Gade - Tim Cuénod 0-1, Bénédict Wasserfallen - Hans Frischknecht 1-0, Djuro Grbesic - Timotej Rosebrock 1-0, Ruedi Stadler - Nikita Cardinaux  1-0)

Nach drei Runden waren wir mit 1 Mannschaftspunkt auf dem zweitletzten Platz, hatten jedoch auch gegen die Mannschaften auf den Rängen 1-3. So oder so wollten wir jetzt mal einen Sieg einfahren. Im Weg standen uns dafür die sehr sympathischen Herren des zweiten Teams der SG Basel; wir waren elomässig wohl leicht zu favorisieren. Als non-playing Captain hielt ich mich diesmal im Hintergrund, und will euch nun das Geschehen aus meinen Augen darlegen:

Béné am 3. Brett legte gegen seinen Gegner Hans Frischknecht los wie die Feuerwehr. Dieser war sich der Gefahr, in der er schwebte, wohl nicht vollumfänglich bewusst, da er im Mittelspiel obskure Bauernzüge der Rochade vorzog, während Bénés Leicht- und Schwerfiguren nach und nach Richtung schwarzer König mobilisiert worden. Schliesslich wurde der Druck zu gross, und Béné vollendete gekonnt. 1-0 für uns!

An den Brettern 1 und 2 spielten wie so oft unsere Prachtsjunioren Julian und Niels. Letzterer musste sich mit Schwarz gegen einen munter drauflos opfernden Tim Cuénod verteidigen. Dies gelang ihm lange recht gut, doch im entscheidenden Moment wurde er durch den weissen Angriff überrumpelt. Basel glich wenig später zum 1-1 aus. Am ersten Brett spielte Julian gewohnt sicher, und konnte das gierige Bauernfressen seines Gegners Jürg Gerschwiler mit einer unauflösbaren Fesselung des Läufers an die Dame bestrafen. Es resultierte ein Qualitätsgewinn, und das darauffolgende Endspiel verwerte Julian danach abgebrüht. 2-1 für uns!

An Brett 5 kam Ruedi mit Weiss gut aus der Eröffnung, allerdings konnte sein Gegner Nikita Cardinaux das Zentrum schliessen. Nachdem er es wohl verpasst hatte, zu einem angsteinflössenden Angriff auf Ruedis langrochierten König mittels halboffener b-Linie anzusetzen, verbesserte Ruedi seine Stellung Zug für Zug. Schliesslich brach er mit einem Bauernopfer in die schwarze Stellung ein, und der gegnerische König war wegen ungleichfarbigen Läufern auf den schwarzen Feldern sehr verwundbar. Mit einer Taktik wie aus dem Bilderbuch machte Ruedi den Sack zu, und entschied so das Match frühzeitig mit 3-1 zu unseren Gunsten.

Blieb also noch Djuro, der mit Schwarz gegen Timotej Rosebrock zur Kür ansetzen durfte. Im Mittelspiel war die Stellung komplett geschlossen, doch Djuro hatte die Möglichkeit auf den einzigen Bauernbruch in seinen Händen und stand dem entsprechend vielversprechend. Sein Gegner liess sich jedoch den h-Bauern verdoppeln und konnte durch die halboffene g-Linie einen Gegenangriff starten. Es lag ein furchteinflössendes Läuferopfer in der Luft, doch Djuro verteidigte sich abgebrüht. Schliesslich brach die weisse Stellung in Zeitnot auseinander, und Djuro stellte auf den 4-1 Endstand zu unseren Gunsten.

Gratulation für die starke Leistung! Auch für die nächste Runde, für die wir ins ferne Reinfelden reisen, bin ich sehr zuversichtlich. Weiter so! (Linus Rösler)

Saanenland 1 - Bern 3 1-3

(Rudolf Schmid - Ivan Wissler 0-1, Ivo Calic - Antoine Bourcieu 1-0, Martin Frick - Tobias Habegger 0-1, Mario Zoppas - Jonas Mosimann 1-0)


Am vierten Spieltag mussten wir auswärts in Saanen ran. Wir entschieden uns für einen kleinen Roadtrip und attackierten die 1000 Kurven mit dem Auto. Kaum aus Bern raus, lachte uns die Sonne entgegen. Auf der Fahrt scherzten wir, dass uns bei einem schnellen Sieg ein Bad in der Sonne erwartet. Ganz so einfach sollte es nicht werden…


Am ersten Brett gewann Ivan in der Eröffnung einen Bauer. Rochieren konnte er danach aber nicht mehr. Sein Gegner Rudolf Schmid nutzte seinen Entwicklungsvorsprung und riss mit einem Springeropfer das Zentrum auf und stand danach gefährlich besser. Aber Ivan interessierte sich nicht dafür wer im Mittelspiel besser steht, tanzte seinen König quer übers Brett und tauschte nach Möglichkeiten Figuren. Irgendwann war der Angriff keiner mehr und Ivan verwertete seinen Materialvorteil zu einem vollen Punkt.


Am zweiten Brett wollte Antoine unserem Präsidenten alle Ehre machen und spielte eine dubiose Eröffnung. Dies zahlte sich alles andere als aus. Von Beginn weg einen Bauer verschenkt und gleichzeitig unter Druck. Die Position war spätestens nach 16 Züge hoffnungslos. Antoine kämpfte, musste aber nach 33 Zügen die Niederlage eingestehen.


Am dritten Brett spielte Toby die auf der Hinfahrtt ausgiebig besprochene Verteidigung. Nach drei Zügen war das Theoriewissen aber am Ende. Wir sind halt keine Giris und Caruanas. Wieso auch Eröffnungstheorie büffeln, wenn man den Gegner auch mit seinen eigenen Zügen besiegen kann. Das tat Toby dann auch meisterlich.


Am vierten Brett spielte ich gegen den  französischen Läufer auf c8. Das Tageslicht sah der Arme die längste Zeit der Partie nicht. Am Schluss war es aber genau der, der mich in einem opposite colored bishop Endspiel nochmals zwang meine Hirnzellen anzustrengen. Schliesslich schaffte ich mit meinen zwei Mehrbauern den Durchbruch und der Sieg stand fest.


Mit dem 3-1 Auswärtssieg gegen Saanan strahlen wir weiterhin Verlustpunktlos von der Tabellenspitze. Da Thun gleichzeitig Punkte abgab, führen wir sogar konfortabel mit 3 Punkten. (Jonas Mosimann)


Bern 6 3-1 Gurten 1

(Tedone 1-0 Michael Burkhalter; Avaria ½-½ F.Maurer; Gil 1-0 Matthias Burkhalter; A.Braun-½-½ J.Rüdisüli)


Last Call!!

Nach der klaren Niederlage gegen Zollikofen war die Mannschaft von Bern 6 zum ersten SGM-Spiel des Jahres 2024 gefordert. Ein Sieg, und wir hätten eine hervorragende Saison fortsetzen können, mit dem Traum, unter den ersten Plätzen zu landen und zu beweisen, dass die Mannschaft viel mehr wert ist, als auf dem Papier stehen kann. Ein Unentschieden oder, schlimmer noch, eine Niederlage, und wir hätten uns sofort von unseren Träumen vom Ruhm verabschieden können und weiterhin eine hervorragende Saison spielen können, aber ohne Ambitionen auf einen Platz in der Spitzengruppe. Am Scheideweg zwischen diesen beiden Schicksalen haben wir das Team von Gurten gefunden. Man muss

sie nicht vorstellen: Gurten ist eine Mannschaft, die Geschichte geschrieben hat und immer noch schreibt, und ihre Spieler haben ihren Ruf als solide und harte Gegner verdient. Hätten wir nur auf den Elo-Durchschnitt geschaut, hätten wir gleich aufgeben können: Gurten ist eine Mannschaft, die es verdient, in einer höheren Liga zu spielen, und die Zahlen sprechen für sich, aber wer auch nur ein einziges unserer Spiele verfolgt hat, hat eines gelernt, nämlich dass Bern 6 nie mit einer Niederlage startet. Ich entschied mich, die erfahrensten Spieler spielen zu lassen, und da es mir immer noch auf den Nägeln brannte, dass ich gegen Zollikofen nicht dabei sein konnte, beschloss ich, diese Energie zu nutzen, um einen Sieg anzustreben. Doch als ich die Aufstellung des Gegners las, wurde mir klar, dass wir jeden Punkt schwitzen müssen....


Am 1. Schachbrett fand ich mich dem jungen Präsidenten Michael gegenüber. Ich hatte erwartet, gegen Fritz Maurer zu spielen, aber in der Erwartung, dass er sich auf unserer Seite vorbereitet, spielte er am 2. Michael zeigte jedoch von den ersten Zügen an, dass er nicht umsonst erster Schachspieler war. Obwohl ich eine von mir vorbereitete und oft trainierte Variante spielte, gelang es ihm nicht nur, alle Tricks der Eröffnung in aller Ruhe zu umgehen, sondern auch einen leichten Vorteil herauszuholen. Ich war gezwungen, meine Läufer umzustellen, um dem Feuer des Pferdes zu entkommen, das immer tiefer in meine Stellung eindrang. Einmal schnappte sich Michael den Bauern auf b2, und kurz darauf gelang es mir,

den auf b7 zu stehlen: Die Partie schien ruhig zu sein, aber mit unseren Königen im Rücken hätte der kleinste Fehler einer der beiden Seiten zu Materialverlust, wenn nicht gar zum sofortigen Matt geführt. Wir ließen dann die ganze Spannung los, und hier geschah etwas Seltsames: Beim x-ten Wechsel bot ich Remis an. Michael aber spielte sofort einen Zug und entschuldigte sich, das Remis war nicht mehr gültig. Jeder von uns hätte es sofort wieder anbieten können und die Partie hätte mit einem Remis geendet, aber gerade als ich es wieder anbieten wollte, kam mir eine Idee und ich beschloss, auf Sieg zu spielen. Indem ich meinen Bauern vorbeischob und isolierte, belebte ich die Partie, und nach einem Turmtausch merkte Michael, dass er mit seinem König eine Zeit zu langsam war. Er musste ein schwieriges Endspiel verteidigen, das nur ich hätte gewinnen können. Plötzlich schien der Computer einen Weg vorzuschlagen, das Remis für Michael zu halten und den Bauernvorstoß zu blockieren, aber der Weg war schmal, und mein Gegner erlaubte unter Turm- und Zeitdruck meinen Figuren, die Partie zu beenden und einen sehr schweren Punkt nach Hause zu

bringen.


Einen weiteren sehr schweren Punkt holte Oscar, der am 3. Schachbrett, immer noch mit Weiß, dem Vater meines jungen Gegners, Matthias, gegenüberstand. In einer positionellen Partie hatte es Oscar mit einem harten Brocken zu tun. Die beiden hielten die Spannung auf den Zentrumsbauern aufrecht, wobei beide Läufer flankierten, ohne jedoch den Schlag zu versenken, sondern sich gegenseitig studierten. Plötzlich

deckte Matthias seine Karten auf und warf seinen Springer in Oscars Stellung. Das bedrohte nicht nur eine Figur und dann mehrere Gabeln, sondern machte auch den Weg frei für den Läufer, der nun ungehindert auf seinen Kollegen blicken konnte. In diesem Moment hatte Oscar die Coolness, den Springer zu ignorieren und den Läufer zu nehmen. Danach war Matthias bereit zum Angriff, aber der Weise fand die besten Züge und schuf ein Gegenspiel auf die dunklen Häuser seines Gegners, die nach dem Verschwinden ihres Verteidigers schwach geworden waren. Angesichts dieser taktischen Fähigkeiten opferte Matthias die Qualität in der Hoffnung, unbeschadet davonzukommen, aber Oscar gelang es, mehrere Umwandlungen zu erzwingen, und der Gegner musste im Endspiel die weiße Fahne hissen.


Diego hatte mit Fritz Maurer den härtesten Gegner, und das auch noch mit den schwarzen Steinen! Aber wenn es jemanden in unserer Mannschaft gibt, der für Beständigkeit und Solidität steht, dann ist es Diego. Nach einer großartigen Leistung bestätigte sich Diego nicht nur als exzellentes Mitglied unserer Mannschaft, sondern auch als hervorragender Spieler, der Fritz' Initiative blockierte und ihm keinen Durchbruch ermöglichte. Obwohl Fritz in der Eröffnung viel Raum einnahm, konnte er sich gegen Diegos Abwehr keinen klaren Vorteil verschaffen. Die Partie blieb ausgeglichen, bis das Ergebnis feststand. Fritz bot ein Remis an, das Diego gerne annahm und damit den Sieg für unser Team besiegelte. Gratuliere an Don Diego de la Vega!


Auch Anton zeigte eine sehr solide Leistung. Nach einer Phase des Auf und Ab holte er ein ausgezeichnetes Remis gegen einen so trickreichen Spieler wie Sepp Rüdisüli, so dass die Mannschaft auch an den schwarzen Brettern viele Punkte mit nach Hause nehmen konnte. Robbe spielte gegen London, eine der Eröffnungen, die letztes Jahr zu einer verheerenden Saison führten, in der er in der Runde ungeschlagen war und einige großartige Siege mit dem Londoner System erzielte. Die Partie wurde mit leichtem Vorteil für Gurteler gespielt, der sich aber nie in etwas Gefährliches verwandelte, so dass Sepp beschloss, ein wertvolles Remis anzubieten, das Anton annahm. Das ist sicherlich ein gutes Ergebnis, aber Anton weiß

selbst, dass er noch viel mehr erreichen kann und hat es bereits bewiesen! Für den finalen Ansturm auf die Spitze wird die beste Version von Anton gebraucht �� .


Was soll ich sagen, gerade wenn wir dem Untergang geweiht scheinen, springen wir nach den Sternen. Jetzt erwarten uns drei entscheidende Spiele für einen spannenden Rausch an der Spitze! (Francesco Tedone)


Bern 7 – Köniz Wabern  2 1/2 : 1 1/2

(Ernst Wüst – Hansueli Lüthi remis, Thomas Koch – Ferdinand Krebs 0:1, Ernst Frischknecht – Rolf Spörri 1:0, Martin Wälchli – Kohler Markus 1:0)

Mit einem knappen Sieg in diesem wichtigen Spiel bleibt Bern 7 weiterhin an der Tabellenspitze. Eine erste Siegesmeldung kam von Martin, der schon früh einen Bauern gewann und sodann den Vorteil vergrösserte und sicher verwertete, dies ohne viel Bedenkzeit verbraucht zu haben. Auch am Brett 3 resultierte ein voller Punkt. Nach elf Zügen hatte Schwarz Mühe, ins Spiel zu kommen, denn auf d5 und d6 waren Doppelbauern entstanden. Weiss glaubte sich im Vorteil, fand aber auch nach einem längeren Mittelspiel und dem Abtausch vieler Figuren kein Rezept gegen die Doppelbauern. Keine Angst vor Doppelbauern, las ich kürzlich in einem Kommentar, den mein  Gegner vielleicht auch gelesen hatte. Eine eher glückhafte taktische Wendung mit Dame und Springer, die mit Damenverlust geendet hätte, führte dann aber zu seiner Aufgabe. An den Brettern 1 und 2 war auch nach dreieinhalb Stunden noch kein Entscheid gefallen. Ernst kämpfte mit Turm und zwei Bauern gegen einen Läufer und vier Bauern und akzeptierte in unklarer Stellung ein Remisangebot des Gegners, dies in Kenntnis des 2:0-Vorsprungs. Im Endspiel von Thomas standen sich je fünf Bauern und zwei weissfeldrige Läufer gegenüber. Dass es bei gleichfarbigen Läufern einen schlechteren und einen besseren geben kann, wurde den Zuschauern lehrbuchmässig vorgeführt. Weiss besass den besseren Läufer, der mehr Freiheiten genoss. Der schwarze König geriet in Zugszwang, und der vereinzelte Bauer auf a5 wurde vom weissen König geschlagen. Danach gab es gegen den auf der b-Linie vorrückenden Freibauern leider keine Gegenmittel mehr.   (Ernst Frischknecht)


Bantiger 1 – Bern SK 8 1-3


(Heinz Ernst – Joah Portner 0-1; Horst Mehl – Julius Keta 1-0; Urs Gantner – Miriam Hösli 0-1; Konrad Thomas – Simon Rufener 0-1)


Bern SK 8 traf in der 4. Runde der SGM auswärts auf Bantiger 1. Da wir als neues Team gegen die erfahrene Mannschaft von Bantiger als Aussenseiter in die Begegnung gingen, konnten wir frei und ohne Druck spielen.

Simon erarbeitete sich am vierten Brett schnell eine gute Position, gegen einen neuen und motivierten Spieler. In der relativ kurzen Partie konnte er souverän den ersten Punkt für unser Team verbuchen. An den restlichen drei Brettern kam es erst nach rund viereinhalb Stunden zu weiteren Resultaten. Ich konnte in einer Partie, die der Computer wohl als Achterbahnfahrt bezeichnen würde, am dritten Brett ebenfalls einen Punkt für unser Team holen. Somit war klar, dass wir mindestens mit einem Remis aus der Begegnung gehen werden. Julius konnte seine gute Stellung leider nicht mehr in einen Punkt verwandeln und musste sich gegen einen sehr soliden Gegner geschlagen geben. Am ersten Brett traf Joah auf einen erfahrenen und starken Gegner. Er erspielte sich eine gute Stellung und konnte mit einem kleinen Vorteil ins Endspiel gehen, welches er dann auch gut umzusetzen wusste.

