Langenthal 1 (1807) - SK Bern 2 (1793)
Lukas Müller (2115) vs. José Rueda (1700)
Roland Kämpfer (1847) vs. Luca D’Arcangelo (1968)
Maurice Guyot (1606) vs. Tobias Habegger (1809)
Hanspeter Luginbühl (1769) vs. Matteo Mosimann (1769)
Alfred Birrer (1699) vs. Jonas Mosimann (1720)
In der letzten SGM Runde war die Luft draussen. Der sichere Klassenerhalt war geschafft, die Euphorie für eine Aufstiegsüberraschung verflogen. Nicht einmal für einen Matchberitcht hat’s gereicht. Die vergangene Saison hat aber definitiv einen Abschluss verdient.
Im Auswärtsspiel gegen Langenthal trafen sich die beiden Teamcaptains am letzten Brett. Ich opferte in einer Mischung aus Über- und Untermotivation zwei Figuren für einen Angriff. Dieser funktionierte auf verschiedensten Ebenen nicht, was mir zumindest Zeit gab in der Sonne in meinem Buch zu lesen und die hart umkämpften Partien meiner Teamkollegen zu verfolgen.
Toby war zu diesem Zeitpunkt bereits weg. Er machte kurzen Prozess mit seinem Gegner. Luca hatte einen vielversprechenden Angriff auf dem Brett, nahm aber zu viel Risiko und verlor, Matteo kämpfte stark in einem verlorenen Endspiel, das aber eben verloren war; und leider gelang es auch José am ersten Brett nicht in einem Endspiel auf Messers Schneide die Balance zu halten. Wir verloren 1-4
Die erste Saison in der 2. Liga war trotzdem ein voller Erfolg! Souveräner Klassenerhalt, diverse Spieler mit Performance-Ratings von zeitweise > 2000 und die Erkenntnis, dass wir in der 2. Liga gut mithalten können.
Matteo Mosimann
(Matthias Sommer – Thomas Wälti remis, Roger Wenger – Ernst Wüst 0:1, Karl Brückler – Ernst Frischknecht 0:1, Peter Adam – Martin Wälchli remis)
Die Suche nach einem Spiellokal war für die Schachfreunde aus Belp leider nicht einfach. Schliesslich fanden wir Unterschlupf im Restaurant «Rössli». Von gutgelaunten Anhängern des EHC Belp, die im Garten unter frühlingshaften Bedingungen lautstark feierten, liessen wir uns nicht stören und erspielten konzentriert und sicher einen 3:1 Sieg. Als wir bereits mit 2,5 Punkten führten und der Sieg schon feststand, nahm Thomas am Brett 1 dem Mannschaftsresultat dienend ein Remisangebot an.
Weil es bisher keine Berichte über die wechselhaften Schicksale von Bern 4 gab, folgt hier ein kleiner Rückblick auf die vergangene Saison. Sie begann mit drei knappen Niederlagen nicht standesgemäss. Auch wenn uns in der dritten Liga Abstiegsängste erspart bleiben, wollte uns der Platz am Tabellenende nicht so recht gefallen. Als Fussballtrainer hätte ich bereits Diskussionen über mein Engagement gewärtigen müssen. Rettung kam von unerwarteter Seite. Thomas Wälti, Schachschwergewicht, per Du mit den Grossen der Schachwelt, wünschte für einmal in den unteren Regionen der Schachwelt Erfahrungen zu sammeln und wurde sogleich für den Rest der Saison für das erste Brett verpflichtet. So ganz einfach waren die Aufgaben für ihn aber nicht, denn auch in der dritten Liga wird durchaus gutes Schach gespielt. Spaziergänge gab es in der starken Gruppe G in keinem Fall. - Wissen die jüngeren Mitglieder im Klub, dass es in der guten alten Zeit in vielen Zeitungen Schachspalten gab? Und Thomas als Sportredaktor in der «Berner Zeitung» 843 Schachprobleme präsentiert hat?
Im neuen Jahr begann für das verstärkte Bern 4 eine erfolgreiche Aufholjagd, die natürlich nicht mehr an die Tabellenspitze führen konnte, aber doch in vier Spielen zu drei klaren Siegen und zu sieben Mannschaftspunkten. Ich danke allen Beteiligten für ihren grossen Einsatz und ihren Beitrag zu diesem guten Resultat!
(Ernst Frischknecht)
Matteo Mosimann - Claudio Sieber ½ : ½
Luca Marbacher - Rolf Schmied ½ : ½
Jonas Mosimann - Christian Esper 0 - 1
Jose Rueda - Dominic Bucher 0 : 1
Tomas Petrucello - Andreas Tschöpe 1 : 0
Der Tabellenführer aus Bümpliz gastierte bei uns, und die Rollen schienen klar verteilt – die Ausgangslage sah zumindest auf dem Papier grimm aus. Doch unser Team befindet sich in guter Form und stellte zwar keine Brüder, aber dafür zwei Cousins.
Brett 1: Matteo Mosimann vs. Claudio Sieber
Das tapfere Schneiderlein
Am ersten Brett durfte ich mich gegen den erfahrenen Teamcaptain der Bümplizer versuchen. Wir manövrierten durch unbekannte, aber ruhige Gewässer. Auf der Lauer nach einer Fliege, die es zu schlagen gäbe, zerrann meine Zeit. Gleich sieben Chancen liess ich verstreichen, wo Mut und Tapferkeit gefordert gewesen wären. Die vielen Proben hatten indes auch Uhr und Geist meines Gegenübers erschöpften, und so durfte ich mir am Ende ein Remis auf mein Tuch sticken. Das Stoffstück fiel freilich kleiner aus als erhofft, doch trage ich es mit Stolz.
Brett 2: Rolf Schmied vs. Luca Marbacher
Rumpelstilzchen
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer spinnt Taktik zu Gold und gewinnt die Oberhand?
Luca M. sah, wie sein Gegner in einem italienischen Vierspringerspiel die Einladung, "Fried Liver" zu spielen, ohne mit der Wimper zu zucken ausschlug. Mit 4. d4 exd4, 5. 0-0 erhöffnete er einen heissen Tanz ums Feuer. Er sollte nicht ahnen, dass Luca auch aus diesen Fäden Gold spinnen kann – es folgten fünf präzise Züge und ein zwischenzeitlicher Mehrbauer. Doch auch sein Widersacher vergoldete seine Antworten und forderte alsbald seinen Lohn – so entpuppte sich der zusätzliche Bauer als kurzlebiges Strohfeuer. Im dritten Akt, dem Endspiel, "spannen" die Kontrahenten unverdrossen weiter und hielten sich schlussendlich trotz Mehrfigur – wie Genie und Wahnsinn in diesem Spiel – die Waage.
Brett 3: Jonas Mosimann vs. Christian Esper
Der Wolf und die sieben jungen Geisslein
An Brett drei traf Jonas auf den stärksten Bümplizer – eine Begegnung, die Märchenstoff versprach. Dieser legte eine scheinbar harmlose Rubinstein-Variante der Französischen aufs Brett, doch die Pfote war schwarz wie die Figuren die er führte. Nach geglückter Eröffnung wünschte sich der Computer gleich mehrfach einen türöffnenden Zug, doch Jonas hielt die Fellläden dicht, versperrte sich aber dadurch auch die Aussicht auf mehr. Sein Gegner liess sich nicht abschütteln, und seine Figuren klopften immer wieder an, bis sich in einem unbedachten Moment die Tür einen Spalt breit öffnete. Sogleich wurden die meisten Leicht- und Schwerfiguren gefressen. In der Folge schnappte sich der Wolf einen Bauern, und wenig später fiel ihm auch noch ein zweiter zum Opfer. Zwar überlebten einige seiner Geschwister, doch es fehlten Schere, Nähzeug und Steine für einen Houdini-Akt gegen einen starken Gegner.
