Berichte

Hier finden Sie Matchberichte zur laufenden Meisterschaft (SMM oder SGM).

Die SJMM-Berichte sind unter der Rubrik Jugend/SJMM

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Laufende Meisterschaft: SMM 2022

Sechste Runde, 17.9.22

Bern 2 und Bern 5


Bern 5


Bern 1, NLB West

Solothurn 1 - Bern 1 4:4 (Owsejewitsch - Gschnitzer ½:½, Habibi - Sutter ½:½, Schwägli - Fejzullahu ½:½, Flückiger - Schaffner ½:½, Krebs - Ramseyer ½:½, Fischer - Horber ½:½, M. Muheim - Dijkstra 1:0, Thomi - Rösler 0:1).


Gegen das hinter uns liegende Solothurn mussten wir unbedingt punkten, um gut im Rennen für den Ligaerhalt zu bleiben. Das gelang uns mit einem 4:4, wobei ein weiterer Zähler durchaus drin gelegen wäre, wie wir sehen werden.

Die Partien an den letzten beiden Brettern waren am schnellsten beendet. Hidde kam in einem Londoner System mit Schwarz sehr angenehm aus der Eröffnung. Ein ungünstiger Damentausch verschaffte seinem Gegner aber dann die Initiative, und nach einer Schwächung der weissen Felder am Damenflügel war die Stellung nicht mehr zu halten. Kurz darauf glich Linus am 8. Brett aus. Sein Grand Prix-Angriff im Sizilianer verlief eher positionell, mit den Läufern auf b1 und c1 und den Bauern auf e4 und f4 gab die Stellung ein originelles Bild ab. Es gelang ihm daraufhin, den Druck am Königsflügel kontinuierlich zu steigern und in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Ein grosses Bravo an Linus, der den einzigen vollen Punkt zum Unentschieden beisteuerte, denn alle anderen Partien endeten Remis! Der Schreiber dieser Zeilen schlug sich an Brett 6 nebst seinem Gegner auch noch mit einer unangenehmen Erkältung herum. Nach einer Ungenauigkeit in der Eröffnung (Slawisch mit dxc und Lf5) stand er zwar mit Weiss immer recht gut, aber eben auch nicht viel besser, und im Endspiel musste er gar noch um den halben Punkt bangen. Am 5. Brett hatte Nicola in einem (unregelmässigen?) Sizilianer mit c3 seinen Drachenläufer auf g7, der aber nicht richtig zum Feuerspeien kam, denn sein Gegner wusste die weisse Stellung umsichtig zu behandeln. Zeitweise sah es dank einem weissen Freibauer auf der 7. Reiher sogar recht kritisch aus, doch Nicola behielt einen kühlen Kopf und damit den halben Punkt. Am vierten Brett konnte der Gegner KG-Routinier David mit dem Falkbeer-Gegengambit nicht überraschen (Erlaubnis von David zur Nennung der Eröffnung eingeholt :-) ). Ganz im Gegenteil, David stand schon mitten in der Eröffnung deutlich besser, wenn nicht gar bereits auf Gewinn. Er liess sich dann dazu verleiten, im Gegenzug für die Qualität auf seine zwei schönen Mittelbauern zu setzen. Diese kamen jedoch nicht recht voran und wurden schliesslich erfolgreich blockiert. Allerdings hätte David seine Gewinnbemühungen mit einem schönen Freilegungszug (e6, siehe Whatsapp-Chat!) doch noch mit einem Sieg krönen können. An Brett 3 stand Afrim gegen FM Schwägli gut, aufgrund der Situation an den andern Brettern entschied er sich daraufhin, die Stellung (mit einem Bauernopfer?) etwas zu forcieren, was aber nicht den gewünschten Erfolg brachte. Die schwierige Verteidigung im Turm- und Springerendspiel meisterte er clever, und im folgenden Turmendspiel mit Minusbauern mussten wir eigentlich keine Angst haben, dass Afrim das verlieren würde. Er ist mittlerweile ein Spezialist für solche Endspiele geworden, zum wiederholten Male bewies er sich als äusserst hartnäckiger und erfolgreicher Verteidiger. Am zweiten Brett erreichte FM Ali Habibbi mit seinem Wolgagmbit gegen die Variante mit e3 von Oliver nicht einmal den Hauch einer Kompensation für seinen Minusbauern. Oliver spielte ihn richtiggehend an die Wand. Allerdings agierte Ali extrem schnell, so dass Weiss immer recht knapp an Zeit war. Und dies wurde Oli zum Verhängnis, denn in einer klaren Gewinnstellung mit Mattangriff geriet er um den 60. Zug herum in Zeitnot und vergab mit einigen überhasteten Zügen den Sieg. Er hätte sich aber ruhig mehr Zeit lassen können um die gewinnbringende Fortsetzung zu finden, denn in den beiden Nationalligen erhält man nach dem 60. Zug nochmals 15 Minuten Bedenkzeit! Dies war ihm aber im entscheidenden Moment nicht mehr bewusst. Schade für die schöne Partie und den halben Punkt. An Brett 1 schliesslich hatte es Adrian mit dem starken GM Sergey Ovseyevych zu tun. Er meisterte die schwierige Aufgabe mit Schwarz souverän, stand immer zumindest ausgeglichen und behielt auch im äusserst komplexen Endspiel mit Springer gegen Läufer und Bauern auf beiden Flügeln die nötige Ruhe und Übersicht. (J-M. Horber)


Bern 3 (3. Regionalliga West 1)

SK Bern 3 - Court 1 2 - 4 (Spring - Lerch 0:1, Mauerhofer El-Mais 0-1, Roth - Kaser 1-0, Tschanz - Wenger 0-1, Kanana - Gerber 1-0,

Wüst - Unternährer 0-1)


Trotz gutem Beginn mussten wir gegen das starke Court eine weitere Niederlage einstecken. Den guten Auftakt gelang Ziad am 5. Brett. Beide Seiten lancierten einen Bauernsturm. Weiss auf dem Damenflügel, Schwarz auf dem Königsflügel. Aus nicht ganz ersichtlichen Gründen stellte Schwarz in einer Kombination eine Qualität ein, und nach ein paar weiteren Zügen war die Partie zu Ende. Ein tolle Partie von Ziad gegen seinen gut 100 ELO stärkeren Gegner.

Der nächste Punkt kam am dritten Brett von Mätthu. Sein Gegner hatte extrem viel Zeit investiert und stand auch mit 2 Mehrbauern da. Ca. die letzten 10 Züge der Partie spielte dieser mit noch 1 oder 2 Minuten auf der Uhr. Und irgend einmal vergass er beim Blitzen einen Turm - die Zeit spielt eben auch eine Rolle. Dieses Mal für Mätthu und SKB 3.

Am 1. Brett spielte Markus gegen IM P. Lerch (akt. FIDE 2321 ELO - was macht der in der 2. Liga???). Die Differenz von 500 ELO wog schwer. Und nach etwa 3 Stunden wurde Weiss erdrückt. Adrian hatte an Brett 2 den bei der Aufstellung beabsichtigten Gegner. Auch hier drückt 300 ELO mehr gegen die Adrianschen Verteidigungsmauern. Leider wurden auch sie überwunden. Das gleiche Bild zeigte sich auch am 6. Brett. Drückende ELO, bis sich das kleine, entscheidende Loch findet.

Blieb noch das 4. Brett. An diesem wehrte sich Dominik im Endspiel mit zwei Springern gegen Springer, Läufer und einen Mehrbauern. Es wurde bis fast am Schluss gekämpft - je noch etwa 5 Minuten Bedenkzeit. Dann war die Stellung leider nicht mehr zu retten.

Trotz der Niederlage dürfen wir aber immer noch hoffen. Alle anderen Mannschaften haben zu unseren Gunsten gespielt. Und so haben wir es in der letzten Runde gegen SGSW selber in der Hand, den Abstieg zu vermeiden. (Thomas Koch)


Bern 4 (3. Regionalliga Nordwest 4)

Simme 1 - SK Bern 4 2 - 2 ( Yersin - D'Arcangelo 1:0, S. Künzli - Spalinger 1:0-1, Wüthrich - Habegger 0-1, M. Künzli - Liechti 0-1)


Gastbeitrag von Simon Künzli (Simme 1)

Bern 5 (3. Regionalliga Nordwest 3)

SK Bern 5 - Solothurn 2 2.5 - 1.5 (Yannick Radt - Mauro Rothen 0.5 : 0.5, Niels Severin Gade - Walter Lüthi 0 : 1, Julian Sutter - Orazio Santonocito 1 : 0

Leandro Fabian Aegler - Franz Briggen 1 : 0)

Die Junioren von Bern 5 spielten in der 6. Runde einerseits gegen den Abstieg und andererseits gegen den Tabellenführer Solothurn, eigentlich eine klare Sache ... aber Überraschungen sind bekanntlich nie ausgeschlossen, insbesondere wenn Junioren gegen Senioren spielen.

Unsere Partie in der Zunft begann mit 15 Minuten Verspätung, da wir erst um 13.50 Uhr bemerkten, dass nur 14 Uhren für 16 Bretter da waren. Die anderen hatten über die letzten Wochen ihren Weg in den Altenberg gefunden ;-)

Während Bern 2 und Bern 3 bereits spielbereit waren, machte ich mich mit Robins Schlüssel auf den Weg und kam knapp 25 Minuten später mit 4 Uhren wieder zurück - Sportprogramm für den Tag erledigt!

Yannick, der kurzfristig für den erkrankten Luzian eingesprungen war, Niels, Julian und Leandro begannen mutig gegen die stärkeren, erfahrenen Gegner. Nach 2 Stunden und 49 Zügen gelang es Julian, den ersten Punkt für uns zu holen. Sein Gegner hatte einen positionellen Fehler gemacht, der Julian die Qualität und schlussendlich auch den Sieg brachte. Den nächsten Punkt steuerte Leandro bei. Bereits früh war es ihm gelungen, einen Bauern zu gewinnen. In der Folge baute er diesen Vorteil langsam aber stetig aus, bis seinem Gegner angesichts der deutlichen Materialübermacht im 44. Zug nichts anders als die Aufgabe übrig blieb.

Völlig unerwartet stand es 2:0 für uns. Und an den beiden anderen Brettern war da noch alles offen. Leider verrechnete Niels sich bei einem komplizierten Abtausch und verlor so einen Turm und nach 3 1/2 Stunden und 46 Zügen auch die Partie. Also hing alles vom Ergebnis am ersten Brett ab. Die Partie war eigentlich Remis, aber Yannicks Gegner war, in Anbetracht der daraus folgenden Niederlage seiner Mannschaft nicht bereit, dieses auch anzunehmen. So entwickelte sich ein wahrer Krimi. Yannick geriet 2x ziemlich in Zeitnot, ein Mal vor dem 40. Zug und dann noch gegen Ende der Partie, machte aber keinen Fehler zuviel! Nach fast 5 1/2 Stunden (!!!) war das Remis nicht mehr zu verhindern und wir hatten gewonnen!

Damit sollte der Klassenerhalt in der letzten Runde gegen Schwarz-Weiss Bern IV zu schaffen sein. Ein Sieg oder Unentschieden reicht sicher; sollte Olten gegen Lyss-Seeland allerdings mit 4:0 gewinnen, müssten wir mindenstens 1,5 Brettpunkte holen um auch in der nächsten Saison in der 3. Liga spielen zu dürfen. (Allerdings haben wir ja schon 3 Mannschaften sicher in der 3. Liga; was machen wir, wenn es am Ende 5 sein sollten? Es wird ja wieder an 6 Brettern gespielt werden ...)

Danke Euch vieren, und insbesondere Yannick, für Euren Einsatz und bis bald! (Silke Gade)


Bern 8 (4. Regionalliga, West 1)

Tramelan 1 - Bern 8 (Girod - Wissler 0:2, Kohler - Alberti 0:1, Petitjean - Frischknecht 0:1, Loriol - Useche 0:1)

Für das wichtige Spiel in Tramelan konnte Nguyen unser Team aus dem unerschöpflichen Talentreservoir des SK Bern mit Ivan und Milo verstärken und reiste zur Unterstützung selber an. Während im Restaurant Chinois le Cerf ein vergoldeter Buddha mit dickem Bauch Ruhe und Gelassenheit vermittelte, spornte uns aus der Kucksuhr ein Kuckuck mit seinen Rufen an. Schon nach wenigen Minuten konnte er beim hochtalentierten Simon einen Bauerngewinn vermelden und etwas später bei Milo einen Erfolg versprechenden Läufergewinn (gegeh zwei Bauern). Weitere Rufe verkündeten Fortschritte auf unserer Seite und schliesslich ein schönes 4:0. Wenn uns im letzten Spiel noch ein weiteres gutes Resultat gelingt, was möglich sein sollte, ist der Aufstieg Tatsache.

Am Brett 1 wählte Weiss das Königsgambit. Ivan konzentrierte sich wegen mangelnder Kenntnisse der potenziellen Gefahren dieser Eröffnung zunächst aufs Verteidigen und verpasste somit einige Angriffsmöglichkeiten. Nach einer langen Rochade von Ivan startete Weiss eine Bauernoffensive auf der Damenseite. Ivan kam bei diesem Angriff mit einem blauen Auge davon. Er verlor einen Bauern, behielt aber die etwas bessere Struktur als sein Gegenüber. Somit ergab sich ein komplexes, ausgegliches Endspiel. Nach einigen wilden Manövern beiderseits sah Ivan ein, dass es nichts mehr zu Gewinnen gab. Er bot seinen verbliebenen Freibauern im Tausch für den Springer an, was einem Remisangebot gleich kam. Weiss wollte es aber noch einmal wissen, lehnte den Tausch ab und stiess den eigenen Freibauer vor. Dieser hatte aber im Rennen um die Dame zu wenig Tempo, und Weiss musste sich einige Züge danach geschlagen geben.

Am Brett 2 spielte Schwarz die Caro-Kann-Eröffnung, stiess aber damit bei Milo auf gute Theoriekenntnisse. Nach dem Vorstoss seines Bauern auf e5 und der Entwicklung des schwarzen Läufers auf f5 antwortete er mit h5 und konnte, da Schwarz e6 spielte, den Läufer nach 5. g4 Le4 und 6. f3 gegen zwei Bauern abtauschen. Nach einem Läuferschach auf h4 musste sein König auf e2 vorrücken, was aber noch immer eine gute Stellung bedeutete, die nach fehlerlosem Spiel zum Gewinn führte.

Am Brett 3 entstand bei einer sizilianischen Verteidigung eine blockierte Stellung, in der Weiss einige gute Angriffszüge ausliess. Schwarz stand sehr passiv, konnte aber im 22. Zug einen wichtigen Bauern auf d5 gewinnen, was die Stellung von Weiss so untergrub, dass mein Gegner nach 33 Zügen auf Zeit verlor.

Am Brett 4 lernte Simon (U-10) einmal mehr einen Senior das Fürchten. Er gewann schon nach wenigen Minuten einen Bauern, konnte sodann den Vorteil geschickt ausnützen und sich bald einmal vom nahen Buffet die hochverdiente Siegesprämie in Form von Glacekugeln geben lassen. (Ernst Frischknecht)


Fünfte Runde, 3.9.22

Bern 1 (NLB, Westgruppe)

Bern 1 - Vevey 3.5 - 4.5 (Gschnitzer - Pomini 1:0, Sutter - Burnier 0.5:0.5, Feizullahu - Jacot 0.5:0.5, Schlegel - Kolly 0-1, Schaffner - Shatil 0.5:0.5, Horber - Ribière 0 - 1, Ramseyer - Chervet 0.5: 0.5, N. Pellicoro - Gaier 0:1).


Wieder eine knappe aber «verdiente» Niederlage der 1. Mannschaft.