 Mit einem 1-3 haben wir unser Ziel mehr als erreicht und konnten den ersten Team-Sieg holen! (Mirjam Hösli)

Dritte Runde, 09.12.2023

Bern 1 - Valais 2 

Miralem Novalic - Hervé Lanois 1-0, Arshavir Musaelyan - Jean-Christoph Putallaz 1-0, Volker Radt - Stephan Major 1-0, Gabriel Hefti - Fabrice Lovey 1-0, Yannick Radt - Pierre Perruchoud 0-1, Klaus Monteforte - Christian Favre 1-0

Nach der Erstrundenniederlage gegen Neuchâtel und dem Zweitrundensieg gegen Schwarz Weiss erwarteten wir das Kommen der zweiten Mannschaft von Valais. Nach diesem klaren Sieg führen wir die Tabelle unserer Erstregionalligagruppe an. Diese ist allerdings nicht sehr aussagekräftig, da nicht alle Mannschaften gleich viele Spiele ausgetragen haben. Es folgen drei Diagramme, die das Geschehen am ersten, am vierten und am sechsten Brett reflektieren.


Miralem konnte mit dem schönen Zug Läufer d6 den Gegner vor unlösbare Probleme stellen, die Letzterem mindestens die Qualität kosten (Diagramm links). Mit den schwarzen Steinen sinnierte ich hier viele Minuten am Springeropfer auf e2 herum. Unter den Blicken von Magnus Carlsen, der an der Wand hängt, von Miralem Novalic, der seine Partie schon beendet hatte und von Sandor Kaszas, der seine Partie gegen Bern 2 ebenfalls schon beendet hatte, spürte ich eine gewisse Verpflichtung zu Schönheit.  Ich war mir aber nicht ganz sicher, ob es nach Annahme des Opfers und Turm schlägt c2 Schach, König d1 wirklich eine zwingende Fortsetzung gibt. Ich entschied mich deshalb für den kurzen und nicht wirklich schönen Zug Läufer e4. Was sagt der Computer? Springer e2 gewinnt, aber das gespielte Le4 ist noch ein wenig besser, sogar das Beste (Diagramm in der Mitte). Rechts konnte Klaus mit den schwarzen Steinen die Partie definitiv für sich entscheiden. Nach Läufer schlägt Springer auf f4 und Turm schlägt den dann ungedeckten Läufer auf d5 hat er eine ganze Figur mehr.    (Gabriel Hefti)


Bern 2 - Köniz Bubenberg 1  1.5 - 3.5

Julian Sutter - Hansjürg Känel ½-½,  Bénédict Wasserfallen - Mike Jäger 0-1, Djuro Grbesic - Sandor Kaszas 0-1, Linus Rösler-Markus Riesen 0-1, Gilles Rossier- Marc Tillmann 1-0, 


Nach dem um den Aufstieg spielenden Therwil 1 bekamen wir in der 3. Runde sogleich deren wohl grössten Konkurrenten vor die Nase: die werten Nachbarn von Köniz Bubenberg 1. Ich rechnete uns Aussenseiterchancen aus, doch diese Chancen sollten im Reich des Hypothetischen bleiben. 

 

Nichtsdestotrotz begann das Match mit einem Ausrufezeichen für uns: Neumitglied Gilles am 5. Brett überspielte Marc Tillmann mit den weissen Figuren. Er erlaubte seinem Gegner nicht, mit einer geschlossenen Eröffnung eine geschlossene Stellung zu kreieren, und opferte munter drauf los. Nach Gilles' Einschätzung wohl nicht ganz korrekt, da sein Gegner nach verzögerter Annahme des Opfers zwar einen weit offenen König gehabt hätte, mit präzisem Spiel das Material jedoch vielleicht hätte halten können. Schliesslich wurde der Druck zu gross, und Gilles bescherte uns in eindrucksvoller Manier einen Einzelpunkt. Gratulation und weiter so!

 

Unser Vorsprung sollte jedoch nicht lange währen: Béné am zweiten Brett kam mit Schwarz gegen den starken Mike Jäger sehr verkorkst aus der Eröffnung. Er wurde auf der Grundlinie eingeschnürt, und schliesslich musste er nach überwältigendem Angriff des Gegners die Segel streichen. Auch Djuro am dritten Brett mit Weiss bekam mit Sandor Kaszas einen starken Gegner vorgesetzt. Von meinem Chef, der Ungar ist, liess ich mir erklären, dass 'Kaszas' als 'Sensenmann' übersetzt werden kann, ein böses Omen? Nachdem Djuro recht gut aus der Eröffnung kam, beförderte sein Gegner denn auch die weisse Damen mangels Felder ins Jenseits. Djuro kämpfte mit Turm und Läufer standesgemäss weiter, doch zu viele seine Bauern folgten ihrer Dame über den Fluss Acheron. So lagen wir bald mit 1:2 im Rückstand.

 

Dennoch komme ich nun zum Highlight des Matches, auch wenn ich die Partie leider nicht so eingehend mitverfolgen konnte: Julian am ersten Brett bot mit Weiss dem dreimaligen Schweizermeister Hansjürg Känel Paroli und manövrierte sich auch in Zeitnot souverän durchs Endspiel. So teilten sie sich am Ende die Punkte, und Hansjürg Känel war, wie wir alle, voll des Lobes für den immer wieder über sich herauswachsenden Julian. Gratulation!

 

Es stand also 1.5:2.5, das Ergattern eines Mannschaftspunktes lag also allein in meiner Hand. Gegen den soliden Markus Riesen kam ich mit Schwarz relativ gut aus einer Eröffnung, die mir nicht so liegt; ein persönlicher Erfolg. Dies kostete mich jedoch viel Zeit, und auch im Mittelspiel hatte ich Mühe, die Stellung zu verstehen, obwohl sie objektiv wohl mindestens ausgeglichen war. Schliesslich geriet ich arg in Zeitnot und noch dazu musste ich mich plötzlich gegen einen überwältigenden Angriff verteidigen. Es gelang mir, die Stellung zu schliessen, was gut für meinen König, aber verheerend für meinen Läufer war. Da der 40. Zug noch immer nicht erreicht war, spielte ich Züge nur um der Züge Willen, und nach der Zeitkontrolle fiel meine Stellung auseinander. Wie gegen Therwil 1 verloren wir also mit 1.5:3.5.

 

Nun stehen wir nach 3 Runden also mit einem einzigen Mannschaftspunkt da. Die stärksten Gegner haben wir nun jedoch wohl hinter uns. Nichtsdestotrotz: jetzt sollte zählbares her, doch mit unserem tollen Team mache ich mir nach wie vor keine Sorgen. (Linus Rösler)


SK Spiez - SK Bern 3

Heute reiste unser Team nach Spiez. Der Elo-Schnitt unseres heutigen Gegners lag unter der 1400er-Marke. Klar waren wir klare Favoriten an allen Brettern. Wie aber weithin bekannt, ist in den Gemüseligen alles möglich. Dies musste unser Olivier, der für gewöhnlich am ersten Brett die 2000er in Bedrängnis bringt, heute schmerzlich erfahren.

 

Er startete am ersten Brett gegen das London System von Yunus Sevinic und konnte früh den gegnerischen Läufer auf f4 für seinen Springer tauschen. Im Mittelspiel schaffte er es die einzige offene Linie mit seinen zwei Türmen zu dominieren und kontrollierte die Partie bei ausgeglichenem Material. Nach einem grossen Abtausch entlang der c-Linie resultierte ein Endspiel mit Läufer und fünf Bauern gegen einen Springer und fünf Bauern. Obwohl Olivier einen Freibauer hatte, konnten sich keine der beiden Parteien realistische Chancen auf Fortschritt ausrechnen. Es schlichen sich aber Ungenauigkeiten auf beiden Seiten ein und Olivier konnte von Glück reden, dass er mit seinem alleinstehenden Läufer gegen den gegnerischen Springer und Bauer noch ein Remis auf dem Brett hatte. Leider verpasste er es im entscheidenden Moment den Läufer für den Springer aufzugeben… und dann war es zu spät. Der Springer schirmte mit Hilfe des Königs den verbleibenden Bauer ab, der sich auf der Grundlinie in eine Dame verwandelte und das Spiel für Weiss entschied.

 

Am zweiten Brett spielte Luca D’Arcangelo einmal mehr eine äusserst präzise Partie. 36 Zügen, 95% Genauigkeit, 0 Blunder, 0 Fehler, 1 Ungenauigkeit. Soviel zu den Zahlen. Ein Lob aber auch an seinen Gegner, Benjamin Maurer, der wacker dagegenhielt. Wie sagt man so schön: „Ein Fehler kommt selten allein“. Fehler in Zug 30 und Blunder in Zug 31 liessen die schwarze Stellung zusammenbrechen. Luca, nützte die Fehler eiskalt aus und kannte danach nur noch eine Richtung. Er mobilisierte seine Figuren, scharte sie um den gegnerischen König und gewann kurz darauf eine Figur und die Partie.

 

Am dritten Brett spielte Antoine Bourcieu mit den schwarzen Figuren gegen Angela Reithmayer. In Zug 3 wurde Antoine einen Bauern im Zentrum offeriert, den er dankend annahm. Auf Gemüseniveau nicht ganz klar, ob geblundert oder geopfert; die Kompensation war zumindest wacklig. Antoine versuchte es in der Folge besonders extravagant, als er auf ein gegnerisches Damenschach von a4 aus, lieber den König aus der Schusslinie nahm, anstelle das Schach zu blocken und im nächsten Zug zu rochieren.

Antoines Gegnerin wusste aber die positionelle Ungenauigkeit nicht auszunutzen und Antoine konnte seinen Vorteil nun stetig ausbauen, bis er sich entschied seinen b-Bauer loszuschicken und das Spiel zu gewinnen.

 

Am vierten Brett spielte Matteo Mosimann mit den weissen Figuren gegen Maurin Isler. Dieser schloss nach der Eröffnung die Augen und Schlug erst mit seinem Läufer, dann mit seiner Dame auf h3. Ein simples Springer h2 von Matteo liess das Läuferopfer seines Gegners aber ins Leere laufen. Brenzlig wurde es nicht mehr. Matteo tauschte schnell die Damen und kam nicht mehr in Gefahr die Partie aus den Händen zu geben. Das Endspiel mit drei Mehrbauern für Matteo spielten die zwei nicht mehr aus.

 

Trotz des Ausrutschers an unserem ersten Brett, ein insgesamt ungefährdeter 3-1 Auswärtssieg gegen Spiez. Somit bleiben wir weiter ungeschlagen an der Tabellenspitze unserer Gruppe. (Jonas Mosimann)

SK Thun 2 - SK Bern 5 1.5 - 2.5

Finger - Ernst 0 - 1, Stettler - Ryser 1/2 - 1/2, Enderli - Hilpertshauser 0 - 1, Schlegel - Linder 0 - 1

Es ist ein alteingespieltes Team, das nach Thun reist, um die Oberländer das Fürchten zu lehren. Fürchten tut sich aber vor allem der Oli, weil Thoemel ihm in Aussicht stellt, dass René Finger sein Gegner sein könnte und dass dieser das Smith-Morra Gambit nicht annimmt. Doch René spielt mit weiss auf Brett 1 gegen Raph, Oli kann aufatmen. Unsere Gegner sind erfahrene Spieler. Unser Methusalix Thoemel wäre bei denen noch der Jungspund. Die Thuner sind nicht nur älter, sie haben auch an jedem Brett 

Raph hält lange gut mit, doch plötzlich steht Renés Dame mitten im Zentrum und dominiert die Stellung. Raph muss eine Konzession nach der andern eingehen und sieht keine Verteidigung mehr gegen den Matt-Angriff seines Gegners. Doch René findet auch hier mehr als Raph und stellt einzügig die Dame ein. 0-1

Olis Gegenüber spielt französisch, doch das hindert ihn natürlich nicht daran, im Gambit-Style Bauern zu opfern. Heinz lässt sich voll beeindrucken und macht Fehler. Oli kann diese erst ausnützen und den Druck erhöhen, doch dann übersieht er den Weg zum Matt und muss Heinz ausgleichen lassen. Etwas später schenkt ihm Heinz zwei Bauern, aber Oli - mittlerweile in Zeitnot, muss einen davon wieder abgeben. Mit einem Mehrbauern findet er schliesslich im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern keinen Durchbruch mehr. 0.5 - 0.5

Dario steht nach sieben Zügen gefühlt auf Gewinn und bringt seinen Punkt souverän nach Hause. 0 - 1

Wie René Finger vor einem Jahr, lehnt Thoemels Gegner Ernst das Smith-Morra Gambit ab. Thoemel steht nach zehn zügen voll fett, hat mehr Raum, das Zentrum und der schwarze Königsflügel ist schön luftig. Allerdings hat er da schon die halbe Zeit verbraucht und verliert in der Folge den Biss. Nach zwanzig Zügen, mit mittlerweile nur noch zehn Minuten auf der Uhr, lässt er den Damentausch zu. Ernst hat die bessere Bauernstruktur und das Läuferpaar und bringt die Partie sauber nach Hause. 0 - 1

Mit diesem Sieg lösen wir uns ein wenig von den untersten Tabellenrängen und geben Bern 7 die Chance, die Spitze zu übernehmen. (Thömel Schlegel)

Zollikofen 1 - Bern 6  3.5 - 0.5

Im strömenden Regen eines grauen Samstagmorgens zogen die Schönwetterbanditen von the Six of Bern aus, um ein weiteres Revier im Berner Umland unsicher zu machen. Das schlechte Wetter oder auch die Tatsache, dass sich die Western-Darsteller in den Osten Berns bewegten, hätte ihnen ein Vorbote sein können. Dennoch, nichtsahnend des erbitterten Widerstands, der sie erwartete, betraten die Spieler das Zollikofener Revier.

Am zweiten Brett spielte ich (Anton) im London-System gegen Christian Rindlisbacher. In der Nachbesprechung verriet er mir, er könne die Eröffnung nicht gut leiden aber spiele ungerne die Hauptvariante. Nach einigen Zügen stellte sich heraus, dass die Nebenvariante für ihn die chancenreichere war. In unserem Duell konnte er den ersten Schuss setzen und liess mich seine a-Linie öffnen. Während ich damit beschäftigt war den Schaden zu analysieren setzte er den nächsten Schuss und stellte seinen Läufer dominant auf die Diagonale b1-h7. Von diesem Moment fühlte sich der Sheriff in seinem Revier sicher und ich musste mich Bauernreihen verschanzen, um nicht alles zu verlieren. Doch der Sheriff riss alle Schutzbauern weg, bis meine Figuren blank standen. Das Spiel war aus.

Am ersten Brett spielte Noel gegen Daniel Pittet. Noel überraschte ihn mit einem Sizilianer, doch Noels Gegner spielte, wie wir später hörten gerne das Kings Gambit. Er liess sich nicht beirren und rückte einfach trotzdem den f-Bauern vor. Nach einigen Zügen erreichte dann das Pferd des Gegners den Vorposten d6 und liess sich nur unter dem Aufbäumen von Noels Kavallerie beseitigen. Gerufen von dem Hufgetrappel kam aber auch schon die zweite gegnerische Kavallerie heran und nahm prompt einen der beiden Türme mit einer Gabel ein. Nach diesem Überfall verschwanden schnell die meisten Figuren vom Brett und nach einigen Manövern des gegnerischen Turms sah sich der verbleibende Läufer nicht mehr in der Lage die Mehrheit von zwei Bauern zu verteidigen woraufhin Noel sich geschlagen gab. Diesmal schnappte die Falle nicht zu.

Simone sah sich am dritten Brett nach einer schnellen Theorieprobe im Skandinavier mit einem Isolani auf der e-Linie konfrontiert. Der Gegner stürmte auf den Bauern zu und nach einigen geschickten Manövern konnte Simone dem Sturm nicht mehr standhalten und musste einen Bauern des Königsflügels aufgeben. Die weiteren Angriffe auf seine Bauern konnte er durch ausgleichende Tauschgeschäfte abwenden.

Am Ende des Tauschhandels machten sich Simones a- und b-Bauer für ein Rennen gegen die drei Bauern des Königsflügels bereits. Doch nun ereignete sich eine Tragödie: Simones b-Bauer hatte im Duell bereits alle Schüsse abgegeben und so verblieb nun keine Kugel mehr, um dem a-Bauern mit einem Startschuss den Start des Rennens zu bedeuten. Nach einigem verzweifelten Zögern nahm der überforderte b-Bauer schliesslich selbst die Beine in die Hand und vergass darüber völlig, dass diese noch eben die Zügel des Pferdes gehalten hatten. Der gegnerische Turm nahm die Einladung dankend an und schnappte sich prompt das Pferd. Das Ende der Partie erfolgte kurze Zeit später.