Brett 4: Dominic Bucher vs. Jose Rueda
Rotkäppchen: Reprise der Wolfsgeschichte
Jose versuchte mit den schwarzen Steinen, seinen Gegner mit einer abenteuerlichen Nimzowitsch-Eröffnung in einen dunklen Wald zu locken. Doch wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Der schwarze Springer verirrte sich an den Waldrand, und so wurde der Jäger zum Gejagten und Jose schlüpfte ungewollt in die Rolle des Rotkäppchens. Unser Protagonist stemmte sich tapfer gegen das drohende Unheil, verpasste aber die rettende Abzweigung. So entpuppte sich eine hübsche Kombination des Gegners als Wolf in Grossmütterchens Bettchen – und in vier Zügen lag Rotkäppchen matt.
Brett 5: Tomas Petrucello vs. Andreas Tschöpe
Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen: Reprise Französisch
Lange schon währt Tomas' Suche nach einer Französischen Verteidigung, die ihn das Gruseln lehrt. Furchtlos opferte er in der Eröffnung einen Bauern, rochierte lang und liess die Königsbauern anstürmen. Auch nach ungenauem Mittelspiel sah Tomas keine Gespenster. Des Gegners Spuk verlor seinen Zauber und kurz darauf seine Dame und die Partie.
Am Ende ging die Geschichte mit 2:3 zugunsten unserer Gegner aus. Die Geschichten an den fünf Brettern boten aber reichlich Stoff, aus dem Märchen geschrieben werden.
Matteo Mosimann
3. Liga, Gruppe G – «G» wie Gemüse.
Ich muss immer noch lachen, wenn ich an die im SKB hinlänglich bekannte Anekdote denken muss. Dennoch nimmt Bern 6 die
Meisterschaft sehr ernst und kämpft zusammen als Team um jeden Erfolg.
Jeder, der verliert, bekommt Trost und aufmunternde Worte. Und jeder, der etwas Zählbares für die Mannschaft erreicht, wird gefeiert und erfährt Lob und Freude.
Die Saison für Bern 6 verlief beinahe perfekt. Bis zur 4. Runde holte das Team fleissig Mannschaftspunkte und fand sich in der Tabelle auf Platz 2 wieder. «Es ist
gut, sind wir noch nicht Tabellenerster, denn so sind nicht wir die gejagten.» Diese Binsenweisheit hat durchaus etwas Wahres. Doch in der fünften Runde traf Bern 6 zu Hause auf den Verfolger Gurten 1 – und musste die erste Saisonniederlage kassieren. Doch was passierte in dieser noch? Der Tabellenerste Köniz-Bubenberg 2 verbuchte gegen unser viertes Team eine 3:1-Klatsche.
Die Ausgangslage in der 6. Runde war für Bern 6 nun unverändert. Der Unterschied zur Vorrunde war jedoch der, dass Gurten bis auf einen Punkt verdammt nah gekommen ist. Also musste in der Direktbegegnung mit Köniz-Bubenberg 2 unbedingt ein Sieg her. Ein kurzer Blick in die Statistiken der laufenden Saison
zeigte, dass Köniz mit Hans Vermin einen Spieler in ihren Reihen hatte, der mit einer beängstigenden Performance von 2153 Elo am ersten Brett fast schon im Alleingang für den Höhenflug seiner Mannschaft sorgte. Und so setzte ich mich persönlich ans erste Brett, während Oleksandr, Yannick und Yves die wohl lösbareren Aufgaben vor sich hatten.
Mit Weiss versuchte ich mit 1. d4 ein eher strategischeres Spiel aufziehen. Es blieb ausgeglichen bis zum 11. Zug. Schwarz versuchte mit Tempo auf die weisse Dame seine Entwicklung abzuschliessen und dann seinen Raumvorteil am Damenflügel auszunutzen. Leider übersah ich eine Taktik, die zum Gewinn einer Leichtfigur führte.
Doch so etwas endet häufig in der Bestrafung für das Auslassen solcher Gelegenheiten. Schwarz nutze den Raumvorteil aus und verzeichnete gegen einen
sichtlich frustrierten Teamkapitän den ersten Punkt.
Bern 6 stand also im Rückstand. Aber zumindest in einem anderen Punkt sollte die Strategie für das Heimteam aufgehen: Yannick – mit Frust aus dem verunglückten Verlauf des Burgdorfers Turniers im Bauch – holte den ersten Punkt für Bern. Mit einem erleichterten Lächeln auf den Lippen verkündete er mir seinen Sieg. Es stand also 1:1. Und die Partie von Yves am vierten Brett sah vielversprechend aus, während Oleksandr – man könnte schon fast sagen: wie üblich – eine komplizierte Stellung auf dem Brett hatte.
Doch es kam anders, als es aussah. Yves verzeichnete ein Remis. Er hatte in der Nacht zu Samstag versucht, seinen mit einer Grippe erkrankten Nachwuchs durch die Nacht zu bringen, und litt nun am nächsten Tag selbst an Kopfschmerzen. Doch er liess es sich nicht nehmen, trotzdem zu kommen, und wollte partout nicht sein Team in Stich lassen. So war er am Ende des Tages froh auf das Ergebnis. Doch kaum verkündete er im Analyseraum des SKB sein Resultat, war wider Erwarten Oleksandr der Erlöser: Er holte den entscheidenden Punkt für den Sieg.
Somit setzt sich Bern 6 an die Tabellenspitze.
Es ist zu erwarten, dass Gurten 1 die Begegnung gegen Trubschachen gewinnen wird. Sollte das der Fall sein, dann muss Bern 6 die letzte Runde – übrigens auch gegen Trubschachen – unbedingt gewinnen. Aber das ist eine Geschichte…
Stefan Brandes
Az Damdinsuren (1859) - Luca D’Arcangelo (1947) 0 : 1
André Schneider (1697) - Jonas Mosimann (1706) 0 : 1
Adam Bonic (1801) - José Rueda (1728) 1 - 0
Rolf Haag (1809) - Luca Marbacher (1814) ½ : ½
Werner Kämpfe (1714) - Tobias Habegger (1793) 0 : 1
Auf dem Weg zu unserem heutigen Auswärtsmatch verpassten wir erst die Haltestelle Rheinfelden im Zug und kamen in den Genuss von Möhlin, nur um kurz darauf auch die Busfahrt unnötig zu verlängern. Dies natürlich weil wir intensiv unsere Eröffnungsvorbereitungen besprachen. Meine Überraschungswaffe mit Schwarz kam dann nicht auf’s Brett – weil ich heute mit Weiss spielte. Zudem hat mir die Chess-Mafia meine Schweizer Elo geklaut und mich mit einem elenden Häufchen FIDE-Elo zurückgelassen. Es konnte also nur noch besser werden; und wurde es auch.
Mein Gegner raunte laut nach 1.e4, e5 2.Sf3, Sf6 3.Sxe5, d6, dass er doch eigentlich etwas anderes spielen wollte. Ich zog unterdessen meinen Springer wieder auf f3, worauf er zu meinem Erstaunen Sc6 spielte und mich meinen Zentrumsbauer behalten liess. Ich startete also die Partie mit einem Extrabauer. André Schneider hob anschliessend sein Level beträchtlich. Da ich aber ebenfalls fehlerfrei blieb und ein paar schöne Züge fand, war der Sieg nie in Gefahr.
Tobias liess sich von meinem Gegner inspirieren und schnappte sich mit dem Springer einen Zentrumsbauer. Dieser war aber gedeckt und der Springer somit vom Brett. Wie damals Wawrinka im Australian Open Final 2014 gegen einen sichtlich angeschlagenen Nadal, hatte auch Werner Kämpfe Mühe mit dem Vorteil umzugehen. Im Gegensatz zu Wawrinka verlor er aber komplett den Faden und wurde von Tobias druckvollem Spiel immer weiter in die eigene Bretthälfte zurückgedrängt. Tobi schaffte die Wende und enthauptete den gegnerischen König vor den hilflos zuschauenden eigenen Figuren in der Mitte des Bretts. Der frühe materielle Rückstand stachelte Tobi zu Höchstleistungen an. Dass dies keine nachhaltige Strategie ist, musste danach auch Toby einsehen.
