Der Geier im Urwald

 

Das zweite Turnier der ThemenserieUrwaldschachist Geschichte. Sechs Teilnehmer fanden sich ein, um zu den vorgeschriebenen Eröffnungszügen <1.d4 c5 2.d5 Sf6 3.c4 Se4> ein Blitzturnier mit sieben Minuten Bedenkzeit zu spielen. Aufgrund der erneut überschaubaren Spielerzahl spielte Jeder gegen Jeden und, wie es die immer ausgeklügelteren Regularien vorsehen, je einmal mit Weiß und Schwarz. Werner Nelissen und Julian Kellerhals fanden erstmals nicht den Weg zum Urwaldschach, Ersterer vielleicht noch enttäuscht von der letztmaligen geringen Ausbeute, Zweiterer verhindert durch die Verpflichtungen eines gut gefüllten Terminkalenders, während Moritz Vollenweider, beim Inauguralturnier mit irisch fastnächtlichem Hintergrund wegen Verspätung nur Zuschauer, diesmal rechtzeitig den Weg zum theoretischen Kräftemessen fand. Sowohl bezüglich Vorbereitung wie hinsichtlich technisch-krativer Fertigkeiten erwies sich Lukas Kulczyk erneut als das Turnier überragender Spieler, wenn auch nicht mehr mit vollkommen weißer Weste. Gesamtbilanz am Ende des Turniers: Neunzehn Siege für den Führer der weißen Figuren, acht Siege für den Führer der schwarzen Figuren und sechs Partien mit Punkteteilung. Es war kein Flugwetter. Der vulpus communus erwies sich unter den gegebenen Spielbedingungen eher als gewöhnlicher denn als gemeiner Geier. Zum Abschluß dieser Ausführungen folgt die Schlussrangliste

Erster Lukas Kulczyk mit acht Punkten aus zehn Partien und einem Preisgeld von zehn Franken

Zweiter David Schaffner mit sechs Punkten aus zehn Partien und einem Preisgeld von siebeneinhalb Franken

Dritter wieder David Weisstanner mit viereinhalb Punkten aus zehn Partien und einem Preisgeld von fünfeinhalb Franken

Auf dem geteilten vierten und fünften Rang finden sich Moritz Vollenweider und Noël Studer mit je vier Punkten aus zehn Partien und einem Preisgeld von je einem Franken dreissig

Auf dem ungeteilten letzten Rang Gabriel Hefti mit dreieinhalb Punkten aus zehn Partien und gänzlich ohne Preisgeld

Im Jackpot, der im sechzehnten Turnier zur Auszahlung kommen wird, befinden sich dreizehn Franken sechzig.

Das nächste Turnier der Serie findet schon am zweiundzwanzigsten Oktober statt. Unumgänglich sind dann die eröffnenden Züge 1.e4 e5 2.f4 Df6, die sogenannte Nordwaldner Verteidigung gegen das Königsgambit.