Am vierten Brett spielte noch Oscar gegen Peter Schmid. In der Eröffnung hatte sein Gegner für Druck auf den noch im Zentrum befindlichen König einen isolierten Bauern in Kauf genommen. Der König befreite sich jedoch schneller als erwartet und der Bauer verblieb. In einem geschickten Tausch konnte sich Oskar kurz darauf einen Bauern seines Gegners schnappen und verblieb mit einem freien a-Bauern. Die restlichen Figuren wurden schnell in die Zuschauerränge verbannt und für einen Moment fanden sich beide Könige im Duell nur von ihren Türmen und einigen Bauern unterstützt. Oscars Türme hatten Ladehemmungen und einer der beiden freien Bauern musste für ihn sein Leben lassen. Der weiterhin verbleibende a-Bauer wurde jedoch kurz darauf so gefährlich, dass der verbliebene schwarze Turm für ihn sein Leben gab. Das Endspiel der drei schwarzen Freibauern gegen Oscars weissen Turm konnten beide nicht für sich nutzen und so einigten sie sich angesichts mangelnden Spielmaterials auf ein Unentschieden. (Anton Braun)

Bern 7 - Zollikofen 2 5 2 - 2

Albert Schmid - Sveno Walder remis, Ernst Frischknecht - Rolf Rubin remis, Heinz Hofer - Werner Hertzog 0:1, Emilio Ferraro - Elias Messerli 1:0

Napoleon war ein guter Schachspieler und schlug gerne auch Schlachten auf dem Schachbrett, verfolgte dort Damen und setzte wie seinem realen Leben Könige schachmatt. Im Internet sind vom ihm vier nachspielbare, keineswegs amateurhafte Partien zu finden, auch jene gegen den legendären „Schachtürken“ (angeblich ein Automat). Im Schloss Schönbrunn hatte er 1809 Zeit gefunden, um gegen ihn anzutreten, wobei er verlor. Auch unter den misslichen Verhältnissen auf der Insel St.Helena standen ihm Partner zur Verfügung. „Wie kommt es“, rief er eines Tages (augenzwinkernd) aus, „dass ich immer gegen die starken Spieler gewinne, gegen die schwachen aber verliere?“

In den Partien von Bern 7 gegen Zollikofen 2 wurden nicht wie auf der unwirtlichen Insel Geschenke gemacht. Wir stiessen auf grossen Widerstand und kämpften mit unterschiedlichem Schlachtenglück. Erfreut nahmen wir zunächst den Erfolg von Emilio zur Kenntnis, der für den verhinderten Martin kurzfristig eingesprungen war. Veni vidi vici! Vielen Dank für das Gastspiel! Dann kam von Albert eine Remismeldung. Sein Kommentar lautet:

„Albert führte am ersten Brett die weissen Steine und hatte sich mit einer wenig gespielten Variante der Caro - Kann - Verteidigung zu befassen. Sein Gegner setzte nach dem Bauerntausch auf e4 seinen Springer auf f6 und schlug nach dem Springertausch mit dem e-Bauern zurück (sogenannte Tartakower - Variante). Diese Variante gilt als sehr solide, weist aber den Nachteil auf, dass Schwarz einen Doppelbauern in der f-Linie hat. Dieser positionelle Nachteil kann sich im Endspiel (insbesondere Bauernendspiel) auswirken. Zu Beginn konnte Albert seinen Entwicklungsvorsprung noch beibehalten, aber im Mittelspiel glich sich die Stellung aus. Es kam vorerst zum Abtausch von je zwei weiteren Leichtfiguren, und kurz ab dem 20. Zug verschwanden alle Schwerfiguren vom Brett. In der Folge entstand ein Endspiel mit je sechs Bauern und ungleichfarbigen Läufern. Der junge Schwarzspieler unternahm zwar noch Gewinnversuche, konnte aber nicht verhindern, dass am Schluss eine totale Remisstellung auf dem Brett stand.“

Bei Heinz war, als ich nach zwei Stunden auf sein Brett sah, der König in argen Nöten. Turm, Läufer und drei Bauern standen im Kampf gegen Turm, Läufer und fünf Bauern. Die Aufgabe war unlösbar. -  In meinem Endspiel bewegten sich, wie bei Albert, zwei ungleichfarbige Läufern lange ergebnislos hin und her. Ein Mehrbauer nützte mir nichts, ein Remis war nicht vermeiden.

Dank der Schützenhilfe von Bern 5, das gegen Thun 2 gewann, gehen wir als Tabellenführer in die Winterpause. (Ernst Frischknecht) 

ASV Gurten 1 - Bern 8 5 3.5 - 0.5

Bern 8 traf auswärts auf Gurten 1. Mit einem Elo-Schnitt über 1800 waren Gurten 1 als sehr erfahrenes und starkes Team der klare Elo-Favorit in der Begegnung.

Julius konnte sich in seiner Partie eine sehr gute Stellung und einige Chancen herausarbeiten, musste aber leider den Punkt an seinen grundsoliden und positionell starken Gegner abgeben. Auch Joah konnte über lange Zeit problemlos mit seinem Gegner mithalten und ihm einige Probleme bereiten. In der Zeitnot konnte er die Stellung leider nicht mehr halten. Auch Bugra konnte keinen Punkt für uns holen, er hatte die schwierige Aufgabe in seinem zweiten Spiel gegen einen sehr soliden und trickreichen Spieler anzutreten. Oliver beendete unter Zeitnot mit einer besseren aber nicht ganz klaren Stellung die Partie mit einem Remis und konnte für das Team einen halben Punkt holen.

Die Punkte widerspiegeln leider nicht die sehr starke Leistung des Teams, sind aber für die folgenden Begegnungen sehr vielversprechend.

(Miriam Hösli)

Zweite Runde, 26.11.2023

Gabriel als Pizzaiolo

Lateinamerika-Powerhouse  bei Bern 6

Bern 1  - Schwarz-Weiss Bern 2: 2 4.5 - 1.5






Gegen die zweite Lese der Schachgesellschaft Schwarzweiss Bern konnten wir eloerwartungsgemäss gewinnen. Die schönste Partie gelang wohl Oliver Marti am zweiten Brett. Leider schickte er mir dazu kein Diagramm und keinen Kommentar. Mein Verdacht ist, dass er die Partie als Nouveauté in seinen wie immer spannenden Trainings vorführen will.

Zum Diagramm links David: «Nach nicht ganz idealer Eröffnungsbehandlung sowohl von mir als auch von Schwarz schwankt die Partie mal leicht zugunsten von einer Seite und wieder zurück zur anderen Seite, wobei beiderseits nicht allzu grosser Fortschritte vermeldet werden können. Meine Stellung krankt ein wenig am schwarzfeldrigen Läufer, der lange keine vernünftigen Perspektiven hat.

Als er sich endlich befreien kann, könnte Schwarz mit einer Kombination sofort gewinnen, doch mein Gegner lässt sich von meiner Zeitnot dazu verleiten, zu schnell zu spielen und nimmt mit der falschen Figur zuerst. Dadurch ist für Weiss alles wieder im Lot und dank einer Überlastung der schwarzen Figuren ergibt sich kurz darauf ein Endspiel, dass der Schwarze sich verständlicherweise nicht mehr zeigen lassen wollte. Zum Diagramm: Partieverlauf: 30. Dxf4 gxh3 31. DxDh4 hxg2+ 32. Kxg2 LxDh4 33. TxTe8 TxTe8, etwas besser für Weiss. Stattdessen hätte Schwarz gewinnen können mit: 31.. LxDh4!» Weiss muss entweder die Qualität geben oder den Durchmarsch des h3 Bauern akzeptieren. Zum Diagramm rechts: Miralem ist überzeugt, dass er die Partie mit seinen Freibauern auf der a-Linie gewonnen hätte. Wenn er nur Turm g7 statt Dame f8 gespielt hätte. Zweifellos ist Dame f8 sehr schlecht. Nach Springer schlägt Bauer e5 hatte Miralem ein Problem, das er nicht mehr lösen konnte. Aber auch nach Turm g7 ist die schwarze Stellung bedrängt. Weiss kann mit Bauer h5 die Königsstellung in die Bredouille bringen. Bauer g5, um die weisse Dame vom Spiel auszusperren, funktioniert leider nicht. Nach Läufer f5 ist die schwarze Stellung äusserst kritisch.

Nach dem Match wurden im Klubheim noch Pizzas verzehrt. (Gabriel Hefti) 

Therwil 1 - Bern: 2 3.5 - 1.5

In der 2. Runde reisten wir in das ferne Therwil bei Basel, wo wir es mit dem wohl um den Aufstieg spielenden Therwil 1 zu tun bekamen. Zwar war das Lokal von uns aus gesehen sehr weit weg, jedoch war es auch sehr schön: eine grosse, helle Halle mit viel Platz und sogar einem indoor Gartenschach am Boden.

 

Elomässig waren unsere Gegner dann auch klar überlegen: nur ich an Brett 4 bekam mit Toni Lozancic einen nominell leicht schwächeren Gegner vor die Nase. Und erfüllte denn auch die Pflichtaufgabe: in einem scharf geführten Eröffnungskampf war ich bemüht, die Initiative zu behalten, und nicht zuzulassen, dass sich mein Gegner konsolidieren kann. Ich investierte also viel Zeit, um die richtigen Züge zu finden und den Druck aufrechtzuerhalten. Schliesslich wurde der Druck zu gross und ich gewann eine Figur, und wenig später auch die Partie.

 

An Brett 5 spielte Ruedi mit Schwarz gegen Werner Müller. Er kam etwas passiv aus der Eröffnung, stand lange aber auch sehr solide, nicht zuletzt wegen einem unumstösslichen Springervorposten auf e5. Doch in der Zeitnotphase konnte sein Gegner schliesslich einen Königsangriff lancieren, und zerstörte erfolgreich Ruedis Bauernstruktur am Königsflügel. Die Stellung war schwierig zu verteidigen, und schliesslich musste sich Ruedi geschlagen geben.

 

Beim Stand von 1:1 war es dann hochspannend: zweischneidige Stellungen an den Brettern 1-3! An Brett zwei spielte Niels mit Weiss gegen den 2100er Axel Fehr. Im Mittelspiel resultierte ein offenes Brett, auf dem viele Figuren getauscht wurden. Es resultierte ein Endspiel mit Dame+Leichtfigur; Niels mit Springer, sein Gegner mit Läufer. Jener Läufer stand denn auch sehr aktiv und bescherte Schwarz dank Angriffschancen die Initiative. Mit einer schönen Taktik, bei der sein Gegner Niels' Springer wegen eines Dauerschachs nicht nehmen durfte, konnte Niels die Damen tauschen. Danach war der schwarze König schneller am Damenflügel und drohte, die weissen Bauern abzuräumen. Niels fand jedoch ein paar schöne und wohl einzige Züge, und am Ende konnten beide Seiten gleichzeitig eine Dame aufs Brett zurückstellen. Wenig später einigten sich beide Seiten auf Remis, grosse Gratulation an Niels!

 

Es stand als 1.5:1.5, immer noch hoch spannend. An Brett 3 spielte Neumitglied Gilles gegen den 2000er Thomas Waldmeier frei auf. Nachdem er im Mittelspiel dank Damentausch einem gefährlichen Angriff entfliehen konnte, hatte sein Gegner kaum noch Zeit und noch viele Züge zu spielen bis zum Vierzigsten. Dabei gewann Gilles einen Bauern, jedoch waren seine Figuren noch etwas unkoordiniert. Auch bei Gilles tickte die Uhr, und sein Gegner fand plötzlich ein paar starke taktische Ideen. Gilles kämpfte gegen die Niederlage und fand ein paar sehr kreative Ressourcen: er liess zwecks Dauerschach-Idee eine Umwandlung zu, doch sein Gegner konnte die Dame zurückgeben um das Remis abzuwenden, und stand am Ende mit einem Springer mehr da. Gilles musste sich also geschlagen geben, hat aber auf Augenhöhe gegen einen starken Gegner gespielt, sehr beeindruckend!

 

Beim Stand von 1.5:2.5 spielte also nur noch Julian an Brett 1. Gegen Marc Jud kam er mit Schwarz gut aus der Eröffnung und hatte das Zentrum, Weiss hatte fortan jedoch sehr aktive Figuren, und somit war Julian um Täusche bemüht. Schliesslich kam es zu einem Damenendspiel, Weiss spielte jedoch dank einem Freibauern am Damenflügel auf Gewinn. Auch Julian fand viele Ressourcen und suchte auf dem ganzen Brett das Dauerschach. Schliesslich musste er sich um Haaresbreite geschlagen geben: wäre die Stellung ausgespielt worden, hätten beide Seiten am Ende zwei Damen auf dem Brett, Julian wäre jedoch Matt gegangen.

 T

Nach hartem Kampf verloren wir also mit 1.5:3.5. Unser nächster Gegner, Köniz-Bubenberg, wird wohl elomässig vergleichbar überlegen sein. Doch mit einer Leistung wie heute und vielleicht etwas mehr Wettkampf-Glück rechne ich uns durchaus Chancen auf Mannschaftspunkte aus! (Linus Rösler)

Thun 3 - Bern 2: 1.5 - 2.5

Am ersten Brett schickten wir Luca Marbacher ins Gefecht. Luca scheut nie vor kritischen Varianten zurück und nimmt auch in diesem Spiel kalkuliertes Risiko in der Eröffnung. Das Risiko wird belohnt, seine Figuren entwickeln sich natürlich und üben Druck auf die zerrüttete Bauernsstruktur seines Gegners aus. Sein Gegner, Peter Hirsbrunner, sichtlich unwohl mit der Entwicklung auf dem Brett, sucht die richtigen Felder für seine Figuren. Luca drückt weiter nach vorne und kann die verlorenen Tempi seines Gegners schliesslich ausnützen und die Bauernanzahl wieder ausgleichen. Der Angriff von Luca rollt weiter auf den gegnerischen König zu. Dieser – mittlerweile unfähig zu rochieren – versucht sich Schritt für Schritt in Sicherheit zu bringen. Luca schnappt sich die Qualität, verliert aber einen Bauer und schafft sich einen isolierten a-, c-, und e-Bauer. Zu viel Angriffsfläche für Gegenspiel. Der Anblick des Qualitätsvorteil vernebelten Lucas positionelle Sinne. Nach weiterer Vereinfachung der Stellung, einigten sich die Spieler auf ein remis.

 

Am zweiten Brett spielte Ivan Wissler eine Partie voller Aufs und Abs. Die über 400 Elo Differenz zu seinem Gegner Moris Matter waren trügerisch. In der Eröffnung gewinnt Ivan einen Bauer, lässt aber später seine Dame fesseln und er muss die Qualität aufgeben, um Schlimmeres zu verhindern. Ivan kämpft aber weiter und bleibt von nun an präzise, so dass er die Ungenauigkeiten im Endspiel seines Gegners doch noch ausnützen kann. 

 

Am dritten Brett spielte Tobias Habegger mit den schwarzen Figuren gegen Dominik Bärtschi. Ein zurückhaltender Start beider Partien ergab eine ausgeglichene Stellung nach der Eröffnung. Mit h6, g5 drückte Tobi den gegnerischen Läufer zurück auf g3 und nahm ihm gleich mit seinem Springer vom Brett. Eine fatale Entscheidung. Dies öffnete die h-Linie und der weisse König chillte noch in der Mitte des Bretts. Somit gesellte sich der weisse Turm unverhofft zu den beiden Springern, der Dame und dem Läufer, die alle ebenfalls gefährlich auf den König zielten. Tobis Figuren waren ungenügend entwickelt oder standen sich selber im Weg, um den König ausreichend Schützenhilfe zu leisten. Er mobilisierte noch seine Dame zur Verteidigung, musste aber gleich darauf die Partie aufgeben. 

 

Am vierten Brett liess es Luca d’Arcangelo gegen Robin Schmied wiedermal einfach aussehen. Zug 5 stand er bereits +2.5, Zug 8 gewinnt er einen Bauer, Zug 9 bereits +4.7 mit einem brutalen Angriff, Zug 12 gewinnt er die Qualität. Danach konsolidierte er seine Position, stellte die Figuren dorthin wo sie hingehören und konnte nach Zug 27 die Gratulationen seines Gegners entgegennehmen. 

 

Auf dem Papier traten wir die Reise nach Thun als Favorit an. Wir waren an allen Brettern Elo-mässig favorisiert oder klar favorisiert. Einmal mehr zeigte sich, dass die Spiele auf jedem Niveau erst einmal ausgespielt werden müssen. Diesmal kamen wir mit einem blauen Auge davon und dürfen von der Tabellenspitze grüssen. (Jonas Mosimann)

Köniz Wabern 1 - Bern 5: 2- 2

Die Partie begann mit einem Schrecken, als Sipan kurz vor 14:00 Uhr im Lokal Altenberg auftaucht statt beim Auswärtsspiel im Wabernstöckli. Doch er schaffte es innerhalb der Toleranzzeit von einer halben Stunde sich zum Fusse des Gurtens zu begeben. Dort traf er mit Serge Serempus auf einen alten Bekannten. Der erfahrene Serempus setzte sich in dieser Partie aber durch. Der Tageskapitän hatte es mit Hans Hofmann auch mit einem alten Bekannten zu tun. Housi Hofmann unterstützt Oliver im SKB-Jugendtraining und ist schweizweit wohl der einzige, der seit Ende 2021 sämtliche Trainerkurse besucht hatte.  Housi ist in dieser Partie mit ca 200 Elo-Plus der Favorit. Doch Oli wusste Paroli zu bieten. "I ha ihn am Schluss unverdient ist remis blufft"  meinte Oli nach seiner Partie. Housi zollte seinem Gegner am nächsten Tag an der Trainerweiterbildung grossen Respekt:"Dä Gieu het scho no Pfupf, auso us däm wird no öppis".  Noch eine grössere Elo-Differenz als am 1. Brett war am 2. Brett auszumachen: Darios Gegner, der erfahrene Ferdinand Krebs, hatte über 300 Elo mehr auf dem Buckel. Doch unserem Dario war das so etwas von egal. Er haute ihn einfach weg. An, der in Wabern zu Hause ist, sprang am 3. Brett kurzfristig für Raphael ein.  Dort hat er es mit dem gegnerischen Teamkapitän zu tun. Wie in der ersten Runde remisiert An auch in dieser Runde. Ein Remis gegen die erfahrenen und klar favorisierten Senioren-Wabern ist ein sehr gutes Resultat. (Nguyen Ly)

Bern 6 - Bümpliz 2 2.5 - 1.5

Bern 6 - Bümpliz 2 (Avaria 1-0 Racine; Gil 1/2 -1/2 Fasel; Tedone 1-0 Breitenmoser; C.Ly 0-1 Zimmermann)

Das schnellste Schach im Westen

Im fernen Wilden Westen, an einem ruhigen Samstagnachmittag im November, las der Sheriff der Stadt Bümpliz in aller Ruhe ein Buch über Pferde. Neben ihm bewachten drei erfahrene Cowboys das Gold, das in der Bank der Stadt gelagert wurde. Einer hielt auf einem in der Stadtmitte errichteten Turm Ausschau, ein anderer beobachtete die Bauern bei der Getreideernte im Sonnenschein, während der dritte sich fit hielt, indem er einen Läufer zu einem Wettrennen herausforderte. Was konnte an einem so ruhigen Tag schon passieren?

Und genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet, tauchen vier Banditen am Horizont auf, die berüchtigte Bern 6 Bande, die nur ein Ziel vor Augen hat: das Gold der Bank und die Siegpunkte. Die Cowboys können nicht zulassen, dass die Banditen diese Herausforderung gewinnen, und so kommt es zu einer unerbittlichen Konfrontation!