Luca Marbacher kam mit einem Isolani aus der Eröffnung. "Das störte mich nicht" wie er später im Zug bei der Analyse meinte. Im Mittelspiel tauschen die zwei Kontrahenten dann Ungenauigkeiten aus, wie Leonardo di Caprio seine Freundinnen, bis Luca die beste Chance in Zug 23 präsentiert bekam (Siehe Diagramm). Luca spielte in der Position Lxe6 – nur der zweitbeste Zug. Der beste Zug wäre Te3 gewesen mit der Idee Sxf7 und Dxe6 bei einem Damenrückzug. Auf Dxd4: Tee3, Dxe5, Txd8, Se8… So aber liquidierte die Partie in ein Springerendspiel mit Mehrbauer für Luca. Unter Zeitdruck nahm er aber das Remisangebot an.
Josés Partieverlauf gleicht eher einem Seismografen in Japan als einem Elektrokardiogramm eines Toten. Pulskontrolle war dann auch nötig. Rochade auf entgegengesetzten Flügeln, Bauernstürme und -Opfer, um die Linien zu den Königen zu öffnen. Die gegnerische Attacke klopfte zuerst an, zusammen mit der Zeitnot. José fehlte über einer Stunde auf der Uhr und ein paar Bauern auf dem Brett. Das verzweifelte Gegenspiel mit Turmopfer, um doch noch das Dauerschach zu erzwingen, blieb leider unbelohnt. Dabei hätte sich José das ganze Theater ersparen können, wenn er im 40. Zug durch eine simple Taktik den gegnerischen Läufer geschlagen hätte. Der verflixte 40. Zug!
Der Match war entschieden. Am ersten Brett kochte Luca D’Arcangelo aber noch die gegnerischen Figuren mit scharfen französischen Linien weich. Wie bei José entschieden sich die Könige für die gegenüberliegenden Brettecken. Obwohl sich die Bauern von Az Damdinsuren auf h5, g5, f4, e5 furchteinflössend vor Lucas König aufbäumten, waren es doch die mutigen a- und b-Bauern von Luca die zuerst auf die Burgmauern prallten. Die a-Linie blieb geschlossen, dafür wurde der b-Bauer zum Himmbeersteinchen im Backenzahn, das Lucas Springer eine unbefristete Unterkunft auf c2 garantierte und die royalen Gemächer in seinen Pferdestall verwandelte. Ein gut getimter Damentausch gab Luca zwei verbundene Freibauern, die unaufhaltsam in den Horizont reiteten.
SK Bern 2 steht nach fünf Runden mit 7 MP auf dem zweiten Zwischenrang, hinter dem souveränen Leader aus Bümpliz (9MP). In der 6. Runde kommt es zum Direktduell. Wir können uns also zwei Runden vor Schluss gegen vorne orientieren. Aber so oder so ist die erste Saison in der 2. RL bereits ein voller Erfolg!
Jonas Mosimann
Martin Roth (1982) - Diego Avaria (1898) : 1 - 0
Klaus Aegerter (1812) - Francesco Tedone (1876) : 0 - 1
Arsenii Filmonov (1939) - Rudolf Stadler (1895) : ½ : ½
Benjamin Maurer (1729) - Dario Hilpertshauser (1771) : 1 - 0
Samuel Slider (1824) - Oliver Stettler (1803) : 0 - 1
All-in und Bluffs im Auswärtsspiel gegen SK Spiez
Am Samstag machten wir uns auf den Weg nach Spiez, um gegen das Heimteam zu spielen! Noch immer ohne unseren Kapitän Linus the Genius, übernahm Oli die Kapitänsrolle für dieses denkwürdige Match. Wie beim Poker (die wir am Abend gespielt haben) geht es im Schach oft darum, die richtigen Züge zu setzen und die Bluffs des Gegners zu durchschauen. Die besten Schachspieler wissen, wann sie setzen und wann sie passen müssen!
Auf dem zweiten Brett trat ich gegen den gegnerischen Kapitän an, den ich bereits einmal besiegt hatte. Er versuchte, mich zu überraschen, indem er vor dem „Flop“ kräftig erhöhte und eine andere Variante spielte als beim letzten Mal. Leider landete er genau in einer meiner Lieblingsvarianten, die an jeder Ecke mit Fallen gespickt war. Schnell war mein Gegner gezwungen, Qualität zu opfern, um seinen König zu retten. Doch auch seine Dame geriet in eine Falle und ich schnappte mir den Punkt mit großer Freude!
Minister der Verteidigung Diego spielte gewohnt solide und hatte die Aufgabe, das erste Brett des Gegners zu stoppen. Doch das stellte sich schnell als komplexer heraus, als ursprünglich gedacht. Der Gegner, der mit dem höchsten Elo-Rating der Mannschaft spielte, war extrem hartnäckig. Doch Diego zeigte sich unerschütterlich und „foldete“ nicht, trotz des steigenden Drucks durch die ständigen Raises des Gegners. Irgendwann, unter dem Druck, verlor er einen Läufer durch eine Taktik und musste sich leider geschlagen geben. Eine gute Partie, aber der #1 aus Spiez war einfach nicht zu bezwingen.
Ruedi lieferte wieder eine Meisterleistung ab! Mit seiner Hand K/J (Schachveteran, aber jung im Herzen) traf er auf denselben Zug des Gegners (junger Schachspieler, aber ein alter Hase im Inneren). Trotz der schwarzen Figuren hielt er dem Angriff des Gegners perfekt stand und neutralisierte einen ihrer gefährlichsten Spieler. Ein halbes Punkt – das wie ein Sieg schmeckte!
Die beiden Zwillinge des Sieges auf den letzten Brettern hatten jedoch ganz unterschiedliche Schicksale.
Dario opferte einen Bauern, den der Gegner ablehnte, aus Sorge, in Schwierigkeiten zu geraten. Doch Dario erhöhte seine Wette und landete in einem verrückten Spiel, in dem mehr Figuren auf dem Brett hingen als Kugeln an einem Weihnachtsbaum! Es sah so aus, als ob die Kombinationen Dario zugutekamen, aber der Gegner spielte ein Ass aus der Ärmel und setzte einen mächtigen Damenzug, der gleichzeitig rund zehn Materialpunkte angriff. Dario bekam den Schlag ab und erholte sich nicht mehr, sodass er schließlich die weiße Fahne hisste.
Oli musste gegen einen Gegner spielen, der sich von Darios Eröffnung inspiriert zeigte und das gleiche System wählte. Doch dann nutzte er die Überdehnung auf der Königsflanke des Berner Gegners aus und gewann einen materiellen und positionellen Vorteil. Ruhig erwartete er bereits den Sieg und setzte alles auf seine Dame, die gerade dabei war, eine Bauernschwemme zu vernichten... Doch Oli überraschte ihn und drehte den Spieß um! EINE STRASSE! Wie die unaufhaltsame „Strasse“, die nun seinen Bauern zur Förderung brachte! Unglaublich, dass die Koordination der gegnerischen Figuren es nicht mehr ermöglichte, den Vormarsch zu stoppen! Der Gegner versuchte verzweifelt, mit dem Läufer zurückzuziehen, aber es war nichts mehr zu machen! Nichts konnte verhindern, dass der Bauer zur Dame wurde. Der Gegner gab daher den Punkt ab, der uns das Unentschieden sicherte!
Überraschenderweise retteten wir uns in letzter Sekunde gegen ein hartnäckiges Spiez-Team und erkämpften uns einen goldenen Punkt im Auswärtsspiel!