Wie schon die beiden vorangegangenen Wettkämpfe gegen Trubschachen und Schwarz-Weiss ging auch der Match gegen Vevey mit 3.5 : 4.5 verloren. Im Gegensatz zu diesen beiden Wettkämpfen, wo auch ein Unentschieden oder sogar mehr möglich gewesen wäre, hätte die Niederlage gegen Vevey sogar höher ausfallen können. Denn nach rund 3 Stunden lagen wir bereits mit 0:3 Punkten zurück! Igor, unser frisch gebackener FM musste sich gegen Jacques Kolly genauso geschlagen geben wie die erstmals in der Nationalliga B spielende Nathalie Pellicoro gegen Walter Gaier und Jean-Marc Horber gegen Damien Ribière.

Sowohl Igor als auch Jean-Marc standen lange Zeit sehr solid aber auch passiv. Es gelang ihnen aber nicht, ein richtiges Gegenspiel aufzuziehen, und wurden regelrecht «erdrückt». Dagegen verlor Nathalie schon in der Eröffnung einen Bauern. Diesen Nachteil konnte sie nicht mehr wettmachen.

Oliver Sutter - gegen David Burnier - war der vierte Spieler des SKB, der mit den schwarzen Steinen spielte. Er liess sich schon früh auf einen Bauerngewinn ein, für den er aber seinen Fianchetto-Läufer auf g7 gegen den weissen Springer auf c3 hergeben musste. In der Folge konnte der Weisse mit seinem Läufer die Diagonale a1–h8 in Beschlag nehmen. Ausserdem spielten die schwarzen Figuren nicht gut zusammen. Schlussendlich kam es zu einem Turmendspiel mit einem Mehrbauern für Weiss, das aber mit einem für Oliver glücklichem remis endete.

Am 1. Brett kam es zwischen Adrian Gschnitzer und Aurelio Pomini zu einer sehr komplizierten Stellung, bei welcher Adrian nach einem Schach seinen König auf e2 stellte; trotz dem Läufer auf f1 und dem Turm auf h1! Allerdings konnte er im nächsten Zug mit seinem Springer das Feld d6 mit Schach besetzen, was nicht nur den Tausch dieses Springers gegen den schwarzen Läufer sondern auch zum Damentausch auf d6 führte. Danach konnte Schwarz mit Sf6 nach e4 den weissen Läufer von d6 vertreiben und mit d7-d5 den Springer befestigen und sich etwas Raum verschaffen. So entstand ein Endspiel mit je 2 Türmen und weissem Läuferpaar gegenüber Läufer und Springer von Schwarz. Allerdings konnten sich die weissen Figuren schneller entwickeln, weil sie nicht von den eigenen Bauern eingeschlossen waren. Der weisse König stand dabei im Zentrum, während Schwarz doch noch zur Rochade gekommen war. Später verschaffte sich Weiss einen Freibau­ern auf e6, dem ein schwarzer Mehrbauer am Damenflügel gegenüberstand. Um die schwarze Stellung zu knacken, entschloss sich Adrian zu einem Qualitätsopfer, sodass er mit Turm und Läufer gegen 2 schwarze Türme verblieb. Wegen des vorgerückten und vom Turm auf E1 unterstütztem E-Bauern war ein schwarzer Turm an die 8 Reihe gebunden. In der Folge gelangte der weisse König nach d7 und konnte die Umwandlung des e-Bauern in eine Dame unterstützen. Das mutige Qualitätsopfer hatte sich ausbezahlt.

Den 2. Sieg gelang Nicola am 7 Brett gegen Olivier Chervet. Hier war es unser Spieler, der mit umsichtigen Spiel seinen Gegner in eine passive Stellung brachte und ihm viel Bedenkzeit abforderte. Erst in der Endphase gelangte die Schwarze Dame in die weisse Spielhälfte und zwang Nicola zu genauem Spiel: ein mögliches Springeropfer mit ewigem Schach musste verhindert werdenn. Danach machte Schwarz in einer schwierigen Stellung den entscheidenden Fehler. Er zog den Bauern von c7 nach c5. Dabei griff der vom Läufer auf f8 gedeckte Turm auf e7 die Dame auf b7 an. Gleichzeitig war auch der weisse Läufer auf d4 vom c5-Bauern bedroht. Weiss konnte aber den c5-Bauern mit seinem d5-Bauern en passant auf c6 schlagen und mit dem selben Bauern auch den Turm schlagen, welcher auf b7 die weisse Dame genommen hatte. Dieser Bauer auf b7 war vom weisen g2-Läufer gedeckt. Da Schwarz die Umwandlung des Bauern b7 in eine Dame nicht verhindern konnte, gab er auf.

Die beiden remis mit Weiss erzielten Afrim Fejzullahu am 2. Brett gegen Laurent Jacot und David Schaffner am5 Brett gegen Shir Shatil. Afrim liess dabei einen Damentausch auf d3 zu, der zu einem weissen Doppelbauern führte. Die weissfeldrigen Läufer waren bereits getauscht nicht aber die schwarzfeldrigen. Wegen der weissen Bauernstruktur c3-d3-d4-e5 kam Schwarz in Vorteil. Er lancierte einen Angriff am Königsflügel mit dem er aber nicht durchdrang. In weiterhin vorteilhafter Stellung bot er Afrim remis an. Auch David nahm bei ausgeglichener Stellung in Zeitnot das Remisangebot seines jungen Gegners an.

Nach 5. Runden liegt die 1. Mannschaft mit 3 Mannschaftspunkten an 7. Stelle. Wir spielen noch gegen Solothurn (2 Mannschaftspunkte), Payerne (7 MP), Biel (4 MP) und in der letzten Runde auswärts gegen Echallens (2 MP). Auch Bois-Gentil hat erst 2 MP. Der Klassenerhalt sollte eigentlich machbar sein! (Joni Gast)

Bern 2 (1. Liga, Westgruppe)

Valais - Bern 2 4-2 (L. Zaza - F. Pellicoro 0.5:0.5, Mensch - Musaelyan 1:0, Planchamp - Marti 0.5:0.5, X. Perruchoud - Monteforte 0 :1, Moret - Sobari 1:0, P.Perruchoud - Lips 1:0).


Frohen Mutes trat Bern 2 an einem verregneten Samstagmorgen die lange Reise nach Martigny an. Dort schien die Sonne und wir waren noch frohen Mutes, traten wir doch in Idealbesetzung an. Valais 1 sollte sich aber als (zu) harter Brocken erweisen, doch alles der Reihe nach. Bern 2 kam gut aus den Startblöcken. Arshavir kam gegen den Internationalen Meister Etienne Mensch blendend aus der Eröffnung - Mehrbauer, keine Schwäche, keine Damen. In vollstem Vertrauen auf Arshavirs Technik stufte ich diese Partie mental bereits als 1-0 ein. Auch Klaus an Brett 4 spielte den nominellst schwächsten Walliser an die Wand. Sein Angriff schlug durch und sein Gegner musste die Qualitöt geben und in ein hoffnungsloses Endspiel abwickeln. Als sein Gegner die Segeln strich, hatten Fabian und sein starker Gegner an Brett 1 sich bereits die Punkte geteilt. Fabian konnte mühelos mit Schwarz ausgleichen und in ein ausgeglichenes Endspiel abwickeln. Auch Oli hatte bereits remisiert, da sein Gegner ihm in viel besserer Stellung unerklärlicherweise Remis angeboten hatte. Da auch Arshavir noch immer viel besser stand, verleitete dies den Captain Robin, seinem Gegner Remis anzubieten, was dieser natürlich nicht annehmen konnte. Danach begann sich das Blatt allerdings langsam zu wenden. Adrian an Brett 6 wähnte sich klar im Vorteil und entschied sich dazu, die Stellung sofort zu verkomplizieren. Er unterschätzte aber wohl die defensiven Ressourcen seines Gegners und er fand sich bald in einer hoffnungslosen Situation. Somit konnten die Walliser ausgleichen und die beiden verbliebenen Berner Spieler fanden sich in arger Zeitnot - was Arshavir kurz vor der Zeitkontrolle zum Verhängnis wird. Aus gewonnener Stellung kämpfte sich sein starker Gegner zurück und mit wenig Zeit auf der Uhr mochte sich Arshavir nicht mehr verteidigen.

Robin musste nun also gewinnen um zumindest noch das Remis zu sichern. Allerdings hatte er eine Stellung, die ev. haltbar war, aber sicher nicht besser. Sein Gegner hatte einen Mehrbauern und bot im 40. Zug Remis an. Frustriert vom Matchverlauf lehnte Robin ab und machte just im 41. Zug den entscheidenden Felher. Er tauschte Türme und wickelte in ein verlorenes Läuferendspiel ab, welches sein routinierter Gegner ohne Probleme verwertete. Somit viel das Resultat schlussendlich mit 4-2 sehr deutlich aus. Damit wird der Kampf gegen den Abstieg akut. In zwei Wochen gegen Grand Echiquier müssen wir nun definitiv punkten. (Robin Sobari)

Bern 3 (2. Liga, Nordwestgruppe)


Bantiger 1 - Bern 3 3.5:2.5 (Thaler - Kanana 1:0, Ernst - Roth 0:1, Hofmann - Wüst 0:1, Streit - Gil 1:0, Ehrengruber - Jorns 1:0, Racine - Koch 0.5:0.5).


Gegen Bantiger gab es leider die zweite unnötige Niederlage. Benedikt kam diesmals nicht auf Touren und musste die Partie bald aufgeben. Dies wurde aber durch Ernst gleich darauf korrigiert, der seinen Gegner mit souveränem Spiel besiegte. Am 6. Brett spielte Thomas seine Anti-Französisch-Variante, die in den allermeistens Fällen zu einem Remis führt - so auch dieses Mal. Mit praktisch noch allen Figuren auf dem Brett waren die Bauern so ineinander verzahnt, dass es keine vernünftigen Züge mehr gab. Am ersten Brett holte Ziads Gegner zu einem grossen Sturmangriff aus - wohl ganz im Vertrauen, dass seine 300 ELO mehr dann schon ausreichen... taten sie dann auch. Am 2. Brett zwang Mätthu mit seinem gewohnten weissen Powerspiel Heinz Ernst zum grossen Nachdenken. Mit einer zwar nicht ganz perfekten, aber genügenden Schlusskombination konnte er den Sieg verbuchen. Somit stand es 2.5 : 2.5. Die Partie von Oscar musste entscheiden. Und eigentlich stand er ganz gut. Mit einer kleine Kombination kam er über einen Angriff auf die Dame zu einer Springergabel auf König und Turm. Die Partie schien gelaufen. Doch leider kam sein Gegner nach dem vermeintlichen Qualitätsgewinn - noch ohne den Springer zurückzunehmen - zu einem Grossangriff auf den offenen König, der nicht mehr zu parieren war. (Thomas Koch)


Bern 4 (3. Regionalliga, Nordwestgruppe 3)


Bern 4 - Zollikofen 1 1:3 (Habegger - Zahner 0:1, Marbacher - Pittet 0:1, Mosimann - Schmid 1:0, Liechti - Rubin 0:1).


Das Team Bern 4 hat mit Zollikofen eine schwierige Aufgabe vorgesetzt bekommen. Der Tabellenführer reiste als Favorit nach Bern und besetzte seine Bretter mit Spieler, die im Schnitt 200 Elo-Punkte stärker klassiert sind als die unseren.

Dennoch rechneten wir uns natürlich Aussenseiterchancen auf einen Exploit aus.

An Brett 1 setzten wir mit Tobias Habegger auf Erfahrung. Er durfte gegen Jo Zahnder ran und kämpfte hartnäckig gegen die solide Caro-Kahn Verteidigung seines Gegners an. Der isolierte d-Bauer konnte Tobias jedoch im Mittelspiel nicht erfolgreich verteidigen und musste gegen einen Mehrbauer im Endspiel versuchen das Remis zu halten. Durch eine fehlerhafte Strukturveränderung seines Gegners in Zug 42 erhielt Tobias tatsächlich nochmals die Möglichkeit auf ein unüberwindbare Festung. Leider konnte die Stellung doch noch geknackt werden und Tobias musste das Handtuch werfen.

An Brett 2 spielte Luca Marbacher gegen Daniel Pittets Königs Gambit. Trotz einem Mehrbauer für den Gegner, hatte Luca dank Entwicklungsvorsprung lange eine ausgeglichene Stellung. Im Turmendspiel konnte Luca zwar das zwischenzeitliche Zwei-Bauer-Defizit wieder wettmachen, den h-Bauer blieb aber unaufhaltsam.

An Brett 3 fochten Jonas Mosimann und Peter Schmid einen sizilianischen Kampf. Jonas nutzte die Gelegenheit nach 12 Zügen das Zentrum zu öffnen und den König, der noch nicht in sein Schloss gekehrt war, taktisch zu entblössen und Löcher in die verteidigenden Linien zu schlagen. Das Gegenspiel von Peter verlangte jedoch defensive Präzision und ein paar Nerven von Jonas bis die Stellung stabilisiert war. Die Qualität und zeitweise drei Mehrbauern waren schlussendlich genügend Material, um die Stellung zu gewinnen.

Da an Brett 4 Zoel Liechti gegen Rolf Rubin leider ebenfalls seine Partie verlor mussten wir schliesslich mit 1-3 dem Favoriten zum Sieg gratulieren.

Somit festigen sich in der Gruppe Nordwest 4 der 3. Liga die zwei Favoriten Zollikofen und Bümpliz an der Spitze. Für Bern 4 warten in den letzten beiden Runden noch die direkten Tabellennachbaren Simme 1 und Olten 3. (Jonas Mosimann)


Bern 6 (4. Regionalliga, Nordwestgruppe 3)

Bern 6 - Trubschachen 4 (Brauchli - Zürcher 1:0, Scheidegger - Kohler 1:0, Ferraro - Wiedmer 1-0, Braun - Künzi 1:0).

Gruppe gewonnen und Aufstieg und wie - zum dritten Mal in Serie ein 4-0! Ein geglückter Abschied vom Zunftlokal zur Metzgeren gegen Trubschachen 4. Wenn der FC Union Berlin und Sake die Aufstellung beeinflusst.

Die Ausgangslage war klar - mit einem Unentschieden haben wir die Promotion geschafft. Ich sah jedoch, dass Trubschachen 3 in der 3. Liga auf einem Abstiegsplatz steht und uns der Gegner Trubschachen 4 mit einem Sieg überholt hätte. Um den Status Quo fuer Trubschachen zu erhalten, braucht es entweder eine Stärkung des 3. Liga Teams oder eben einen Sieg gegen uns. Ich rechnete damit, dass die Verantwortlichen von Trubschachen entsprechend reagieren und vielleicht sogar ihr 4. Team verstärkten. Darum war ich unsicher und stellte mich für alle Fälle auch wieder auf. Zachary (Zac) spielte seine 2. Partie für SKB 6 - Dairo war zum ersten Mal aufgestellt und Timo durfte seine 4. Partie bestreiten.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das ist zwar eine Floskel - aber deren Aussage ist für mich ein regelmässiger Begleiter. Als die Aufstellung getauscht wurde, sah ich, dass der Teamleiter von Trubschachen - Rolf Zürcher - auch spielt. Er am 1. Brett und ich am 2. Brett. Mit meiner Bemerkung, dass ich gerne gegen ihn spielen würde, schlug er sofort die Bereitschaft dazu vor, denn es macht wenig Sinn, wenn die Teamkaptains gegen unerfahrene Schüler antreten (wobei Rolf nicht wusste, wie stark Zac ist). Bevor wir diesen Deal besiegelten, fragte ich Zac, ob er gegen den stärksten Trubschacher antreten wolle. Da es ihm egal oder sogar recht war, tauschten wir die Bretter.

5 Min. vor Matchbeginn war der Gegner vollständig da - nur einer meiner Junioren fehlte. Ich rief Dairo an und merkte, dass er das Spiel vergessen hat. Spät am Abend erfuhren wir auch warum. Er ist nämlich ein leidenschaftlicher Anhänger des 1. Bundesligafussballverein FC Union Berlin. Und dieses Team - "die Eisernen" - bestritt ausgerechnet an unserem letzten Match in der Zunft das Spitzenspiel gegen Fussball Krösus FC Bayern München. Das flashte Dairo derart, dass er uns glatt aus dem Fokus verlor. Ich motivierte ihn, doch noch zu kommen und erklärte, dass er 30 Min Zeit hat.