 

Cong wird bald von dem erfahreneren Cowboy gejagt, der mit seiner Erfahrung versucht, die Züge des Banditen in einem Stellungsspiel zu blockieren, bei dem der Junge Schwierigkeiten hat, gegen seinen Gegner zu manövrieren. Das Colle-System hat zwar den Ruf einer ruhigen und soliden Eröffnung, birgt aber auch Tücken, und genau diese Tücken kennt der Cowboy sehr gut. Mit seiner Erfahrung gibt er vor, den Banditen aus der Ferne zu bedrängen, während er in Wirklichkeit alle seine Truppen zum Angriff manövriert. Trotzdem ist bisher noch kein Schuss gefallen, aber wenn das passiert, ist eines sicher: dieses Spiel wird nicht unentschieden enden.

Irgendwann stehen sich die beiden im Zentrum des Dorfes gegenüber und ein Zusammenstoß ist unvermeidlich. Mit einem Sprung seines Pferdes versucht der Cowboy, Cong zu zerquetschen, der daraufhin die Figuren wechselt und seinen Springer in eine offensive Position bringt. Plötzlich fängt die weiße Dame das Pferd ein, und Cong antwortet, indem er seinerseits eine Figur einfängt und die beiden Türme in eine Gabelung bringt. Es scheint, dass der Cowboy den Banditen nicht mehr daran hindern kann, die Bank zu betreten, und Cong gewinnt einen Turm und ist bereit, das Gold in die Hände zu bekommen! Und genau hier wird die Falle zugeschnappt. Der Läufer schlägt und obwohl sich Cong nun im gegnerischen Tresorraum befindet, ist er von gegnerischen Figuren umgeben, die bedrohlich auf seinen König blicken. Zwei Läufer, eine Dame und jetzt kommt auch noch der Turm dazu. Das ist ein Hinterhalt! Cong könnte alles retten, indem er sich mit f5 mit Gold aus dem Fenster wirft und versucht, seine Figuren zur Verteidigung zu bewegen, aber das Fenster ist eng und Cong ist völlig eingeschlossen. Er versucht, sich mit g5 zu verteidigen, aber nach einem Läuferopfer schwinden seine Hoffnungen und Cong sieht sich leider geschlagen und gefesselt.

 

Gleich nebenan steht der zweite Cowboy dem siegessehnsüchtigen Banditenhäuptling gegenüber. Er versucht dann, mit dem Caro Kann solide zu spielen, indem er sofort den Läufer zieht, aber angesichts eines seltsamen Zuges des bärtigen Pferdes kommt der Läufer nach Hause und bleibt dort bis zum Ende der Partie. Durch diesen Zug galvanisiert, beginnt der Banditenführer, Raum zu nehmen und droht nach einem Springertausch mit dem Dynamitzug Dg4 alles in die Luft zu sprengen, was seinen Gegner zwingt, eine Schwachstelle an seinem Königsflügel zu schaffen. Der Läufer stürzt sich sofort auf die Schwäche und der Bandit beginnt, jedes Versteck des Cowboys zu bedrohen, der keinen sicheren Platz finden kann und gezwungen ist, mit dem König in der Mitte zu bleiben. Der Cowboy flüchtet sich in einen Saloon, aber der Bandit droht mit h4, das ganze Gebäude in die Luft zu jagen. Mit f5 versucht der Gegner, seine letzten Patronen abzufeuern, aber nach dem En-Passant hat er keine Kugeln mehr. Er versucht daraufhin zu fliehen, doch der Springer des sehr starken Vorpostens auf e5 versperrt dem Unglücklichen jeden Ausweg. Währenddessen marschiert der Bauer h unaufhaltsam weiter und überwältigt alles, was sich vor ihm befindet. Der Cowboy versucht verzweifelt, sein Pferd zurückzurufen, das in fernen Feldern kreiste, aber das Eindringen des Turms auf der Siebten und der Sieg zweier Bauern sprengen alles und zwingen ihn, sich zu ergeben und den ersten Punkt an die Banditenmannschaft zu übergeben.

Oscar findet sich in einem Bajonettduell in einer aggressiven Variante des Sizilianers gegen den gegnerischen jungen Cowboy wieder. Die beiden spielen ohne Rücksicht auf Verluste und tauschen Salven von Kugeln aus, und in der Auseinandersetzung ist es schwer zu sagen, wer besser dran ist. Die Damen werden sofort getauscht, und beide Kontrahenten entscheiden sich dafür, mit dem König in der Mitte zu spielen. Oscar hat etwas mehr Schwierigkeiten als sein Gegner, die Figuren zu koordinieren, verteidigt sich aber gut gegen die Versuche des Cowboys, ihn zu stoppen. Die Leichtfiguren stellen den Banditen nie vor Probleme, er verteidigt sich hervorragend und bereitet dem Cowboy, der prompt reagiert, einige Sorgen. Plötzlich haben die beiden nur noch je einen Turm und eine Handvoll Bauern. Wer wird der schnellste Turm im fernen Westen sein? Der positionelle Vorteil scheint bei Weiß zu liegen, aber er verliert Zeit und schafft es nicht, alle Bauern des Banditen zu schlagen, der daraufhin mit Weisheit und Erfahrung seinen Turm loslässt und alle noch herumliegenden Nuggets abschlägt, so dass er in einem Turmendspiel einen Bauernvorteil behält. Nach dem Schlagabtausch schließt der Cowboy jedoch alle Türen, und die beiden einigen sich auf einen friedlichen Ausgang, indem sie in einem nahegelegenen Saloon (nicht in dem, der im vorherigen Spiel in die Luft gesprengt wurde) ein Bier trinken gehen.

 

Alles läuft auf den letzten Kampf hinaus, bei dem der Sheriff auf dem Hauptplatz dem berüchtigten Don Diego de La Vega gegenübersteht. Hier wird nicht gerannt oder gejagt, sondern es ist "High Noon": schon ein Wimpernschlag kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Werden die 6 Banditen aus Bern mit heiler Haut davonkommen, oder wird es dem Sheriff gelingen, die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen?

Nach einem ruhigen Auftakt studieren sich die beiden Revolvermänner weiter, Schritt für Schritt, die Hand bereit, das Holster zu schnappen. Die Stellung wird symmetrisch, jeder hat zwei Türme und einen Läufer. Noch immer Rücken an Rücken, machen die beiden Rivalen keine Anstalten, den ersten Zug zu machen. Weit über 40 Züge, das Inkrement erreicht, bewegt sich immer noch nichts. Die Türme des Sheriffs sind so platziert, dass sie den einen schwachen Bauern schützen, während der Läufer die Koordination der Türme stört, indem er zwischen den beiden hin- und herschlüpft und den König in Schach hält und dann zurückzieht. Es könnte gut so enden, es könnte mit einem Unentschieden ohne Sieger enden, aber diejenigen unter Ihnen, die einen Western gesehen haben, wissen, dass es in solchen Duellen um Niederlage oder Sieg geht. Die gesamte Bevölkerung der Stadt strömt herbei, um dieses Ereignis zu beobachten, bei dem der Sheriff und der Bandit noch immer feststecken, und die Spannung steigt. Dem Sheriff gefällt dieses Ende nicht, er will nicht, dass die Banditen ungestraft davonkommen, er will nicht, dass diese Masnadier ungestraft davonkommen. Dann versucht er ein Manöver am gegnerischen Königsflügel, um Diego mit Bauernvorstößen unter Druck zu setzen und den König hinter der Mauer in Schwierigkeiten zu bringen.

Aber das ist genau das, was Diego wollte. Er wirbelt herum und feuert blitzschnell einen Schuss ab. Ein tödlicher Turmzug, und er ist zu genau für seinen Gegner, der zu spät merkt, dass er überrumpelt wurde und nichts mehr tun kann, um den Bauern zu verteidigen. Damit fällt die Stellung langsam, aber unaufhaltsam in sich zusammen wie ein Kartenhaus vor Diegos Geduld, der einmal zugeschlagen hat, aber tödlich. Dem geschlagenen Sheriff bleibt nichts anderes übrig, als sich zu ergeben und der siegreichen Bande die Schlüssel zur Bank und die beiden Punkte zu überlassen.

Nach dem 2. Sieg von zwei wird es in den nächsten Spielen noch schwieriger werden, aber mit so einem Team fängt man ja nie mit einer Niederlage an 😉. (Francesco Tedone)

Bern 7 - ASV Gurten 2: 3-1

Ernst Wüst – Raphael Samuel remis, Heinz Hofer – Tüscher Emil 1:0, Ernst Frischknecht – Ruth Engler remis, Albert Schmid – Bühler Ulrich 1:0)

In unserer Spassgesellschaft ist der Vorname „Ernst“ etwas aus der Mode gekommen. Ein Beleg dafür liefert die Führungsliste des SSB. Dort sind nur 13 Träger dieses Namens zu finden, alles Senioren. Zwei von dieser doch eigentlich erhaltenswerten Spezies spielten bei Bern 7, konnten aber den beachtlichen ELO-Durchschnitt der Dreizehn nicht erhöhen, weil beide zu ihrem Leidwesen in ein Remis einwilligen mussten. Am Brett 1 kam Ernst schon in der Eröffnung in arge Nöte, und ein frecher schwarzer Springer drang in die weisse Stellung ein. Ein vermeintlich starker Damenzug von Raphael brachte aber den Ausgleich, und die hart umkämpfte Partie endete remis. Am Brett 2 eroberte Heinz eine nicht ausreichend geschützte Figur, was zum Gewinn der Partie führte. Der am Brett 3 spielende Ernst traf auf eine sehr erfahrene und klug spielende Ruth, die sich in schwieriger Stellung tapfer verteidigte und den zunächst verlorenen Bauern wieder zurückgewann. Nach 55 in beeindruckendem Tempo gespielten Zügen war nach etwas mehr als zwei Stunden ein Remis unvermeidlich. Am vierten Brett fand die Partie schon nach einer Stunde ein Ende. Albert kam mit den schwarzen Steinen sehr gut aus der Eröffnung und hatte schon nach wenigen Zügen Ausgleich. Ab dem zwölften Zug stand er auf Gewinn. Die Idee des weissen Spielers, den Springer auf c3 zu entwickeln und mit Lb2 und Dd2 zu schützen erwies sich als untauglich. Das arme Pferd wurde von Dame (a5) und Läufer (b4) gefesselt und mit dem schwarzen Turm auf c6 noch ein drittes Mal angegriffen. Der bedauernswerte Gaul liess sich nicht mehr verteidigen und musste das Brett bereits nach dem  14. Zug und nach seinem einzigen Hüpfer von der Grundlinie auf c3 ohne Kompensation verlassen. Angesichts dieser Mehrfigur war das Spiel entschieden, zumal auch die weissen Bauern kaum vernünftig zu verteidigen waren. Doppelbauern in der a- Linie und der f-Linie sowie ein einsamer Bauer auf h3 waren mit der Idee einer soliden Bauernkette schwerlich zu vereinbaren. (Ernst Frischknecht) 

Bern 8 - Schwarz Weiss Bern 3: 2-2

In der zweiten Runde der SGM traf SK Bern 8 zu Hause auf Schwarz-Weiss Bern 3:

Mit viel Spass am Spiel und der Motivation nach dem etwas misslungenen Saisonstart ein gutes Resultat zu erzielen, trafen wir auf junge und motivierte Spieler:innen von Schwarz-Weiss. 

Obschon unser Team neu zusammengestellt wurde und wir in dieser Saison zum ersten Mal in dieser Zusammenstellung spielen, ist der Teamspirit sehr gut die Motivation gross. Die Begegnung mit Schwarz-Weiss Bern 3 war ELO-mässig eine kleine Wundertüte. Bei uns im Team sind alle noch relativ neu im Klub und bei den Gegner:innen handelte es sich mehrheitlich um sehr junge Spieler im Aufstieg. 

Am ersten Brett konnte Simon in einer taktischen Partie gegen einen starken Gegner einen Punkt für unser Team gewinnen. Timon stand in seiner Partie über längere Zeit sicher und konnte sich eine gute Stellung ausarbeiten. Die erfahrene Gegnerin konnte die Stellung jedoch für sich nutzen und Timon musste trotz seines Kampfgeistes den Punkt abgeben. Auch am dritten Brett musste Miriam einen Punkt abgeben. Julius konnte nach einem raschen Abtausch der Figuren, gegen einen sehr jungen Gegner, einen souveränen Sieg für das Team erlangen und somit das Teamresultat auf 2-2 ausgleichen. (Miriam Hösli)

Erste Runde, 04.11.2023

Auf dem Papier wären wir in diesem Erstrundenmatch der Erstregionalligagruppe A die Favoriten gewesen. Aber es kam anders. Wir kamen nass am Spielort an - Folge des stürmischen Regens - und verliessen Neuchâtel von Neuem begossen. Wenn auch ein wenig unglücklich. Aber dazu später mehr. Am ersten Brett spielte Marc remis. David verlor am zweiten Brett. Von den beiden Partien habe ich leider kaum etwas mitbekommen. Nathalie gewann ihre Partie am dritten Brett:

Am vierten Brett verlor Miralem gegen einen zwar an Führungspunkten schwächeren, aber noch sehr jungen Gegner. Miralems Konzentration wurde eingeschränkt durch einen schmerzhaften Hexenschuss. Meine Partie am fünften Brett verlor ich in der Stellung unten links. Nach dem tückischen Zug Bauer f4 hält Läufer schlägt f4 (trotz Figurenverlust), Läufer c7, Läufer d4 oder Turm a1 remis, sagt die Maschine. Nicht aber der von mir gespielte Zug Läufer b8. So verlor ich beim Stand von 2,5 zu 2,5 die entscheidende letzte Partie. Dies nachdem ich gegen meinen eigentlich schwächeren Gegner lange besser gestanden hatte und nachdem er mir zuvor remis angeboten hatte. Am sechsten Brett gewann Adrian souverän. Zur Stellung unten rechts sagt Adrian «…und hier kann ich nach dem Damentausch mit Bauer e5 vorentscheidend Raum gewinnen. Aus dieser Umklammerung konnte sich mein Gegner nie mehr befreien.» Während ich mein Endspiel versiebte konnte ich beobachten, wie Adrians Gegner sich nach dem sechzigsten Zug auf die Suche nach einem neuen Formular für die restlichen Züge machte. Ungeachtet dessen, dass er schon eine Dame weniger auf dem Brett hatte. Adrian schmunzelte. Kurz darauf gab sein Gegner trotzdem auf. Das Foto zwischen den beiden Diagrammen zeigt die beiden letzten Bretter.  (Gabreil Heft)

 In der ersten Runde der anstehenden SGM Saison ging’s für das neu zusammengewürfelte Bern 2 nach Bümpliz. Mit Spielern aus jeglichen Lebensabschnitten versuchen wir, das Erfolgsrezept von Bern 3 der letzten SMM-Saison nachzukochen.

 

Und die jungen Leistungsträger Julian und Niels legen auch schon gleich los wie die Feuerwehr. Julian an Brett 2 schmeisst seinen Springer im Zentrum dem Turm des erfahrenen Peter Schmid zum Frass vor, um ihn dann mit der eigenen Dame an die gegnerische zu fesseln. Die gewonnene Qualität verwertet er souverän. Niels an Brett 3 hat nach der Eröffnung zwar einen durch Angriffsspieler Firas Elhamdi blockierten Isolani, nutzt dann aber die schwache Grundlinie seines Gegners zum Turmgewinn. Zwei starke Siege!

 

Die älteren können es den Junioren leider nicht gleich tun. Djuro hält sich gegen den starken Christian Esper an Brett 1 lange gut, übersieht dann jedoch den taktischen Materialverlust und steht auf verlorenem Posten. An Brett 5 spiele ich gegen Jakub Redzepi. In der Eröffnung habe ich die Initiative und stehe plötzlich mit der Dame und drei Leichtfiguren vor dem gegnerischen König. In blitzerischem Übermut bin ich überzeugt, zwei direkte Gewinnzüge zu haben, direkt gewonnen hätte jedoch nur jener, den ich nicht gespielt hab. Etwas enttäuscht über die eigene Ungenauigkeit meine ich nach sorgfältiger Überlegung dennoch, eine Gewinnvariante zu sehen, und opfere drauflos. Schade nur, dass alle meine Berechnungen auf dem abenteuerlichen Zug Df6-h5 aufbauen, und somit irgendwo zwischen Hirngespinsten und wilden Fieberträumen anzusiedeln sind. Den Mannschaftssieg gebe ich also zum zwischenzeitlichen 2:2 aus der Hand.

 

Bleibt noch Ruedi an Brett 4, der es mit dem Schachrückkehrer Andreas Tschöpe aufnimmt. Im Mittelspiel stehen Ruedis weisse Figuren eher verkrampft, sein Gegner kann einen Springer munter zwischen den durch eigene Bauern gedeckten Feldern e3 und g2 Hin und Her ziehen. Unbeeindruckt dessen verteidigt Ruedi seine Stellung abgebrüht, und als sein Gegner vergeblich den konkreten Vorteil sucht, luchst Ruedi ihm einen Turm ab. Da Ruedis entblösster König von zwei verbundenen Freibauern angeschielt wird, muss er jedoch bald eine Figur zurückgeben. Auch in der Folge findet sein Gegner starke Züge, sodass Ruedi nie Zeit hat, seine Stellung zu konsolidieren. Als dies schliesslich im Verlust einer weiteren Leichtfigur endet, bietet Ruedis Gegner in nun wohl gewonnener Stellung das Remis an, was er dankend annimmt. 

 

Somit starten wir dank unserem starken Nachwuchs wenigstens mit einem Unentschieden in die Saison. Ich kann mir noch immer nicht erklären, wie ich während zehnminütiger Überlegung nicht realisiert habe, dass die Dame von f6 nicht nach h5 sondern nach h4 zieht. Doch nun möchte ich aufhören, den Matchbericht zur eigenen emotionalen Verarbeitung der frustrierenden Niederlage zu missbrauchen, und freue mich auf die kommenden Runden mit diesem starken und diversen Team! (Linus Rösler)


Bei nasskaltem Wetter eröffneten wir heute im rappelvollen, gemütlich’ vorgeheizten Klublokal die neue SGM Saison. Das sympathische Team Simme 2 hiess unser erster Herausforderer der Saison.