Francesco Tedone
Tobias Habegger (1693) - Peter Polanyi (1933) : 0 - 1
Luca D’Arcangelo (1853) - Romain Salamanca (1857) : 1 - 0
Tomas Petrucello (1881) - Jürgen Denzel (1852) : 1 - 0
Jonas Mosimann (1815) - Tobias Fuhrer (1753) : 1 - 0
José Rueda (1678) - Martin Fankhauser (1871) : 0 - 1
An diesem vernebelten Samstag im Januar durften wir die zweite Mannschaft aus Trümmerfeld bei uns im gut vorgeheizten Spiellokal begrüssen.
Luca spielte heute tolles Angriffsschach. In Zug 17 rochierte er doch noch auf dem Damenflügel. Da war die Königsseite, wo sich der gegnerische Häuptling befand aber bereits in Schutt gelegt und der Springer machte es sich auf e4 gemütlich. Die Schwerfiguren lasteten schwer entlang der h- und g-Linie und drückten schliesslich durch. Im resultierenden Endspiel konnten die Freibauern nicht mehr aufgehalten werden.
Auch Tomas (wie José endlich auch mit einer Wertungszahl ausgestattet) entschied sich heute für Angriffsschach und dazu nicht viel Mitleid mit der französischen Verteidigung zu haben. Er liess den französischen Läufer seinem Namen gerecht werden, während sein eigener Läufer unterdessen die gegnerische Rochade verhinderte. Mehr Zentrumskontrolle, aktivere Figuren, sicherer König und ein Angriff sind keine schlechten Voraussetzungen. Er nutzte diese souverän zum zwischenzeitlichen 2-0
Mein heutiger Gegner Tobias Fuhrer hat sich letztes Jahr entschieden nach beinahe 25-jähriger Absenz im Schachsport wieder in den Wettkampfbetrieb einzusteigen und macht dies – mit einem Blick auf seine Resultate – mit beachtlichem Erfolg. Ich geriet dann auch in eine unangenehme Stellung, manövrierte mich aber gut in der Defensive und wurde plötzlich optimistisch. Eine grosse Kunst im Schach im richtigen Moment gedanklich zwischen Offensive und Defensive zu wechseln. Prompt passierte der Fehler und ich war zurück in der Defensive, opferte die Qualität verzweifelt nach Initiative lechzend.
Dann erhielt ich doch noch eins. Ein Geschenk. Eigentlich haben wir uns dieses Jahr familienintern darauf geeinigt an Weihnachten keine materiellen Geschenke zu machen. Glücklicherweise bin ich mit meinem Gegner nicht verwandt, denn er hat heute seinen inneren Nikolaus gespürt. Vielleicht auch inspiriert von Gukesh in der 6. Runde in Wijk schenkte er mir in gewonnener Stellung seinen Turm und die Partie.
Heute war ich höchstens fashiontechnisch auf der Höhe von Keymer. Spielerisch war ich immer noch ich.
Josés Figuren fehlte beim Rüberschielen eine Qualität, die sich irgendwo verheddert haben musste. Nach der verlorenen Partie war er sichtlich enttäuscht, fragte aber sogleich, ob wir als Team gewonnen haben. Tolles Mannschaftsdenken!
Dann war da noch Toby am ersten Brett. Der Analyseraum war längst voller als die Spielzone. Die Verlängerung lief, neue Annotationsblätter mussten geholt werden. Toby befand sich gegen ihren stärksten Spieler in einem Turmendspiel. Unter Zuschauerdruck, zunehmendem Zeitdruck und Druck auf dem Brett fand Toby die besten Züge, erarbeitete sich sogar Gegenspiel und hätte im entscheidenden Moment sogar einen Bauer und den Sieg schnappen können. Er investierte seine Tempi in seinen h-Bauer, der rannte, vernachlässigte aber seinen König, der plötzlich umzingelt war von König, Bauer und Turm, keine helfende Kraft in Sicht, musste er die Partie verloren geben. Schade, denn Toby spielte heute hervorragendes Schach und konnte über 60 Züge lang mithalten. Vier seiner fünf Patzer produzierte er dann in den letzten acht Zügen.
Als Team gehen wir gegen das äusserst sympathische Team von Trümmerfeld II als Sieger hervor und stehen mit 5 Punkten aus vier Partien prächtig da. Das Ziel Klassenerhalt scheint bereits drei Runden vor Schluss so gut wie nicht mehr gefährdet zu sein.
Jonas Mosimann
Diego Avaria (1886) - Yunfan Spada (1886) 1 : 0
Francesco Tedone (1866) - Michael Winkler (1807) 1 : 0
Oscar Gil (1794) - Firas Elhamdi (1796) 0 : 1
Robin Sobari (1915) - Bruno Walker (1758) 1 : 0
Oliver Stettler (1792) - Peter Schmid (1771) 1 : 0
Nach der Niederlage gegen das sehr starke Brig wurde das Team im Berner Derby gegen Bumpliz zur Reaktion aufgefordert. Linus The Genius musste wegen eines Einsatzes in der ersten Mannschaft passen, doch diese Begegnung markierte die Rückkehr von Robin in den Turnierschach sowie das Debüt von Oli und mir, bereit, der Mannschaft tatkräftig zu helfen.
An Brett 1 bestätigte Diego einmal mehr seinen Ruf als Ministro della Difesa indem er gegen den jüngsten und vielversprechendsten Spieler des gegnerischen Teams antrat. Er zog sofort sein solides Spiel auf und bot der Französischen Verteidigung des Gegners keinerlei Angriffspunkte. Wie ein Puma wartete Diego geduldig auf den kleinsten Fehler seines Gegners – und sprang dann gnadenlos zu. Das Endspiel verwertete er mit großer Meisterschaft und holte den vollen Punkt.
An Brett 2 war ich entschlossen zu zeigen, dass ich die 2. Liga verdiene, und spielte mit Schwarz eine Verteidigung, die ich erst seit Kurzem studiere. Ohne es zu wollen, geriet mein Gegner genau in eine von mir gut vorbereitete Variante und fand sich plötzlich in einer Stellung wieder, in der seine Figuren schlechter koordiniert waren als eine Gruppe von Studenten nach einem Abend im Pub.
Ich erhöhte den Druck Schritt für Schritt mit natürlichen, aber aggressiven Zügen, während mein Gegner verzweifelt nach den richtigen Feldern für seine Figuren suchte. Und dann – plötzlich – drehte ich den Lautstärkeregler auf Maximum:
I sacrificed MY BISHOPPPPPPP, um die Linien gegen den gegnerischen König zu öffnen. Genervt von den ständigen Hammerschlägen auf seine Stellung warf er schließlich das Handtuch. In der Analyse nach der Partie stellten wir fest, dass das Opfer zwar sehr verlockend war, die Fortsetzung aber – trotz großer Vorteile für mich – extrem kompliziert gewesen wäre. Hätte ich die richtigen Züge gefunden? Eine Frage, die ich auf das nächste Opfer vertage.
An Brett 3 spielte Oscar eine unkonventionelle Eröffnung, die sich bald in ein dynamisches Spiel verwandelte. Beide Seiten verpassten mehrfach den K.-o.-Schlag. Schließlich entschied sich der Gegner, die Sache eskalieren zu lassen, tauschte seine Dame gegen Oscars Türme und marschierte in dessen Stellung wie ein Elefant im Porzellanladen.
Oscar litt zwar unter dem Druck, wich den Schlägen seines Gegners aber mit großer Klasse aus und fand Gegenspiel, das an Anthony Joshua vor wenigen Tagen im Ring erinnerte – bis… ding ding ding. Die Runde war vorbei, und nur die Zeit konnte Oscar den Sieg stehlen.
Robin feierte seine Rückkehr in den Turnierschach auf legendäre Weise! Trotz mehrmonatiger – wenn nicht jahrelanger – Inaktivität zeigte unser Spitzenspieler, dass Klasse nicht vergeht. Er stürzte sich mutig in komplizierte Stellungen und bewies erneut seine hervorragenden Rechenfähigkeiten. Zunächst versuchte er, mit einem Damenangriff einen Bauern zu schnappen, und bestrafte anschließend den Gegner, der nicht die richtige Fortsetzung fand, indem er dessen Stellung regelrecht detonieren ließ – als würden wir Full Metal Jacket schauen! Eine explosive Rückkehr und ein enormer Gewinn für das Team.