Unser Schachmatch ging los. Nach kurzer Zeit kamen die Ferraro Bürder als Edelkiebitze vorbei. Ich handelte sofort, ging zu ihnen und fragte, wer von beiden spielen möchte. Ich wusste ja nicht, wann genau Dairo erscheint. Beide waren zögerlich. Ich wusste nicht weshalb. Bis sie mit dem Grund hervorrückten. Beide wurden am Mittag von der asiatischen Küche beglückt und hatten dort auch Sake getrunken. Dieses alkoholische Getränke entstanden durch Fermentation von Reis hat einen Alkoholgehalt von bis zu 20 %. Das kann das Schachspiel beeinflussen und sie waren deshalb unsicher. Um dem Prozedere ein Ende zu setzen, warf ich eine Münze - Kopf oder Zahl. Schliesslich war es dann Valerio, der sein Sake-Schach zeigen durfte. Dairo rief ich nochmals an, um ihn zu informieren, dass wir einen Ersatzspieler gefunden haben und er sich nicht mehr beeilen muss.

Diese Turbulenzen kosteten mir einige Minuten. Beruhinged war die Tatsache, dass Timo gegen den jungen Schüler Luca Künzi und Zac gegen Yanik Kohler bereits einen Mehrbauer hatten. Gerade bei Timo sah es wieder - wie in der Vorrunde gegen Bümpliz - nach Tennis mit serve und volley aus. Nach dem Bauer gewann er ziemlich schnell eine Figur - dann kam noch eine Figur dazu. Bis er nach gut einer Stunde und 28. Zügen als erster von uns gewann. In der Zwischenzeit stand Sake-Valerio hervorragend und auch er befand sich bereits im serve und volley Modus. Zac konnte seine Stellung mit Mehrbauer so ausbauen, dass ich bei ihm keine Zweifel mehr hatte. Derweil stand ich wiedermal mit Läuferpaar sehr gut. Da ich Rolf Zürcher aus gemeinsamen Trubschachener Zeiten kannte, überlegte ich mir Remisangebote. Ja - ihr glaubt es kaum - ich bin altersmilde - zumindest wenn es konkret um das Schachspielen geht. Nur - der Mannschaftskapitain von Trubschachen zog seine Figuren mehr zurück als nach vorne und nötigte mich fast zu einem Königsangriff. Sake-Valerio drang mit einem Läufer dermassen in die Königsverteidigung von Mirjam Wiedmer ein, dass es dort um den Monarchen luftig wurde und die Trubschachener Stellung sehr anfällig war. Mit weiterem Zuführen von Leichtfiguren war es dann um die Juniorin geschehen. Sie verlor die Dame und bald auch die Partie. Zac konnte eine Figur gewinnen und war danach bald auch der Gewinner der Partie. Ich besass auf der halboffenen g-Linie zwei Türme, ein Springer war ebenfalls nah beim gegnerischen König und die Läufer auf b2 und d3 übten druck auf die gegnerische Königsstellung aus, derweil mein König ziemlich unorthodox mit Kf1, Kg2 und Kh1 rochierte und in Sicherheit war. Als noch meine Dame auf h3 dem König an den Leib ging, folgte in Zeitnot vom Trubschachner Mannschaftsleiter ein schwacher Zug. Das wurde von mir bestraft und im 29. Zug hatte mein Gegner nur noch zwei Optionen: entweder Matt gehen oder die Dame verlieren. Er gab folgerichtig auf,

Wir haben uns mit einem 4:0-Sieg (wie die bedein Matche zuvor) von der Zunft zur Metzgeren sehr zufrieden und frohen Mutes verabschiedet und gingen gemeinsam Essen. Dort trafen wir Dairo, der uns sehr zufrieden über das Unentschieden von seinen "Eisernen" gegen die Bayern berichtete. Gut ist - oder sehr gut ist, wenn am Schluss alle zufrieden sind. Und das waren wir, wenn es um unser Team, die ganze Saison, die Kommunikation, die Ergebnisse, das Zusammensein, den Teamspirit und was auch immer und nicht zu letzt - das Essen ging!

Mich hat es sehr gefreut, das junge Team zu führen, zu sehen, wie sie sich in nur einer Saison entwickelten, ihre Interessen, Aktivitaeten und Begeisterung im Schach und anderswo mitzubekommen und was für tolle junge Menschen sie sind. Hier haben sich Junioren gefunden, die hoffentlich noch viel und lang Schönes im Leben und im Schach zusammen erleben dürfen. (Jörg Brauchli)

Bern 7 (4. Regionalliga, Nordwestgruppe 3)


Bümpliz 3 - Bern 7 1:3 (Bucher - Caduff 1:0, Flükiger - Stettler 0:1, Aebischer - Ernst 0:1, Troller - Hilpertshauser 0:1)


Mit einem Sieg haben wir noch Chancen auf einen Aufstiegsplatz, der Druck ist also gross.

Oli auf Brett 2 überfährt mit einem Wiener Gambit Routinier Kurt Flükiger. Kurt nahm den Bauern auf f4, wonach Oli deutlich besser steht. Zwar spielt Oli danach nicht ganz souverän, doch er bemerkt zwei Fehler von Kurt im Mittelspiel, wovon einer eine Figur verliert und der zweite das Spiel.

Dario auf Brett 4 hat kurz nach dem Start ein unübliches Problem zu lösen: Was spielt man auf 2. ..Sg6 ? Es war lustig anzusehen, wie Dario seinem Gegner in die Figuren greift - die schwarzen Springer und Läufer waren verkehrt herum aufgestellt :-)) Sie stellen die Figuren richtig auf und starten die Partie von Neuem. Dario setzt früh Druck auf den gegnerischen Königsflügel und verhindert dessen Rochade. Das Spiel wird kompliziert, lange behalten sie alle Figuren auf dem Brett. Schliesslich tauscht Dario Des Gegners verteidigenden Leichtfiguren ab. Als nur noch ein weisser Läufer und ein schwarzer Springer übrig sind, öffnet Dario die Stellung und dringt auf dem Damenflügel ein. Dabei gewinnt er einen Bauern und bald darauf gibt sein Gegner auf.

An Brett 3 findet Raphael, dass Entwicklung nicht so wichtig ist, wenn man mit den Bauern am Damenflügel locker eine Figur einheimsen kann. Es war lustig anzusehen, wie seine Figuren auf der Grundlinie diesem Tun zuschauten. Nach Zug 16 hatte er eine Figur mehr, bei Zug 20 schon zwei. Schliesslich entwickelt er sich doch noch und bringt den Sieg ins Trockene, obschon er dem Gegner noch die Gelegenheit zum Gegenspiel bietet (was dieser zum Glück nicht bemerkt).

Simon kommt gut aus der Eröffnung. Er opfert Bauern, macht Druck auf dem Königsflügel, holt sich die Bauern mehr als zurück und hat starken Angriff. Irgendwie schafft es Dominic, sein Gegner der regelmässig von Oli Marti eingefuchst wird, den Angriff abzuwehren und mit einem Mehrbauern ins Endspiel abzuwickeln. Nach langem Kampf muss Simon sich schliesslich geschlagen geben.

Mit dem 3:1 Erfolg sind wir fast sicher, dass wir den Aufstieg geschafft haben. Eine tolle Leistung dieses jungen Teams!

Bern 8 (2. Liga, Nordwestgruppe)

Bern 8 – Zollikofen 2 (Hofer - Hertzog 0.5:0.5, Frischknecht - Mühlemamm 1:0, Walder, C. Ly - Messerli 1:0)

Gegen Zollikofen 2 feierte Bern 8 den dritten Sieg in Folge. Die Tabellenspitze befindet sich aber noch immer in einiger Entfernung! Zu Diskussionen Anlass gab - was sehr selten vorkommt - eine Regelauslegung.

Am Brett 1 ergab sich nach langem Kampf ein ausgeglichenes Endspiel, bei dem aber noch lange hätte gespielt werden können. Eine ungewöhnliche Situation entstand darauf, weil der Gegner von Heinz nach jedem Zug Remis anbot. Heinz protestierte dagegen, und die Umstehenden schalteten sich ein, ohne allerdings zu einem Schluss zu kommen. Regelkenntnisse wären erwünscht gewesen! Richtig wäre es gewesen, die Uhren anzuhalten und den Entscheid einem kompetenten Schiedsrichter zu überlassen. Auf die Idee, Nguyen herbeizurufen, der sich im Analyseraum befand, kam niemand. Heinz verlor die Lust am Weiterspielen und willigte schliesslich widerwillig in ein Remis ein. Sein Gegner entschuldigte sich und erklärte, er habe nicht mit Absicht gehandelt und nicht unhöflich sein wollen. Aber wie lautete die Regel? Nguyen erklärte sie später:

Remisangebote dürfen von einem Spieler nur dreimal gemacht werden. Weitere Remisangebote wären Regelverstösse und müssten vom Schiedsrichter geahndet werden.

Am Brett 2 verlief meine Partie so, wie man es immer gerne hätte. Der Gegner verlor schon in der Eröffnung einen Bauern und später, bei keineswegs optimaler Aufstellung seiner Figuren, zwei weitere. Mit dem Vormarsch der freien schwarzen Bauern am Damenflügel kam die Partie schnell an ein Ende.

Weniger Glück hatte am Brett 3 Peter, dessen Colle-Zukertort-Variante nicht den erhofften Erfolg brachte. Nach dem Verlust einer Leichtfigur war das Endspiel mit Turm gegen Turm und Läufer nicht mehr zu halten.

Am Brett 4 kam Cong im zweiten Einsatz zu seinem zweiten Erfolg bei der SMM. Auch hier ging in der Eröffnung ein Bauer verloren, und im 14. Zug eroberte er mit einer Springergabel die Qualität, wonach er die Partie problemlos gewinnen konnte. (Ernst Frischknecht)


Vierte Runde, 20.08.22

Bern 2 (1. Liga, Westgruppe)


Bern 2 - Fribourg 1 2½:3½ (Maurer - Julmy 0:1, Grbesic - Y. Deschenaux 0:1, Radt - Tremp ½:½, Lips - B. Deschenaux 0:1, Musaelyan - Mettraux 1:0, Rösler - Cornée).

Unglückliche Niederlage der 2. Mannschaft gegen Fribourg 1

Nach der Sommerpause empfingen wir das ebenfalls 3 Mannschaftspunkte aufweisende Fribourg 1 in unserem tollen neuen Klubheim im Altenberg. Mit einem Sieg würden wohl jegliche Abstiegssorgen verfliegen, doch Fribourg reiste mit einer äusserst starken Mannschaft an - trotz unserer ebenfalls starken Besetzung hatte nur Arshavir am fünften Brett leicht mehr Elo als sein Gegner Jean Mettraux.

Fritz am ersten Brett spielte mit Weiss gegen den äusserst starken Sylvain Julmy. Nach einem theoretischen Kampf in der Eröffnung (erst der 14. Zug von Schwarz ist laut der Masters-Datenbank von Lichess eine Neuerung), kam es zu einem äusserst komplizierten Mittelspiel, mit Läuferpaar von Fritz gegen Springerpaar von Julmy. Stockfish sieht darin lange einen leichten Vorteil für Weiss, jedoch erschweren es die äusserst gut gestellten Springer und die Initiative am Königsflügel durch Schwarz, gute Züge zu finden. Nachdem Schwarz dann einen gedeckten Freibauern auf c4 etablieren kann, gelingt Julmy schliesslich der taktische Durchbruch am Königsflügel dank einem schönen Springeropfer. Wenig später muss sich Fritz nach hartem Kampf geschlagen geben, und Fribourg geht 0:1 in Führung.

Am sechsten Brett spielte ich mit Schwarz gegen Marius Cornée. Er spielte eine mir grundsätzlich gut bekannte Variante, doch da ich im resultierenden Mittelspiel stets etwas Mühe bekunden muss, spielte ich im 6. Zug das etwas unkonventionelle a5, mit Blick auf den weissen Sb3. Da ich somit die Entwicklung vernachlässigte, konnte sich Weiss mit viel Initiative entfalten. Gleichzeitig hatte ich so nicht viel zu rechnen, da es stets nur einen oder zwei Züge gab die nicht sofort verloren, während mein Gegner viel Zeit aufwendete um einen konkreten Vorteil zu finden. Da er in den möglichen Komplikationen jedoch keinen Vorteil sah (den es laut Stockfish auch nicht gibt), tauschten wir schliesslich in ein ausgeglichenes Mittelspiel ab. Da mein Gegner in Zeitnot geriet, versuchte ich Komplikationen herbeizuführen. Er versuchte daraufhin mit einem Mattangriff alles klar zu machen, übersah jedoch, dass mein Springer das Grundlinienmatt verhinderte, und verlor darob wegen der eigenen Grundlinienschwäche entscheidend Material. So glich ich also zum 1:1 aus.

Adrian am vierten Brett spielte mit Schwarz gegen den erfahrenen Bernard Deschenaux (zweistelliger SSB-Code!). In der Eröffnung überspielte Adrian die weissen Figuren nach Strich und Faden, welche mitunter mit einer etwas unkonventionellen Bauernexpansion vor dem kleinrochierten König reagierten. Da Adrian auch am Damenflügel die gegnerischen Bauernschwächen fixieren konnte, hatte er einen grossen strategischen Vorteil. Im Bestreben, einfache und sinnvolle Züge zu spielen um es rechtzeitig zur Zeitkontrolle zu schaffen, übersah Adrian leider eine zweizügige Taktik mit Bauerngewinn, die wohl den entscheidenden Vorteil gebracht hätte. Sein Gegner spielte daraufhin äusserst raffiniert und konnte die eigenen Probleme lösen. Da es zu diesem Zeitpunkt an einigen Brettern für uns nicht so gut aussah und Adrians Kämpferherz noch immer an den Sieg glaubte, spielte Adrian noch immer auf Sieg statt sich mit dem Unentschieden zu begnügen. Im darauffolgenden Kampf schaffte es der immer noch raffiniert spielende B. Deschenaux, das Blatt noch zu wenden, und so ging Fribourg 2:1 in Führung. Danke Adrian für den harten Kampf!

Dank Volker am dritten Brett waren wir breit und stark besetzt; er spielte mit Weiss gegen Vinzenz Tremp. In der Eröffnung entschied er sich für eine improvisierte Variante, die zu einem ausgeglichenen Mittelspiel führte. Die einzige Asymmetrie der Stellung war die Bauernstruktur: Weiss ohne c- und d-Bauer, Schwarz ohne e- und d-Bauer. Das Mittelspiel war denn auch von diversen Figurenmanövern geprägt und blieb dabei weitgehend ausgeglichen, bis es bei nähernder Zeitkontrolle zu einem wohl leichten Vorteil für Volker kam. Dafür hätte er jedoch den Läufer behalten müssen, entschied sich in Zeitnot jedoch, den Tausch mit dem schwarzen Springer zu erzwingen. Danach war er wegen der Mattdrohung auf g2 durch die schwarze Läufer-Damen-Batterie weitgehend gelähmt, doch weil auch Schwarz darüberhinaus keinen Vorteil aufwies, endete die Partie in einem fairen Remis. Somit lagen wir 1.5:2.5 hinten.

Am zweiten Brett gab Djuro mit Schwarz sein Debut für unsere Mannschaft in dieser Saison - definitiv eine Verstärkung! Nach hartem Kampf verlor er jedoch gegen den gegnerischen Team-Captain Yves Deschenaux, den jüngeren und stärkeren der Deschenaux-Brüder. Damit verloren wir leider das Match vorzeitig mit 1.5:3.5.