 

Olivier Blanchet, immer noch ohne ELO, übernahm Verantwortung am ersten Brett und musste gegen die routinierte Marlies Wüthrich sein Können beweisen. Mit der Eröffnung zeichnete er eine hübsche Position auf’s Brett, nur um gleich darauf einen Bauer im Zentrum einzustellen. Plötzlich musste Olivier mühsam seine Kompensation zusammenkratzen. Neun Züge später schnappte Olivier den Bauer mit einem schönen Manöver zurück und die beiden fanden sich in einem ausgeglichenen Endspiel mit schweren Figuren und je sechs Bauern wieder. Olivier versuchte in der Folge mit seinem etwas aktiveren Turm den Druck auf den gegnerischen Isolani zu erhöhen. Etwas unerklärlich verweigerte Marlies den f-Bauer zurückzuschlagen und verlor kurz darauf einen zweiten Bauer und das Spiel.

 

Am zweiten Brett spielte Luca D’A. mit den schwarzen Figuren gegen Andreas Huggler. Andreas servierte in der Eröffnung einen Bauer auf dem Silbertablett, den Luca dankend frass. In der Folge entwickelten beide ihre Figuren als wäre nichts passiert. Luca schaffte es den Angriff auf der Königsseite zu blockieren und manövrierte seinen Springer auf einen Aussenposten. Luca kontrollierte alle möglichen Veränderungen der Bauernstruktur und es gab kein Eindringen für den gegnerischen Läufer und seine türmischen Freunde. Seine dominante Position hätte ihm erlaubt mit dem König quer über’s Feld zu marschieren und die losen Bauern aufzusammeln. Dies ersparte sich sein Gegner und gab die Partie auf.

 

Am dritten Brett wollte Jonas Mosimann seinem angekratztes Selbstvertrauen neuen Schub verleihen und startete gegen Tim Dubi konzentriert. Obwohl ihn sein Gegner mit dessen russischer Verteidigung auf dem falschen Fuss erwischte, behielt er die Ruhe und fand die richtigen Züge in der Eröffnung.   

Als Tim dann seinen Springer auf d6 parkierte und mit ihm gleich das ganzes Parkhaus auf dem Damenflügel abschloss, wusste Jonas, dass der Moment für die Offensive gekommen ist. Der Anfang bildete die weisse Stute, die frech auf d5 galoppierte und die gegnerische Königin ebenfalls zurück auf ihren Parkplatz schickte. Das Pferd motivierte die restlichen Figuren sich mit Tempo zu entwickeln; diese provozierten positionelle Schwächen und Fesselungen aller Art. Als Tim endlich die Möglichkeit sah dem frechen Gaul in den Hintern zu treten, hatte Jonas in der Zwischenzeit eine fiese Falle aufgestellt. Der Springer wurde geopfert, Tim’s Dame kurz darauf geschlagen. Ohne Anführerin stolperten Tims Figuren unkoordiniert auf dem Brett herum und waren unfähig den entblössten König zu schützen.

 

Am letzten Brett starteten wir die Uhr pünktlich um 14:00 Uhr. Am Brett sass aber nur Manuel Küenzi von Simme 2.

Als sein Gegner, Luca Marbacher, regennass und keuchend erschien, zeigte die Uhr von Luca nur noch 1h 15min. Er entschuldigte sich höflich und spielte anschliessend umso erbarmungsloser. Ohne offensichtliche Fehler manövrierte sich Manuel Küenzi in der Eröffnung in eine schwierige Position. Ein scheinbar harmloses h3, um den gegnerischen Läufer zu kicken, bestrafte Luca eiskalt und riss die Bauern vor dem weissen König auseinander. Dann kam der Läufer, und der Springer, und die Dame… zu viel versammelte Power für den wehrlosen König.

 

Mit dem 4-0 ist der ideale Start in die neue Saison perfekt. Wir sind gespannt wie es weiter geht! (Jonas Mosimann)

Simon (rechts) mit dem fulminanten Debut gegen Heinz.

Aus Sicht von Bern 5

In der 1. Runde der SGM kommt es im klubinternen Duell zwischen Bern 5 und Bern 7 zu einem Aufeinandertreffen der Generationen. Auf der einen Seite haben wir das erfahrene Team um Ernst Frischnkecht und auf der anderen Seite führt Thömel das Team mit den Debütanten Simon und Joah. Beide Spieler wurden im Sommer beim Gartenschach am Bärenplatz entdeckt und in den Schachklub Bern gelotst. Unter der Fittiche vom erfahrenen Jugendtrainer Marcel konnten sie im Klub noch einmal an ihrem Spiel feilen und grosse Fortschritte erzielen.  Während Simon in seiner ersten gewerteten Partie gegen Martin Lehrgeld zahlen musste, gelang seinem Kumpel Simon gegen den erfahrenen Heinz am 2. Brett mit einem Sieg gleich ein Paukenschlag. Das Duell zwischen Ex-Präsident Albert und Vizepräsident Thömel endete Remis. Thömel hatte im Spiel den Gewinnzug verpasst. Das Unentschieden ist die gerechte Punkteteilung. Oliver am ersten Brett musste sich dem Teamleader Ernst geschlagen geben. Da die Punkte aber im Klub bleiben, kann Teamleiter Nguyen gut damit leben. (Nguyen Ly)


Aus Sicht von Bern 7 

Wer gegen eine von Nguyen gemanagte Mannschaft spielt, muss stets auf Überraschungen gefasst sein. So spielten an den Brettern 2 und 4 zwei eben erst beim Schachbund angemeldete Junioren, Simon und Joah spielen beide ihre erste gewertete Partie überhaupt. Beide sind talentierte Schützlinge von Marcel Gyger, der die Partien mit wissendem Lächeln verfolgte. Bern 7, die in unzähligen Kämpfen bewährte Seniorenmannschaft, kam dabei mit einem blauen Auge davon. Eine kleine sportliche Sensation gab es am Brett 2, wo Heinz gegen einen auch im Endspiel beeindruckend und fehlerlos spielenden Simon verlor. Am Brett 3 musste sich aber Joah nach mehreren Bauernverlusten gegen Martin geschlagen geben, einen erfahrenen Senior, der aus der Schachstadt Biel zum SK Bern gestossen ist. Am Brett 4 resultierte bei Albert und Thomas nach langem Kampf ein Remis. Am Brett 1 stand ein Morra-Gambit zur Diskussion, was im Mittelspiel zu einer komplizierten, verworrenen Stellung führte, mit Chancen auf beiden Seiten. Mit einem anfängerhaften Fehler verdarb ich meine wohl gewonnene Stellung völlig, im Endspiel musste dann Oliver nach einem Fehler von seiner Seite aufgeben. Die Punkte bleiben beim SK Bern!     (Ernst Frischknecht)

Nach dem Aufstieg mit meinem Verein aus Lugano war ich sehr froh, wieder auf dem Kapitänsstuhl zu sitzen. Während der SMM hatten meine Ex-Kollegen tapfer gekämpft und bewiesen, dass sie gute Spieler sind. Nachdem wir letztes Jahr im Playoff fast den Himmel berührt haben, wird diese Saison mit sehr starken Vereinen noch schwieriger werden. Aber bisher hat unser Team jedes Mal sehr gut abgeschnitten, warum also nicht wieder mit den 6 von Bern träumen?

Das diesjährige Debüt erinnerte mich sehr an das letztjährige, Bern gegen Bern, Experten gegen Debütanten, Erfahrung gegen Frische. Während meiner Abende im Club hatte ich das Vergnügen, Miriam (die das Zeug zu einer grossen Spielführerin hat) und die jungen Spieler:innen in ihrem Team kennenzulernen, die darauf brannten, sich zu beweisen und ein paar Spiele zu gewinnen. Das war nicht einfach.

Ich habe meinen Jungs gesagt, sie sollen spielen, wie sie wollen, ohne Druck. Es gab nur ein Verbot: Miriams Jungs zu unterschätzen und nur ein Ziel: Spaß zu haben!

 

Cong eröffnete die Tänze, indem er die gegnerische Eröffnung auf originelle Weise angriff. Er entschied sich, den Läufer in einer Verteidigung zu flankieren, in der man das nicht oft sieht. Der Gegner versuchte, die Figuren zu koordinieren und auf der Königsseite anzugreifen, aber hier erwies sich die Idee des Quiet One als genial! Er versuchte nämlich sofort, auf der Damenseite durchzubrechen, wo der Bauernvorstoß den Läufer sehr stark machte. Sein junger Herausforderer sah sich mit einem Scharfschützen konfrontiert, der drohte, seine Bauern bei jedem Zug aus der Ferne abzuschießen. Bei dem Versuch, sich vor dem Kugelregen zu schützen, verwandelte sich die gegnerische Figurenschar in einen unkontrollierten Mob. Erst wurde ein Springer von seinen eigenen Bauern blockiert und von der Wut der schwarzen Türme und Bauern überwältigt. Dann wurde ein armer, wehrloser Läufer gezwungen, sich zu opfern, was unserem Cong nicht weniger als einen zweistelligen Vorteil verschaffte. Angesichts dieser Situation zog es der Gegner vor, die Partie und den Punkt dem Team Bern 6 zu überlassen.

 

Am 4. Schachbrett debütierte Simone Crespan , der „King of the Gamblers“ (den Titel "God of the Gamblers" hat Nguyen bereits erhalten) mit den weissen Figuren! Schon in den ersten Freundschaftspartien gegen ihn wurde mir klar, dass Simone über hervorragendes Potenzial verfügt, und ich war froh, ihn in meinem Team zu haben. Unser Pokermeister zeigte auch gegen seinen Gegner, einen Neuling in Miriams Team, Kaltblütigkeit. Der Gegner schlug nämlich ein interessantes System vor, mit der klaren Absicht, sofort in der Eröffnung zu gewinnen. Simone jedoch spielte seine Karten perfekt aus, indem er mit jedem Zug seines Gegners den Einsatz langsam erhöhte und seine Figuren präzise einsetzte. Dieser hatte den Bauernvorstoß "e" und den Bauernvorstoß "c" zu seiner Verfügung. Er entschied sich daher für letzteren, was sich sofort als die falsche Wahl herausstellte. Der King of the Gamblers ließ ihn sofort bluffen und schob den Springer vor. Der Gegner sollte eigentlich die Dame aufheben, schob sie aber zum Angriff vor, um Komplikationen zu schaffen. Simone ging daraufhin sofort "all-in", indem er einen Bauern mit Schach nahm und seine gesamte Artillerie gegen die gegnerische Formation warf, die langsam eine Figur nach der anderen zu verlieren begann. Er kämpfte jedoch bis zum 39. Zug weiter, als er vor dem Showdown des Turmpaares, des Springers, der Dame und des Bauern kapitulieren musste. Ein wunderbarer Sieg für Simone, der den ganzen Abend über sein Bestes gab, den Tisch dominierte und in den Olymp des SKB-Pokers aufstieg.

Der Junge hat das Zeug zum Champion, so viel ist sicher.

 

Anton fand sich gegen den vielversprechenden Gion in einer sehr ruhigen Partie wieder. In der letzten Saison hatte ich mich an glitzernde Angriffe, Opfer und aggressives Spiel von Anton gewöhnt, der stattdessen viel positioneller spielte und versuchte, einen möglichen Fehler seines Gegners auszunutzen. Dies geschah im 8. Zug, wo es Anton nach einer Taktik seines Gegners gelang, die gegnerische Bauernstruktur zu beschädigen. Von da an spielte Anton eine praktisch perfekte Partie und ließ seinem Gegner nicht die geringste Chance zum Gegenspiel. Gion verteidigte sich immer noch gut und versuchte, Schwierigkeiten zu schaffen, aber erst die Dame und dann Antons Türme schlugen alle Bauern wie Kegel um. Unsere Robbe koordinierte alle Figuren perfekt, und Gions König sah sich in die Enge getrieben und gezwungen, Schachmatt zu setzen. Ein schöner Sieg für Anton, der bestätigt, dass er ein hervorragender Spieler ist und bereit ist, auch in dieser Saison ein Dreh- und Angelpunkt zu sein!

Was Gion betrifft, so hat er sich reichlich gerächt, indem er indirekt zum Verlust von mehreren 100 Chips und dem daraus resultierenden Ruin am Pokertisch an diesem Abend geführt hat, unter dem amüsierten Gelächter meiner Tischnachbarn.

 

Am ersten Schachbrett hatte ich vor, eine Partie à la Capablanca zu spielen, ohne allzu viele Komplikationen, aber mit einer guten Chance am Ende. Stattdessen fand ich mich in einer Hans-Niemann-Partie wieder, denn nachdem mir der junge Oli im achten Zug ein Gambit vorspielte, stand ich wie ein Stockfis(c)h da. Das mit Marcels Hilfe kurz vorbereitete Gambit zwang mich, viel zu rechnen und zu versuchen, Weiß bei der Entwicklung der Figuren und der Vorbereitung des Angriffs auf den Königsflügel nicht zu viel Aktivität zu geben. Nachdem ich gut zwanzig Züge damit verbracht hatte, die von Oli vorgeschlagenen Drohungen zu parieren, begann wie der gute Hans etwas in mir zu vibrieren und mir wurde klar, dass es Zeit war, anzugreifen. Trotz einiger Drohungen mit meiner Dame war die Partie immer noch ausgeglichen. Plötzlich fesselte Oli, der meinen Versuch, die c-Kolonne zu dominieren, vereiteln wollte, ein Springer. Ich warf mich sofort mit aller Kraft auf das arme Springer, und Oli, der nicht erkannte, dass er das Springer bewegen konnte, um den Turm zu verteidigen, der unverteidigt blieb (ohnehin eine unangenehme Variante), gab sich damit zufrieden, ihn mir ohne Kompensation zu überlassen.

Daraufhin rächte sich das Springer und ging mit unzähligen Gabeldrohungen in den Angriff über, doch nach einem Schachmatt war ich an der Reihe, meinen Gegner und sein Pony mit einem Damenopfer zu überraschen, das auch zum Verlust der gegnerischen Dame führen sollte. Oli hisste die weiße Fahne und zeigte mir bei der Analyse (die er mit mehr Selbstvertrauen als sein Kollege Hans durchführte) einige interessante Ideen im Gambit.

Dieses Debüt hätte nicht besser sein können, und nach diesen Partien ist eines klar: Bern 6 speaks for itself! 😉 (Francesco Tedone)

Hier finden Sie Matchberichte zur laufenden Meisterschaft (SMM oder SGM). 

Die SJMM-Berichte sind unter der Rubrik Jugend/SJMM

Berichte zu vergangenen Saisons sind auf Unterseiten zu finden.

Laufende Meisterschaft: SMM 2023

Achte und Neunte Runde, 30.09./01.10.2023


Dank 2 Siegen in den beiden letzten Runden belegt unsere Mannschaft den 2. Platz im Schlussklassement!

 

Nachdem in der 7. Runde die vier letztplatzierten Mannschaften alle gewonnen hatten, war der Ligaerhalt für unser an 4. Stelle liegendes Team plötzlich wieder in Frage gestellt. Wir mussten in den letzten beiden Runden gegen zwei gemäss ELO-Punkten stärkere Mannschaften antreten und auch dabei noch auf einige Stammspieler verzichten. Somit fuhren wir mit gemischten Gefühlen nach Basel, wo wir in der vorletzten Runde gegen Sorab antreten mussten.

 

 Sorab – Bern 3:5

 

Zelko Stankovic (2299)        –    Adrian Gschnitzer (2400) remis

Nazariy Ustjanovich (2309) –    Oliver Sutter (2310)              remis

Milorad Grbic (2256)          –    Jonathan Gast (2068)                1:0

Zoran Bojic (2173)               David Schaffner (1982)        1:0

Stanislav Budisin (2097)      –    Fabian Pellicoro (2024)            0:1

Daniel Matovic (2056)         Arshavir Musaelyan (1986)  0:1

Slavoljub Andjelkovic (1767)  –    Linus Rösler (1804)                  0:1

Aleksandar Jovanovic (1814)  –    Nathalie Pellicoro (1933)          0:1

 

In diesem Match kamen Nathalie und Linus zu schnellen Siegen. Zudem stand Arshavir schon früh auf Gewinn. Nachdem auch noch Fabian zu Materialvorteil kam, einigten sich Adrian und Oliver mit ihren Kontrahenten auf ein remis. David und ich verloren beide den Faden und damit die Partie. Zuletzt gewannen Arshavir und Fabian ihre Partien gegen stärker eingeschätzte Gegner!

 

Bern – Echallens 5:3

 

Adrian Gschnitzer (2400)      –   Niels Willems (2380)               1:0

Jonathan Gast (2068)             –   Guillaume Sermier  (2366)   remis

Oliver Sutter (2310)               –   Ralph Buss (2341)               1:0

David Schaffner (1982)         Steve Papaux (2096)            0:1

Arshavir Musaelyan (1986)   –    Yevgen Bondar (2301)            1:0

Hidde Dijkstra (1998)            Romain Gemelli (2122)      1:0

Fabian Pellicoro (2024)          –   Pascal Vianin (2126)        remis                                  

Nathalie Pellicoro (1933)       –   Nicolas Perreard (2018)           0:1

 

Mit dem Sieg vom Vortag hatten wir den Ligaerhalt definitiv gesichert, während das Team von Echallens  noch Aufstiegsschancen besass. Dazu hätte Echallens gegen uns gewinnen und gleichzeitig Schwarz-Weiss gegen Riehen verlieren müssen. Wie die Resultatübersicht zeigt, kam es aber anders: Zu den beiden Siegen unserer Teamstützen Adrian und Oliver kamen noch zwei weitere, überraschende aber verdiente Siege von Arshavir und Hidde dazu! Und auch die beiden Unentschieden von Fabian und mir konnte man nicht unbedingt erwarten.