An Brett 5 wählte Oli eine sehr spritzige Eröffnung und versuchte mit kreativen Zügen, das Wasser zu trüben und den erfahrenen Gegner aus dem Konzept zu bringen. Dieser ließ sich jedoch nicht überraschen und steuerte die Partie in ein Endspiel, in dem Olis Züge ihn recht verwundbar erscheinen ließen.
Doch Mr. Stettler gibt niemals auf: Er testete die Kenntnisse seines Gegners, ließ ihn einen Bauern zwei Felder vorrücken – und zerstörte dann die Partie mit einem tödlichen en passant und einem Abzugs-Doppelangriff, der den Gegner zur Aufgabe zwang.
Ein überzeugender Sieg, der das Team in die oberen Tabellenregionen katapultiert! Die Mannschaft von Captain Linus ist in Topform und zeigt, dass sie keinen Gegner zu fürchten hat.
Francesco Tedone
Thomas Häring (1942) vs. Tomas Petrucello ( - ) 1 - 0
Hans Frischknecht (1762) vs. Matteo Mosimann (1760) 0 - 1
Daniel Jost (1914) vs. Luca Marbacher (1816) ½:½
Jürg Gerschwiler (1941) vs. José Rueda (1658) 1 - 0
Ruth Bohrer (1812) vs. Luca D’Arcangelo (1854) ½:½
Mit herzzerreissenden Blundern, verwirrten Springern, dubiosen Eröffnungen und Plottwists im Gepäck ging’s in der 3. Runde der SGM an unser erstes Auswärtsspiel dieser Saison nach Münchenstein.
José und Luca D’Arcangelos heutige Gegnerin Ruth Bohrer versuchten ihr Glück beide mit derselben dubiosen Eröffnung. José konnte ein Duzend Züge das Geschehen auf dem Brett ausgeglichen halten. Danach begannen Josés Springer wie in einem Technokeller zu Strobolicht wild rumzuhüpfen, verirrten sich an den Brettrand, zurück auf die Grundlinie und schliesslich vom Brett. Da war der gegnerische Angriff auf dem Königsflügel bereits durchgebrochen und die Partie verloren.
Auch Luca D’Arcangelo zerlegte die zwielichtige Eröffnung seiner Gegnerin in die Einzelteile, rein in ein gewonnenes Mittelspiel, fand den entscheidenden Zug aber nicht; erkämpfte sich erneut eine bessere Position und ein gewonnenes Bauernendspiel, patzte dann aber dramatisch den Sieg doch noch weg.
Luca Marbacher und Matteo derweilen hatte heute kein Lust auf Drama. Die taktische Eröffnung von Lucas Gegners neutralisierte er mit Leichtigkeit, tauschte eine gute Portion Figuren ab und wiederholte anschliessend die Stellung zur Punkteteilung. Matteo seinerseits spielte eine fehlerfreie Partie und gewann äusserst souverän.
Wie Magnus im Freestyle Chess mag es auch Tomas seine Dame früh aus der Deckung zu holen. Der Computer mag es weniger. Dennoch bewegte sich die Partie lange im Gleichgewicht. Im 28. Zug offerierte sein Gegner einen Damentausch, den Tomas ausschlug, um das Remis zu verhindern. Leider zu viel gewollt. Die gegnerischen Schwerfiguren infiltrierten Tomas Stellung auf der 7. Linie und gewannen die Partie.
In der Endabrechnung verlieren wir somit gegen Münchenstein 2-3
Jonas Mosimann
Simon Caduff - Gabriel Vergelin Soler 1 - 0
Alex Nieto - Brian von Moos 1 - 0
Anton Braun - FF 1 - 0
Felix Lohmiller - Roni Cagill 0 - 1
Zu unserem dritten Spiel der Saison trafen wir auf Köniz-Bubenberg 4. Mit von der Partie erneut Felix und Alex und zum ersten Mal in dieser Saison auch Simon. Am dritten Brett spielte ich in Abwesenheit meines Gegners d4, um ein Spiel im London-System vorzubereiten aber entweder schreckte diese Aussicht meinen Gegner zu sehr ab oder er hatte andere Gründe aber in meinem Spiel wurde kein zweiter Zug getätigt und wir führten aufgrund des Forfait 1-0.
Als ich auf Felix Brett schaute, sah ich eine komplexe Stellung, in der ein harter Kampf um den Damenflügel ausgefochten wurde. Beim nächsten Blick hatte sich die Stellung schon etwas vereinfacht und Felix fand einen schönen Abzug, um eine Qualität zu gewinnen. Leider verblieb Felix Springer am Rand des Damenflügels, während sein Gegner zunehmend Druck im Zentrum und am Königsflügel aufbaute. Felix sah sich gezwungen die Qualität zurückzugeben aber sein Gegner gab sich nicht zufrieden und gewann kurz darauf die Partie. Es stand 1-1.
Mit Blick auf Simons Spiel an Brett 1 hatte ich jedoch wenig Sorgen, dass wir die Partie heute noch verlieren sollten. Er hatte in der Eröffnung eine Falle gestellt und den Springer seines Gegners in einer Gabel gewinnen können. Auf Simons Königsflügel rollten nun jedoch vier Bauern zu. Über diesen Angriff hatte sein Gegner jedoch die Verteidigung seines eigenen Königs ausser Acht gelassen, sodass Simon die Partie bald in ein Endspiel mit zwei Türmen und einer Mehrfigur überführte und gewann. Wir führten 2-1.
Am zweiten Brett spielte Alex mit schwarz. In einer wenig überschaubaren Stellung kämpfte er mit Materialvorteil gegen zahlreiche Drohungen gegen seinen König, die er jedoch mit Gegendrohungen lösen konnte. Nach einem langen und konzentrierten Kampf konnte sich Alex nach einer Niederlage und einem Remis nun auch den ersten Sieg sichern.
Mit diesem 3-1 haben wir unseren ersten Sieg holen können und ich denke es war nicht der letzte. Ich freue mich auch im neuen Jahr mit einem kreativen und kompetenten Team weiterspielen zu dürfen.
Anton Braun
Linus Rösler - Leander Eyer ½:½
Diego Avaria - Philipp Kalbermatter ½:½
Rudolf Stadler - Owen Gibson 0 : 1
Oscar Gil - Elias Venetz 1 : 0
Rafael Ernst - Laszlo Broda 0 : 1
Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt ging es für uns in der 2. Runde schon gleich richtig zur Sache: mit Brig 1 empfingen wir den souveränen Vorjahressieger unserer Gruppe im Altenberg. Da sonst nur Jonas Team Heimspiel hatte, spielten wir alle königlich an einzelnen Tischen.
Am schnellsten fertig war heute Raphael, der an Brett 5 mit Weiss gegen Neuling Laszlo Broda spielte: nach längerer Pause seinerseits hab ich mich sehr gefreut, mal wieder seine schachlichen Feuerwerkskünste in Aktion zu sehen. Leider gingen diese heute etwas nach hinten los: nach raphaelesquer Eröffnung übersah er eine Bauerngabel und verlor eine Leichtfigur. No-reverse-gear-Räphu hatte aber schnell eine Antwort parat: auch noch Qualität hinterher opfern! Er erkämpfte sich einiges an Kompensation und gewann gar eine Figur zurück. Beim Versuch, die Figuren auf dem Brett zu behalten, übersah er dann aber eine entscheidende Taktik des Gegners und musste aufgeben. Stark gekämpft!