Blieb noch Arshavir mit Weiss am fünften Brett gegen Jean Mettraux. Sein Sieg über Igor in der Klubmeisterschaft lässt eine exzellente Form vermuten, die Arshavir nach eigener Aussage jedoch vermisste. Aus der Eröffnung kam er vorteilhaft heraus, wendete dafür jedoch auch einiges an Zeit auf. Da Mettraux eine kreative Verteidigung fand und zeitweilig selber gute Chancen bekam, musste Arshavir sich mit wenig Zeit durch ein kompliziertes Mittelspiel manövrieren. Er hatte dabei durch seinen guten Läufer auf der h1-a8-Diagonalen und die halboffene f-Linie (alle Schwerfiguren sind noch auf dem Brett) die leicht bessere weil aktivere Stellung. Arshavir schaffte es, mit wenig Zeit gute Züge zu finden und hielt an diesem Vorteil fest. Schliesslich brach die Verteidigung von Mettraux ein, und Arshavir konnte in ein Damenendspiel mit zwei Bauern mehr und sichererem König simplifizieren. Dank einer eindrucksvollen Partie stellte er also auf das finale 2.5:3.5.

Eine gute Leistung gegen ein starkes Team wurde so also nicht belohnt, und so befinden wir uns nach vier Runden mit 3 Mannschaftspunkten nur einen Punkt vor dem letztplatzierten Neuchâtel 1. Das Feld bleibt aber sehr eng, beispielsweise haben alle Teams bis auf das zweitplatzierte Nyon 2 (mit 15.5 EP) zwischen 10.5 und 13 Einzelpunkten. Wir haben immer noch gute Chancen auf den Klassenerhalt, und in der nächsten Runde gegen Valais 1 brauchen wir uns sicher nicht zu verstecken. Auf gehts! (Linus Rösler)


Bern 3 (2. Liga, Nordwestgruppe)


Bern 3 - Spiez 1 2½:3½ (Stadler - Thoman 0:1, Spring - Nyffeler 0:1, Jorns - Aegerter 1:0, Gil - Bachofner 0:1, Tschanz - Trachsel 1:0, Koch - Svendsen ½:½,).

Knappe Niederlage der 3. Mannschaft gegen ein Spiez 1

In der 4. Runde gab Dominik Tschanz sein Comeback nach 5 Jahren Pause. Dabei entwickelte er auf dem Königsflügel so viel Druck, dass sein Gegner verzweifelt nach guten Zügen - und bald einmal auch nach seiner verlorenen Zeit suchte. Nach knapp 4 Stunden stand Dominik als Sieger fest. An den ersten beiden Brettern war uns Caissa leider nicht hold. Ruedi und Markus verloren ihre Partien bald. Und auch am 4. Brett fand Oscar den Weg nicht. Am 6. Brett kreuzte Thomas wieder einmal die Klingen mit Hannelore. Dieses Mal einigte man sich bei ungleichfarbigen Läufern und ein paar Bauern auf ein Remis. Benedikt bewies sich als zäher Kämpfer mit einem Läufer gegen 3 Bauern. Dank dem richtigen Einsatzes des restlichen Materials konnte er die Partie zu seinen Gunsten wenden.

Leider hiess dies aber in der Schlussabrechnung wieder: nicht schlecht gespielt, aber knapp verloren. (Thomas Koch)


Bern 5 (3. Regionalliga, Nordwestgruppe 3)


Lyss-Seeland 1- Bern 5 4: 0 (von Ins - Sutter 1:0, Stucki - Pulfer 1:0, Demetz - Gade 1:0, Balli - Nguyen 1:0).


Die jungen Junioren von Bern 5 fuhren diesmal, verstärkt durch Dairo von Bern 6 und Neuzugang An, ins Seeland. Gespielt wurde gegen die erfahrenen "Jung-Senioren" von Lyss-Seeland 1.

Wie zu erwarten war, verloren wir an einem englisch-sizilianischen Nachmittag deutlich, betrug die Elo-Differenz doch an jedem Brett mindestens 200 zu unseren Ungunsten. Nichtsdestotrotz können die vier stolz auf ihre Partien sein: An spielte seine erste notierte Partie überhaupt und gab seinem Gegner immerhin zwei Stunden zu tun, Dairo kam gut aus der Eröffnung, verlor dann aber doch irgendwie eine Figur, Julian und Niels standen lange ausgeglichen, machten beide dann aber nach gut 30 Zügen und über drei Stunden leider einen Fehler: Julian entschied sich mit der Dame zu schlagen anstatt mit dem Bauern und Niels übersah bei einem Abtausch den gegnerischen König und aus einer Remis-Stellung wurde eine verlorene Stellung.

In der 5. Runde hat Bern 5 spielfrei, erst Mitte September geht es für uns weiter, gegen den aktuellen Tabellenführer Solothurn. (Silke Gade)


Bern 6 (3. Regionalliga, Nordwestgruppe 3)


Bern 6- Bümpliz 3 4: 0 (V. Ferraro - Bucher 1:0, Brauchli - Flükiger 1:0, E. Ferraro- Egli 1:0, Radt - Troller 1:0).


Wenn Schach zum Tennismatch wird und Schokolade die Aufstellung prägt. Ein souveräner 4:0 Sieg bei der Heimpremiere gegen Bümpliz 3!

Wer kennt sie nicht, die weissen Schokoladekugeln von Ferrero Rocher, die bei mir nicht nur das Auge - sondern viel mehr den

Magen erfreuen? Dass diese leckeren Kugeln noch ganz andere Funktionen haben können, erlebte ich bei der Mission: Sieg gegen Bümpliz 3!.

Sie waren mir eine Inspiration bei meiner Aufstellung, denn ich machte mir grosse Ueberlegungen, wenn ich am 1. Brett gegen Dominik Bucher aufstellen könnte. Mir war sonnenklar, dass dieser talentierte Junior am 1. Brett spielen würde und am zweiten Brett Kurt Flükiger, der auf dem Papier, der stärkste Bümplizer Spieler sein würde. Gegen den Junior wollte ich nicht antreten, weil er fleissig das Donnerstagschülertraining beim SKB besucht - ich ihn deswegen kenne und deshalb eher mehr als weniger Beisshemmungen habe und weil ich in der 4. Liga bereits mit Weiss gespielt habe. Zudem empfand ich es als Verschwendung und Untugend als Teamleiter sich selber stets Weiss zu geben, denn es gibt solche, die das machen. Es gibt auch solche wie Joni Gast, die sich nur Schwarz geben :-). Ich kann mich nicht erinnern, wann Joni letztmals SMM mit den weissen Figuren spielte.

Inspiration und Beisshemmung hin oder her - trotz meinen vielen Überlegungen sendete ich den Spielern die Aufstellung mit mir am 1. Ich wuollte keinen der jungen Spieler von SKB 6 nötigen. Nicht unüberlegt fragte ich die Whatsappgruppe totzdem, ob jemand mit Weiss am 1. Brett gegen Dominik spielen wolle. Fast so schnell wie Lucky Luke schiessen kann, meldete sich Valerio und übernahm das Spitzenbrett. Seine Ansage freute mich sehr. Sie zeigte, dass er Selbstvertrauen hat und Verantwortung übernehmen möchte und einiges mehr! Die Ferraro Brüdern hatten somit weiss - Ferraro passt ja so gut zu Ferrero - im Namen gibt es da nur einen Vokal, der den Unterschied macht. Ich war mir nun so sicher, in der Heimpremiere erfolgreich zu sein.

Was ich vorausschauend sah, traf auch ein. Valerio spielte gegen den Bümplizer Junior und ich gegen seinen Bümplizer Trainer. Emilio und Yannick hatten es mit Arnold Egli und Werner Troller zu tun - zwei routinierte Spieler. Ich gab dem Team letzte Infos und stimmte sie positiv für das Spiel ein.

Die Ferrero-Brüder gingen wie die Feuerwehr los. Mir kam es vor - wie im Tennis mit Serve und Volley. Valerio spielte die italienische Eröffnung - entwickelte seine Läufer ideal. Während sein Gegner seine Figuren nicht wirklich optimal koordinieren konnte. Als Valerio noch den Springer und die Dame auf die Königsseite brachte, war es schon passiert. im 21. Zug gewann er die Dame und zwar für bescheidenes Material. Emilio spielte eine unorthodoxe Eröffnung - aber auch er gewann bereits im 25. Zug die Qulität mit einer gewonnen Position. Bei mir ging es mit einer Französischen Eröffnung los, die ich noch nie sah. Darum brauchte ich so viel Zeit in der Eröffnung - wie sehr lange nicht mehr. Aber Ich hatte das Läuferpaar - der Gegner nicht - und machte Druck auf der Damenseite. Mein Gegner verteidigte sich gut und hielt die Stellung einigermassen stabil. Trotz besserer Stellung überlegt ich mir ein Remisangebot, denn damit wäre wohl der Mannschaftssieg bereits gesichert gewesen. Im 20. Zug spielte dann Kurt Flükiger einen fatalen Fehler und meine Remisüberlegungn waren so schnell weg, wie Lucky Luke schiesst. Nun war auch ich im Serve und Volleymodus. Kurt versuchte noch im Trüben zu fischen. Das hatte aber keine Zukunft - seine Stellung war ein Scherbenhaufen. Im 29. Zug gab er auf. Von den 4 Heimspielen war ich der Erste vom SKB, der die Partie beendete und sogar mit Gewinn - für mich ein Sieg für die Geschichte und Ewigkeit! Bei Yannick sah es derweil gut - aber nicht nach Tennis aus.

Im zweiten Matchteil ging es dann bei allen sehr schnell. Valerio stand dermassen auf Gewinn, dass die Stellung für seinen Gegner aufgabereif war.Trotzdem musste er sich bis zum 45. Zug gedulden, bis auch seine Partie für den SKB gewonnen war. Emilio liess auch nichts mehr anbrennen und zeigte, wie man mit zwei Türmen gegen Läufer und Turm einfach souverän den Deckel zu macht, wenn die Türme auf der 7. Reihe stehen und der gegnerische König im Visier haben, der dadurch unbeholfen in der Landschaft steht. Bei Yannicks Partie war es materiell lange ausgeglichen. Irgendwann jedoch stand sein Läufer und sein Springer klar besser als die des Gegners. Das wusste er mit Hilfe seiner Schwerfiguren überraschend schnell auszunutzen. Bei ihm zeigte sich, dass es nicht wirklich mit Serve und Volley gehen muss - dass oft auch Geduld Rosen bringen. Auch so kann es dann schnell gehen. Durch einen Trick gewann er eine Figur. Mehr wollte sein Gegner nicht mehr lange sehen und gab auf. Das war für uns das ideale Heimspiel. Moegen noch mehr davon kommen! (Jörg Brauchli)



Bern 8 (2. Liga, Nordwestgruppe)


Bern 8 - Solothurn 4 3 : 1 (Frischknecht - Stroo 1:0, Lehmann - Freiburghaus ½:½, Mario Useche - Henchoz 1:0, Simon Useche - Stooss ½:½).

Klarer Sieg gegen Solothurn 4

Motiviert durch das wahrscheinlich schönste Schachlokal Europas gelangen uns gute Partien.

Am Brett 1 entstand in einem Damengambit nach dem Abtausch vieler Figuren schon rasch ein Endspiel, das uns dann aber zwei Stunden in Anspruch nahm. Alles drehte sich um einen schwarzen Bauern auf d6, der dauernd von Turm und Dame bewacht werden musste, um nicht erobert zu werden. Ich hatte dadurch (mit Weiss) grossen Raumvorteil. Nach dem Vormarsch der Bauern am Königsflügel, die schliesslich auf h6 und g5 standen, geriet mein Gegner so sehr in Bedrängnis, dass er übersah, dass die Dame auf g7 seinen König mattsetzen konnte.

Am Brett 2 entschied sich Peter für eine sizilianische Verteidigung, die in eine klassische Najdorf-Variante mündete. In der Folge vermochte er auf der halboffenen c-Linie nicht durchzudringen, und sein Gegenüber fand keine Züge, um im Zentrum oder am Königsflügel Erfolge zu verzeichnen. Mit einem von ihm erzwungenen Damentausch versprach er sich einen verbundenen Freibauern im Zentrum. Sein Gegner bot nach dem 21. Zug Remis an, das er ablehnte. Nachdem er aber die Hoffnung auf einen Freibauern aufgeben musste, bot er seinerseits Remis an, das sein Gegenüber annahm. Unzufrieden konnte er nicht sein, da sein Gegner über 100 ELO-Punkte aufwies.

Mario kam am Brett 3 rasch in Vorteil. Nach 23 Zügen standen beide Könige noch immer in der Mitte, als sein in Zeitnot geratener Gegner aufgab. Dame und Turm drohten auf der siebten Reihe ein Matt in drei Zügen.

U10-Spieler Simon bot fünfmal erfolglos remis an. In einer ausgeglichenen Partie wurde stets aufmerksam und fehlerlos gespielt, bis nur noch zwei Könige auf dem Brett standen. (Ernst Frischknecht)

3. Runde, 11./12.6.22

Bern 5, Bern 6 und Bern 7 spielen allesamt zu Hause. Bilanz 12 - 0 ! (Bild: Silke)

Bern 1 (NLB, Westgruppe)


Trubschachen - Bern 4½:3½ (Noe - Gschnitzer ½:½, Filipovic - Sutter ½:½, Kaenel - Fejzullahu ½:½, Milosevic - Schlegel 1:0, Adler - Horber ½:½, Simon - F. Pellicoro ½:½, G. Heinatz - Arsenie 1:0, Ramseier - Dijkstra 0:1).


Knappe Niederlage der 1. Mannschaft gegen ein starkes Trubschachen

Im Auswärtsmatch gegen die in Bestbesetzung angetretenen Trubschachener musste unser Team die erste, etwas unglückliche Niederlage in dieser Saison einstecken. Denn Igor und Marc, welche beide ihre Partien verloren, standen eigentlich deutlich besser, wenn nicht sogar auf Gewinn.

Igor - am 4. Brett mit Weiss spielend – wollte in seiner sizilianischen Partie gegen Goran Milosevic zur Verstärkung seines Königsangriffs weitere Figuren vom Damen- zum Königsflügel bringen. Dazu hatte er seinen Springr von c3 auf d1 gezogen, um ihn über f2 am Königsangriff von Turm und Dame zu beteiligen. Danach wäre aber mit Dame d4 ein Doppelangriff der schwarzen Dame auf den Springer f2 und den Läufer auf c4 möglich gewesen. Den damit verbundenen Verlust des weissen Läufers hätte sich Igor aber leisten können, weil sein Angriff dank des weissen Springers durchgedrungen wäre. Statt dessen brach er seinen Königsangriff ab und verlor in der Folge zwei Bauern und die Partie.

Marc liess sich am 7. Brett mit Schwarz gegen das Londoner System von Gundula Heinatz auf einen Bauerngewinn ein, der zusätzlich zur offenen h-Linie auch die g-Linie für die weissen Figuren öffnete. Danach fand er leider nicht den einzig richtigen Zug, um seine Stellung zu konsolidieren und so seinen Materialvorteil zu behalten. Das ermöglichte es Gundula (2130 ELO), mit den Schwerfiguren auf der h- und g-Linie Matt zu setzen.

Der einzige Sieg für den SKB gelang Hidde Dijkstra am 8. Brett gegen die sehr passiv spielende Jana Ramseier. In den 20er-Listen sind Jana mit 2045 ELO und Hidde mit 1854 ELO aufgeführt . Hidde dürfte wohl deutlich stärker sein als seine ELO-Zahl.

Am 6. Brett kam es in der Partie von Fabian (1955 ELO) gegen Ralf-Axel Simon (2136 ELO) zu einem Sizilianer mit «unterschiedlichen» Rochaden. Fabian hatte offensichtlich nicht die richtigen Angriffszüge gemacht, den der schwarze Königsangriff kam schneller voran. In der Folge kam es zu einem Endspiel mit weissem Turm und einem weissen Bauern am Damenflügel und 2 schwarzen Läufern und je einem schwarzen f- und h-Bauern. Mit gütiger Mithilfe seines Gegners konnte Fabian seinen Turm gegen den f-Bauern und den weissfeldrigen Läufer abtauschen und so eine Remis-Stellung herbeiführen.