 

Das Fazit der Saison: Die jüngeren Mitglieder unserer Mannschaft aber auch Arshavir aus der 2. Mannschaft sind besser geworden, was sich aber noch nicht bei allen in den ELO-Zahlen zeigt.

Die Mannschaften in der Nationalliga B Westgruppe sind sehr ausgeglichen. Trotz teilweise grossen ELO-Unterschie­-den scheint jede Mannschaft schlagbar zu sein. Allerdings müssen wir auf der Hut bleiben. Wie schon letzte Saison war der Klassenerhalt erst nach der vorletzten Runde gesichert!

                                                                             

(Joni Gast)


Siebte Runde, 26./27.08.2023


Vevey – Bern 1 5:3

 

Aurélien Crut  (2334 )       Adrian Gschnitzer (2400) remis

David Burnier (2260)        –    Oliver Sutter (2310)                 0:1

Aurélien Pomini (2215)     –    Afrim Fejzullahu (2284)          1:0

Laurent Jacot (2088)          David Schaffner (1982)    remis

Damien Ribière (2219)      –    Jonathan Gast (2068)               1:0

Jean-Jacques Dousse (2060)  – Marc Arsenie (2067)         remis

Shir Shatil (2139)               Oliver Marti (1972)             1:0

David Bigler (1974)           Nathalie Pellicoro (1933)  remis

 

Leider hat es die 1. Mannschaft  nicht geschafft, gegen das gemäss aktueller Elo-Liste leicht schwächere Team von Vevey einen oder zwei Mannschaftspunkte zu holen.  

Adrian stand zwar gegen seinen Gegner leicht besser, er konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Der einzige Sieg gelang Oliver, dessen aktive Figuren die Partie dominierten. Als die schwarze Dame die Verteidigungsreihen verliess und auf Bauernfang ging, gewann Oliver mit einer hübschen Kombination die Qualität und die Partie.

Am 3. Brett war es Afrim, der infolge einer falschen Zugreihenfolge die Qualität und damit die Partie verlor.

David übersah in seiner Partie eine Möglichkeit, in Vorteil zu gehen. Dafür kam er nie in Zeitnot und war auch nie in Gefahr, die Stellung zu verlieren.

Am 5. Brett leistete ich mir im Mittelspiel einige Ungenauigkeiten, die zum Partieverlust führten.

Marc konnte in seiner Partie zwar die Qualität gewinnen. Im Endspiel konnten seine beiden Türme aber nichts gegen den schwarzen Turm und den sehr aktiven schwarzen Springer ausrichten. Um nicht zu verlieren musste er sogar die Qualität zurückgeben.

Oliver Marti erreichte gegen den starken Junior Shir Shatil mit Schwarz  eine ausgeglichene Stellung. Dann wurde es im zu langweilig und er opferte Bauer und Springer, um der Partie mehr Leben einzuhauchen...

Die Partie von Nathalie endete zuerst. Trotz unterschiedlicher Rochaden kam es zu einer Punkteteilung. (Joni Gast)


Sechste Runde, 26./27.08.2023


Bern 1 – Solothurn 4.5 : 3.5.  (Oliver Sutter –  Sergey Owsejewitsch ½:½, Afrim Fejzullahu – Emanuel Schiendorfer  ½:½, Nicola Ramseyer–Ali Habibi    ½:½, Jonathan Gast – Marcel Fischer 1:0, David Schaffner – Peter Thomi 0:1, Marc Arsenie – Markus Muheim 1:0, Arshavir Musaleyan – Anton Meier    1:0, Oliver Marti  – Jakub Kwiatowski 0:1)


Dank einem glücklichen Sieg hat sich unser Team vorläufig im oberen Mittelfeld etabliert und somit den Ligaerhalt vorzeitig gesichert!

 

Drei Remis an den ersten 3 Brettern gegen ELO-stärkere Gegner haben zu diesem knappen Erfolg beigetragen. Dabei mussten Afrim und Nicola einige schwierige Situationen meistern bzw. überstehen. Am 1. Brett hatte dagegen Oliver Sutter (2311 ELO) gegen den 2580 ELO-Punkte aufweisenden Sergey Owsejewitsch zunächst leichte Vorteile, die aber nicht zu einem Sieg ausreichten.

 

Am 4. Brett wollte mein Gegner eine Remis-Stellung «ums Verrecken» gewinnen. Dabei kam er in Zeitnot und verlor 2 Bauern. Nachdem 41. Zug gab er auf. Nach diesem Sieg stand es noch 3:2 für Solothurn, den neben den beiden Remis von Oliver und Nicola standen auch die Niederlagen von David und Oliver Marti bereits fest. David kam nicht zum ersten Mal in Zeitnot und stellte seine Partie einzügig ein. Und Oliver opferte in jugendlichem Übermut die Qualität, was sich aber als ungenügend herausstellte.                                                                                              

 

Dann sah es für uns sehr gut aus. Afrim konnte seinen Gegner mit Turm und Springer und einem Bauern gegen Turm und 5 Bauern in Schach halten. Und die Partie von Marc am 6. Brett gegen Markus Muheim hatte sich aus einer kritischen Stellung zu seinem Vorteil gewandelt. Sein Sieg stand nach fast 6 Stunden fest. Kurz zuvor hatte auch Arshavir seine vorteilhafte Stellung verwertet. (Joni Gast)



Bern 3 - Thun 2  5:1 (Roth - Wenger1:0; Kanana - Bien 1:0; Stadler - Ryser ½:½; Wälti - Jost 1:0; Gade - Finger 1:0; Sutter - Enderli ½:½).


SKB 3 hat am letzten Samstag ein deutliches Lebenszeichen gesetzt und mit einem grandiosen 5-1 Sieg gegen Thun, der auch in dieser Höhe völlig verdient ausgefallen und nie gefährdet war, gezeigt dass wir den Ligaerhalt in extremis noch schaffen wollen. Mit diesem Kantersieg haben wir uns vom letzten Platz

gleich auf Rang 5 katapultiert. Es zeigt sich, dass die Symbiose Jung und Alt endlich gegriffen hat. Die Rangliste nach 6 Runden sieht wie folgt aus:

 

 

Das Restprogramm ist wie folgt:

SKB 3 – Düdingen

Zollikofen – Trubschachen

Bümpliz – Thun

Bantiger – Spiez

 

Ich habe schon mal die möglichen und vielfältigen Szenarien durchkalkuliert:

 

Szenario 1: Sieg gegen Düdingen – wie aus obiger Tabelle abzulesen ist sind wir mit 7MP gerettet

 

Szenario 2: Remis gegen Düdingen – auch hier sind wir zu 100% gerettet, d.h. mit 6 MP und dank dem

           hohen Sieg gegen Thun hohen EP. Man sehe und rechne:

           Bei Zollikofen-Trubschachen könnte uns Zollikofen noch überholen mit einem 5-1 Sieg, was

           eher unwahrscheinlich ist. Dafür wäre dann Trubschachen hinter uns. Sollte Trubschachen gewinnen

           wäre dann Zollikofen hinter uns rangiert. Beim Match Bümpliz-Thun könnte Thun noch mit einem

           6-0 Sieg zumindest mit uns gleichziehen, d.h. 6MP und 21.5EP, dann wäre aber Bümpliz hinter uns.

 

Szenario 3:  Niederlage gegen Düdingen – auch hier wären wir noch nicht abgestiegen. Da Trubschachen und

                 Zollikofen gegeneinander spielen – würde es nur 1 Team schaffen uns zu überholen. Dann käme

     Aber das grosse Zittern bis am Sonntag Vormittag, wo dann die Resultate auf der SSB.Homepage     

                 veröffentlicht werden: Thun dürfte dann gegen Bümpliz nicht gewinnen, ansonsten würde es uns doch noch

           erwischen.

 

Somit ist die Marschroute für den 16.9.23 klar. Mindestens 1 MP gegen Düdingen um den Ligaerhalt abzusichern. Düdingen selbst ist auch unter Zugzwang, da Sie gegen uns gewinnen müssen, wenn möglich sogar relativ hoch um sich das Ticket für das Aufstiegsspiel zu sichern.

 

Für mich persönlich wird dies wohl der «dramatischte» und spannendste Abstiegskampf werden, denn ich je in meiner jahrzehnte langen SMM-Karriere erleben darf. Genau dies ist aber die Faszination der Mannschaftswettkämpfe. Uebrigens gibt’s es noch ein unglaubliches Szenario 4, dass aber eher Wunschdenken ist aber auch nicht ganz abwegig. Sollten wir Düdingen schlagen, Bantiger gegen Spiez verlieren und Bümpliz gegen Thun nicht gewinnen wären wir mit 7MP und den klar besten EP auf Platz 2, bzw. im Aufstiegsspiel. (Matthias Roth)



Schwarz-Weiss Bern 3 - Bern 7  3½:2½ (Schmied - Schlegel 1:0; Häberli - Hilpertshauser 1:0; Collison - Braun 1:0; Duong - Stettler 0:1; Romanovskyi - Gil 0:1; Sommer - Grob ½:½).


Viel fehlte nicht

 Um die Relegation zu vermeiden, müssen wir noch mindestens einen Punkt holen, so könnten wir uns noch an Belp vorbei schleichen. Wir waren sooo knapp dran! An den ersten drei Brettern hätten wir den fehlenden halben Punkt klar in Reichweite gehabt. Aber der eine verliert in ausgeglichener Stellung auf Zeit, der andere kann einen Vorteil nicht verwerten und der dritte übersieht eine Opfer-Kombination. Oli, Oscar und Lenny an den hinteren Brettern spielen hingegen souverän und holen zweieinhalb Punkte.

Jetzt liegen wir zwei Punkte hinter Belp, da diese es geschafft haben, unserem Team4 einen Punkt abzuluchsen.

Für die letzte Runde brauchen wir noch zwei Punkte und können hoffen, dass die Thuner sich gegen Belp keine Blösse geben. Noch ist der Ligaerhalt möglich! (Thomas Schlegel)

Fünfte Runde, 24.06.2023

Payerne 1 – Bern 1 1.5 : 6.5 

1 Th. Stieve  (2343)    - A. Fejzullahu  (2292)     remis

2 A. Colmenares  (2347) -   O. Sutter  (2297)             0:1

3 C. Pahud  (2117)      - A. Gschnitzer (2420)      0:1

4 A. Lienhard (2256)      - N. Ramseyer  (2142)         0:1

5 L. Stoeri (2084)           - J. Gast ( 2066)               1:0

6 N. Stieve (2070)          - M. Arsenie (2019)          0:1

7 F. Zarri (2112)             - H. Dijkstra (2002)          0:1

8 M. Zargarov (1947)    - F. Pellicoro (1989)          0:1

 

Mit dem hohen Sieg gegen Payerne schaffte unsere Mannschaft in der 5. SMM-Runde quasi ein Comback, nachdem der Wettkampf zuvor gegen Schwarz-Weiss hoch verloren gegangen war. Dabei gelangen Oliver, Adrian Nicola und Marc überzeugende Siege, während Hidde und Fabian das Glück teilweise arg beanspruchten. Zeitweise stand auch Afrim dank eines Mehrbauers auf Gewinn. Allerdings wurden bis auf je einen ungleichfarbigen Läufer alle Figuren abgetauscht, sodass es keine Gewinnmöglichkeiten mehr gab. Ich selbst verlor einzügig die Qualität und die Partie.

 

Momentan belegen wir in der Nationalliga B Westgruppe mit 5 Mannschaftspunkten den 6. Platz. Wir spielen noch gegen Solothurn (4. Mannschaftspunkte), Vevey (3 Mannschaftspunkte)  und gegen Sorab und Echallens (je 6 Mannschaftspunkte). (Joni Gast)

Vierte Runde, 10.06.2023


La Chaux-de-Fonds I - Bern II 3½:2½ (Pierre-Alain Bex - Arshavir Musaelyan 1-0, Aneet Arulanantham - Volker Radt 0-1, Claude Juvet - Linus Rösler 1-0, Vanni Meier - Bénédict Wasserfallen 0-1, Claude Gigon - Nguyen Ly ½-½, Mariano Cagnoni - Miriam Hösli 1-0)


Nach zuletzt zwei Siegen ging es für uns zu den Kantonsbrüdern des Nordwest-2-Krösus Neuchatel nach La Chaux-de-Fonds. Dort waren wir klar Favorit, jedoch verloren wir schon vor dem Match zwei wichtige Figuren: Klaus und Dominik wurden am Matchtag von schweren Magen-Darm-Symptomen heimgesucht. So setzte ich alle Hebel in Gang, um noch Ersatz zu organisieren. Fündig wurde ich zuerst in der Person unseres all-engagierten Präsis Nguyen, der nicht nur spontan mit uns in den Hochjura reiste, sondern gleich auch noch weiteres Personal organisierte: wir sassen schon im Zug im Glauben, dass wir zu fünft antreten müssen, da klingelte bei Nguyen das Telefon. Miriam traute sich für ihre zweite gewertete Partie schon in die 2. Liga und reiste uns hinterher. Solches Engagement und solcher Mut verdient das allergrösste Lob!

 

Als wir im Lokal ankamen, mussten wir feststellen, dass unseren Gegnern schon vor dem Match eine Umwandlung gelungen war: am ersten Brett spielte zum ersten Mal in dieser Saison der 2150 Elo aufweisende Pierre-Alain Bex, und da sie auch sonst stark besetzt waren, wies ihr Eloschnitt gut 100 Punkte mehr auf als sonst. Ein schwieriges Match stand also bevor!

 

Am 6. Brett spielte Miriam mit den weissen Figuren engagiert auf. In einer geschlossenen Stellung nach der Eröffnung zögerte sie nicht, im Zentrum den Durchbruch zu wagen, übersah dabei jedoch leider, dass ihre Zentrumsbauern danach unweigerlich den schwarzen Figuren zum Opfer fallen. Danach hatte Schwarz das Material und die Kompensation. Miriam wehrte sich stark und wäre beinahe noch taktisch zurückgekommen, jedoch musste sie bald die Segel streichen. Trotzdem vielen Dank fürs spontane Einspringen, und weiter so!

 

Nguyen am 5. Brett verkündete vor der Runde noch stolz, eines seiner wohl eher dubiosen Gambits spielen zu wollen, dem schon so mancher SKBler im Monatsblitz zum Opfer gefallen ist. Nach der Partie verkündete er jedoch mit etwas gemindertem Enthusiasmus, dieses Gambit nie mehr in einer Langzeit-Partie zu spielen. Nachdem er in der Eröffnung fast untergegangen wäre, kam es im Mittelspiel zu einer sehr trockenen Stellung. Danach war es eher Nguyen, der bei ungleichfarbigen Läufern und Damen auf dem Brett in der Verteidigung war. Die Stellung war jedoch klar Remis, und darauf einigten sich die beiden auch wenig später.

 

Am 4. Brett spielte Bene mit Weiss, für den sich an diesem Tag gleich zwei kosmische Kreise schlossen: mit seiner Reise nach La Chaux-de-Fonds kehrte er nicht nur an seinen Heimatort zurück, sondern auch an den Ort seiner ersten gewerteten Schachpartie. Auch er spielte mit dem Gedanken, eine eher dubiose Eröffnung zu spielen, für die er besonders am Anfang seiner kometenhaften Schachkarriere noch sehr bekannt war. Er entschied sich jedoch dann doch, von seinem immensem, soldien Theoriewissen Gebrauch zu machen. Er kam gut aus der Eröffnung und überspielte seinen Gegner danach souverän. Ausgleich!

 

So mussten die Bretter 1-3 über den Ausgang des Matches entscheiden. In der Stadt der Uhren manövrierten Arshavir, Volker und ich uns dort wie drei perfekt synchronisierte Uhrwerke im Gleichschritt in arge Zeitnot. Arshavir kam am ersten Brett gegen den starken Pierre-Alain Bex gewohnt gut aus der Eröffnung, wendete dafür jedoch auch viel Zeit auf. In der Zeitnotphase entschied er sich, seinen Stellungsvorteil in eine Qualität umzumünzen, übersah dabei jedoch, dass Weiss danach mit zwei verbundenen Freibauern mehr als genug Kompensation erhält. Er kämpfte stark, musste sich jedoch schliesslich geschlagen geben.

 

Volker am zweiten Brett kam unvorteilhaft aus der Eröffnung. Er erspielte sich danach laut Engine sogar einen Vorteil im Mittelspiel, jedoch war ihm die Stellung noch immer unangenehm, und die Zeit zerrann ihm in den Fingern. Schwarz lancierte einen angsteinflössenden Angriff am Königsflügel, den Volker mit wenig Zeit und bemerkenswerter Präzision abwehrte. Und so war es Volker, der noch vor dem 40. Zug mit einer schönen Taktik die gegnerische Dame und somit die Partie gewann.

 

Es stand also 2.5-2.5, und der Ausgang des Matches lag allein in meinen Händen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich jedoch nicht mehr viel ausrichten: in einer sehr trockenen Eröffnung, in der ich stets grosse Mühe bekunde, brauchte ich viel Zeit, um nicht in Nachteil zu geraten. Dies gelang mir, jedoch wählte ich in Anbetracht der drohenden Zeitnot eine wohl etwas zu ambitionierte Bauerstruktur: mit gegnerischen Bauer auf a,b,c und f,g,h und meinen Bauern auf a,b, d,e und g,h gehörte das Zentrum mir, meine Zentrumsbauern gerieten aber auch arg in Beschuss. Mit kaum Zeit auf der Uhr entdeckte ich eine taktische Idee in der Stellung, die meine Probleme lösen würde, spielte sie jedoch einen Zug zu spät, was meinem Gegner die Abwicklung in ein Endspiel mit Mehrbauern ermöglichte. Danach war ich in Zeitnot mit der Stellung überfordert, gewann den Bauern zwar zurück, doch fand mich nach dem 40. Zug mit einem unaufhaltsamen weissen Freibauern konfrontiert. Und so verlor ich die Partie, und das Team damit das Match. Es tut mir leid, ihr tapferen Spieler*innen, dass euer Mannschaftsleiter mit seiner fortlaufenden Verlustserie dieses Match aus der Hand gab. Vielen Dank habt ihr alle gespielt!