Als nächstes war ich an der Reihe, an Brett 1 kam es zum Teamleiter-Duell mit Leander Eyer. In einer Eröffnung, die ich gerne hab, wählte er just die Variante, die mir am wenigsten liegt. Wir manövrierten uns durchs Mittelspiel, ich stand etwas aktiver. Dann erlaubte ich ihm, meine Bauernstruktur zu schwächen, dafür hatte ich das Läuferpaar und sah Angriffschancen. Dann der Schreck: mitten in meinen Berechnungen bemerkte ich plötzlich, dass Schwarz drohte, eine Figur zu gewinnen, was mir einen gehörigen Strich durch die Rechnung machte. Ab da übte ich mich in Schadensbegrenzung, musste aber beinahe alle meine verbleibende Zeit dafür aufwenden. So musste ich mal wieder das halbe Mittelspiel auf Inkrement spielen. Es gelang mir, meine Stellung zu aktivieren, und wir tauschten in ein Schwerfiguren Endspiel ab. Dieses war äusserst zweischneidig: ich hatte einen Turm auf der 7. und drohte, auch noch mit der Dame zu infiltrieren, dafür war mein König schwach und auch seine Dame aktiv. Noch vor der Zeitkontrolle zog mein Gegner die Reissleine und gab ein Dauerschach, alles in allem ein gerechtes Resultat.
Wir waren also mit 0.5-1.5 im Rückstand. Doch zum Glück haben wir auch Brettkünstler wie Oscar in unserem Team! An Brett 4 spielte er mit Schwarz gegen Elias Venetz. Von A bis Z war es eine Oscar-Partie, ich war von Anfang an optimistisch: Er schnürte seinen Gegner positionell zu und hatte immer eine leicht aktivere Stellung. Dennoch hielt sein Gegner bis ins Endspiel einigermassen die Stellung. Doch dann setzte Oscar zur Kür an: er lief mit seinem König in die gegnerische Stellung und drangsalierte dort den traurigen schwarzfeldrigen Läufer von Weiss. So zwang er seinen Gegner zur Aufgabe und glich für uns aus, stark gespielt!
Es blieben also noch Diego und Ruedi, es herrschte Spannung pur. Diego spielte an Brett 2 gegen Philipp Kalbermatter. Das Mittelspiel sah lange ausgeglichen aus, ehe Diego einen Bauern gewann. Im resultierenden Damenendspiel war er am drücken, doch sein Gegner schaffte es, Diegos Bauern zu trennen. Um Fortschritt zu machen, blieb Diego nichts anderes übrig, als mit seinem König voraus zu marschieren. Dort lief er dann jedoch in ein Dauerschach seines Gegners, und somit einigten sie sich nach gut 4.5 Stunden auf Remis. Trotzdem, stark gekämpft!
Beim Stand von 2-2 hing also alles von Ruedi ab. Auf seinem Brett sah es dort aber schon nicht mehr so rosig aus: in seiner gefühlt 100. Partie diesen Monat, spielte Ruedi mit Weiss an Brett 3 gegen Owen Gibson. Er kam gut aus der Eröffnung, sein Gegner nahm einen Bauern, doch Ruedi bekam genügend Kompensation. Sein Gegner verteidigte sich aber gekonnt, Ruedi biss mit seinem Angriff auf Granit. Dann unterlief ihm in Zeitnot ein Fehler: er stellte einen zweiten Bauern ein. Noch war es aber nicht vorbei: kurze Zeit später gewann er einen schwachen Bauern von Schwarz zurück, und seine a- und b-Bauern liefen langsam aber sicher das Brett hinauf. Dann der wohl entscheidende Moment: Ruedi hätte dank einer Fesselung einen Bauern zurücknehmen können, entschied sich dann aber aus Respekt vor dem gegnerischen Gegenangriff dagegen und stiess weiter seine Bauern am Damenflügel. Sein Gegner konnte danach aber seine Stellung entfalten und stand immer besser. Ruedi warf nochmal alles in die Waagschale, opferte gar zwischenzeitlich noch einen Läufer, doch es half nichts mehr: sein Gegner blieb souverän und konnte in ein Turmendspiel mit zwei verbundenen Mehrbauern abwickeln. Ruedi kämpfte bis zum bitteren Ende, doch einen Zug vor der gegnerischen Umwandlung war er zur Aufgabe gezwungen. Dennoch, stark gekämpft! Was an dieser Stelle Ruedis Nimmermüdigkeit wohl am besten verdeutlicht: nach knapp 5h Schach liess er es sich nicht nehmen, noch kurz zusammen seine Partie zu analysieren. Hut ab!
Somit verlieren wir knapp mit 2-3 gegen Brig, das in der heutigen Besetzung wohl schlagbar gewesen wäre. Doch für die nächste Runde gegen Bümpliz 2 bin ich zuversichtlich, dass wir wieder zum Siegen zurückfinden.
Linus Rösler
Luca Marbacher (1816) vs. M’hamed Heniche (1914)
Tobias Habegger (1693) vs. Hans Peter Schüpbach (1699)
José Rueda (1658) vs. René Weber (1751)
Jonas Mosimann (1805) vs. Roger Tanner (1700)
Ivan Wissler (1722) vs. Daniel Stegmann (-)
Die erste schwierige Entscheidung stand vor der Partie an: Käsegeruchbedingt lüften oder wintereinbruchbedingt heizen. Der Kompromiss führte zu kalten Räumlichkeiten mit Fondueduft. Gut eingepackt sassen wir unseren Gegnern aus Kirchberg gegenüber und kuschelten uns in der 2. Liga zurecht. Schon bald aber fassten die Positionen auf den Bretter Flamme und liessen die Köpfe rauchen.
Luca griff standesgemäss früh zum f-Bauer und mobilisierte seine Hüpfer Richtung Königsflügel. Er manövrierte auf der aktiveren Seite einer ausgeglichenen Stellung durch’s Mittelspiel und gewann schliesslich taktisch den g-Bauer vor dem gegnerischen König. Das daraus resultierende Endspiel und Lucas Läufer standen aber auf wackeligen Beinen. Er musste trotz defensiver Akrobatikarbeit seinen Mehrbauer in einen Minusbauer umtauschen und stand plötzlich komplett auf Verlust. Lösung: Remis anbieten und halben Punkt sichern.
Tobias, der in seinem Leben ausserhalb des Schachs neue persönliche Bestleistungen im Tiefseetauchen fabriziert, brauchte gegen Hans Peter Schüpbach keinen allzu langen Atem. Bis auf einen Schreckmoment und mit dem Gegner geteilten blinden Fleck, tauschten sie die Figuren nadisna ab und einigten sich noch vor der Zeitkontrolle auf die Punkteteilung. Dass Tobias in der Schlussstellung besser stand und gut und gerne die Schraube noch etwas hätte anziehen können, ist dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit.
Vielleicht war er gedanklich auch bereits mit seinem Sohn am YB-Match, wo er kurz darauf Miralems Lieblinge zu einem 5-0 Sieg anfeuerte.
Ich improvisierte in der Eröffnung und fühlte mich besonders clever, als ich den gegnerischen Bauer auf d5 provozierte, so dem weissfeldrigen Läufers das Leben aushauchte und das Breyer-Manöver aufführte. Leider wurde meine Position dadurch nicht viel einfacher zu spielen, während mein Gegner, Roger Tanner, die typischen Züge auf’s Brett bringen konnte. Ich rechnete lange ein Springeropfer im Zentrum, kam zum Schluss, dass es nicht funktionierte, wollte aber auch nicht an meinem Samstag Nachmittag langsam gequält werden und entschied mich deshalb im Zentrum zuzuschlagen. f5, e4 kam mit Tempo und ich gewann meine Figur zurück. Im Anschluss gaben die Grundlinienprobleme meines Gegners und meine taktische Wachsamkeit den Ausschlag und ich holte den vollen Punkt.
José überraschte seinen Gegner mit dem ersten Zug. Es macht Spass zu sehen, dass im Team an den Eröffnungen gefeilt wird und wir alle stärker werden. Souverän erarbeitete und verwaltete er eine leicht stärkere Position durch das Mittelspiel. Im Endspiel mit Läufer und 4 Bauern gegen Springer und 3 Bauern blieb er ruhig und sammelte einen gegnerischen Bauer nach dem anderen ein. Die drei Mehrbauern waren auch dem Gegner irgendwann zu blöd und er liess es gut sein.