Jean-Marc kam am 5. Brett mit der bogoindischen Veteidigung gegen den über 160 ELO-Punkte mehr aufweisenden Joel Adler früh zu einer ausgeglichenen Stellung und somit zu einem remis.

Auch bei den Partien von Oliver gegen Branko Filipovic am 2. Brett nach 13 Zügen und von Afrim gegen Hans-Jürg Känel am 3. Brett wurden früh die Punkte geteilt. Afrim benötigte aber einige Bedenkzeit, um gegen den weissen Bauernsturm mit den Bauern auf a4, b5, c4 und d4 die richtigen Züge zu finden..

Ebenfalls mit einem Unentschieden endete die Partie von Adrian gegen den etwa 140 ELO-Punkte höher eingestuften Christopher Noe. Für ein ewiges Schach opferte Adrian mehrere Figuren. (Joni Gast)


Bern 2 (1. Liga, Westgruppe)


Neuenburg - Bern II 3:3 (Hauser - Radt 0:1, Pinson - Schaffner 1:0, R. Erne - Musaelyan 1:0, Abbet - Wasserfallen ½:½, Holveck - Lips ½:½, Berrada - Sobari 0:1).

Nachdem wir in der zweiten Runde gegen Genève 2 unseren ersten Saisonsieg einfahren konnten, wollten wir gegen das nach zwei Runden ohne Punkte dastehende Neuchâtel 1 auswärts einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Die Begegnung startete auch denkbar gut: am ersten Brett liess Volker mit Schwarz zum ersten Mal Trompovsky zu und sein Gegner griff bereits nach wenigen Zügen entscheidend fehl und tauschte zwei Leichtfiguren gegen Volkers Turm. Dieser hatte neben dem materiellen auch diverse positionelle Vorteile und nach kurzer Zeit brachte er den vollen Punkt ins Trockene. Fast gleichzeitig war auch die Partie am 6. Brett entschieden. In einer Maroczy-Struktur, welche aus einer Königsindischen Verteidigung entstanden war, versäumte es Robins Gegner, seine Figuren innert nützlicher Frist zu entwickeln. Robin nutzen seinen Raumvorteil und Entwicklungsvorteil und durchbrach mit einem Bauernopfer die gegnerische Verteidigung und bald darauf stand es 2:0 für Bern! Am zweiten Brett erwischte David allerdings einen rabenschwarzen Tag und wurde mit weiss in einem Königsgambit überspielt. Auch Arshavir am Brett daneben hatte nicht seinen besten Tag und stellte eine Qualität und die Partie ein. Somit gingen wir mit einem 2:2 in die Zeitnotphase. Bénés Partie war ein wahres auf und ab gewesen, er stand zwischenzeitlich klar schlechter, glich dann aus und gewann schlussendlich eine Qualität für einen Bauer. Leider verpasste er in Zeitnot den entscheidenen Zug, welcher wahrscheinlich den Gewinn gebracht hätte, und er und sein Gegner trennten sich Remis. Der Ausgang der Begegnung lastete nun auf Adrians Schultern. In einem dramatischen Endspiel mit Läufer und 4 Bauern gegen Springer und 4 Bauern hatten beide Spieler ihre Chancen, doch nach langem Kampf wurden auch an diesem Brett die Punkte geteilt. Somit mussten auch wir als Team uns mit einem alles in allem gerechten Remis begnügen und gehen mit 3 Punkten aus 3 Begegnungen in die Sommerpause. Den Ziel Klassenerhalt kamen wir heute gewiss einen Schritt näher! (Robin Sobari)


Bern 3 (2. Liga, Westgruppe 1)


Bern 4 (3.-Liga, Nordwestgruppe 3)


Bern 5 (3.-Liga, Nordwestgruppe 3)


SK Bern 5 - Olten 4 4 : 0 (Nguyen Ly - Erik Hänggi 1:0, Luca D'Arcangelo - Daniel Steiner 1:0, Niels Severin Gade - Joel Felber 1:0,

Igor Melenevskii - Leon Ramaj 1:0)

Am heutigen Spieltag trafen sich Bern 5 sowie Bern 6 und 7 in der Zunft. Im Vorfeld hatte es aufgrund von Fussballturnieren, Familienfeiern und Schulschlussfesten schon diverse Spielerausleihen zwischen den Mannschaften gegeben. So kam es, dass Bern 5 schlussendlich mit unserem Präsidenten an Brett 1 und Luca D'Arcangelo an Brett 2 antrat.

Die Gäste aus Olten bescherten uns insgesamt spannende und lange Partien. Igor an Brett 4 holte mit dem Damengambit nach knapp 1 1/2 Stunden den ersten Punkt für Bern 5. Sein Gegner hatte im 12. Zug einen Abtausch falsch berechnet und ermöglichte Igor den Gewinn der Dame für einen Springer und einen Bauern. Igor liess nichts mehr anbrennen, optimierte seinen Vorteil Zug um Zug und so gab sein Gegner im 30. Zug dann auch auf.

Danach passierte lange wenig bis nichts. An Brett 2 waren nach 2 Stunden gar erst 10 Züge gespielt, Bern 6 und Bern 7 hatten da schon längst gewonnen.

Niels an Brett 3 holte in einer Caro-Kann-Partie nach gut 3 Stunden den nächsten Punkt. Die Partie war lange ausgeglichen gewesen, mit abwechselnd kleineren Vorteilen für beide Seiten. Beide waren müde, Niels schlief zwischenzeitlich sogar fast ein (in der Zunft war es heiss und stickig), doch das Durchhaltevermögen der Junioren zahlte sich wieder einmal aus. Im Endspiel fehlte dem Gegner noch etwas Erfahrung und so wurde aus einem Remis ein Sieg für uns.

Lucas Gegner eröffnete Englisch, beide überlegten zu Beginn der Partie sehr lange. Und obwohl Luca bereits im 10. Zug eine Qualität weniger hatte, war sein Stellungsvorteil Gold wert. Ihm war es gelungen, den Gegner ziemlich zu blockieren und so gewann er ein paar Züge und viele Minuten später einen Turm. Das Matt war in Reichweite, und nach 48 Zügen und fast 3,5 Stunden dann Realität. Wir hatten gewonnen!

Nguyen - sich seiner Verantwortung für die Mannschaft als Präsident sehr bewusst - spielte sehr konzentriert und überlegt einen geschlossenen Sizilianer, frei nach dem Motto, lieber langsam gewinnen als zu viel zu riskieren - der Punktgewinn ist schliesslich für die Junioren. Er gewann nach und nach 2 Bauern, und um kurz vor halb sechs nach 51 Zügen dann auch die Partie, 4:0.

Der Zunfttag war sehr erfolgreich, die Gäste konnten keinen einzigen Punkt entführen und wir endlich hungrig in die Schmidi.

Danke an Luca und Nguyen, dass ihr die Lücken bei uns so grandios gefüllt habt, es war ein toller Tag! (Silke Gade)


Bern 6 (4.-Liga, Nordwest 3)


Bern 6 - Frbibourg 3 4 : 0 (Jörg Brauchli - Frances Oro 1:0, Valerio Ferraro - Come Grandjean 1:0, Yannick Radt - Leonard Gehrke 1:0, Timo Braun - Xavier Hauswirth 1:0).


Geglückte Revanche gegen Fribourg 3 - wenn schweigen Silber und reden Gold ist

Gegen Fribourg 3 gab es in der letzten SMM-Saison die einzige Niederlage meines damaligen Teams. Darum war fuer mich zu Beginn der Meisterschaft dieses Team Gruppenfavorit. Schnell stellte sich heraus, dass die Besetzung nun völlig anders ist. Das gab genug Anlass, um auf eine erfolgreiche Revanche zu hoffen. Erst recht als mir am Bundesturnier der Mannschaftsleiter mitteilte, dass sie mit 4 Junioren nach Bern kommen werden.

Meine Spieler wurden vorzeitig aufgeboten und alles schien einen gewohnten Lauf zu nehmen. Bis am Spielabend - zwei Tage vor dem Match - ein Spieler mir durchblicken liess, dass er lieber nicht spielen möchte. Ich gab ihm zu verstehen, dass er es nochmals ansehen solle, denn vielleicht ginge es ja doch. Da ich Silke und SKB 5 gleich zwei Spieler von meinem Team zur Verfügung stellte, sah ich mit dieser drohenden Absage Probleme kommen. Dies wurde am Tisch diskutiert. Der Präsi himself schlug vor, dass er im 3. Ligateam von Silke spielt. Am Nachbartisch vernahm auch Luca d'Arcangelo von meinem Problem und auch er gab mir zu verstehen, dass er spielen könnte.

Auf der Heimfahrt vom Klubabend erhielt ich von einem zweiten Spieler den Wunsch, am Spieltag aussetzen zu können. Meine Spieler erhielten anfangs Saison ein Schreiben, darin sie alle relevanten Informationen erhielten und zudem ihnen versprochen wurde, auf Wünsche, Kritik, Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Darum reagierte ich postwendend und bot Nguyen für Silkes Team auf, um die Wünsche meiner Spieler gerecht zu werden. Am folgenden morgen informierte ich zuerst Silke, dass der Präsi bei ihr spielt und einem ersten Spieler wurde die Erlaubnis gegeben, am Samstag schachblau zu machen. Zudem wurde mehrfach versucht Luca zu erreichen, um ihn aufzubieten. Als dies am Freitag kurz vor der Tagesschau gelang, konnte ich auch dem zweiten Spieler eine Entlastung geben. Und wir hatten das, was wir wollten: Silke's Team wurde durch Nguyen und Luca verstärkt, mein Team stand und die Spieler, die nicht wirklich konnten, hatten frei. Das war eine win-win-win Situation, die mag ich besonders. Und mit win-win-win spielt man auf Gewinn!

So kam es dann auch. 4 Fribourger Junioren waren unsere Gegner. Ich spielte am 1. Brett glatt auf matt. Meine Figuren gingen ein bisschen gar plump auf den gegnerischen König los. Ich wollte damit einen schnellen Sieg einfahren und für Entspannung und Sicherheit im Team sorgen. Aber so einfach ging es eben doch nicht. Nach den Eröffnungen sahen die restlichen SKB 6 Bretter sogar besser aus als meines. Yannick zerzauste richtig die gegnerische Stellung. Er konnte nicht nur dem Gegner die Rochade vermiesen, sondern stand sogar derart stark, dass er schon bald nach der Eröffnung dem Gegner die Dame nehmen konnte. Sehr solide eröffneten Timo und Valerio. Beide konnten ihre Stellungen dermassen gut ausbauen, dass sie jeweils eine Figur gewannen. An den Brettern 2-4 lief es wie am Schnuerchen. Ich hätte auch den Katalysator zünden können, denn im 22. Zug hätte ich eine mehrzügige Kombination gehabt, beginnend mit einem Damenopfer, die einen Turmgewinn gebracht hätte. Nur - mir war nicht nach viel Rechnen und ich spielte einen viel schwächeren Zug, der mir den Vorteil nahm. Durch einen gegnerischen Fehler konnte ich schliesslich auch - wie meine Mannschaftskollegen - eine Figur gewinnen. Yannick übersah zwar ein 3 zügiges Matt und war trotzdem als erster mit seiner Partie fertig. Kurze Zeit später stellte Timo die 2:0 Fuehrung sicher. Bei mir hatte der gegnerische Junior ein Dauerschach auf dem Brett. Uns hätte es den vorzeitigen Sieg gebracht und darum war es für mich nicht wirklich tragisch. Aber - er wollte nicht das Remis, sondern tauschte die Damen ab. So kam es zur Stellung bei der ich zwei Läufer und zwei Bauern hatte und mein Gegner 1 Läufer und 5 Bauern. Nur waren meine Bauern dermassen parat eine Dame zu machen, dass der Fribourger schliesslich aufgab. In Geduld üben, musste sich Valerio. Trotz kompensionsloser Mehrfigur gab sein Gegner lang, sehr lange nicht auf. Bis ihn doch noch ein Geistesblitz traf und er schliesslich doch Valerio gratulierte.

Das war ein souveränder und diskusionsloser 4:0 Sieg. Wichtig an diesem Tag war viel mehr, was vorher geschah. SKB 5 und SKB 6 konnten eindrücklich erfahren, wie wichtig es ist, wenn man miteinander redet. Miteinander reden und kommunizieren ist meistens viel besser und wichtiger als übereinander! Oder wie es Coco Channel sagt: "der mutigste Akt ist immer noch, selbst zu denken. Und zwar laut". Das kenne ich und ihr von mir! jb




Bern 7 (4.-Liga, Nordwest 3)

Bern 7 - Trubschachen 4 - 0 (Simon Caduff - Mirjyam Wiedmer 1:0; Valery Sturm - Raphael Ernst 0:1; Milo Alberti - Yanik Kohler 1:0; Joel Blaser - Thomas Schlegel 0:1)

Trubschachen ist ein Jugendteam. Es waren die gleichen SpielerInnen, wie in der letzten Saison und wie damals liessen wir nichts anbrennen. An Brett 1 und 2 waren die Partien schon nach wenigen Zügen klar zu unseren Gunsten gekippt. Milo an Brett 3 brauchte etwas länger, um grossen Vorteil herauszuholen, aber er stand immer leicht besser. An Brett 4 brauchte Thoemel einen groben Schnitzer seines Gegners im Endspiel, um die Partie zu gewinnen. Vorher sah es zeitweise nicht gut aus und sein Gegner hätte ein paar Möglichkeiten gehabt, entscheidenden Vorteil zu erlangen. (Thoemel)

Bern 8 (4.-Liga)

Neuchatel 4 - Bern 8 0.5 - 3. 5 (Nicolas Pointet - Oliver Stettler 0-1, Elias Girardin - Ernst Frischknecht ½-½, Alizé Kramer - Peter Lehmann FF, Samuel Liengme - Simon Useche 0-1)

Bern 8, mit Oliver Stettler erheblich verstärkt und durch den talentierten achtjährigen Simon Useche im Altersdurchschnitt deutlich reduziert, stiess in Neuenburg auf Junioren. Diese werden heute bekanntlich gut geschult und sind nicht leicht zu besiegen.

Die Partie am Brett 1 war allerdings nach 11 Zügen schon entschieden: 1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Bc4 Nc6 7. 0-0 e6 8. f4 Qb6 9. Be3 Qxb2 10. Nde2 Qb4 11. Bb3 Nxe4. In einer etwas unkonventionellen sizilianischen Najdorf Variante mit 8. f4 Qb6, wo die Dame Druck auf den d4-Springer und b2-Bauern ausübt, hatte Olivers Gegner korrekterweise einen Bauern aufgegeben, aber danach etwas ungenau gespielt, was Oliver ermöglichte, einen weiteren Bauern zu gewinnen. Besser entwickelt, stand Weiss nur ganz wenig schlechter da, der U-14-Spieler war jedoch gar nicht zufrieden und gab entmutigt auf, obwohl ihn Oliver noch zum Weiterspielen zu bewegen versuchte.

Am Brett 2 war der Junior besser motiviert, spielte fehlerlos und begegnete den etwas zaghaften weissen Angriffsversuchen stets mit guten Zügen. In einem Endspiel mit je fünf Bauern und einem Turm gab es für beide Seiten keine Lösungen mehr. «Nul», so hiess es schliesslich.

Am Brett 3 erschien leider kein Spieler, und Peter Lehmann konnte sich ganz dem Zuschauen widmen, was gewiss auch lehrreich war, besonders bei den ebenfalls nach Neuenburg gereisten Cracks von Bern 2.