 

Der Aufstieg ist aber noch immer möglich: hinter Neuchatel mit 8 aus 8 befinden sich Kirchberg mit 6, und Mett-Madretsch, Jura und wir mit jeweils 4 Mannschaftspunkten. Kirchberg spielt aber in der letzten Runde noch gegen Neuchatel, und wir spielen sowohl noch gegen Mett-Madretsch, wie auch gegen Jura. Mit drei Siegen in den verbleibenden drei Runden könnten wir also durchaus noch auf dem 2. Platz landen. Die Aufgabe ist also klar! (Linus Rösler)



Spiez I - Bern III 3½:2½ (Klaus Aegerter - Thomas Wälti 1/2, Peter Trachsel - Markus Spring 1/2, Stephan Bachofner - Ernst Frischknecht 1:0, Hannelore Svendsen - Rudolf Stadler 1/2, Samuel Sidler - Benedikt Jorns 1:0, Angela Reithmayer - Niels Gade 0:1)

 

An einem sonnigen Nachmittag ging es für Bern 3 nach Spiez. Das Spiellokal lag idyllisch direkt in der Bucht, und so starteten wir um kurz nach 14.00 Uhr die Partien mit Blick auf den See.


 Niels gewann ziemlich schnell, nach ca. 45 Minuten konnte die Gegnerin im 19. Zug den Mattangriff nicht mehr abwehren, 1:0 für uns.

Die Freude wehrte aber nicht allzu lange, Benedikt berührte mit Materialvorteil einen Bauern, musste diesen ziehen und verlor so die

Dame, 1:1. Dann passierte lange nichts, an den ersten vier Brettern wurde zäh gekämpft, kleinere Vorteile wechselten ab mit minimalen Nachteilen.

Leider konnte Ernst nach fast 4 Stunden die Stellung nicht halten, seine Gegnerin hatte die Bauern besser auf den offenen Linien platziert, 1:2.

Thomas, Ruedi und Markus gaben alles, aber mussten nach und nach jeweils das Remis  akzeptieren, 2,5:3,5.


Danke an Euch alle für Euren kämpferischen Einsatz, es hat einfach wieder nicht sollen sein! (Silke Gade)

Zweite Runde, 29./30.04.2023

 

Bern I - Riehen II 3½:4½ (Gschnitzer - Wirthensohn 1:0, Sutter - Rüfenacht ½:½, Ramseyer - Ammann 1:0, Gast - Kiefer 0:1, F. Pellicoro - Giertz 0:1, Dijkstra - Deubelbeiss 0:1, Arsenie - Schwierskott 1:0, N. Pellicoro - Ernst 0:1).


Eine knappe Niederlage

 

Leider konnten wir das Vorjahres-Unentschieden gegen die starke Mannschaft von Riehen nicht wiederholen. Unser Team war nur gerade am 1. Brett ELO-Favorit, wo sich denn auch Adrian gegen Heinz Wirthensohn durchsetzte. Gegen die beschleunigte Drachenvariante wählte Adrian den   Maroczy-Aufbau. Dank eines Bauerngewinns am Damenflügel kam er dort zu einer 3 zu 1 Bauern­mehrheit. Bei der Verwertung seines Vorteils in einem Endspiel mit weissem Turm und Läufer gegen schwarzen Turm und Springer konnte Adrian dann nochmals auf die Schützenhilfe seines Gegners zählen.

 

In der Partie am 2. Brett zwischen Oliver Sutter und Matthias Rüfenacht einigte man sich bereits nach 14. Zügen auf ein remis.

                                

Am 3. Brett gewann Nicola mit der Alapin-Eröffnung gegen den rund 60 ELO-Punkten mehr aufweisenden Philipp Ammann. Infolge einer Ungenauigkeit von Schwarz in der Eröffnung konnte Nicola die schwarze Rochade verhindern: Philipp Ammann hatte g6 gespielt, aber den Läufer noch auf f8 gelassen. Nicola zog nun den durch die weisse Dame gedeckten Läufer nach h6.

Später wurde auf der c-Linie ein Turmpaar abge­tauscht. Danach griff der zweite weisse Turm aktiv ins Geschehen ein, während der schwarze Turm wegen der verhinderten Rochade auf h8 verblieb. Ein weiterer überzeugender Sieg von Nicola gegen einen stärkeren Gegner!

                                                                                

Am Brett 4 spielte der Schreibende mit den schwarzen Steinen (Sizilianisch) gegen den rund 200 ELO-Punkte mehr aufweisenden Gerhard Kiefer. Weiss rochierte gross, während ich den König in der Mitte behielt, um nicht in einen Königsangriff zu geraten. Es entwickelte sich eine sehr kompli­zierte Partie, die bis zum 24. Zug ausge­glichen war. Dann kam ich aber in Zeitnot und fand die besten Züge nicht mehr, was zum Partieverlust führte.                                                                                                     

                                                  

Fabian am 5. Brett bekam es mit dem rund 160 ELO-Punkte stärkeren Niklaus Giertz zu tun. Aus einer russischen Verteidigung entstand ein 4-Springer-Spiel. Nach dem Abtausch der meisten Figuren schien die Partie mit einem remis zu enden. Neben vielen Bauern an beiden Flügeln waren nur noch die beiden scharzfeldrigen Läufer übrig. Leider machte Fabian dann im falschen Moment einen Bauernzug, der seine Bauernstruktur schwächte. Sein Gegner gewann danach einen Bauern und damit die Partie.

  

Wie Hidde am 6. Brett gegen René Deubelbeiss 2 Bauern und später die Partie verlor, habe ich wegen meiner eigenen Partie nicht mitbekommen. Ebenfalls nicht viel mitbekommen habe ich vom Sieg von Marc gegen den 150 ELO-Punkte mehr aufweisenden Marc Schwierskott und von der Niederlage von Nathalie gegen Rolf Ernst. (Joni Gast)


Bern 2 - SC Kirchberg (Marti - Heniche 0-1; Musaelyan - Tanner 1-0; Dizdarevic - Marti 0.5-0.5, V. Radt - Zmyslowski 1-0; Monteforte - Schüpbach 0.5-0.5,; Wasserfallen - Weber 1-0)


Knapp 1 Jahr ist es her, dass Bern 2 in der SMM einen Sieg verzeichnen konnte, damals in der 2. Runde der Saison 2022. Ein Jahr später und eine Liga tiefer ist es die 2. Runde der Saison 2023, in der 1. Runde mussten wir ein 1-5 gegen das starke Neuchatel hinnehmen. Unser Gegner ist Kirchberg 1, die mit einem starken Team angereist sind (drei 1900er, in der ersten Runde waren es deren keiner). Trotzdem waren wir wohl leicht zu favorisieren.

 

Wir legten dann auch schnell vor: Volker am 4. Brett kam mit Schwarz wohl leicht schlechter aus der Eröffnung, kämpfte sich aber zurück, ehe sein Gegner einen Zwischenzug übersah, der ihm eine Leichtfigur und wenig später die Partie kostete. Klaus am 5. Brett tauschte mit Weiss schnell zwei Leichtfiguren-Paare, und in der resultierenden, geschlossenen Stellung mit zwei guten Springern wohl leicht besser war. Sein Gegner schaffte es jedoch, alles zu neutralisieren, und somit teilten sie sich den Punkt.

 

Soweit so gut, es steht 1.5-0.5 für uns.

 

Nun folgte jedoch eine heikle Phase: Oli sah sich in Anbetracht der anderen Stellungen dazu gezwungen, am 1. Brett mit Weiss alles für den Sieg nach vorne zu werfen. Bei seinem folgenden Angriffsfurioso fand er sich mit einer Leichtfigur weniger wieder, stellte seinem Gegner zwar noch ein paar unangenehme Fragen, musste dann aber doch die Segel streichen. 1.5-1.5 also. Dann sah es plötzlich etwas düster aus: Bene stand am 6. Brett mit Schwarz eher passiv, zwei weisse Schwerfiguren schielten auf der offenen h-Linie auf seinen König, wurden aber zum Glück vom schwarzen Lg7 neutralisiert. Alles in allem wohl schwierige Stellung. Arshavir am 2. Brett stand mit Schwarz wohl besser, musste aber noch 10-15 Züge allein auf Inkrement bewältigen und dabei auch noch einen Angriff auf der h-Linie abwehren. Barbara am 3. Brett warf mit Weiss plötzlich alle Bauern nach vorne, und erkämpfte sich so wohl die bessere Stellung, das resultierende Mittelspiel war jedoch unglaublich kompliziert (einmal hingen zeitgleich drei schwarze und 2 weisse Figuren), und auch sie hatte nur noch 2-3 Minuten für ~10 Züge. Es konnte also alles passieren, und ich kam als non-playing Captain etwas ins Bibbern.

 

Doch dann kam die Bern-2-Viertelstunde. Bene hatte plötzlich eine Leichtfigur mehr und gewann die Partie. Arshavirs Gegner stellte nicht nur Arshavir vor Probleme, sondern auch seinen Springer ins Abseits, wo dieser verloren ging. So stellten wir nach der heiklen Phase auf 3.5-1.5, und gewannen also vorzeitig endlich mal wieder einen Match in der SMM!

 

Als letztes spielte also noch Barbara, die ihr Debut für den SKB gab! Nach den unglaublichen Mittelspielkomplikationen hatte sie es geschafft, mit einer Qualität mehr über den 40. Zug zu kommen. Allerdings war ihr König komplett offen gegen die gegnerische Dame und den gegnerischen Springer, während der schware König sehr sicher stand. Es kam zu einem Endspiel mit Dame+Turm für Weiss, und Dame+Spriner+2 Bauern für Schwarz. Es konnte also nur noch schwarz auf Sieg spielen. Barbara behielt jedoch einen kühlen Kopf, tauschte die Damen ab, und erzwang mit einem schönen Trick das Remis (Weiss mit Tb5 und Kg3, Schwarz mit b4,Kc4,Sd5 und g5. Barbara spielte Txb4, und nach Kg4 verliert Schwarz auch den zweiten Bauer).

 

Wir gewannen also mit 4-2, und hoffen, nun wieder zum Siegen zurückzufinden! (Linus Rösler)



Brig 1 -  Bern 4  3-3 ( Zuber - Blanchet 0.5-0.5; Eyer - D'Arcangelo 0-1; Bärenfeller - Marbacher 0.5-0.5, Kämpfen - J. Mosimann 1-0,        Wyss - M. Mosimann 1-0, Abgottspon - Bourcieu 0-1)


Nur das Durchschnittsalter und die Berge der Walliser waren noch höher als ihr Durchschnitts-Elo. Das Generationenduell versprach aber spannend zu werden nachdem am ersten Brett Claude Zuber unserem Olivier Blanchet nach einer italienischen Eröffnung im Mittelspiel Remis anbot und sich an den Brettern vielversprechende Positionen für die Berner entwickelten.

Antoine Bourcieus wirbelte im Zentrum Staub auf und schnappte sich gegen Pius Abgottspon die Qualität. Im Endspiel hatte er keine Mühe seinen d-Bauern unaufhaltsam nach vorne zu rücken. Leider zog ich am vierten Brett keinen guten Tag ein und agierte zu zögerlich. Die Schliessung des Zentrums bedeutete positionellen Selbstmord und mein Läufer brauchte danach Antidepressiva. f5 und f6 von Ulrich Kämpfen machte es ungemütlich vor meinem König. Schlussendlich reichte eine hübsche Taktik mit Turmopfer um den König zu stellen.

Matteo Mosimann schlug sich mit den schwarzen Figuren gegen Ewald Wyss gut, fand sich aber ebenfalls mit einem depressiven Läufer im Endspiel wieder und musste schliesslich kapitulieren.

An Brett zwei spielte Luca D’Arcangelo mit den weissen Figuren gegen den gegnerischen Teamcaptain Leander Eyer, nottabene über 2000 Elo stark. Auch wenn Luca meinte, dass sein Theoriewissen nach drei Zügen endete, schien er die Position gut zu verstehen, gewann mit a4 Raum auf dem Damenflügel, etablierte ein starkes Zentrum und drückte seine Figuren kontinuierlich näher an den gegnerischen König. Die Dame winkte plötzlich von g5 dem gegnerischen König über den Gartenhag zu und rammte kurz darauf den Gartenhag samt Hecke ein. Die Dame opferte sich für ein hübschen Matt in 2.

Somit war der Match wieder ausgeglichen und alle fieberten an Luca Marbachers Brett mit, der mit einem Mehrbauern und in einem Endspiel mit vier Läufern auf den Sieg drückte. Der Mehrbauer schaffte es bis auf c2 und liebäugelte mit der Promotion, zum Sieg reichte es aber nicht. 

Wir entführen somit einen wichtigen Punkt aus dem Wallis! In der oberen Brätterhälfte übertrafen wir unser Soll mit 2 aus 3. Leider konnte ich gegen einen nominell schwächeren Gegner den Sack nicht zu machen. Trotzdem hätten wir vor dem Match für ein Untenschieden unterschrieben und können nach den ersten beiden Runden von einem äusserst gelungenen Saisonstart sprechen. (Jonas Mosimann)


Schwarz-Weiss Bern 4 -  Bern 5  2-4 ( Luisier - N. Ly 0.5-0.5; Spörri - Schäfer 0.5-0.5; Collision - Keta 0-1; Reuter - Gonzales 0-1;   von Graffenried - Stüdeli 0-1; Romanovskyi - Aegler 0-1)


Im Berner Derby gegen Schwarz-Weiss Bern 4 trafen zwei eher unerfahrene Teams aufeinander. Im Team von Schwarz Weiss 4 figurierten 4 Junioren während bei  Bern 4 mit Fabian und Gion zwei Junioren antraten. Gegen den gegnerischen Teamkapitän legte Gion furios los. Nachdem der Gegner einen Springer ohne Kompensation einstellte und Gion in der Folge einen vielversprechenden Angriff lancieren konnte, hatten wir innerlich den ersten vollen Punkt für uns schon verbucht. Doch auch für Gion soll der Spruch, wonach "die schwierigsten Partien zum Gewinnen gewonnene Partien sind" schmerzhaft gelten. In seiner Euphorie, das Mattnetz aufzuspannen, vernachlässigte er die Grundlinienproblematik. So holte der gegnerische Teamkapitän zum Gegenschlag aus und setzte Gion Schach. Auf das einzige Fluchtfeld konnte der Gegner gleich den Läufer nachziehen und Gion wieder Schach setzen. Abzugsschach und Zugwiederholungen führten unweigerlich zum Remis. Ein Remis, das sich für Gion wie eine vernichtende Niederlage anfühlte. Dem jungen SMM-Debütanten stand die grosse Enttäuschung im Gesicht geschrieben.  Aber angesichts der entspannten Situation an den anderen Brettern, war es vielleicht sogar besser, heute Lehrgeld zu zahlen.  Denn bald darauf holten fast zeitgleich Fabian und Ramon gegen ihre jungen und unerfahrenen  Gegner je einen ganzen Punkt ins Trockene. Nguyen am 1. Brett manövrierte sich in eine langweilige Stellung. Auf beiden Seiten waren noch Türme und die Dame auf dem Brett. Die geschlossene Bauernstruktur erlaubte kein Durchkommen. Da weder Nguyen noch sein Gegner etwas riskieren wollten, einigte man sich gütlich auf ein Remis. In seinem zweiten Spiel reüssierte Oli am 4. Brett zum ersten Mal. Der Gegner stellte unglücklich eine Figur ein, so dass es ein Leichtes für Oli war, das Spiel heimzuschaukeln. Den längsten Arbeitstag hatte Julius am 3. Brett. Gegen seinen unterbewerteten Gegner kam es im Endspiel zu einer ausgeglichenen Stellung. Der Gegner hatte zwar einen Bauern mehr, aber diesen Vorteil zu verwerten schien nicht einfach. Bei genauem Spiel wäre das Remis zu halten gewesen. Leider war der Lösungsweg nach über vier Stunden  am Brett  nicht mehr ganz einfach zu finden und so musste Julius sich geschlagen geben. MIt dem Schlussresultat 4-2 konnten wir aber zufrieden sein. (Nguyen Ly)

 

Bern 7 - SF Thun 1 (Simon Caduff - Thomas Mani 0-1; Công Ly - Seya Hansen 0.5-05; Anton Braun - Beat Wild 1-0; Oli Stettler - Urs Röthlisberger 0-1; Raphael Ernst - Sadik Al Sawad  0.5-0.5; Leonard Grob - Mathias Heiniger 0-1)


Simon findet in der Eröffnung eine sehr schöne Kombination, die ihm grossen Vorteil bringt. Leider findet  sein Gegner eine Verteidigung, die Simon übersehen hatte. Als Folge verliert Simon einige Tempi und das Recht, zu rochieren. Schwarz macht konstant Druck und Simon muss eine Kröte nach der anderen schlucken. Dermassen peristaltisch gefordert kommt selbst unser Survivor diesmal nicht mehr auf die Beine. Công steht gegen den jungen Seya Hansen lange stark unter Druck, findet aber Gegenspiel und kann schliesslich den halben Punkt sichern. Noch besser läuft es Anton Braun, der erstmals gegen Skandinavisch spielen muss. Zum Glück ist sein Gegner auch nach kurzer Zeit aus der Theorie draussen, so dass beide selber denken müssen. Anton gelingt das vorüglich. Sein Gegner hat noch nach der Partie Angst vor den beiden Pferden, die vor seinem Hof Rodeo gesprungen sind. Anton erreitet sich so zwei Mehrbauern. Einen davon muss er nach einer Ungenauigkeit wieder hergeben, doch kurz darauf übersieht der Gegner eine Drohung und muss bald schon aufgeben. Oli Stettler opfert einen Läufer für zwei Freibauern am Damenflügel. Urs findet die Wege, deren Vorankommen zu stoppen und danach mit seinem Läufer das Spiel für sich zu entscheiden. Raphael macht konstant Druck auf die schwarze Verteidigung und zwingt seinem Gegenüber eine schlechtere Bauernstruktur auf. Es bleiben ihm aber nur noch die Türme und ein Läufer und er findet kein Mittel, die verkeilten Bauern aufzubrechen. Lenny steht lange sauber, macht dann aber einen entscheidenden Fehler, nach dem er mit einer Figur weniger spielen muss. Für ihn ist die Runde denn auch recht bald schon zu Ende.