Auch Ivan blieb ungeschlagen und segelte den ersten Sieg in der zweiten Liga sicher nach Hause. Somit stehen wir mit drei Punkten aus zwei Spielen stark in der Tabelle. Besonders gefreut hat mich, dass Matteo, trotz seinem spielfreien Nachmittag im Klub vorbeischaute und die Partien mitverfolgte.
Jonas Mosimann
Boris Ballmer - Linus Rösler 0:1
Carsten Lehmann - Diego Avaria remis
Silvan Bonanomi - Rudolf Stadler 1:0
Roger Berger - Yannick Radt 0:1
Andrin Ziegler - Dario Hilpertshauser 0:1
Nach unserem euphorischen Aufstieg letzte Saison haben wir, wie üblich für einen Aufsteiger, auf dem Transfermarkt so richtig zugeschlagen! Neben den schmerzhaften Abgängen von Anton B. und Simon C. zu Antons neuem Team Bern 7 und von Viktor zum hochtalentierten Juniorenteam Bern 5 von Timo, konnten wir einige hochkarätige Spieler verpflichten: Francesco "Capitano der Herzen" Tedone, Robin "Bundesrat 2035" Sobari, Yannick "ist immer pa-" Radt, Diego "Ministro de Defensa" Avaria und Ruedi "70 ist das neue 20" Stadler. Neben dieser schlagkräftigen Verstärkung auf den 64 Feldern war ich mir bei diesen sympathischen Personalien auch sicher, dass unser guter Teamgeist von der letzten Saison erhalten bleibt. Und das hat sich auch sofort bestätigt: vielleicht waren es die Mühlen, die Oli in einem hinduistischen Tempel in Nepal für uns gedreht hat, auf jeden Fall haben Diego, Dario, Yannick und ich uns in bester Laune am Treffpunkt getroffen; Ruedi ist in Gümligen zugestiegen und hat gleich fleissig beim gutgelaunten Rumwitzeln mitgeholfen. Doch genug Vorgeplänkel.
In der ersten Runde erwartete uns mit Münsingen 1 ein Team, welches mit dem Abgang von Shootingstar Lukas Oestmann zum ASK Réti einen gewaltigen Aderlass erlitten hat, und dadurch wohl einen ähnlichen Eloschnitt wie wir aufweist. Für unser Minimalziel Klassenerhalt also gleich ein wichtiges Match! Im schönen Blumenhaus, dem Spiellokal von Münsingen, hatte heute Diego den kürzesten Arbeitstag: an Brett 2 spielte er mit Weiss gegen den Präsidenten des Schachklubs Münsingen, den äusserst starken und soliden Carsten Lehmann. Beide schenkten sich von Anfang an nichts, es kam schnell zu Liquidationen in der Brettmitte, und in einem ausgeglichenen Endspiel einigten sich die beiden nach einer fehlerfreien Partie auf ein Remis. Dies war zu diesem Zeit für uns auch taktisch die richtige Entscheidung: Dario und Yannick standen schon komfortabel, und ich habe da schon mindestens 2.5 Punkte auf unser Konto extrapoliert. Doch der Reihe nach:
Dario hat nach dem ersten Drittel der letzten Saison eine Schaffenspause eingelegt um sich auf sein Studium zu konzentrieren, und es hat mich sehr gefreut, wie motiviert er sich wieder zurück gemeldet hat! Von der unkonventionellen Eröffnung seines Gegners Andrin Ziegler an Brett 5 liess er sich mit Schwarz nicht aus dem Konzept bringen und spielte konsequent prinzipiell. Wie aus dem Lehrbuch schloss er das Zentrum und lancierte umgehend einen vernichtenden Angriff auf den weissen Königsflügel. Sein Gegner musste die Qualität geben, doch auch positionell stand Dario weiterhin besser. So lehnte er gar den Damentausch ab, was sich wenig später als goldrichtige Entscheidung herausgestellt hat: Dario griff weiter an und gewann schliesslich auch noch eine Leichtfigur, sein Gegner gab auf. Was für ein Comeback!
An Brett 4 mit Weiss bekam es Yannick mit dem gegnerischen Teamleiter Roger Berger zu tun. In gewohnt klinisch-positioneller Manier verteidigte Yannick von Anfang an den Anzugsvorteil und kam komfortabel ins Mittelspiel. Plötzlich stellte sein Gegner auch noch einen Bauern ein, und ab hier liess Yannick nichts mehr anbrennen: er vereinfachte gekonnt in ein Leichtfiguren Endspiel, tischte seinem Gegner einen vergifteten Bauern auf, und gabelte nach Annahme desselben die gegnerischen Springer auf. Grosses Kino! Wenig später stellte er auf 2.5-0.5 zu unseren Gunsten, ein Unentschieden hatten wir also auf sicher!
An Brett 3 war es jedoch der talentierte Münsinger Silvan Bonanomi, der gegen Ruedi mit den weissen Steinen einen Prachtstag erwischt hatte: wie sich im Gespräch nach der Partie ergab, lief Ruedi in eine frisch gepreppte Variante Silvans, und stand von Anfang an etwas passiv. Besonders Ruedis weissfeldriger Läufer führte ein bemitleidenswertes Knastdasein auf c8. Weiss hingegen hatte ein wunderbar harmonierendes Läuferpaar, und schliesslich bliess der Münsinger zum vernichtenden Königsangriff. Furchtlos opferte er die Qualität und nahm Ruedis König in die Mange, doch ebenso furchtlos verteidigte Ruedi die Stellung. Kurz kam Hoffnung auf, dass er tatsächlich den Kopf aus der Schlinge ziehen kann! Doch dann setzte Weiss zur Kür an, und fand auch noch ein Turmopfer zum Matt in 5. In meinen Augen hat sich Ruedi nichts vorzuwerfen, er verteidigte sich gut, doch bei seinem Gegner passte heute einfach alles zusammen.
Somit stand es 2.5-1.5 für uns, und ich war, wie so oft, der letzte verbleibende am Schachbrett. Und brauchte für den so wichtigen Teamsieg mindestens ein Remis! Und das war alles andere als in trockenen Tüchern: ich spielte an Brett 1 mit Schwarz gegen Boris Ballmer. Am Anfang kam ich mir vor wie im falschen Film: mein Gegner spielte auf meine doch eher unbekannte Nebenvariante als wäre es Hauptvarianten-Theorie und hatte nach 14 Zügen immer noch 1:30 auf der Uhr, während ich Zug um Zug Zeit brauchte, um die richtigen Felder für meine Figuren zu finden, und somit zu diesem Zeitpunkt weniger als halb so viel Zeit auf der Uhr hatte. Schliesslich konnte ich in einer manöverlastigen Partie einen Königsangriff starten, nachdem ich alle meine Leichtfiguren an den Königsflügel gezirkelt hatte. Doch mein Gegner blieb unbeeindruckt, verteidigte sich gekonnt, und mit schwindender Zeit sah ich nichts besseres, als in ein leicht nachteilhaftes End-Mittelspiel abzutauschen. Mit stetigen Gegendrohungen schaffte ich es über die Zeitkontrolle und bot Remis an, welches mein Gegner aufgrund der Matchsituation natürlich ausschlug. Die Stellung blieb schwierig zu spielen, da ich konstant die Kompensation aufrecht erhalten musste. So ging mir schon wieder schnell die Zeit aus, und mit lediglich 2 Minuten auf der Uhr musste ich wohl oder übel in einen Kampf auf Messersschneide einsteigen. Mir gelang es irgendwie, meine Stellung zu entfalten, und meinem Gegner genug Probleme zu bereiten, dass dieser trotz Zeitvorteil nicht mehr die optimale Verteidigung fand. Schliesslich brach seine Stellung ein, seine Doppelturmverteidigung auf der 3. Reihe war überlastet, und er gratulierte mir nach über 4.5 Stunden zum Sieg. Somit gewinnen wir gleich unser erstes Match in der 2. Regionalliga mit 3.5-1.5!