Am Brett 4 standen sich zwei sehr junge Spieler gegenüber, deren Partie ich, selber schwer beschäftigt, nur in kurzen Ausschnitten mitverfolgen konnte. In einem beeindruckenden, sehr lebhaften Spiel verschwanden immer mehr Figuren vom Brett, bis am Ende Simon Useche mit Turm und Springer gegen Turm und Bauern in fast schon grossmeisterlichem Stil gewann. (Ernst Frischknecht)


Zweite Runde, 14./15.5.22

Bern 2 (vorne) und Bern 3

Bern 7 mit Oliver, Dario & Raph

Bern 7 am Analysieren

Bern 5 (vorne) und 6 in Langenthal

Bern 1 (NLB, Westgruppe)


Riehen 2 - Bern 1 4:4 (Kiefer - Fejzullahu ½:½, Ammann - Schlegel 0:1, Herbrechtsmeier - Schaffner ½:½, Dill - Ramseyer 1:0, Deutschmann - Gast 1:0, Luginbühl - F. Pellicoro 1:0, Ernst - Arsenie 0:1, Deubelbeiss - Dijkstra 0:1)

Gerechtes Unentschieden gegen die zweite Mannschaft von Riehen


Im Match gegen die 2. Mannschaft von Riehen mussten beide Teams auf mehrere Spitzenspieler verzichten. So fehlten beim SKB die beiden besten und bei Riehen sogar die 4 besten Spieler. Wie das Unentschieden zeigt, wussten wir diesen Umstand zu nutzen, obwohl die Mannschaft aus Riehen an den Brettern 3 – 8 auch so noch jeweils um 100 – 150 ELO-Punkte besser besetzt war.


Die «spanische Partie» von Afrim am 1. Brett endete zuerst. Sein Gegner bot ihm schon im Mittelspiel das remis an.


Am 2. Brett überspielte Igor seinen Gegner mit Weiss mit einer selten gespielte Variante gegen Sizilianisch. Da sein Gegner in der Eröffnung nicht die richtigen Züge fand, kam Igor zu grossem Raumvorteil und konnte einen Königsangriff lancieren. Schwarz konnte sich nur verteidigen, ein Gegenspiel war wegen der passiven Stellung nicht möglich. Die vielen taktischen Möglichkeiten zwangen Igor aber zu viel Rechenarbeit, sodass er wie so oft in Zeitnot kam. Schlussendlich fand er aber die richtigen Züge und gewann die schwarze Dame und damit die Partie.


Auch am 3. Brett wurde Sizilianisch, diesmal die Najdorf-Variante gespielt. Dabei musste sich David mit Schwarz gegen den Fischer-Sosin-Angriff verteidigen. Dies gelang ihm sehr gut, denn er konnte die weisse Dame für zwei schwarze Leichtfiguren gewinnen. Leider griff er in der Zeitnot fehl, sodass sein Gegner mit seinem scharzfeldrigen Läufer gleichzeitig Davids Turm und Dame angreifen konnte. David musste die Dame wieder zurückgeben und stand leicht schlechter da. Trotzdem einigte man sich auf ein remis.


Am 4. Brett kam ein «geschlossener Sizilianer» auf das Brett. Nicolas Gegner erlangte mit Schwarz aber genügend Gegenspiel und gewann die Partie nach einer Ungenauigkeit von Weiss.


Sizilianisch wurde auch am am 5. Brett gespielt. Mein Gegner täuschte mit 2.Sc3 und 3. f4 einen Grand Prix an, um dann aber mit d4 und Ld3 fortzusetzen. Auf jeden Fall kam ich in Vorteil und lehnte dass weisse Remisangebot nach 17. Zügen ab. Zu diesem Zeitpunkt war erst die Partie von Afrim am 1. Brett beendet, und der Ausgangs des Matches war ziemlich unklar. Einige Züge später setzte Weiss mit dem Bauernvorstoss f4-f5 zu einem, wie er mir nachher sagte- verzweifelten - Königsangriff an. Leider fand ich aber nicht die richtige Verteidigung und verlor die Partie!


Sizilianisch Sweschnikow lautete die Eröffnung am 6. Brett! Dabei tauschte Fabian mit Weiss noch in der Eröffnung seinen aktiven Springer auf d5 gegen den passiven Läufer auf e7. Später stellte er noch seinen g-Bauern auf das Feld g4, was zu entscheidenden Schwächen auf seinen schwarzfeldrigen Feldern f4 und h4 führte.


Am 7. Brett wurde nicht Sizilianisch sondern eine Variante des Londoner Systems gespielt. Marc konnte sich dabei mit einem zwischenzeitlichem Damenopfer aus seiner nachteiligen Stellung befreien. Weiss musste die Dame zurückgeben und verlor dabei noch wegen eines ungenauen Zuges einen Bauern. Diesen Mehrbauern konnte Marc später in eine Dame umwandeln. Trotz grossen Materialnachteils setzte der Weisse die Partie fort. Mit viel Geduld und technischem Können brachte Marc aber den ganzen Punkt ins Trockene!


Auch am 8. Brett gab es wieder eine sizilianische Stellung. Dabei gewann Hidde mit Weiss spielend einen schwarzen Turm und 2 schwarze Bauern gegen zwei Leichtfiguren. Nach dem Abtausch vieler Figuren kam es zu einem Endspiel, bei dem Hiddes Turm und seine zwei, vom weissen König unterstützten, verbundenen Freibauern stärker waren als der Läufer und der Springer seines Gegners. Mit dieser zuletzt beendeten Partie sicherte Hidde das Unentschieden für unsere Mannschaft. (Joni Gast)



Bern 2 (1. Liga, Westgruppe)


Bern 2 - Genève 2 4½:1½ ((Horber - Li 0:1, Maurer - Broome ½:½, Wasserfallen - Saraiev 1:0, Musaelyan - Frauchiger 1:0, Lips - Detraz 1:0, Rösler - Vadi 1:0)

Nach der klaren Niederlage gegen das absolut überlegen besetzte Nyon 2 war der Siegeshunger gegen Genf 2, die wir in Runde 2 in der Metzgerzunft empfingen, umso grösser. Mit einem ungewerteten Ukrainer am dritten Brett der eine FIDE Elo von knapp 2000 aufweist, waren sie wohl etwa gleich stark aufgestellt wie wir.

Das Score wurde eröffnet von Fritz am zweiten Brett, der mit Schwarz gegen Jeremy Broome spielte. Nachdem er etwas schlechter aus der Eröffnung kam, kämpfte er sich zurück ins Spiel und hatte zwischenzeitlich wohl selber Siegeschancen. Sein Gegner fand jedoch ein Dauerschach, wodurch es 0.5-0.5 stand.

Als nächstes folgte eine Siegessalve unsererseits an den hinteren Brettern: Bene am dritten Brett schaffte es mit Weiss gegen den Ukrainer Yaroslav Saraiev innerhalb der Eröffnung einen Springervorposten auf d6 zu schaffen, der sich kaum mehr davon entfernen liess und noch dazu dem gegnerischen König durch sein Schach die Rochade verwehrte. Positionell stand er also von Beginn weg komplett überlegen, doch bekanntlich ist es manchmal schwierig, in einer solchen Stellung den richtigen Moment für eine taktische Forcierung zu finden, und nicht ungeduldig einen Sieg erzwingen zu wollen. Sein Gegner spielte noch weit vor dem zwanzigsten Zug nur noch auf Inkrement, und Bene konnte den Vorteil zunächst ausbauen, doch plötzlich kämpfte sich sein Gegner zurück. Doch Bene erkämpfte sich erneut einen Gewinnvorteil, und sein Gegner spielte auch noch nach dem vierzigsten Zug auf Inkrement, da er den Zeitmodus vergessen hatte. Bene liess sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen, und bescherte uns einen Sieg an Brett 3.

An Brett 4 spielte Arshavir mit Schwarz gegen den gegnerischen Captain Thomas Frauchiger. Im Mittelspiel gewann er taktisch einen Bauern, und durch eine gegenseitige Infiltration auf der 2. resp. 7. Reihe wurde der Damenflügel liquidiert. Arshavir fand sich zum Schluss in einem Turm+Läufer gegen Turm+Springer Endspiel wieder, mit 3 gegen 2 Bauern, alles am Königsflügel. Nicht zuletzt dank seinen aktiven Figuren konnte er diesen Vorteil in einen Gewinn ummünzen und gewann für uns an Brett 4.

An Brett 5 spielte Adrian mit Weiss gegen den aufstrebenden Junior Samuel Detraz. Durch seine berühmt-berüchtigten Theoriekenntnisse und eine schöne taktische Finesse erkämpfte er sich einen leichten positionellen Vorteil. Es folgte eine schnelle Liquidation der Figuren, und sein Gegner stand vor der Wahl, ein Turmendspiel mit ewig passivem Turm zu verteidigen, oder in ein Bauernendspiel abzutauschen. Er entschied sich für letzteres, doch auch im Bauernendspiel hat Weiss dank Aussichten auf einen entfernten Freibauern und leicht schnellerem König gute Gewinnchancen. Adrian erkannte dies schon im Vorfeld, und verwertete seinen Vorteil souverän zum Sieg an Brett 5.

An Brett 6 spielte schliesslich ich mit Schwarz gegen den ungewerteten Maxim Vadi. Er wählte eine Eröffnung die mir nicht so liegt, doch spielte in der Folge unpräzise und ich konnte ihm einen Doppelbauer am Königsflügel anhängen. Ich versuchte zu verhindern, dass er diesen mit einem f4-Durchbruch gleich wieder auflösen kann, und so folgte eine Serie von 11 Zügen in der ich ausschliesslich mit meinen Leichtfiguren spielte und um das Feld f4 kämpfte. Am Ende dieses leichten Spiels hatte ich einen Mehrbauern und eine Mehrqualität in komfortabler Stellung. Zwischenzeitlich stresste mich mein Gegner noch mit der Andeutung von Gegenspiel, und im Stress übersah ich gar noch einen Figurengewinn meinerseits, doch nach zwei weiteren Bauerngewinnen gewann ich für uns an Brett 6.

Somit spielte beim Stand von 4.5-0.5 für uns nur noch Jean-Marc an Brett 1, mit Weiss gegen den starken Dominique Li. Dieser misshandelte die Eröffnung, und Jean-Marc kam dadurch zu einer guten Stellung. Danach tauschte er jedoch wohl etwas voreilig den weissfeldrigen Läufer ab, was wegen der schwachen weissen Felder um Jean-Marcs König zu überraschend viel Gegenspiel von Schwarz führte. Plötzlich gewann Schwarz eine Figur, und Jean-Marc konnte die Niederlage nicht mehr abwenden. Trotzdem Merci Jean-Marc fürs Aushelfen, gleichwohl stark gespielt!

Somit gewannen wir die zweite Runde souverän mit 4.5-1.5, und konnten so die neue Saison so richtig lancieren. Gegen Neuchâtel 1 in Runde 3 heisst es also: Siegestrend fortsetzen! (Linus Rösler)


Bern 3 (2. Liga, Westgruppe 1)


Bern 3 - Belp 4:2 (Roth - Michael Burkhalter 1:0, Wälti - Bühler ½:½, Stadler - Matthias Burkhalter ½:½, Kanana - Buntschu½:½, Gil - Brückler 1:0, Koch - Adam ½:½)

Während rund um uns herum der grosse Volkslauf Grandprix Bern stattfand, sass unsere Equipe still auf ihren Stühlen und übte sich im Hirnsport. Dabei einigten sich Ruedi und Thomas K. mit ihren Gegnern nach gut 2 Stunden auf ein Remis. Den ersten vollen Punkt lieferte Matthias am ersten Brett mit einem Bauernsturm gegen Sohn Burkhalter. Danach steuerte Thomas W. ein mannschaftstaktisches Remis bei - besser Remis als zu riskieren. Bei Oscar sah es zuerst lange ebenfalls nach einem Remis aus. Es gab jedoch immer wieder Optionen. Und so konnte er in einem Endspiel mit Bauern und je dem schwarzen Läufer seinen Gegner doch noch überspielen. Ziad fand sich in einer komplexen Partie in einem Zeitnotkrimi bei der ersten Zeitkontrolle wieder. Dabei behielt er einen kühlen Kopf und konnte seinen Gegner im 40. Zug mit einem Bauerngewinn überraschen. Jedoch reichte der Mehrbauer nicht aus, und - da der Match entschieden war - einigte man sich mit je 3.5 Minuten vor der finalen Zeitkontrolle auf ein Remis. (Thomas Koch)

Bern 4 (3.-Liga, Nordwestgruppe 3)

Lyss 2 - Bern ½:3½ (Schwab - D'Arcangelo 0-1, Nolting - Marbacher 0-1, Bloch - Mosimann ½:½, Jakob - Habegger 0-1)

In der 2. SMM Runde musste Bern4 gegen Lyss2 ran. Bereits im Zug herrschte eine energetische Stimmung. Wir alle waren guten Mutes und wollten die Runde gerne gewinnen.

Und eben diese Energie übertrug sich schon bald nach den ersten Zügen auf die Stellung von Tobi. Gekonnt kombiniert, gabelte er sich die erste Figur seines Gegners. Nun, von der Aussicht getrieben, den schönen Sommertag womöglich nicht drinnen verbringen zu müssen, liess er nichts mehr anbrennen.

Währenddessen sah es auch für Luca M. nach einer Miniatur aus. In der Eröffnung opferte Luca einen Bauern für starke Zentrumskontrolle und dynamische Positionierung seiner Läufer. (Yogi wäre stolz!) Doch sein Gegenüber kannte keine Furcht, und verschlang nach dem ersten gleich noch einen zweiten Bauern. Der war allerdings vergiftet, und Luca konnte einen Angriff starten, der zum Qualitätsgewinn führte. Da fand sein Gegner eine brillante Taktik, und Luca sah sich gezwungen, die Qualität wieder zurück zu geben. Voller Euphorie wieder ins Spiel gefunden zu haben, frass Lucas Kontrahent gleich im nächsten Zug erneut einen vergifteten Bauer und verlor seine Dame.

Jonas Spiel startete etwas gemütlicher. Sein Gegner entschied sich für 1. c4. Lange blieb die Stellung symmetrisch. Es schlich sich ein leichter Vorteil für Weiss ein. Hungrig auf die Bauern am Damenflügel gibt sein Gegner jedoch seine druckvolle Stellung auf und ermöglicht Jonas einen Konterangriff. Leider vergibt Jonas nach der 1. Runde auch in der 2. Runde ein forciertes Matt, bewahrt aber heute einen kühlen Kopf und ebnet mit einem Läuferopfer seiner Dame den Weg zum Dauerschach.

Auch meine Partie startete ruhiger, ich konnte relativ bald den Anzugsvorteil meines Gegners ausgleichen und stand dann zwischen zeitlich etwas besser. In einer kritischen Stellung wollte ich nicht in ein Endspiel simplifizieren, und entschied mich, meinen Springer zu opfern. Dabei übersah ich jedoch, dass mein Gegner mit einem Konter-Qualitätsopfer, meinen Plan zunichte hätte machen können. Glücklicherweise übersah er die Kombination auch. Die Stellung flachte trotz meiner Bemühung, in ein ausgeglichenes Endspiel ab. Allerdings war mein Gegner etwas unkonzentriert und ich konnte seine Dame aufgabeln. (Luca D'Arcangelo)

Bern 5 (3.-Liga, Nordwestgruppe 3)


Langenthal 1 - Bern 5 2½:1½ (Mentor Zeqirai - Niels Severin Gade 0.5 : 0.5, Michael Zeller - Luzian Spicher 1 : 0, Roland Kämpfer - Julian Sutter

1 : 0, Christoph Fürst - Igor Melenevskii 0 : 1)

Die zweite Runde führte unsere Junioren nach Langenthal. Und wie schon in der ersten Runde waren die Gegner deutlich stärker, im Schnitt um ca. 250 Elo, am 1. und 3. Brett gar über 400 Elo.

Aber auch unsere Junioren können schon ein wenig Schach spielen und so endete die erste Partie erst nach über 2 1/2 Stunden. Die Kollegen von Bern 6, die gegen Langenthal 2 spielten, waren - bis auf Timo am 4. Brett - längst zum gemütlichen Teil des Nachmittags übergegangen.