Thun ist mit einer Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern angereist. Das ist schön zu sehen, denn die Jungen spielen gut und versprechen den Thunern eine fröhliche Zukunft.

(Thomas Schlegel)

Erste Runde, 15./16.04.2023

Bois-Gentil 1 - Bern 1  2.5-3.5 (Masserey - Gschnitzer 0.5-0.5, Duport - Fejzullahu 0-1, Schmid - Ramseyer, Bagri - Schaffner 1-0, De La Rosa - Gast 0-1, Bieri - N. Pellicoro 0.5-0.5, Baghirov - Marti 0:1, Louis - Musaelyan 0.5-0.5)


 Ein guter Start in die neue Saison!

 

Wie schon in der letzten Saison gelang unserer Mannschaft zum Auftakt ein Sieg gegen Bois-Gentil. Obwohl die Spieler von Bois-Gentil an 5 Brettern zum Teil deutlich höhere ELO-Zahlen als wir auswiesen, fiel unser Sieg sogar noch höher aus als vor einem Jahr.  Grossen Anteil an diesem Sieg hatten die beiden «Ersatzspieler» Arsahvir Musaelyan und Oliver Marti, wobei letztgenannter sein Debut in der Nationalliga B gab. Oli, der am 7. Brett mit den schwarzen Figuren spielte, über­raschte seinen Gegner mit der hohen C-Eröffnung, was diesem gar nicht behagte. Die weissen Figuren waren unkoordiniert und standen abgesehen vom Läufer e3 alle auf der 1. und 2. Reihe. Dagegen konnte Schwarz mit dem Turm auf f8 und dem Springer auf e4 Druck auf f2 ausüben und mit dem Zug e6-e5 auch noch den rückständi­gen Bauern aktivieren. Später gewann Oli wegen einer ungenauen Verteidigung von Weiss die weisse Dame gegen einen Turm und dann auch die Partie. Damit war der Grundstein für unseren Erfolg gelegt.

  Am 4. Brett musste David die einzige Niederlage unseres Teams einstecken. Nach 1. e4 und e5 konnte er zwar seine Hauseröffnung spielen und kam dabei auch in Vorteil. Allerdings fand er dann nicht den richtigen Plan und somit auch nicht die richtigen Züge, sodass der Schwarze nach und nach seine Stellung verstärken konnte. Es lag wohl nicht an den 100 Elo-Punkten, die sein Gegner hatte!                                                                                                                     

  Als Nächstes konnten die Siege von Afrim und Nicola  am 2. und 3. Brett verbucht werden. Sowohl Afrim mit Weiss gegen Spanisch als auch Nicola mit Schwarz gegen das Londoner System gelangen überzeugende Siege. Dabei spielte Nicola mit seinem um 80 Elo-Punkte stärkeren Gegner Katz und Maus. Nachdem neben diversen Bauern nur noch die weisse Dame und Nicolas  schwarze Dame und sein schwarzfeldriger Läufer übrig blieben, räumte Nicola alle weissen Bauern am Damenflügel ab, anstatt in einigen wenigen Zügen matt zu setzen.

  Schlussendlich konnte auch der Schreibende am 5. Brett nach längerer Zeit wieder einmal einen Sieg in der Nationalliga B verbuchen. In einem Nimzoinder entstand eine ausgeglichene Stellung bei der ich als Kompensation für das weisse Läuferpaar eine leicht aktivere Stellung besass. Dann machte ich einen Zug, bei welchem ich eine mögliche weisse Antwort übersah! So kam es zu einer komplizierten Abwicklung, bei der bei richtigem weissen Spiel eine remis-verdächtige Stellung mit kleinem weissen Vorteil entstanden wäre. Mein Gegner fand aber diese richtigen Zügen nicht, sodass ich einen Bauern und damit auch die Partie gewann!

Am 8. Brett erlangte Arshavir grossen Raumvorteil am Damenflügel. Die Stellung blieb aber geschlossen, weil er seinen Bauern bis nach b6 zog, anstatt auf a6 die Bauern zu tauschen. Dadurch schnürte er zwar seinen Gegner noch mehr ein. Weiss kam aber nicht dazu, auf a6 eine Figur zu opfern, um danach mit den Türmen auf der a-Linie einzudringen. Denn Schwarz kam auf der offenen e-Linie zu  Gegenspiel mit den schwarzen Türmen. Deshalb willigte Arsahvir in ein remis ein. Damit war unser Sieg gesichert!                                                                                                                   

Ebenfalls remis endete die Partie am 6. Brett zwischen Nathalie und ihrem rund 170 Elo-Punkten mehr aufweisenden Gegner.  Nathalies Gegner spielte auf 1 e4 Sf6, die Aljechin-Verteidigung. Hier kam es zu einem Endspiel, bei der beiden Parteien die Dame und den schwarzfeldrigen Läufer besassen. Ausserdem hatte Schwarz einen Doppelbauern mehr, den er aber nicht verwerten konnte.

Nach rund 6 Stunden  endete auch die Partie am 1. Brett mit remis. Adrian hatte zwar - mit den schwarzen Steinen spielend - eine Figur mehr als sein Gegner. Dafür hatte der Weisse drei Bauern mehr. Adrians Versuche auf Gewinn zu spielen, waren zweischneidig. Er brachte sich damit selber noch in Verlustgefahr. Zu guter Letzt endete aber auch diese Partie remis. (Joni Gast)                                                                         


Bern 3 - Zollikofen 1 2.5-3.5 (Kanana - Zahner 1-0, Mauerhofer - Chilton 0.5-0.5, Stadler - Fiechter 0.5-0.5, Wüst - Pitter 0-1, Jorns - Walder 0-1,       Koch - Rubin 0.5-0.5)

Wie auch in der letzten Saison war in dieser ersten Runde der Wurm drin. Die Niederlage gegen Zollikofen wäre nicht nötig gewesen. Einzig Ziad konnte nach fast der vollen Spielzeit seinen Mehrbauern zum Sieg führen. Thomas hätte zwar in der Partie den Gewinnzug gesehen, aber nicht die Fortsetzung. Und so blieb es beim Remis. Für die nächsten Runden brauchen wir definitiv mehr Biss. (Thomas Koch)


Bern 4 - Bern 7 1 3.5-2.5 (Wettstein - Braun 0.5 - 0.5 ,  Marbacher - C. Ly  1-0,  J. Mosimann - Ernst 1-0,  Bourcieu - Brügger 0-1, Habegger - T. Schlegel 1-0, A. Nguyen - Grob 0-1)


In der ersten Runde der SMM spielte unser Team gegen die klubinterne Konkurrenz. Das Team 7 des SK Bern wurde auf die neue Saison mit einigen klingenden Namen verstärkt. Einige darunter spielten im Sensationsteam der letztjährigen SGM, in der sie ungeschlagen blieben.  Wir machten uns also auf eine motivierte und schlagkräftige Truppe bereit. Aber auch wir konnten einige starke Transfers verzeichnen und gingen selbstbewusst in das heutige Duell. 

 

An Brett 1 spielte Klaus Wettstein gegen Anton Braun. Klaus’ letzter Ernstkampf liegt beinahe 5 Jahre zurück. Ganz im Stile Ding Lirens platzierte er seine Figur mit Hut wie die Ghurkin auf f4 und machte einen Ausflug in die englische Hauptstadt. Nach gemächlichem Start standen Könige Charles und wannabe König Harry plötzlich auf gegenüberliegenden Kontinenten. Bauern wurden beidseitig losgeschickt, rannten im Zentrum aneinander vorbei und verkeilten sich, auf den halboffenen Linien türmten sich die Türme übereinander und dann war es auch schon vorbei. Man einigte sich auf eine friedliche Lösung und teilte nach 28 Zügen die Punkte.

 

An Brett 6 half Duong-An in unserem Team aus. Er verlor seine Partie gegen Leonard Grob. Vielen Dank für den Einsatz Duong-An!

 

An Brett 2 spielte Luca Marbacher mit den schwarzen Figuren gegen Cong Ly. Gegen Luca bleibt meistens wenig Zeit zum Figuren manövrieren. BOOM Bauernopfer, BOOM Zentrum explodiert, BOOM Lange Rochade. Cong hielt tapfer dagegen und verteidigte sich mit Pferd und Pfarrer. Luca drückte aber weiter auf’s Tempo und öffnete die H-Linie. Seine Türme schauten grimmig die offenen und halboffenen Linien runter. Die gegnerische Königin versuchte alle Tassen im Schrank zu halten. BOOM, Lucas Turm opfert sich und machte aus der halboffenen Linie eine offene. Ein brillanter Zug! Kurz darauf musste Cong seine Dame gegen den zweiten schwarzen Turm tauschen. Schlussendlich war der schutzlose weisse König der schwarzen Königin ausgeliefert und Cong gratulierte Luca zum Sieg.

 

An Brett 4 spielte Antoine Bourcieu mit den schwarzen Figuren gegen Peter Brügger. Während Peter den Läufer auf die Flanke setzte und den König rasch rochierte, schnappte sich Antoine das Zentrum. Er hätte nach d5 und c5 auch e5 spielen können und die Dominanz im Zentrum komplett zu machen, entschied sich aber für e6 und eine solide Stellung. Den Versuch von Antoine auf dem Damenflügel mit b5 Raum zu gewinnen wurde promt gestoppt, nachdem sein Gegener mit einem Bauernzug im Zentrum den Weg seiner Königin zum b5-Bauer öffnete und dieser daraufhin fiel. Antoine versuchte mit f5 nochmals Gegenspiel zu schaffen, schwächte aber dadurch den e6-Bauer und seinen König zu sehr. Spätestens als die weisse Dame auf e6 und ein weisser Turm auf d7 erschien, war die Stellung aussichtslos und Antoine gab auf.

 

An Brett 5 spielte Tobias Habegger mit den weissen Figuren gegen Thomas Schlegel.

Nach der Eröffnung standen die Figuren beider Streitkräften entwickelt auf ihren Feldern und warteten auf weitere Befehle. Eine Zeit lang wurden die Figuren in ihrer Stellung noch etwas optimiert, ohne jedoch entscheidendes bewirken zu können. Ein Stellungskrieg schien sich anzubahnen. Doch dann fasste sich Toby ein Herz: f4…, f5…, g4…, und kurz darauf h4…, g5…, gxh… Die Stellung war durchbrochen, Toby liess h5…, h6…, h7… folgen. Thomas musste Material opfern um den sprintenden Harry aufzuhalten, kurz darauf wäre auch noch die Dame gefallen. Toby gewinnt. Ein wichtiger Sieg für ihn und das Team!

 

Es stand also 2.5 -2.5 und die letzte Partie musste über den Tagessieg entscheiden.

An Brett 3 spielte Jonas Mosimann gegen Raphael Ernst. Erst kürzlich musste Jonas gegen selbigen in der Klubmeisterschaft eine bittere Niederlage hinnehmen.

Die Kenntnis in Raphaels bevorzugter Variante im Sizilianisch endete für Jonas nach Zug vier. Da aber auch sein Gegner nicht vertraut war mit den Spielzügen, entstand bereits früh eine Partie ohne Stockfish. Beide hatten nach der Partie das Gefühl, sie seien besser aus der Eröffnung gekommen. Stockfish lacht und sagt „null“. In einer taktikgeladenen Stellung, die sich gerade so im Gleichgewicht hielt, hielt es Raphael nicht für nötig seinen König in Sicherheit zu bringen. Dann war es zu spät! Der Läufer schnitt den Fluchtweg des Königs ab, das Zentrum konnte geöffnet werden und die Schwerfiguren drangen auf die gegnerische Grundlinie. Die Partie war vorüber. Scheinbar. Jonas suchte das Matt, die Uhr fiel unter zehn Minuten, noch 13 Züge bis zur Zeitkontrolle. Er fand das Matt nicht. Mit Grundlinienproblemen und schwachen Nerven entschied sich Jonas in ein Endspiel mit zwei Mehrbauern und ungleichfarbigen Läufer abzutauschen. Dies bedeutete 30 weitere Züge rumtänzeln auf Eierschalen mit Läufer, Bauern und König. Schliesslich reichte es doch. Raphael musste kapitulieren.

 

Der Grundstein für eine erfolgreiche Saison wurde an diesem Samstag gelegt. Nächste Runde geht es gegen den Gruppenfavoriten aus dem Wallis.

(Jonas Mosimann)

Langenthal - Bern 5 3 - 3 (Kämpfer - Gyger 0.5-0.5, Zeller - N. Ly 0-1, Zeqiraj - Frischknecht 0.5-0.5, Meister - Keta 1-0, Brütsch - Gonzalez Wüst 0.5-0.5, Birrer - Stüdeli 0.5-0.5)

Bern 5 bestehend aus 3 erfahrenen Spielern und 3 SMM-Debütanten traf auswärts auf Langenthal. Julius am 4. Brett legte mit Weiss in einer Wiener Partie los wie die Feuerwehr.  Der Königsflügel  seines Gegners war bald völlig aufgebrochen, so dass der König bald ohne Unterhose da stand. Eigentlich hatten wir da den sicheren Punkt für uns schon verbucht, ehe wir eines Besseren belehrt wurden. Dass der Spruch, wonach "die schwierigsten Partien zum Gewinnen gewonnene Partien sind" keine leere Floskel ist, hat sich da gezeigt. Im Angriffsrausch vernachlässigte Julius seine Abwehr. Mit einer Springergabel konnte sein Gegner Julius' König Schach setzen und den Turm gewinnen. Von da an ist das Momentum gekippt und der Gegner fand zurück ins Spiel. Er konnte nicht nur Julius' Angriff entschärfen, sondern setzte zum Gegenschlag aus. Bald darauf konnte er seinen Materialvorteil zu seinen Gunsten nutzen und den vollen Punkt für die Gastgeber holen. Ernst hatte es am 3. Brett gegen ihren stärksten Spieler zu tun. Im Zug nach Langenthal hat sich Ernst noch auf die Partie vorbereitet. Dies schien sich gelohnt zu haben, denn Ernst schaffte es, seinen 300 Elo höher gewerteten Gegenspieler in Schach zu halten. Mit dem Remis konnte Ernst seine reine Weste im 2023 weiterhin bewahren. Nguyen mit Weiss am 2. Brett hat die Eröffnung total vermasselt: Sein weissfeldriger Läufer stand auf dem Abstellgleis. Sich dessen bewusst, dass der schwache Läufer im Endspiel eine Hypothek werden würde, musste Nguyen die Entscheidung im Mittelspiel suchen. Als der Gegenspieler in einer ausgeglichenen Stellung das Remis durch Zugwiederholung ausschlug,  setzte Nguyen zum Angriff am Königsflügel an. Ein Turmopfer am Königsflügel brachte den Durchbruch. Nach einem verzweifelten Gegenangriff, der sich in Rauch auflöste, musste der Gegenspieler aufgeben. In einer geschlossenen Partie mit taktischen Möglichkeiten auf beiden Seiten mühte sich Oliver in seiner allerersten Ernstpartie über vier Stunden am Brett ab. Die Erleichterung stand ihm im Gesicht geschrieben, als er die Partie schliesslich Remis halten konnte. Ramon hatte es am letzten Brett mit dem gegnerischen Teamleiter zu tun. Obwohl er im Endspiel einen Bauern zurücklag, schaffte er es mit seinen beiden Türmen den Gegner zu bedrängen. Schliesslich einigten sich beide auf ein Remis. Marcel am 1. Brett hatte den längsten Arbeitstag. Im Mittelspiel hatte Marcels Figuren kaum Entfaltungsmöglichkeiten während der Gegner mit seinen vorrückenden Bauern Raum gewinnen konnte. Entgegen seinem Naturell musste sich Marcel aufs Reagieren beschränken. Doch er schaffte es, seine Stellung zu verteidigen, so dass auch die letzte Partie des Tages mit einem Remis endete. Das 3-3 ist eine gerechte Punkteteilung und für uns ein zufriedenstellender Auftakt. (Nguyen Ly)  


Bern 4 - Bern 7 (Klaus - Anton ½:½; Luca M. - Công 1:0; Jonas - Raphael 1:0; Antoine - Peschä 0:1; Toby - Thoemel 1:0; An - Lenny 0:1)


Was hätten wir nur ohne unsere Verstärkung gemacht?! Peschä hilft ausnahmsweise aus, damit wir kein Forfait geben müssen. Und er geniesst seine Partie gegen Antoine in vollen Zügen! Nicht nur das, er trifft schon um viertel nach eins im Lokal ein, hilft beim Aufstellen, bleibt nach seiner Partie bis zum Ende und geht nicht eher, als dass alles abgewaschen ist - wahrhaftig die gute Seele des Klubs! Lenny gibt sein Debut, nachdem ihn Nguyen und Linus überredet haben, jetzt schon eine Lizenz zu lösen. Dabei hält er Ans Angriff am Königsflügel stand, holt sich einen Mehrbauern und verwertet diesen Vorteil souverän - ein grosses Lob für den Neuling! Anton findet, er hätte Chancen auf Sieg gehabt, doch Routinier Klaus Wettstein lässt sich bei seinem Comeback nicht in die Knie zwingen. Wie die andern Partien gelaufen sind, lest ihr besser im Bericht von Bern 4 - es tönt sicher schöner aus der Sicht der Gewinner. Als ehemaliger Teamleiter von Luca, Jonas und Toby freut mich zu sehen, wie die drei ihre Klasse beweisen. (Thomas Schlegel)