Herzliche Gratulation ans gesamte Team! Und was mir sehr viel bedeutet: jeder einzelne des Teams blieb bis zum Schluss, selbst als nur noch ich am spielen war, und es klar war, dass es noch eine Weile gehen wird. Dieser Rückhalt war Gold wert für mich und es macht mir grosse Freude, dass wir ab der ersten Runde schon einen so schönen Teamzusammenhalt haben. Vielen Dank! Das mach Laune für mehr! In der nächsten Runde empfangen wir mit Brig 1 den souveränen Gruppensieger vom letzten Jahr, ein harter Brocken also. Doch einmal mehr finde ich nach dieser Runde: mit diesem Team ist alles möglich!
Linus Rösler
Jonas Mosimann (1790) vs. Hansueli Lüthi (1845) Remis
Ivan Wissler (1715) vs. Hans Hofmann (1885) 0 - 1
Luca D’Arcangelo (1860) vs. Ferdinand Krebs (1867) Remis
Tomas Petrucello ( - ) vs. Serge Serempus (1845) 1 - 0
José Rueda ( - ) vs. Heinz Fankhauser (1720) Remis
Nachdem wir vor einer Woche den Aufstieg in die 2. Liga der SMM einmal mehr im Aufstiegsspiel (deutlich) verpasst haben, nahmen wir die frische SGM Saison in der 2. Liga in Angriff.
Dass die Partien in der 2. Liga ebenfalls samstags ausgetragen werden und um 14:00 Uhr starten, weiss nun auch José. Um 13:55 fehlten noch zwei unserer Spieler. Tomas radelte noch rechtzeitig an, während Josés Gegner kurz darauf die Uhr am José losen Brett startete.
José kam dann doch noch mit etwas Verspätung herangebraust, kitzelte den Sizilianer von Heinz Fankhauser, einigte sich nach 25 Zügen auf die Punkteteilung und brauste wieder heraus.
Tomas stieg mit den schwarzen Figuren angriffig in die Partie, rochierte auf dem Damenflügel und fand im Mittelspiel mit Sxd4 einen hübschen Zug (siehe Diagramm). Sein Gegner Serge Serepus kann zwar auf c7 seine Dame opfern, hat aber nach Lxc7 Txc7+ kein wirkungsvolles Abzugsschach dank Tomas’ Verteidigungsressource e5. Der volle Punkt liess sich Tomas im Anschluss nicht mehr nehmen.
Serepus vs. Tomas Petrucello
In Vorbereitung auf meinen Palermoaufenthalt nächste Woche, prüfte ich den Sizilianer meines Gegners. Während mein Gegner hintereinander h6, g6, Sh7 und h5 spielte, konnte ich weiter in sein Territorium vordringen und eine dominante Position erarbeiten. Das Remisangebot meines Gegners liess ich unkommentiert. Dass meine Stellung ab Zug 12 in jedem Zug nach f4 schrie, hörte ich zwar, konnte meine Hand aber nicht dazu bringen den Zug auf’s Brett zu bringen und fand immer einen Grund noch einen Zug abzuwarten. Auch in der mittlerweile ausgeglichenen Stellung, in der wir uns auf Remis einigten, wollte der Bauer beinahe desertieren und selbständig auf der f-Linie ins gegnerische Camp (r)überlaufen.
Ivan wurde von seinem Gegner Hans Hofmann in der Eröffnung auf dem falschen Bauer erwischt und liess in einem Moment der Unkonzentration ein wichtiger Bauer auf dem Königsflügel unbeaufsichtigt. Mit Zuversicht versuchte er die Not zur Tugend zu machen und die g-Linie für seine Schwerfiguren zum Angriff zu nutzen. Sein König war in der Mitte des Bretts aber zu ungeschützt und schliesslich der Potenz der gegnerischen Figuren ausgeliefert
Somit stand es unentschieden und Luca kämpfte in einem Turmendspiel ums Remis am Brett und für’s Team. Dabei wäre eigentlich mehr drin gelegen. Luca formierte einen dominanten Angriff auf dem Königsflügel und stand kurz vor dem Knock Out. Wobei man sagen muss, dass die besten Computerzüge den Computern vorbehalten bleibt. Im Diagramm unten wird folgende Fortsetzung empfohlen: Se5 Ta7, Txg6 hxg6, Tg1 Lxc5, Sxg6 Lxd4, e7 Txe7, Sxe7+ Kh8, cxd4. Material ist ausgeglichen, Matt in 8. Aber auch ein "einfacheres" Se5 und Dh5 hätte reichen müssen. Zum Glück konnte Luca das Endspiel halten und das 2.5 - 2.5 amtlich machen.
Jonas Mosimann
Joah Portner - Alex Nieto 1:0
Simon Rufener - Felix Lohmiller 1:0
Gion Schäfer - Jan Meyer-Veden 1:0
Timo Braun - Anton Braun 0:1
An unserem ersten Spiel als das neue Bern 7 hatten wir mit Timos Bern 5 einen starken Gegner vor uns. Das Team hatte gerade das Aufstiegsspiel verloren und wie erwartet waren sie hungrig auf mehr. Wir mussten uns aber auch nicht verstecken: Alex hatte gerade seine Spielstärke im Bärner Blitz unter Beweis gestellt und war auf sein erstes Spiel gespannt. Felix und sein Vater Jan hatten in der letzten Saison ihr Debüt in Stefans Team gehabt und dort einiges an Erfahrung mitgenommen. Wir begannen also das Match.
Am ersten Brett spielte Alex gegen Joah. Alex erzählte mir nach dem Spiel, er schaue sich gerade eine neue Eröffnung und offenbar sei etwas in der Zugreihenfolge durcheinandergekommen. Leider hatte er in den Worten Jan Gustafssons Damenpech, denn seine Dame konnte den Angriff des weissen Läufers weder parieren noch auf andere Felder flüchten und so schmissen sie und in der Folge auch Alex das Handtuch.
Felix am zweiten Brett spielte gegen Simon Rufener eine wahnsinnig schnelle Partie. Als ich nach einer halben Stunde auf die Uhr der beiden schaute, hatten beide noch die vollen 90 Minuten zur Verfügung, aber auf dem Brett waren die meisten Figuren abgetauscht und Felix schob langsam einen Bauern nach vorne. Ein starker Einstand gegen Simon! Leider waren beim nächsten Blick auf das Brett die meisten Bauern verschwunden und nur Simon hatte eine Dame aufs Brett bekommen, sodass Felix sich kurz darauf geschlagen geben musste.
Am Brett 3 neben mir spielte Jan gegen Gion. In einem anfänglich recht ausgeglichenen Spiel gewann Jan bald einen Bauern und fand sich in einer guten Stellung wieder. Die anfänglich noch unkoordinierten Figuren konnten ihre Stellungen verbessern, bis auf einmal Jans Springer eine Verbesserung zu viel nahm und Gion nicht nur die Bauern sondern den gesamten Springer gewinnen konnte, sodass Jan sich geschlagen gab.
Mit nun drei verlorenen Brettern galt es mir im Duell der Teamleiter am letzten Brett noch einen Punkt zu gewinnen. In einem von uns beiden als spannend eingeschätzten Mittelspiel zerrten wir lange um Vorteile und Timo ertauschte sich das Läuferpaar mit starkem Druck auf meine Stellung. Nach einigen Zügen bot sich mir jedoch ein Moment der Befreiung, den ich ergriff. Mit weiteren Zügen und zunehmend knapper Zeit für Timo übersah er leider eine Taktik, mit der ich seinen Läufer gewann. Nach einem Damentausch konnte ich die Mehrfigur konsolidieren und uns einen Punkt sichern. So beendeten wir die erste Partie mit ein bisschen Lehrgeld und einem 3-1 gegen uns.
Anton Braun