Niels Gegner am ersten Brett eröffnete Englisch, beide spielten sehr konzentriert, machten keine Fehler und schliesslich teilte man sich nach 30 Zügen mit K und je 5 Bauern die Punkte.

Die anderen mochten wohl kein schlechtes Wetter und spielten daher Sizilianisch: geschlossen, Sosin-Angriff und Rossolimo-Variante.

Julian an Brett 3 stand lange ausgeglichen, verlor nach einigen Ungenauigkeiten aber doch gegen seinen übermächtigen Gegner. Igor an Brett 4 hatte nach einigen Fehlern eigentlich eine hoffnungslos verlorene Stellung, kämpfte aber heroisch weiter und wie es manchmal so kommt siegte die Erfahrung im Endspiel. Nach 3 Stunden stand es sensationell 1.5 : 1.5 und Luzian an Brett 2 war das Zünglein an der Waage. Die Stellung war ausgeglichen, mit ganz leichten Vorteilen für Luzian, aber beide hatten nur noch wenige Minuten bis Sekunden auf der Uhr und erst gut 20 Züge gespielt. Luzian machte dann in Zeitnot und komplexer Stellung leider den ersten Fehler und verlor nach 3,5 Stunden die Partie und wir die Runde.

Wie schon in der letzten Runde war es knapper als erwartet und unsere Gegner waren beeindruckt von der Leistung unserer Junioren!!!

(Silke Gade)

Bern 6 (4.-Liga, Nordwest 3)

Langenthal 2 - Bern 6 1½ - 2½ (Keller - Radt ½:½, Meister - Valerio Ferraro 0-1, Brütsch - Emilio Ferraro 0-1, Birrer - Braun 1-0)


Mannschaftssieg - mit zwei Raketen am Brett und im Gepäck

Beinahe 40 Jahre spiele ich die SMM. Trotzdem gibt es noch Neuerungen fürr mich. Noch nicht erlebt hatte ich zuvor, dass in der selben Gruppe gleich zwei Teams vom selben Klub gegeneinander antreten. Das geschah in der 1. Runde gegen das Team von Thoemu Schlegel (SKB 7), wo wir uns salomonisch trennten. Ein Novum war auch, dass gleich zwei Teams vom SKB nach Langenthal reisten. Gegen das Fanionteam von Langenthal spielte das Team von Silke (SKB 5) und wir durften gegen die zweite Mannschaft von Langenthal antreten.

Da ich am Abend noch zu einer verspäteten Silvesterfeier fuhr, befanden sich in meinem Rucksack zwei Tischbomben in Form von Raketen. Es stellte sich heraus, dass dies ein veritables Ohmen war.

Meine Jungs stellte ich darauf ein, wie sie gegen unerfahrene Schüler spielen, denn vor einem Jahr kamen die Langenthaler mit 3 Schülern nach Bern. In der Aufstellung waren dann auch zwei Schüler aufgeführt. Der Mannschaftsleiter informierte mich, dass es nicht klar sei, ob die Schülerin am letzten Brett überhaupt käme. Wir vereinbarten beim 4. Brett eine Viertelstunde zu warten und dann den möglichen Langenthaler Ersatz zu berücksichtigen, damit Timo sicher zum Spielen kam.

Die Spielerin kam nicht und sie wurde durch den erfahrene und stärksten Langenthaler, Alfred Birrer, ersetzt. Das hiess aber für Timo, dass er keine leichte Beute vorgesetzt bekam. Das wurde auch sehr schnell klar, denn schon in der Eröffnung spielte der Langenthaler seinen Springer früh nach b 4. Der hätte locker mit a 3 vertrieben werden können - der gegnerische Springer hätte dann bereits nach 5 Zügen 3 x gezogen und Timo wäre bestens gestanden. Wie gefährlich es auch mit Weiss in der Eröffnung ist, einen schablonenhaften Zug zu spielen, musste Timo dann schmerzlich erleben. Auf seinen Bauernzug auf d 4 kam sofort Läufer auf f 5 und es brannte in der weissen Stellung fürchterlich. Es drohte verheerend die Springergabel auf c 2. Da aber auch Weiss dem Anschein nach ein Figurengewinn erzielen konnte, folgte ein Damenschach auf a 5 von Timo. Der half aber nur den zweiten Springer von Schwarz zu entwickeln. Timo musste wiederum seinen Springer auf a 3 spielen, um die Gabel zu verhindern. Schwarz stand besser und Weiss hat mehr Sorgen, als ihm lieb war. Jetzt wäre es darum gegangen, den Schaden möglichst gering zu halten und irgendwie den König in Sicherheit zu bringen. Timo spielte jedoch den zweiten schablonenhaften Zug - g3. Das kostete dann schon Material - viel Material. Eine Lehre soll Timo sein, dass man sich Zeit nimmt bei Stellungen, die nicht bekannt sind und möglichst gut überlegt, was der Gegner genau will. Der Bluff von Schwarz ging voll auf. Timo musste schliesslich seinen h-Turm mit wenig Kompensation geben.

Dafür sah es bei den Ferraro Brüdern prima aus. In der Eröffnung spielte zwar Valerio die weisse Dame auf e 2 und verunmöglichte, dass der weisse Läufer entwickelt werden konnte. Das war aber Theorie und beide kannten sie - die russische Verteidigung. Bevor die Entwicklung abgeschlossen war entschied sich Valerio mit 12. Sb4 auf Angriff zu spielen. Fuer Schwarz hätte es Verteidigungsressourcen gegeben - aber er sah es nicht. Dadurch gewann Valerio ein Figur. Mit dem Tauschen der beiden Türme liess er nichts mehr anbrennen und gewann die Partie in Raketenmanier souverän in 26. Zügen.

Emilio eröffnete mit Schwarz solide, sah sich keinen gefährlichen Angriffszügen ausgesetzt und gewann aus der Eröffnung einen Bauern. Er hatte mit seinem Läufer auf g 7 eine Figur, die dermassen stark die Position dominierte, dass sein jugendlicher Gegner einen Figurenverlust nicht verhindern konnte. Zusätzlich besass Emilio einen Freibauer, der unterstützt vom Turm zur Umwandlung lief und nur mit der Hergabe eines Turms gebremst werden konnte. Das war dann für seinen Gegner irgendwann doch zu viel und fast zeitgleich mit seinem Bruder gewann er ebenfalls im Raketenmodus die Partie.

Es stand nach gut eineinhalb Stunden 2:0 für uns. Timo versuchte noch aus dem Trüben zu fischen, da es durchaus noch Tricks gab. Darum empfahl ich ihm weiterzuspielen. Aber absehbar war, dass das 1. Brett für den Ausgang des Matches entscheidend sein wird.

Dort wurde zwischen dem Langenthaler Florentin Keller und Yannick die slawische Verteidigung auf's Brett gezaubert. Beide kannten sich darin anscheinend gut aus, da die ersten Züge im Blitzmodus verliefen. Bis Yannick's Gegner nicht mehr den Theoriezug brachte. Das führte dazu, dass Yannick viel Zeit benötigte, um die Stellung zu analysieren. Yannicks Gegner hatte auf dem Königsflügel einen Mehrbauern. Yannick hatte Angriff auf der Damenseite. Beide rochierten gross. Yannick liess die Bauern unterstützt von seiner Dame auf der Damenseite laufen und sah trotzdem den Vorteil bei Weiss. Dies erst recht, als er einen seiner Türme auf der h-Linie ins Abseits bewegte. Er besann sich eines Besseren und forzierte wieder die Bauern auf der Damenseite. Auch den von Yannick initierten Läufertausch empfand ich besser für seinen Gegner. Erst recht als m nächsten Zug mit dem weiteren pushen des c-Bauern ein Fehler von Yannick folgte, der zu unserem Glück nicht ausgenutzt wurde. Eine Stellung die zu Beginn eher positionellen Charakter aufwies, wurde völlig taktisch. Dies vorallem auch, weil beide regelmässig die besten Züge ausliessen. Deshalb brannte die Stellung auf beiden Seiten. Der weisse König war umringt von Yannick's Bauern und sein König befand sich im Openair-Stadium, was auch sehr gefährlich war. Chancen wurden hüben und drüben ausgelassen. Aber die letzte grosse Chance hatte Yannick mit einem Damen- und gefolgt von einem Läuferschach (die einzige Leicht- oder Schwerfigur, die zuvor nie gezogen wurde), hätte die Qualität gewonnen. Das sah er doch schon in Zeitnot nicht und sein Gegner sah nur noch das Dauerschach als Feuerlöscher. Mit dem wurde die Partie dann zu Zufriedenheit beider beendet. Erst recht zur Zufriedenheit von uns, denn damit war der Mannschaftssieg besiegelt.

Timo, der am Anfang so schlecht stand, kämpft da noch als letzter. Die Misere bei der Eröffnung konnte er leider nicht mehr wettmachen und schliesslich gab er auf. Der Mannschaftssieg gab ihm doch ein bisschen Trost. Daran konnte auch er sich freuen.

Die Moral von der Geschichte: hast du Raketen im Gepäck und Raketenschach auf dem Brett, das ist nett.

Die zweite Moral: Gut ist zwei Ferraros im Team zu haben. Besser wäre es, wenn es - ja, genau - wenn es drei wären.

Vielleicht lässt das Schachvirus seiner Söhne auch Papa Ferraro wieder vermehrt zum Schachspielen kommen und er gibt irgendwann ein gerne gesehenes Comeback! (Jörg Brauchli)


Bern 7 (4.-Liga, Nordwest 3)

Bern 7 - Fribourg 3 - 1 (Raphael Ernst - Francesc Oro 1 : 0; Dario Hilpertshauser - Enes Kaya 0 : 1; Oliver Stettler - Nicolas Michellod 1 : 0; Brett 4 Forfait)

Das Team von Fribourg besteht aus einem Erwachsenen und drei Schülern, bzw. heute nur zwei Schüler, weshalb wir mit einem Punkt Vorsprung ans Werk gehen. Da spielen an drei Brettern lauter noch ungewertete Spieler. Hier gibt es keine Theorievarianten, es wird sozusagen ohne Hilfsmittel gekämpft.

Raphael, an Brett eins, lässt sich beide Randbauern entweder tauschen oder auf die Springerlinie schlagen. Das sieht recht unkonventionell aus, schon bei Zug 9. Er verbessert seine Figuren und greift bei der ersten Gelegenheit mit Turm und Dame am Königsflügel an. Der gegnerische König hat noch nicht rochiert, kann aber nicht mehr, weil sonst der Turm auf der A-Linie durchbrechen würde. Bald schon gewinnt Raphael einen ganzen Trum und kurz darauf in einem schönen Mattangriff das Spiel.

Dario denkt, er habe einige Ungenauigkeiten und Fehler begangen und sieht sich in der Defensive. Daraus löst er sich bravourös und wenn er nicht diesen einen Abzüger übersehen hätte, der ihn einen Läufer kostet, fahrradkettelte er sicher etwas ganz schönes nach Hause.

Oliver spielt eine Wiener Partie. Sein Gegner rochiert zu früh und gibt so einen Bauern her. Oli zögert zuerst, weil nicht sicher, ob da nicht eine billige Eröffnungsfalle dahinter steckt, nimmt aber schliesslich den Bauern. Der Gegner scheint verdutzt und patzt im nächsten Zug grad noch einen weiteren Bauern. Natürlich kommt Oliver danach etwas unter Druck, weil Schwarz seine Figuren leichter entwickeln kann, doch er übersteht diese Phase schadlos. Im Stil eines Routiniers bringt er seine Figuren auf gute Felder, vertreibt des Gegners weit vorgerückte Läufer und erobert sich mit seinen Bauern einen Raumvorteil. Wenn man die Partie im Schnellauf durchgeht, sieht das aus wie eine Wellenbewegung, wo zuerst die schwarzen Figuren auf die weisse Seite schwappen, um gleich darauf die weissen auf die schwarze Seite. In diesem Moment drückt Weiss seine beiden Mehrbauern in die schwarze Verteidigung und sperrt die gegnerische Dame auf h8 ein. Ein paar Züge später ist sie verloren und Schwarz gibt auf.

Die Novizen von Bern 7 zeigen erfrischendes Angriffsschach und ausserdem erstaunlich gutes Stellungsverständnis! (Thoemel)

Bern 8 (4.-Liga)

Köniz Bubenberg 2 - Bern 8 4-0 (Vermin - Roth 1-0, Amsler - Mario Useche 1-0, Rimann - Simon 1-0, Useche, Härdi - Lehmann 1-0)

Gegen das starke Köniz Bubenberg 2 mussten wir Lehrgeld zahlen. An sämtlichen Brettern mussten wir gegen das erfahrene Team von Köniz Bubenberg 2 eine Niederlage hinnehmen.


Bern 4, Bern 5, Bern 6 und Bern 7 in der Zunft

Bern 1 spielt im Casa Chilena

Da haben die Jungs von Bern 2 noch gut lachen;-))

Linus erkämpft sich ein Remis und verhindert ein Desaster

Erste Runde, 30.4.22

Bern 1 (NLB, Westgruppe)

Bern 1 - Bois-Gentil Genf 1 4½:3½ (Sutter - Masserey 1:0, Fejzullahu - Cadei 1:0, Schaffner - Kupalov ½:½, Gast - Shahmammadli ½:½, Horber - Louis ½:½, Ramseyer - Korotejewa ½:½, Arsenie - Stephanus ½:½, Dijkstra - Baghirov 0:1).


Geglückter Start der 1. Mannschaft in der Nationalliga B Westgruppe

Gegen das schwach besetzte Team von Bois-Gentil kam unsere 1. Mannschaft zu einem knappen aber verdienten 4.5 zu 3.5 Sieg. Die Mannschaft aus Genf setzte dabei nur 4 ihrer 10 besten Spieler ein, sodass wir an allen Brettern nach ELO-Punkten stärker besetzt waren. Aber nur Oliver Sutter am 1. Brett und Afrim Fejzullahu am 2. Brett wurden ihrer Favoritenrolle gerecht.

Dem erstmals seit über 15 Jahren wieder für den SKB spielenden Oliver gelang dabei in einem Damengambit ein überzeugender Angriffssieg gegen Yvan Masserey. Dagegen musste sich Afrim, der mit Schwarz gegen das Londoner System von Frederic Cadei spielte, lange in Geduld üben. Schliesslich gewann er einen Bauern und konnte diesen Vorteil in einem Turmendspiel zu einem Sieg ummünzen.

Auch Jonathan Gast am 4. Brett gegen Shafkan Schamammadli, Nicola Ramseyer am 6. Brett gegen Ksenia Korotejewa und der erstmals für die 1. Mannschaft antretende, 13-jährige Marc Arsenie gegen Olivier Stephanus kamen dank Bauerngewinnen zu deutlichen Stellungsvorteilen. In diesen 3 Partien wäre mehr als jeweils nur ein remis dringelegen!

Mit einem Unentschieden endeten auch die beiden Partien von David Schaffner gegen Frederic Cadei und von Jean-Marc Horber gegen Guillaume Louis. Soweit ich das als selbstspielender Mannschaftsleiter beurteilen konnte, bewegten sich diese Partien immer im Remisbereich.

Ebenfalls zum ersten Einsatz in der 1. Mannschaft kam Hidde Dijkstra gegen Rasul Baghirov. Hidde erreichte als Schwarzer mit der Caro-Cann-Verteidigung zunächst eine ausgeglichene Stellung, kam dann aber wegen Konzentrationsproblemen vom richtigen Weg ab.

Übrigens beträgt in der Nationalliga B die Bedenkzeit 100 Minuten für die ersten 40 Züge, dann 50 Minuten für die nächsten 20 Züge und 15 Minuten für den Rest. Dazu kommt noch der Zeitzuschlag von 30 Sekunden pro ausgeführten Zug.

Meine Partie am 4. Brett dauerte 98 Züge bzw. von 12:30 Uhr bis ca 19:15 Uhr. Nachdem ich bei meinen Gewinnversuchen leider die Qualität verloren hatte, entstand ein Endspiel Turm gegen Läufer mit einem Mehrbauern meinerseits. Obwohl diese Stellung ganz einfach remis war, spielte mein Gegner beim Stand von 4:3 noch über 20 Züge weiter. Nachdem er mit seinem einzig verbliebenen Bauern nicht mehr ziehen konnte, machte er noch 15 Züge mit dem Turm und 6 Züge mit dem König und hoffte auf einen Fehler meinerseits. Ich selbst zog 21 mal mit meinem Läufer herum! Als mein Gegner ins remis einwilligte, hatte er seine gesamte Bedenkzeit aufgebraucht; die letzten 20 Züge spielte er nur noch dank dem 30-Sekunden Zeitzuschlag.

Fazit: Unser Einstieg in die neue Saison ist geglückt. Um uns in der Nationalliga B halten zu können, müssen wir aber unsere Vorteile besser nutzen! (Joni Gast)

Bern 2 (1. Liga, Westgruppe)


Nyon 2 - Bern 2 5½:½ (Tschernuschewitsch - F. Pellicoro 1:0, Rasch - Marti 1:0, A. J. H. Sermier - Monteforte 1:0, Rochat - Rösler ½:½, Promonet - Wasserfallen 1:0, Michaud - Ly 1:0)

In der ersten Runde bekamen wir es in pittoresker Szenerie in Form einer Villa am Ufer des Lac Léman mit der zweiten Mannschaft von Nyon zu tun. Dabei sprang Nguyen für den angeschlagenen Adrian ein (gute Besserung!), und wir bekamen Verstärkung von Fabian aus der ersten Mannschaft. Diese hatten wir gegen die Elo-mässig absolut überlegen aufgestellten Gegner auch bitter nötig: mit im Schnitt knapp dreihundert Elo mehr, einem GM am ersten Brett, und einem nach eigener Aussage eigentlich FM (kurz EFM) am zweiten Brett (der die Bearbeitungsgebühr an die FIDE nie zahlen wollte), waren wir der krasse Aussenseiter.

Fabian stellte sich der Mammutaufgabe, am ersten Brett mit Schwarz gegen den gegnerischen GM Aliaksei Charnushevich anzutreten. In einem Damengambit wurde er jedoch schnell von der taktischen Power des Gegners übermannt, und musste um den Verlust einer Leichtfigur zu verhindern das griechische Geschenk von Weiss annehmen. Er versuchte, die Stellung noch zu verkomplizieren, doch wenig später erzwang Charnushevich den Damengewinn, und Fabian gab auf. Danke für den Einsatz, das nächste Mal läufts sicher besser!

Bene am fünften Brett spielte mit Schwarz gegen den gut zweihundert Elo stärkeren Claude Promonet. Nach der Eröffnung gewann Weiss wegen viel Druck auf den gefesselten Sf6 eine Qualität, woraufhin Bene alles nach vorne warf, die g-Linie auf seiner Seite halb öffnete und Komplikationen suchte. Und das mit grossem Erfolg: plötzlich stand er wegen einer Turm-Dame-Batterie auf der g-Linie und einem Springer, der opferbereit auf h5 stand, komplett auf Gewinn. Sein Gegner schüttelte sichtlich den Kopf, konnte sich jedoch noch am Leben halten. Und dann passierte das undenkbare: Bene stand im Schach, und hob in einer Reflexhandlung seinen Läufer hoch. Der einzig legale Läuferzug war jedoch, diesen ungedeckt zwischen König und gegnerische Dame zu stellen, und so blieb ihm nichts anderes übrig als dem Gegner den Läufer zu schenken. Wenig später musste er die Segel streichen, womit wir 0:2 in Rücklage gerieten. Stark gekämpft und Kopf hoch, passiert den besten!

Auch Klaus mit Schwarz hatte am dritten Brett knapp zweihundert Elo weniger als sein Gegner Alain Sermier. Dank eines e5-Durchbruchs, den Klaus zwar antizipiert hatte, kam sein Gegner zu einer sehr aktiven Endspiel-Stellung, während Klaus' Figuren sehr passiv standen. Klaus gelang es dank präzisem Spiel, sich einigermassen zu entwinden, und schaffte es in ein Turm+Springer gegen Turm+Läufer Endspiel mit Minusbauern, das wegen des kompromittierten Damenflügels von Weiss durchaus Remischancen barg. Sein Gegner schaffte es jedoch, einen Turmtausch zu erzwingen, was ihm obendrein einen starken Freibauern bescherte. Der weisse Läufer dominierte daraufhin komplett den defensiven Springer von Klaus, und wenig später stand es 0:3.

Oli am zweiten Brett spielte mit Weiss gegen den EFM Holger Rasch gewohnt taktisch. Sein Gegner kannte sich in der etwas unkonventionellen Eröffnung Olis jedoch erstaunlich gut aus, und konnte sich ausserordentlich solide gegen Olis Aufmarsch aufbauen. Als Oli sah, das wir bereits mit 0:3 im Hintertreffen waren, riskierte er viel und Gewann durch ein Figurenopfer einen Bauern. In den Verwicklungen danach übersah er jedoch, dass seine Dame in der gegnerischen Festung eingesperrt wird, und musste sie für einen Turm hergeben. Sein Gegner verwertete den Materialvorteil, und wir verloren das Match vorzeitig mit 0:4. Danke für die teamorientierte Risikobereitschaft!

Blieben also noch Nguyen und ich für die Ehrerhaltung. Nguyen spielte am sechsten Brett mit Weiss gegen den gegnerischen Captain Christian Michaud. Er versuchte in gewohnt aggressiver Manier einen f4-Durchbruch zu realisieren, fand sich wegen dem soliden Spiel seines Gegners jedoch in einem leicht schlechteren Endspiel wieder. Daraufhin probierte er mit aktivem Spiel dagegenzuhalten, doch sein Gegner verwertete den Vorteil, und so stand es 0:5.

Und so war es an mir, das 0:6 zu verhindern. Das sah lange nicht gut aus: mein Gegner zerlegte meinen etwas dubiosen Aufbau nach Lehrbuch und erteilte mir eine positionelle Lektion. Danach verhalf er mir jedoch durch den Abtausch meiner passiven Schwerfiguren zurück ins Spiel. Zudem gelang es mir, das Zentrum zu schliessen, was sein Läuferpaar zumindest mittelfristig etwas neutralisierte. In einem für mich hochkomplexen Springer+Springer+Läufer gegen Springer+Läufer+Läufer Endspiel, indem ich einen Randfreibauern und mein Gegner einen gedeckten Freibauern im Zentrum hatte, musste ich in Zeitnot einen Plan finden. Da ich genug vom verteidigen hatte, spielte ich etwas riskant und stiess meine Bauern am Königsflügel, um Gegenspiel zu erlangen. Das zahlte sich aus: ich bekam nach einem temporären Bauernopfer genug Gegenspiel um den Vorteil meines Gegners zu neutralisieren, und so konnte ich wenigstens das Remis retten.

Und so verloren wir die erste Runde mit einem harschen 0.5:5.5. Doch gerade in Anbetracht der Elo-starken Gegner und der unglücklichen Niederlage Bénédicts, müssen wir uns mit diesem Resultat nicht verstecken. Und in der nächsten Runde gegen Genf wieder um den Sieg kämpfen!

(Linus Rösler)


Bern 5 (3.-Liga, Nordwestgruppe 3)

Bern 5 - Mett-Madretsch 1

(Niels Severin Gade - Charles Perret, 1:0, Luzian Spicher - Prosper Meyer 0:1, Yannick Radt - Sascha Jovanovic 0,5 : 0,5, Dairo Pulfer - Jebosja Bocevski 0:1)

Die neue SMM-Saison begann für unsere in der letzten Saison aus der 4. Regionalliga aufgestiegenen Junioren anspruchsvoll: In der Zunft empfingen wir mit Mett-Madretsch 1 einen Absteiger aus der 2. Regionalliga. So war die Ausgangslage denn auch klar, Mett-Madretsch war an jedem Brett besser besetzt, ihr schwächster Spieler hatte 1750 Elo; demgegenüber standen unsere Junioren mit maximal 1550 Elo, Yannick und Dario hatten gar noch nie eine gewertete Partie gespielt. Das Orakel Yogi prophezeite folgerichtig eine 0 : 4 Niederlage. Aber auch Orakel können falsch liegen ;-)

Dairo an Brett 4 wurde von seinem erfahrenen Gegner Jebosia Bocevski mit dem Läuferspiel konfrontiert. Nach einem Fehler im Übergang zum Mittelspiel wurde der Druck von weiss zu gross und Dairo gab folgerichtig nach 18 Zügen und knapp einer Stunde Spielzeit auf.

Auch Luzian an Brett 2 musste gegen den ältesten Spieler (*1943) von Mett-Madretsch eine Niederlage einstecken. Prosper Meyer spielte das Richter-Wesserov-System, eine bei Junioren doch eher unbekannte Eröffnung. So kam es, dass Luzian dabei einen Fehler machte und nach für ihn doch sehr kurzen 2 Stunden und 23 Zügen aufgab.

An den Brettern 1 und 3 kam ein Damenfianchetto (Nimzowitsch-Verteidigung) aufs Brett. Yannick an Brett 3 spielte bei seinem Debüt für Bern sehr überlegt und solide, beide Seiten gaben sich keine Blösse und so lautete das Ergebnis nach 41 Zügen und gut zwei Stunden remis. Sein Gegner Sascha Jovanic hatte zwar einen Bauern mehr, aber fand keine Möglichkeit, diesen Materialvorteil auszunutzen.

Niels an Brett 1 spielte grippegeschwächt gegen den über 50 Jahre älteren und über 250 Elo mehr aufweisenden Charles Perret. Beide kämpften verbissen, zwischenzeitliche Vorteile für Niels wechselten ab mit Vorteilen für schwarz und mündeten in einer komplizierten Endspielstellung. Der Gegner überlegte jeweils lange, doch Niels liess sich nicht verunsichern und nutzte schliesslich nach 3 1/2 Stunden trotz 3 Mehrbauern des Gegners seine bessere Position zum Sieg.

Bern 5 hat zwar wie erwartet verloren, aber die Niederlage war dann doch knapper als gedacht. Das stimmt zuversichtlich für den weiteren Verlauf der Saison (Ziel: Ligaerhalt) und an Erfahrung haben sicher alle gewonnen!

Bleibt noch zu erwähnen, dass Dario und Yannick eigentlich zum Team Bern 6 von Yogi gehören, danke an Euch fürs Füllen der fussballbedingten Lücken bei Bern 5 und auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Juniorenteams des SK Bern! Bereits übernächste Woche geht es gemeinsam nach Langenthal.

Bern 6 und 7 (4.-Liga)

Bern 7 - Bern 6 2 - 2 (Oliver Stettler - Valerio Ferraro 1 : 0, Milo Alberti - Zachary Scheidegger 0 : 1, Dario Hilpertshauser - Timo Braun 1 : 0, Thomas Schlegel - Emilio Ferraro 0 : 1)

Aus Sicht von Bern 7: Schon in der ersten Runde treffen die beiden Berner Teams dieser Gruppe aufeinander. Auf der einen Seite die Teenager von Bern 6, auf der andern die Studenten (plus Papa Thoemel). Die SSB-Codes lagen (ausser bei Papa) alle über 25'000, sprich für die meisten war es das erste oder eines der ersten Spiele in einer Meisterschaft.

Brett 2 ist als erstes fertig. Milo spielt mit Schwarz ein Caro Kann, findet in der Eröffnung aber nicht die richtige Zugfolge und steht schon bald mit dem Rücken zur Wand. Zachary lässt nichts anbrennen und so geht Bern 6 früh in Führung. Als zweiter folgt Thoemel, der sich Emilio beugen muss. Nach einer lange ausgeglichenen Partie macht zuerst Emilio einen schwerwiegenden Fehler, doch Thoemel lässt sich nicht lumpen und macht einen noch grösseren. In der Überzeugung, den direktesten Weg gefunden zu haben, übersieht er ein Grundlinien-Schach, nach welchem die Dame verloren geht. Oliver am ersten Brett spielt gegen Caro Kann, also erstes und zweites Brett quasi parallel zu Beginn. Valerio weiss die richtige Zugfolge, Oliver auch, und so gestaltet sich die Eröffnung wenig überraschend. Oli spielt früh h4 und bringt seine Türme ins Zentrum. Dann aber kommt Valerio immer mehr ins Spiel und wenn Valerio nicht ein zweizügiges Matt übersehen hätte ..., aber so kann Bern 7 auf 1:2 verkürzen. Dario spielt gegen einen Königsinder. Timo drückt mit seinen Bauern und Schwerfiguren auf dem Damenflügel, während er mit seinen beiden Springern auf dem Königsflügel eine Bauer-Läufer-Turm-Kombo von Dario zu verteidigen versucht. Dario gelingt es, am Königsflügel durchzubrechen, einen Springer zu ergattern und die Türme abzutauschen. In der Fortsetzung tauscht er noch die Damen und kann schliesslich einen Bauern umwandeln und das Spiel für sich entscheiden.

Das Unentschieden können wir als gerecht bezeichnen, aber auch als unwichtig. Viel wichtiger waren die Erfahrungen, die die Frischlinge machen konnten. Wir hatten eine gute Stimmung im Saal, im Analyseraum und erst recht danach im Bärehöfli. (Thomas Schlegel)

Aus Sicht von Bern 6: Gegen seine eigenen Leuten Krieg zu führen, ist niemals erfreulich. Doch am Samstag, den 30. des vierten Monats, waren wir zu genau dem gezwungen. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, scheint diese Situation jedoch keineswegs so schlimm zu sein, wie zuvor angedeutet. Auch einer unserer Mitstreiter betrachtete seine Partie eines anderen Blickwinkels, so lief es ihm auch hervorragend, bis ihm ein kleines, jedoch fatales Missgeschick unterlief und sich das Blatt im Nu wendete. Der Name des soeben erwähnten Mitstreiters lautet Valerio Ferraro, der nach einem von seinem Gegner abgelehnten Remis-Angebot mit viel Zuversicht in ein Matt hineinlief. Deutlich besser lief es an Brett zwei, wo Zachary Scheidegger mit Bauerngewinn aus der Eröffnung kam. Da sein Gegner aber nicht an die Fähigkeiten des Zacharyden glaubte, musste dieser ihn am Ende mit einem Matt überzeugen. An Brett drei entwickelte sich eine komplexe Stellung durch gegenseitige Rochade, woraus sich zwei Angriffsflügel bildeten. Leider war der Angriff des Gegners dominierender, weshalb sich Timo Braun nach einer langen und strengen Spielzeit mit einer Niederlage zufriedengeben musste. Bei Emilio Ferraro ging eine abwechslungsreiche Partie vonstatten, bis sein Gegner erkennen musste, wie schwach seine Grundlinie war. Emilio zögerte keine Sekunde und schnappte sich den Sieg. So gingen wir mit einem Remis aus der ersten Runde. (Timo Braun/Valerio Ferraro)


Bern 8 (4.-Liga)

Bümpliz 2 - Bern 8 2 - 2 (Stefan Esper - Wim Runkel 1-0, Ivo Siegenthaler - Heinz Hofer 0-1, Bruno Walker - Mario Useche 1-0, Werner Troller - Simon Useche 0-1)

Bern 8 bestreitet im Schloss zu Bümpliz sein Auftaktspiel gegen das 2. Team des Vorortklubs. Verstärkung bekam Bern 8 von Wim aus Team 7. Leider muss Wim eine unglückliche Niederlage gegen Esper hinnehmen. Routinier Heinz Hofer kehrt nach einer längeren Durststrecke zum Siegen zurück. Am 2. Brett konnte Heinz Hofer gegen den gegnerischen Teamleiter und Klubpräsidenten Ivo Siegenthaler reüssieren. Das Debut für Bern 8 geben Vater und Sohn Useche. Während Mario am 3. Brett eine Niederlage hinnehmen musste, konnte Simon sein 1. Spiel für das Team siegreich gestalten. Das 2-2 ist die gerechte Punkteteilung..